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Maintal verfügt über ein lokales Kabarett. Nachdem sich dieses Kabarett fest etabliert hat und es das Publikum mit durchweg guten Programmen begeisterte, hat es eine eigene Website verdient. Es ist nicht leicht, Eintrittskarten für die stets innerhalb weniger Minuten ausverkauften Veranstaltungen zu ergattern. Wer es dennoch versuchen möchte, kann sich auf dieser Seite informieren, was ihn erwartet. 


 

                                                                                                                                   Foto: Armin Habermann

 

MIKROKOSMOS ist die Talentschmiede des Humor-Musik-Vereins.

Mehr als 30 Personen umfasst das Team, von denen nur ein Teil hier abgebildet ist.

 

    bisherige

Programme:

 

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

 

Das Erfolgsrezept von MIKROKOSMOS

Die lokale Presse titelte in diesem Jahr "Aufstieg der Kosmonauten" und ging nicht nur auf die nun 16-jährige Geschichte des lokalen Kabaretts ein, sondern auch auf die Faktoren, die den Erfolg der Gruppe ausmachen. Der Höhepunkt dürfte die Verleihung des diesjährigen Sonderpreises des Main-Kinzig-Kreises sein. Auf der kleinen Zeitreise von 2003 bis heute wurde deutlich, dass die Gründungsmitglieder einen enormen Entwicklungsprozess durchliefen und die später hinzu gekommenen Ensemblemitglieder wesentlich komprimierter und schneller reiften. Inzwischen wurden neben weiteren Mitgliedern mittleren Alters auch Spitzentalente der Vereinsjugend integriert. Das älteste Mitglied des Ensembles steht dafür zwar nicht mehr auf der Bühne, ist aber immer noch sehr engagiert und im Team integriert. MIKROKOSMOS ist wie eine große Familie, die ihre Passion aktiv lebt.

 

Was einst noch recht unpolitisch begann, reifte mit den Akteuren zu einem hochpolitischen Programm mit lokalem Bezug. Die lokale Politik versäumt seit Jahren kein Programm mehr und es ist jetzt sogar gängige Ansicht, uninteressant zu sein, wenn man thematisch nicht im Programm vorkommt. Als Besucher direkt neben Personen zu sitzen, die gerade Gegenstand von Sketchen sind, macht den Reiz aus, den sich Besucher nicht entgehen lassen wollen. So sind jährlich die 5 Veranstaltungen innerhalb weniger Minuten ausverkauft.

 

Als ein Qualitätsmerkmal dieses lokalen Kabaretts - das übrigens im Rhein-Main-Gebiet einmalig ist - gilt, dass trotz teilweise schonungsloser Kritik niemals die Gürtellinie unterschritten wird und persönliche Beleidigungen unterbleiben, mit denen Kabarettisten oftmals bewusst agieren.

 

Spannung vor jeder Veranstaltung

 

Die Premierenveranstaltung eines Programmes ist stets die Stunde der Wahrheit und der Erkenntnis, welche Sketche beim Publikum wie ankommen, wie gut die Programmabstimmung ist und wie sie bühnentechnisch funktioniert. Eine der größten Unbekannten jeder einzelnen Veranstaltung ist allerdings das Publikum, für das man ja die Programme schreibt und einstudiert. Die Beurteilung muss also aus der Sicht des Betrachters erfolgen, um daraus zu lernen. Selbstbeweihräucherung und Selbstzufriedenheit wären da kontraproduktiv.  

 

Hummer auf Sahnebett

 

Bekanntlich ist der Hummer ein Meerestier mit kräftigen Zangen, wie sie auch ein gutes Kabarett besitzt. Genießen heißt, mit ihm umgehen und ihn gekonnt in seine Bestandteile zerlegen zu können. Nicht jeder kann das. Sketche können ohne Tiefgang lediglich unterhalten (Comedy), aber auch Themen aufbrechen (Kabarett), so dass man sich mit deren Inhalt auseinander setzt. Das ist für den Zuschauer manchmal harte Arbeit, um die Essenz kritisch genießen zu können und es braucht seine Zeit. Eine endlose Kette von inhaltlich starken Sketchen würde allerdings überfordern. Darum gibt es dazwischen leichtverdauliche Comedy, also Sketche, die eine Art Sahnebett darstellen, damit man die gehaltvollen Gänge gelöster konsumieren kann. Fiele allerdings eine unpassende Nummer wie ein Klecks Senf ins leckere Sahnebett, könnte der Gesamtgenuss leiden. Dies gilt es also zu vermeiden.

 

 

Bühnentechnischer Rahmen  

 

Der diesjährige Bühnenumbau war und ist auch für die Zukunft ein Volltreffer. Nun verfügt MIKROKOSMOS über drei äußerst funktionale Zonen, die darüber hinaus echte Hingucker sind. Die Bestückung der gesamten Bühne mit Mikrofonen ist optimal und die Beleuchtung erfüllt nahezu jeden Wunsch. Mit dem Fernseher ist eine zusätzliche Informationsquelle gegeben, die die Sketche aktiv unterstützt, ohne abzulenken. Bühnenmannschaft, Ton-, Licht- und Mediensteuerung sind die wichtigsten kreativen Elemente, mit denen jede Aufführung steht und fällt. Der Leistung dieser Personen kommt also die gleiche Bedeutung zu, wie die der Autoren und der Akteure.  

 

 

Gesamtbeurteilung des Programms 2018

 

In diesem Punkt kann ich nur meine eigenen Empfindungen wiedergeben, die wohl bei jedem Besucher etwas anders ausfallen. Ich war mit dem Programm sehr zufrieden, auch wenn einige vorhandene Potenziale noch nicht restlos ausgeschöpft waren. Genau diese Potenziale sind es, die im kommenden Jahr wieder für Verbesserungen sorgen. Wie das Feedback aus Teilen des Publikums zeigte, war die Zufriedenheit groß und es wurde besonders gelobt, wie sehr die Akteure die dargestellten Charaktere angenommen hatten, um authentisch zu wirken.  Das Programm-Mix war in jeder Hinsicht gut gelungen und konnte locker konsumiert werden. So kamen alle Besucher auf ihre Kosten, auch wenn einige Zielpersonen der Sketche mit Kritik umgehen mussten.

 

Anfangs-  und Schlusssketch sowie die Zwischenstücke im Programm thematisierten die neue Datenschutzverordnung. Damit war das Programm das bisher politischste mit der größten Anzahl an Autoren aus eigenen Reihen. MIKROKOSMOS ist viel mehr als nur ein Kabarett. Es ist die Talentschmiede des Vereins und jüngere Ensemblemitglieder profitieren davon sogar im Berufsleben, weil sie an Sicherheit und Überzeugungskraft gewinnen.

 


Aktuell


Kurzbericht zum Programm 2018

 

Mit dem Programm 2018 hat MIKROKOSMOS seinen kulturellen Stellenwert für Maintal weiter geschärft.   Aus Sicht des anspruchsvolleren Publikums begeisterten vor Themen des Zeitgeistes und humoristisch- satirischen Komponenten die poltischen, zeitkritischen und sozialrelevanten Sketche.  

  • Die Pflegerin, dargestellt von Simone Wilhelm, fand große Beachtung, weil sie absolut authentisch rüber kam und vielen Besuchern unter die Haut ging. Es spricht für die Qualität des gesamten Programms, dass es so ernste Inhalte locker transportieren kann.
  • Man kann nicht genug klagen und Plastikmüll, die den Zeitgeist in hintergründiger Art gekonnt karikierten, richteten sich vornehmlich an die satte Bürgerschaft. Hier bestach mal wieder die feine Satire von Brigitte Rosanowitsch, die sich - selbst vorgetragend - voll entfaltete.
  • Immobiliengesellschaft und  Problemlösung durch richtige Planung gingen an die kommunale Adresse und karikierten schonungslos aber süffisant das kritikwürdige Selbstverständnis von Politik und Verwaltung in Maintal. Paradenummern von und mit Frank Walzer.
  • AIDA für Ewig-Gestrige, das Stück zum richtigen Zeitpunkt zum Thema AfD, hatte die richtige Härte und Wirkung, weil sie gängige AfD-Rhetorik mit geschichtlichem Bezug unglaublich intensiv vermittelte. Wolf Heiser löste das Problem perfekt!.
  • Maintal macht (nicht) mit wurde von Anika Weider und Brigitte Resanowitsch kritisch unter die Lupe genommen und damit das kommunale Selbstverständnis  treffend gegeißelt.
  • Fakten und Gefühltes machte viele bekannte Desinformationen der Bevölkerung und gängige Sinnestäuschungen transparent. Als Gesellenstück des Vortragenden Colin Jeske war es eine Herausforderung.
  • Irgendwie, irgendwo, irgendwann als typisch kabarettistisches Gesangsstück mit Anika Waider, Pia Jost und Frank Walzer rundete zeitkritisch die erste Programmhälfte perfekt ab und nahm einige ökologische Trends in Maintal aufs Korn. Einmal mehr bestätigte sich, dass solche Programmnummern in keinem Programm fehlen dürfen.
  • Die Mainfähre mit der bekifften Sicht der Dinge ging eigentlich nicht tiefer auf die wirklichen Probleme der stillgelegten Fähre ein, sondern karikierte die emotionale Sicht der Befürworter und der Gegner der Wiederaufnahme des Fährverkehrs. Simone Wilhelm und Stefan Lohr setzten den Sketch perfekt um.

Im Sinne bitterer Tropfen auf Zucker spielen auflockernde Sketche eine große Rolle. Hier muss man allerdings reine Nonsens-Stücke und Stücke mit leichtem Tiefgang unterscheiden. Sehr passend sind deshalb Sketche, die das Sozialverhalten karikieren.

  • Handwerkermangel mit den Komponenten Schwarzarbeit  und fehlenden Fachkräften hatte einen hohen Identifikationseffekt und kam als Opener gut rüber. Stefan Lohr und Dennis Götz waren die Akteure.
  • Teledoktor mit Brigitte Rosanowitsch und Frank Walzer vergackeierte einen Trend unserer Zeit auf höchst vergnügliche Weise.
  • 3 kluge Köpfe - Anika Waider, Dennis Götz und Gisela Jeske behandelten eine weitverbreitete Unart auf medialem Niveau. Alle drei Rollen wurden perfekt verkörpert und authentisch gespielt. Wegen des eigenen Erkennungswertes waren die Reaktionen allerdings verhalten. 
  • Landtagswahlkampf sollte die aktuelle Situation bei Parteien und Wählern karikieren. Dabei wurde von Isabella Isabella und Colin Jeske wie im richtigen Leben viel angeschnitten und eigentlich nichts gesagt, wodurch mangelndes Interesse und Wissen der Bürger stärker karikiert wurde als die Verdummung durch Wahlslogans.
  • Das Pumpgun-Shirt mit Isabella Isabella und Pia Jost ging auf die flache Denkweise im Umgang mit Trends ein und wurde perfekt zelebriert, auch wenn prüdes Verhalten die Größe des Loches im T-Shirt minimalisierte.
  • Influencer mit Pia Jost und Simone Wilhelm brachte auch dem analogsten Besucher diese Funktion und deren Nutzen rüber. Die Umgangsformen und Verhaltensweisen von Nutzern und Konsumenten wurden gekonnt gespielt, so dass es für jeden Besucher erleichtert wurde, sich davon sichtlich zu distanzieren. Perfekt!  
  • Wann, wenn nicht jetzt lockerte des Programm mit Betrachtungen über einen sinnvollen Lebensabend auf. Isabella Isabella und Gisela Jeske spielten zwei Seniorinnen äußerst überzeugend.
  • Der Werteunterricht war eine reine Verballhornung bayerischer Mentalität im Umgang mit Ausländern. Die Absurdität der 10 übermittelten Verhaltensregeln infolge fehlenden Bezuges zur Wirklichkeit nahm dem Stück den Charakter des inhaltlichen Stückes. Gisela Jeske schlüpfte optisch und akustisch in die Rolle einer unterweisenden Alpenländerin.

 Nonsens-Stücke mit reinem Unterhaltungswert  

  • Die Leistungsschau zweier Geflügelzüchter hatten natürlich ebenfalls keinen Bezug zur Wirklichkeit, es sei denn, man bringt sie mit der Technik von Pflegerobotern in Zusammenhang. So war es eine unterhaltende Ablachnummer von Helmut Roog und Dennis Götz, die gut ankam.
  • Mückenstich versetzte die Zuschauer in die Welt lästiger Schnaken und ihrer Probleme. Gisela und Colin Jeske schwirrten als Schnake über die Bühne und ließen die Besucher auf skurille Art wissen, warum sie so lästig sind.
  • Das Insektensterben karikierte schlitzohriges Verhalten und spießige Lebensart, sowie absurde Theorien engagierter Naturfreunde. Helmut Roog und Wolf Heiser liefen zu großer Form auf und eine Menge Kuchen und Sahne fand dankbare Abnehmer. Das Insektensterben gab ein skurilles Beispiel für Schlitzohrigkeit zum Umweltschutz.
  • Mit der Vorstandssitzung wurde mal wieder flache Denkart im Wandel der Zeit zelebriert, als es um den Vereinsausflug für Senior*Innen ging.
  • Beim Jauche-Streit wurde das Thema Überdüngung und die damit verbundene Geruchsbelästigung thematisiert. Der etwas heftige Streit hatte einen hohen Unterhaltungswert. Die Akteure Wolf Heiser, Stefan Lohr und Simone Wilhelm gaben dem Sketch die taffe augenzwinkernde Note.
  • Die neue Liebe zweier Senioren gerieten im Kontakt mit der Enkelin und ihrem Freund zum höchstvergnüglichen Disput, bei dem alle Besucher heftig ablachen konnten, auch wenn die veränderten Gewohnheiten heutiger Rentner sehr anschaulich karikiert wurden. Colin Jeske, Anika Weider, Brigitte Rosanowitsch und Helmut Roog schlüpften perfekt in ihre Rollen.
  • Die Liebe unter Erdlingen (Gisela Jeske und Stefan Lohr) fand das Interesse zweier Marsmenschen (Pia Jost und Frank Walzer), die eigentlich Erdlinge verspeisen wollten. Bei den Opfern entspann sich allerdings ein Kampf um die TV-Fernbedienung, weswegen sie von ihren Opfern abließen.

 

 

Welche Philosophie steht hinter dem Konzept?

Wir werden immerwieder gefragt, wer denn der Regisseur der Truppe sei, weil Theatergruppen so geführt würden. Theatergruppen reproduzieren Texte, die festgeschrieben sind. MIKROKOSMOS erarbeitet selbst alle Texte und feilt sie sowie die dazu passende Aufmachung, Gestik und Mimik bis zum Auftrittstag aus. Wenn ca. 35 völlig unterschiedliche Programmnummern zu einer Gesamtwirkung ausgefeilt werden, so ist das gesamte Ensemble gefordert. Das heißt, dass sich alle Bühnenakteure intensiv mit den Texten von Autoren der Gruppe auseinandersetzen und mitentscheiden, wer welche Rollen übernimmt. Die effektivste Vorgehensweise ist die, dass sich Akteure ihre Stücke selbst schreiben und diese ausfeilen, indem sie immer wieder deren Wirkung auf das Ensemble testen. Das Ausfeilen und Einstudieren erfolgt in Kleingruppen, bei denen sich alle Teilnehmer einbringen. So können auch die unterschiedlichsten Wirkungen auf das spätere Publikum ermittelt werden.

 

So kommt MIKROKOSMOS völlig ohne Regisseur aus und alle Akteure und Autoren wirken gemeinsam am Reifeprozess des Programms mit. Die Philosophie besteht also im gemeinsamen Wirken und der individuellen Entwicklung der Akteure. Dazu gehören natürlich "Spielwiesen" für neue Ensemblemitglieder, damit sie sich ihren Bedürfnissen entsprechend entwickeln können. Es dauert eine gewisse Zeit, bis über Erfahrung die nötige Sicherheit erreicht ist, um selbst Auftritte locker und gelöst genießen zu können. Dies hat sich bewährt und die gegenseitige Unterstützung ist obligatorisch. So gibt es Akteure, die als Vorbilder dienen, an denen man sich ausrichten kann, ohne dass Druck aufgebaut wird.

 

Bei Frank Walzer laufen dennoch alle Fäden zusammen. Er organisiert, koordiniert und trifft wichtige Entscheidungen nach Rücksprache mit den jeweils Involvierten. Er ist der BOSS und absolute Autorität auf allen Gebieten.

 

MIKROKOSMOS legt großen Wert darauf, dass Inhalte verinnerlicht werden, um sie authentisch auf die Bühne zu bringen. So klärt sich schnell, was die richtige Darbietungsform für Sketche ist. Mit dem Erlernen von Dialekten, rhetorischen Elementen und Gesten rundet jeder Akteur sein Repertoir ab und wird dennoch alljährlich vor neue Herausforderungen gestellt. Damit kann die Erfolgsstory weiter gehen.

 





 

Erster Kulturpreis für MIKROKOSMOS

 

Für mich als Gründungsmitglied des lokalen Kabaretts MIKROKOSMOS war der 12.März 2016 ein ganz besonderer Tag. MIKROKOSMOS bekam zusammen mit 2 anderen Kultur schaffenden Gruppen den Maintaler Kulturpreis 2016. In einem gelungenen festlichen Akt, der von der Karnevalsgesellschaft Käwer Hochstadt und dem Maintaler Tanzsportclub ausgerichtet wurde, durfte Frank Walzer für die Mikrokosmonauten die verdiente Trophäe in Empfang nehmen. Es war der vorläufige Höhepunkt der seit 2003 gestarteten Aktivitäten. Die Jury würdigte damit die Nachwuchsförderung und die kabarettistischen Aktivitäten. Alle Preisträger erfüllten die Kriterien "Freiwilligkeit, Leuchtturmcharakter, Signalwirkung und integrative Wirkung über die Stadtgrenzen hinaus". Wenn in diesem Zusammenhang heute in den Programmen die Lokalpolitik als herausragende Thematik der jährlichen Programme hervorgehoben wird, dann darf man nicht vergessen, dass dies ein langwieriger Prozess war. In den ersten Jahren fehlte sie beinahe ganz, weil die Gruppenmitglieder zunächst andere Schwerpunkte setzten. Das vorwiegend junge Ensemble war damals einfach noch nicht reif für die Umsetzung politischer Sketche. Es bedurfte zudem intensiver ganzjähriger Recherchen und eines speziellen Interesses für Politik, um mit dieser Thematik erfolgreich zu sein. Das übernahm zunächst vorwiegend der Senior der Truppe.

 

 

Es stellte sich heraus, dass in der Gruppe im Laufe der folgenden Jahre das Interesse an Politik wuchs und die besondere Funktion der kabarettistischen politischen Hygiene angenommen wurde. Seit einigen Jahren konfrontierten die Maintaler Kabarettisten ihr Publikum mit vielen kommunalpolitischen Facetten, was im Laufe der Zeit auch beim Publikum die Erwartungshaltung an das Kabarett veränderte. Heute werden in Maintal mit den jährlichen 4 Veranstaltungen mehr Wähler erreicht, als über Parteiveranstaltungen und Bürgerversammlungen. Die differenziert kritische Sicht der Dinge scheint den Bürgern besser zu liegen, als die oft einseitigen Bewusstmachungen der Parteien.

 

Im Fokus stehen alljährlich natürlich auch Themen der großen Politik, aber auch des sozialen Miteinanders. Mit über 500 selbst geschrieben Sketchen garantiert die Truppe Einmaligkeit und ein taufrisches Erleben. Wenn im Imagefilm, der bei der Verleihung präsentiert wurde, am Ende der Satz "Mikrokosmos ist das Beste, was Maintal zu bieten hat" vielleicht etwas vermessen klang, so muss man bedenken, dass sich das Gesagte auf das Metier "Lokales Kabarett" bezog. Wenn das Gesagte dennoch von einigen Bürgern tatsächlich weitergehend empfunden wird, wollen wir nicht widersprechen.

 

Zur Gründung von MIKROKOSMOS führte das Erkennen des Nachwuchspotenzials im Humor-Musik-Vereins "Edelweiß". Lust auf den anspruchsvolleren Umgang mit der deutschen Sprache, als er im Karneval praktiziert werden kann, war deutlich zu spüren. Die Talente waren so zahlreich, dass sie in den Fastnachtsprogrammen nicht mehr untergebracht werden konnten. Sprachlich und thematisch anspruchsvolle Vorträge konkurrierten damals mit flachen Witzvorträgen. So war es interessant, im Programm der Ehrungsveranstaltung einem genau solchen Vortrag zu lauschen, von dem die Mikrokosmonauten sowieso und die Fastnachtssitzungen heute meilenweit entfernt sind.

 

Fastnachtsvorträge aus der Feder von Mikrokosmonauten sind sprachlich und inhaltlich absolute Highlights und in Maintal inzwischen einzigartig. Das eine schließt also das andere Metier nicht aus. Damit unterstreicht MIKROKOSMOS den Anspruch der Talentschmiede des Vereins, die sich heute vielschichtig auszahlt. Besonderes Augenmerk sollte der Beobachter auf das gute Zusammenwirken der 3 Generationen innerhalb der Gruppe richten. Abgesehen von der enormen Bandbreite altersgerechter und geschlechtsspezifischer Rollenverteilungen ist das generationenübergreifende Verständnis beachtenswert. Junge Nachwuchskräfte fühlen sich gut eingebettet und ohne Druck herangeführt. Deren Entwicklung ergibt sich über die Erfolgserlebnisse.

 

Für mich als Initiator der ersten Stunde war es damals eine Selbstverständlichkeit, den Staffelstab in junge kompetente Hände zu legen und damit zur Initialzündung des außerordentlichen Erfolgs beizutragen. Heute erlebe ich mit der Verleihung des Maintaler Kulturpreises 2016 einen Höhepunkt, von dem ich damals nicht zu träumen wagte. Es war ein hartes Stück Arbeit in Zeiten, in denen sich Ensemblemitglieder und Leistungsträger aus beruflichen oder anderen Gründen für einen gewissen Zeitraum ausklinkten. Der Mikrokosmos blieb auch in diesen Phasen stets auf Kurs und steigerte sich von Jahr zu Jahr. Der verliehene Preis dürfte einen weiteren Schub auslösen, der natürlich dem Publikum zugutekommt.

 

 

 

 

Die Trophäe

 

 

 

Image-Film (Preis)

 

 

MIKROKOSMOS wartete 2014 bereits mit seinem 10. Programm auf. Über 400 Sketche und Monologe aus eigener Feder wurden bis heute umgesetzt. Alle vier Veranstaltungen waren wieder rasant schnell verkauft. Wer noch keine Karte hatte, musste vor den Veranstaltungen auf Rückläufe setzen, die eventuell noch kommen könnten. Auf ihre Kosten kamen stets alle, die gekommen waren.

 

Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, dem fliegen die Themen nur so zu. Hier bedurfte es bisher noch keiner aufwändigen Kraftakte. Anspruchsvoller ist dann schon deren Umsetzung, um einen möglichst hohen Prozentsatz des Publikums thematisch mitzunehmen. Da gehen die Empfindungen im Publikum manchmal ganz schön auseinander. Dieser Aufgabe stellten sich 2014 Brigitte Rosanowitsch-Galinski, Frank Walzer, Nina Stein, Colin Stein, Wolf Heiser und Klaus Klee

 

Bis zur Premiere steigt alljährlich die Spannung bei den Besuchern, mit welchen Themen zu rechnen sein wird. Politisch und im Ortsgeschehen sind die Akteure nämlich immer sehr aktuell. Der eine oder andere Besucher hat deshalb bereits ein flaues Gefühl im Magen, wenn er das Foyer betritt. Sie nehmen halt kein Blatt vor den Mund, diese "Mikrokosmonauten". 

 

Wer erstmals das "Lokale Kabarett MIKROKOSMOS" besucht, sollte sich informiert haben. Nicht, dass Sie sich schenkelklopfend über Sketche rund um den Bürgermeister oder andere Politiker amüsieren und nicht merken, dass dieser oder jener direkt neben Ihnen sitzen. Machen Sie es dennoch, so tragen Sie auf Ihre eigene Art zum Gelingen bei. Die Betroffenen selbst wissen allerdings, dass es für sie die Höchststrafe bedeutet, im Programm nicht erwähnt zu werden, weil das sofort mit dem Prädikat "unbedeutend" gleichgesetzt wird.

 

Das Konzept

 

In Maintal gastieren immer wieder exzellente externe Kabarettisten mit ihren aktuellen Programmen. Die Themen sind überregional gewählt und von allgemeiner Natur. Es fehlt natürlich der lokale Bezug. Was lag da näher, als ein Kabarett zu gründen, das sich mit lokalen Themen befasst. In einer bunten Mischung von Politik, Zeitkritik und lokalen Besonderheiten sowie allerlei ortsbezogenem Nonsens wird eine Kleinstadtatmosphäre erzeugt, die kritikwürdig und liebenswert zugleich ist. Viele Besucher finden sich darin wieder und schätzen das besondere Angebot.

 

Nach ersten gesammelten Erfahrungen reifte auch das räumliche Konzept und man entschloss sich, eine zweckmäßige Kleinkunstbühne zu schaffen, die rasch aufgebaut und einfach in der Handhabung ist. Das Evangelische Gemeindezentrum in Hochstadt bietet räumlich und logistisch hervorragende Voraussetzungen. Im Zuschauerraum haben 120 Besucher Platz, die sehr engen Kontakt mit der Bühne und den Akteuren haben. Das bietet auch die Gelegenheit zur Interaktion.

 

Alljährlich kommen neue Ideen hinzu, die auch handwerklich umgesetzt werden müssen. Das geht zwischen den Ensemblemitgliedern und Wilhelm Walzer Hand in Hand, der die Schreinerarbeiten durchführt. Die Mannschaft der Bühnentechnik muss sich ebenfalls immer wieder auf neue Gegebenheiten und ungeahnte  Herausforderungen einstellen.

 

So fing alles an...

 

 

 

 

 

 

Die erste "Bühne" im Jahr 2005

 

Von Nichts kommt nichts!

 

Dieses geflügelte Wort spornt alljährlich die Ensemblemitglieder an und ganz besonders die Kreativen unter ihnen. Sie legen den Grundstein für das Gelingen. Die Zeit der Vorbereitung ist für das Ensemble alljährlich spannend. Das betrifft den Inhalt des Programms, die Ausarbeitung der gesammelten und spontanen Ideen sowie das Konzept der Präsentation. Nichts soll dem Zufall überlassen bleiben und dennoch soll Spontaneität auf keine Hindernisse stoßen. Hierzu gehört natürlich in besonderem Maß das Bühnenkonzept. Das war im Jahr 2005 genauso wichtig wie heute, auch wenn die Rahmenbedingungen völlig anders sind. Auch 2011 rangen die Ensemblemitglieder mit ihren Ideen und kamen zum Entschluss, die bisherige Bühne zu verändern, damit die seitliche Verlagerung des Geschehens noch attraktiver und die Bühne dadurch breiter wird. Die dabei entstehende Asymmetrie wird vom Betrachter aus gesehen voll ausgeglichen. 

 

Etwas mehr darüber erfahren Sie auf der Seite der Vorbereitungen für 2011, die sich mit dem rein technischen Teil befasst.

 

 

 

                                      Bühne in Jahr 2009 und 2010

                                                                   Bühnen-Konzept ab 2011 im Entwurf

 

Wie alles begann...

 

Am Mittwoch, dem 21. Mai 2003 wurde die HMV-Kabarett-Truppe aus der Taufe gehoben. Zu diesem Zweck fanden sich interessierte Mitglieder in der Geschäftsstelle ein, um sich zunächst über eine Vorführung des historischen Programmes "PINKS an die Macht" der Münchner Lach- und Schieß- gesellschaft einzustimmen. In der anschließenden Diskussion setzte sich bei den Anwesenden die Ansicht durch, dass die erfolgreiche Erarbeitung und Präsentation von zeitkritischen Sketchen und Liedern durchaus im Bereich der vorhandenen Möglichkeiten liegt.

 

Im Rahmen der Verarbeitung geeigneter Themen sollten verschiedene Techniken erarbeitet bzw. vermittelt werden, die für den Aufbau von Sketchen, Monologen und Texten kabarettistischer Songs erforderlich sind. Es ist kein Geheimnis, dass diese Techniken natürlich auch beim Aufbau von Nummern der HMV-Sitzungsprogramme sehr hilfreich sind. Aus diesem Grund war ein zunehmendes Interesse an der neuen Vereinsaktivität für einen Teil der Aktiven vorhanden. Dass gerade die Jugend besonderes Interesse am Kabarett zeigt, war deutlich spürbar.

 

Das Team setzte sich aus Mitgliedern zusammen, die auf oder hinter der Bühne mitwirken wollen oder die Aktivitäten anderweitig unterstützen. Die Kabarettgruppe brachte ihr erstes Brainstorming hinter sich und tauschte sich über geplante Arbeitsweisen aus. Im Sinne einer noch größeren Vielfalt der im Programm benötigten "Typen" wurden mögliche Kandidaten in Erwägung gezogen, die in den nächsten Tagen angesprochen wurden.

 

Da die Gruppe immer noch auf der Suche nach einem treffenden Namen war, kam der Name "Mikrokosmos" ins Spiel. Einen breiten Rahmen nahm die erste Sammlung möglicher Themen ein. Es bestand allgemein die Ansicht, dass Politik zu den zentralen Themen gehören muss, jedoch so aufbereitet sein soll, dass sie nicht nach irgend einer Seite überlastig ist.

 

Erste Ergebnisse wurden bereits für den Herbst 2003 angestrebt, die allerdings zunächst in einem kleinen Kreis angetestet werden sollten. Das Team war für Anregungen und Informationen zu den Themen dankbar.

 

Die Kabarett-Gruppe bestand 2003 aus folgenden Mitgliedern: (alphabetisch aufgelistet) · Angela Cercas · Katja Heide · Isa · Pia Jost · Silvia Koffler · Carolina Schock · Nina Stein · Klaus Klee · Helmut Roog · Michael Sessner · Colin Stein und Frank Walzer.

Es traten ferner Christine Rothaut, René Kröller und Harald Bodens auf. Im Jahr 2010 stieß Brigitte Rosanowitsch und 2013 Anika Weider und Wolf Heiser zum Ensemble.

 

Bei den nächsten Treffen wurden Referate über verschiedene Techniken des Umganges mit Texten, Gestik und Mimik gehalten, um die Grundlagen zu schaffen. Nun dauerte es noch über ein Jahr, bis das erste Programm fertig war.

 

Zum Hochstädter Altstadtfest 2005 wurde das erste Kabarettprogramm aufgeführt, das nur 60 Minuten lang war. Eine zu diesem Zweck entworfene und von Klaus Klee und Wilhelm Walzer gebaute Bühnenkonstruktion bot den Akteuren auf engstem Raum Platz in der Attrappe eines überdimensionalen Fernsehgerätes. Das inhaltlich recht gute Programm litt allerdings unter der Unruhe, die während eines Volksfestes herrscht. Danach stand fest, dass Open Air nicht der richtige Ort für Kabarett ist.

 

Der nächste AHA-Effekt kam, als ausgewählte Nummern des Programms während der Kampagneneröffnung des Vereins aufgeführt wurden. Schnell wurde deutlich, dass sich Kabarett und Karneval ebenfalls nicht vertragen. So kam es zum Entschluss, die Aufführung künftiger Programme ins nahe  Evangelische Gemeindezentrum zu verlagern. Damit war bereits die erste Bühnenkonstruktion Geschichte geworden.

 

2006 startete MIKROKOSMOS mit neuem Konzept und neuer Ausstattung unter dem Motto "jetzt überdacht" und lieferte zwei Veranstaltungen ab.

2007 gab es erneut zwei Veranstaltungen unter dem gleichen Motto.

2008 wurden erstmals drei Veranstaltungen unter dem Motto "Gedöns un Grafaame" angeboten, ehe 2009 schließlich vier Veranstaltungen unter dem Motto "Bis aaner weint" aufgeführt wurden. 2010 blieb man ebenfalls bei vier Veranstaltungen, diesmal unter dem Titel "Da geht´s de Mensche, wie de Leut´".

 

Während all dieser Jahre bewältigten die Kabarettisten zahlreiche pikante und kritische Herausforderungen, wie den Umgang mit Pietät, Sexualität, Religion, Rechtsradikalismus, einer blutigen Operation und ähnlichem mehr. Gerade die Politik entwickelte sich innerhalb der Programme besonders bemerkenswert. Es ist die bunte Mischung, die die Qualität des Programms ausmacht und die schauspielerischen Leistungen, mit denen sich die Texte so richtig entfalten.

In den 10 Jahren wurden weit über 400 Sketche erarbeitet und umgesetzt.

 

Kabarett MIKROKOSMOS - ein absolutes Muss!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Es wächst und gedeiht!"