Heute schon durchgeblickt?

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Wir sehen und hören oft zu schnell,

um Dinge wirklich zu verstehen.

 

Wir hören dabei, was wir hören wollen

und verstehen, was wir verstehen wollen.

 

Wir glauben danach,

was wir glauben wollen.

 

Wir nehmen viele Dinge um uns herum wahr, machen uns jedoch um sie wenig Gedanken. Im schlimmsten Fall blicken wir gar nicht durch, um was es überhaupt geht oder was damit in Wirklichkeit beabsichtigt wird. So bleiben AHA-Effekte aus und der Alltag hat uns wieder. Im Laufe der Zeit entsteht eine Art Gleichgültigkeit, die uns selbst Nachteile bringt, weil wir erlauben, dass die falschen Leute am falschen Platz sind. Hätten wir vorher durchgeblickt, so wäre es vielleicht nicht dazu gekommen. Mit dieser Seite möchte ich zu AHA-Effekten beitragen.

 

Achtung: Maintals Kommunalpolitik ist bis zum 31.12.2015 unter "Spezielle Sichten" zu finden.

                   Auf dieser Seite wird Maintaler Kommunalpolitik zukünftig ausgespart.


 

Übersicht:

Der Teufelskreis

Wo und wie auch immer Menschen zusammenleben, es gibt immer wieder problematische Situationen, wenn das Verstehenwollen und das Verstehenkönnen nicht zusammenpassen. Können und Wollen bedingen einander und entscheiden über eine erfolgreiche Lösung von Problemen. Dem Können sind sehr oft Grenzen gesetzt, die in den Personen begründet sind. Das Wollen ist dagegen einzig vom Willen abhängig, friedlich und harmonisch leben zu wollen. Auf der einen Seite ist also das persönliche Handicap als Fessel, auf der anderen Seite die Freiheit des Willens. Beim Willen wirken sich positive oder negative Charaktereigenschaften aus. Nur der Verstand kann beide Faktoren - das Können und das Wollen - kontrollieren. Dummerweise stößt so mancher Zeitgenosse hier an Grenzen, die sehr zu seinem Nachteil ausgehen können. Wer in einem Teufelskreis gefangen ist, steckt in einer gefährlichen Abwärtsspirale. Manchmal beginnt ein Teufelskreis ganz harmlos. Fühlt sich eine Person bereits zurückgesetzt, weil sie nicht vorgezogen wird, könnte sie bewusst offensiv werden, um vorgezogen zu werden. Tritt man mit positiven Aktionen oder Eigenschaften ins Rampenlicht, kann es erfolgreich sein. Wer will als Mitmensch nicht von positiven Effekten profitieren!? Etwas anders sieht es allerdings aus, wenn man sich durch Negatives profiliert. Da braucht es schon ganz spezielle Gefolgsleute. Initiiert man jedoch damit einen Teufelskreis, den man gar nicht beherrscht, ist man eine tickende Zeitbombe. >>>mehr

   
Qualifiziert renovieren
Die größten Einzelprojekte von in die Jahre gekommenen Eigentumswohnanlagen stellen die Erneuerung der Heizungsanlage, des Eingangsbereiches und die Renovierung der Außenfassade sowie des Treppenhauses dar. Zu diesem Zweck werden Reparaturrücklagen gebildet, die auch für ungeplante Reparaturen in Anspruch genommen werden. Es ist ratsam, diese Rücklagen nicht restlos aufzubrauchen, denn auch die Aufzugsanlage und andere technische Einrichtungen sind immer wieder reparaturanfällig.  Ist eine der oben erwähnten Maßnahmen geplant, so empfielt es sich, Vorgehensweisen anzuwenden, wie sie in erfolgreichen Unternehmen praktiziert werden. Die Interessen der Anforderer sind mit denen von Eigentümern einer Eigentümergemeinschaft vergleichbar. Die Einkaufsabteilung entspricht in seiner Funktion der Hausverwaltung. Sie erteilt erst nach klarer Entscheidung der Gesamtheit den Auftrag und ist für dessen Erfüllung verantwortlich. Diese Entscheidungsstruktur und Vorgehensweise ist sehr erfolgreich, wenn sie in allen Teilen gut funktioniert. In Eigentümergemeinschaften sollten deshalb Personen die Federführung haben, die solche Vorgehensweisen professionell beherrschen. Leider stehen solche Personen nicht überall zur Verfügung. Sind sie vorhanden, stellen sie an Arbeitsgruppen und an deren Zusammensetzung hohe Ansprüche. Auch wenn sie nicht Teil einer Arbeitsgruppe sind, so prüfen sie natürlich kritisch das, was man ihnen später zur Entscheidung vorlegt und werden dann bei Bedarf aktiv. >>>mehr
  

Gruppenverhalten ist entscheidend

Wer in Gemeinschaften lebt, muss sich mit Gruppenstrukturen auseinandersetzen. Dazu sollte man grundsätzlich etwas über mögliche Zusammensetzungen wissen. Die am häufigsten anzutreffenden Mitgliedertypen sind die leistungsstarken Gruppenmitglieder und leistungsschwache Personen, der informelle Gruppenführer, Ehrgeizlinge, Intriganten, Drückeberger, Frohnaturen, der Gruppenclown, der freche Typ, der Neuling, der schüchterne Typ, der problembeladene Typ, der Außenseiter, Mitläufer und das schwarze Schaf. Nicht alle Typen sind in allen Gruppen anzutreffen, aber jeder Typ findet seinen Platz und muss mit der passenden Gruppenbehandlung rechnen. Es gibt Gruppenmitglieder, die unbedingt eine tragende Rolle spielen wollen. Bei leistungsstarken integeren Gruppenmitgliedern ist das kein Problem. Es gibt aber Personen, die Gruppenregeln ignorieren und schon deshalb ungeeignet sind. Leistungsschwache Personen zum Beispiel überspielen oft  ihre Schwächen mit impertinentem und borniertem Auftreten, trauen sich Dinge zu, die sie nicht wirklich beherrschen, nur um einen herausragenden Platz in einer Gemeinschaft einzunehmen. Solche Personen werden allein wegen ihres Auftretens als unangenehm empfunden.  >>>mehr

   
Wenn Eigentümer wegsehen
Eigentumswohnanlagen sind bezüglich des Zusammenlebens feinnervige soziale Gebilde. Hier treffen viele unterschiedliche Interessen und Lebensgewohnheiten aufeinander. So vielschichtig, wie die Herkunft, Bildung, Erziehung, das Alter und die wirtschaftliche Situation der Bewohner, so sind auch ihre Verhaltensweisen. Da hier Eigentümer und Mieter unter einem Dach leben, spielen diese gelebten Verhaltensweisen für den Frieden in einer Wohnanlage eine große Rolle. Eine höhere zivilisierte Lebensart mit gegenseitiger Rücksichtnahme und dem zügigen Anpassungsprozess derer, die mit diesem nicht ausgestattet sind, kann eine Hausordnung nahezu überflüssig machen. Leider ist das aber nicht immer der Fall. Sich sozial in eine Gemeinschaft zu integrieren, erfordert Einsichten und positive Lerneffekte. Man muss eigene Interessen, mit denen man sich individuelle Vorteile verschaffen will, den Interessen der Gemeinschaft unterordnen. >>>mehr
     
Verwalten statt gestalten
Wie schön, dass die Maintaler Verwaltung mit zwei parteilosen Magistratsmitgliedern an der Spitze völlig unpolitisch ist. Wenn ich deren Verhaltensweisen aufgreife, so ist das keine Kommentierung der Kommunalpolitik, allenfalls eine des Eigenlebens der Maintaler Verwaltung. Dieser kann man einmal mehr die Maxime "verwalten anstatt gestalten" nachsagen. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie nur das macht, was unbedingt notwendig ist. So trägt auch die Gestaltung von "Maintal macht mit" diese Handschrift. Die Verwaltung setzt nur das um, was ihr die Politik als Vorgabe liefert und was zu ihren Kernaufgaben gehört, begnügt sich also mit der minimalsten Form und hält möglichst viel Arbeit von den Mitarbeitern fern. Gestalten und  Mitmachen sollen die Bürger und die in politischen Vereinen organisierten Maintalerinnen und Maintaler. Es stellt die Verwaltung auf das Niveau reiner Administration. Das merken auch die Bürger immer stärker. In "Maintal macht mit" ist deshalb folgende Anregung und die entsprechende Stellungnahme der Verwaltung zu finden. Sie ist eher ein Verwaltungs-Psychogramm als ein Beitrag zur ernstgemeinten Bürgerbeteiligung. >>>mehr
    

Aufrichtige Anteilnahme

Mitte Januar 2017 griff auch der Maintal TAGESANZEIGER das Thema "Maintal macht (nicht) mit" auf und fragt sich oder die Leser recht unbedarft, woran es liegen mag, warum die neu konzipierte Bürgerplattform nicht angenommen wird. Auch auf der Plattform selbst wurde das jetzt thematisiert, wodurch sich die Anzahl der aktiven Teilnahmen immerhin auf 4 erhöhte. Mitdiskutieren will jedoch kein weiterer Bürger, weil man sich zuvor anmelden müsste, was für Personen, die das neue Tool ablehnen, als unzumutbare Hürde erscheint. Den Maintal TAGESANZEIGER lesen ebenfalls immer weniger Bürger, wodurch auch dessen Ruf in der Dunkelheit verhallt. So bleibt es bei der aufrichtigen Anteilnahme gegenüber der unaufrichtigen Aktion der Initiatoren dieses teueren Flops, die sich wieder einmal schweigend ratlos geben. In Klein-Bonum würde man sagen: "Die spinnen, die Maintaler...!"  >>>mehr

            

Nichtbeteiligungplattform

Gut vier Wochen ist die neue Maintaler "Beteiligungsplattform" bereits online, aber es findet nahezu keine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger statt. Mehr als 2 Jahre ist jetzt das Maintal-Forum geschlossen und man war gespannt, was an seine Stelle treten würde. Der Vogel Strauß Stadtverwaltung kreiste ewig und legte nun ein scheinbar unfruchtbares Ei. Es tut sich absolut nichts, auch kann man nicht sehen, welche oder wie viel Teilnehmer sich bereits anmeldeten und wie sich auf welchen Teilen der Plattform die Zugriffe entwickeln. Das bleibt das Geheimnis der Administratoren. Die Kommunalpolitiker wollten sich zu Fragen äußern, es werden aber keine Fragen gestellt. Es können Vorschläge unterbreitet werden, wie beim Bürgerhaushalt, aber das Tool wurde mit so hohen Hürden versehen, dass kein Zugzwang für Magistrat und Politik entsteht. Das Ereignismanagement ist auch außerhalb der Plattform direkt erreichbar, auch der Haushaltsplan 2016. Bleibt die Rubrik Information übrig, die aber noch nicht einmal die Lokale Agenda, die Mutter der Bürgerbeteiligungen, erwähnt. Was soll man von all dem halten?  >>>mehr

  

Es werde Licht...
An anderer Stelle meiner Homepage hinterließ ich aktuell das Statement: "Einige Zeit lang stellte ich meine getroffene Entscheidung, die Kommunalpolitik fortan zu ignorieren, infrage, heute weiß ich jedoch, dass sie richtig war." Dazu stehe ich auch weiterhin, was die Berichterstattung und die Kommentierung der Kommunalpolitik betrifft. Dass ich mich weiterhin sehr intensiv mit der Kommunalpolitik auseinander setze, beweisen allerdings andere Aktivitäten, die ich betreibe. Die Stadtverordnetenversammlung vom 12.12.2016, die ich intensiv im Stadtparlaments-TV verfolgte, veranlasst mich jedoch zu diesem kleinen Artikel. Bei aller Kritik und dem sich permanent wiederholenden kommunalpolitischen Trauerspiel der letzten Jahre stelle ich plötzlich eine Kehrtwende fest, die mir erneut genau die Hoffnung macht, die ich Ende des letzten Jahres begrub. Offensichtlich ging mit der Wahl einer parteilosen Bürgermeisterin ein Ruck durch die Kommunalpolitik. Auf einmal befindet sich die Kommunalpolitik auf einem neuen Weg, an dem Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser offensichtlich erfolgreich die Regie führt. Auch wenn einige Personen meinen, die Bürgermeisterin habe die Fraktionen mit besonderem Geschick auf Sachpolitik umgepolt und erreicht, dass sich beim Haushalt die Fraktionen zusammen an einen Tisch setzen. Es ist doch eher so, dass jetzt Parteipolitik gegen Laienkompetenz antritt und dem Bürger vermitteln will, wer das Metier besser beherrscht. Es geht um die zukünftige Federführung der Politik und die Überzeugung der Wähler, dass das der bessere Weg ist. Wie epochal das Ereignis der gemeinsamen Beratungen und des gemeinsamen Haushaltsantrags ist, wurde von allen Rednern beschworen und als "neue Erfahrung" gefeiert. Wie lang diese Stimmung anhält, bleibt abzuwarten. >>>mehr

 

Kreativität - Fluch oder Segen?

In die Welt, in der wir leben, wird man hineingeboren, man nimmt einen Platz ein und man entwickelt sich unter vielerlei Einflüssen. Eine Reihe von Menschen, die schon länger vor uns auf dieser Welt waren, versuchen, uns nach ihren Wertevorstellungen zu formen. Dabei fließen deren eigenen Lebenserfahrungen und allgemeingültige Normen ein. Den Prozess nennt man "Erziehung" und er ist umso intensiver, desto schwieriger es erscheint, erkannte Grundeigenschaften eines Menschen zu korrigieren. Über viele Menschen wurde während ihres Lebens eine Erziehung gestülpt, die angeblich das harmonische Zusammenleben ermöglichen und die Gesellschaft vor schädlichen Grundeigenschaften schützen soll. Leider wird dabei vielfach eine der wichtigsten Eigenschaften - die Kreativität - unterdrückt und in manchen Fällen sogar gänzlich gelöscht. Menschen ohne Kreativität sind jedoch eine Belastung, denn sie sind auf die Kreativität anderer Zeitgenossen angewiesen, weil das gesamte Leben ein permanenter Anpassungsprozess ist, den sie kaum mehr mitgestalten können. Während der Kreative ständig auf der Suche nach neuen Wegen, nach noch besseren Lösungen ist, arrangiert sich der Unkreative mit bestehenden Situationen. Der eine ist voller Ideen und Tatendrang, der andere ordnet bestenfalls die Unzulänglichkeiten. Damit sind beim Kreativen ständig neue Arbeitspakete und Herausforderungen vorhanden, die er bewältigen will und muss. Da stellt sich die Frage, ob Kreativität - das selbstbestimmte Leben in der Zukunft - ein Fluch oder ein Segen ist. Die Antwort fällt je nach Veranlagung aus und ist von Überzeugungen oder Resignationen geprägt. >>>mehr

 

 

Das MAINTALBUCH kommt

Nun ist es soweit: In wenigen Tagen erscheint das MAINTALBUCH, mit dem Maintaler Bürger in einer ehrenamtlichen Arbeit über das Angebot in den einzelnen Stadtteilen aufklären. Die Arbeitsgruppe "Wohnen im Alter" des Seniorenbeirats und unabhängige Bürger trugen nicht nur die Daten zusammen, sie klassifizierten nach entsprechenden Befragungen auch Geschäfte, Dienstleister, Ärzte und andere Anbieter hinsichtlich ihrer Infrastruktur ein. Das Buch wurde mit weiteren interessanten Informationen angereichert, so dass die zukünftigen Besitzer des Maintalbuchs gut gerüstet sind, wenn sie es bei sich tragen. Im handlichen DIN A5-Format ist es an vielen Stellen Maintals kostenlos erhältlich, an denen auch die Seniorenzeitungen 60 AUFWÄRTS ausliegen. Momentan befindet sich das Buch im Druck. Es kommt mit 2800 Exemplaren unter die Leute. Ein kurzer Blick ins Innere des Buchs zeigt, wie es aufgebaut ist.

Das Angebot Maintals ist in 8 Kategorien unterteilt, die über eine farbliche Kennzeichnung am Rand des Buches schnell erreichbar sind. Bei der Beurteilung der für die Kunden so wichtige Servicefreundlichkeit kommen kleine Piktogramme zum Einsatz, die besonders für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen interessant sind. Hier erfährt man zum Beispiel sogar, wo man kostenlos ein Glas Wasser erhält, um Medikamente einzunehmen oder wo man sich einmal setzen kann. >>>mehr

 

Die Sache mit dem Niveau

Gelegentlich hört man die Bemerkung "das ist so eine Sache mit dem Niveau". Oft im Zusammenhang mit Veränderungen, die ein bestimmtes Niveau, das man anderen Menschen unterstellte, erschüttert wird. Niveau und Intelligenz liegen ja ganz dicht beieinander. Wer es versteht, über einen längeren Zeitraum ein eigentlich gar nicht vorhandenes Maß an Intelligenz vorzutäuschen, läuft Gefahr, dass seine Handlungen irgendwann bestehende Erwartungshaltungen nicht mehr erfüllen. Dann liegt man vor andersdenkenden Menschen offen wie ein Buch. Alle Symptome früherer Handlungen werden plötzlich in die neue Beurteilung eingebunden. In Gemeinschaften bedeutet das ein sozialer Abstieg, egal wie solvent man ist oder welchen Lebensstil man nach außen zelebriert. Verpasst man den richtigen Zeitpunkt der Umkehr, ist es im wahrsten Sinne zu spät und es dauert nicht lang, bis man am unteren Ende der Achtungsleiter angekommen ist, an der völlig andere Maßstäbe gelten. Ein anders geartetes Niveau ist erreicht.

Oftmals sind es tragische oder fahrlässige Ereignisketten, bei denen Fehleinschätzungen zu Fehlverhalten führen, die einem bei entsprechender Intelligenz gar nicht unterlaufen dürften. Vielleicht passten die Gelegenheiten zu eigenen geheimen Wünschen. Verhält sich ein Mitglied einer Gemeinschaft nicht regelgerecht, so kann man es zum Beispiel stoppen und wieder auf den richtigen Weg zurück führen. Man kann aber auch den Präzedenzfall zur eigenen Nachahmung nutzen, um auszuloten, wie lang das eine Gemeinschaft duldet. Auf diesem Weg stellt man sich gern auf die gleiche Stufe mit dem, der gegen Regeln verstößt. Man hat davon schließlich einen Nutzen. >>>mehr

 

Das Leben mit Psychopathen

Der Umgang mit fremden Menschen gestaltet sich sehr oft schwierig, wenn absonderliche Verhaltensweisen Konflikte heraufbeschwören. Man kann solches ignorieren, wenn man davon nicht direkt betroffen ist. Tangiert dieses Verhalten jedoch z.B. alle Bewohner eines Hauses und befindet man sich in einer von der Hausgemeinschaft gewählten Funktion, besteht direkter Zugzwang. Sehr kompliziert wird es, wenn sich auf Interventionen keine Einsicht und Änderung der beanstandeten Verhaltensweisen einstellt. Richtet sich das Aggressionspotenzial dann auch noch bewusst und ausschließlich gegen den, von dem die Gemeinschaft die Lösung des Problems erwartet, ist es ratsam, nach den Ursachen solcher Verhaltensweisen zu forschen. 

Jeder normal denkende Mensch sucht mögliche Gründe zuerst bei sich selbst, die der Auslöser für aggressives Verhalten sein könnten. Sind solche Gründe nicht vorhanden, sollte man auf die Suche nach weiteren Möglichkeiten gehen, die als Ursachen infrage kommen und den Konflikt lösen könnten. Die Suche nach den Ursachen verlagern sich also auf den oder die aktiven Aggressoren. Absolut ernüchternd ist nach Ausschluss aller erklärlichen Faktoren die Feststellung, dass es sich möglicherweise um dissoziale bzw. antisoziale Persönlichkeitsstörungen (auch APS genannt) handeln könnte. Diese sind nämlich auch für Psychologen und Psychiater nahezu nicht zu beheben. Wenn absolut alle Bemühungen ins Leere laufen, ist das ein starkes Indiz.   >>>mehr

 

 

Wenn soziale Integration scheitert

Wenn von "sozialer Integration" die Rede ist, wird der Begriff meist im Zusammenhang mit Menschen anderer Kulturkreise oder Menschen mit Behinderungen benutzt. Soziale Integration ist jedoch auch zwischen nicht behinderten Menschen des gleichen Kulturkreises ein Thema, wenn unterschiedlichste Menschen unter einem Dach leben. Soziale Integration ist das Bemühen, Werte einer Gesellschaft zu verstehen und diese in gemeinschaftlich genutzten Zonen zu respektieren. 

Das stellt Menschen mit bestimmten Lebenshintergründen und Entwicklungsprozessen offensichtlich vor große Probleme. Menschen in Wohnanlagen werden das aus Erfahrung bestätigen. Sie machen den Grad der sozialen Integration ihrer Mitbewohner an ihrer Lebensweise und an unüblichen Verhaltensweisen, wie Lärm, provozierenden Handlungen, Unordnung und anderen Zumutungen fest. Stets schwingt die Hoffnung mit, dass irgendwann Einsicht einkehrt und sich die Dinge normalisieren, wenn die soziale Integration erreicht ist. Wird allerdings das Rad immer weiter gedreht, um dreist Grenzen auszuloten, ist die gesamte Gemeinschaft gefragt, um solche Prozesse zu stoppen. >>>mehr

Das Problem, Gutes zu tun

Ein geflügeltes Wort sagt: "Es gibt im Leben nichts Gutes, außer - man tut es!" 

Gutes zu tun soll also die Alternative zu Frust beim Nichtstun sein!? Kann man eigentlich einfach so nichts tun? Ist das Nichtstun nicht auch eine Tätigkeit? Wie auch immer - Gutes zu tun ist viel mehr als Nichtstun. Es ist die Krönung dessen, was ein Gutmensch tun kann. 

  • Worin besteht aber die Zufriedenheit, die sich dabei einstellt und die der Antrieb ist, dieses und nichts anderes zu tun? 

  • Es ist wahrscheinlich das wohlige Gefühl, dass es einem relativ gut geht und dass man selbst nicht in einer Lage ist, Gutes angetan bekommen zu müssen. 

  • Irgendwie steht der, der Gutes tut, über dem, dem Gutes angetan wird. 

  • Wer würde schon jemandem, von dem man weiß, dass es ihm viel besser geht, zusätzlich Gutes tun? Noch schlimmer: Wer würde jemandem etwas Gutes tun, von dem man weiß, dass dieser jenes Anderen gegenüber niemals tun würde? 

  • Nein! Gutes zu tun lebt vom empfundenen Gefälle der Befindlichkeiten. 

  • Praktizierter Edelmut in partieller Blindheit gegenüber der weniger guten Realität käme Blödheit gleich. 

  • Und wer will schon für blöd oder nur demonstrativ großherzig gehalten werden!?  >>>mehr

Ehrenamt Verwaltungsbeirat

In Eigentumswohnanlagen wählen die Eigentümer in der Regel einen Verwaltungsbeirat. Er übernimmt für die Eigentümer wichtige Pflichten und ist deshalb mit einigen Rechten ausgestattet. Wählt eine Eigentümergemeinschaft keinen Verwaltungsbeirat, so liegen alle Rechte und Pflichten allein beim Verwalter. Jeder Eigentümer hat jedoch das Recht, Verwaltungsunterlagen selbst im Original einzusehen und ggf. Korrekturmaßnahmen über die Eigentümerversammlung einzuleiten. Mit einem fähigen Verwaltungsbeirat ist eine Eigentümergemeinschaft natürlich wesentlich besser vertreten, wenn er sein Amt richtig ausführt. Die Eigentümerversammlung beschließt grundsätzlich, in welchem Turnus der Verwaltungsbeirat gewählt wird. Üblich ist, dass Verwaltungsbeiräte so lang im Amt sind, bis sie von sich aus ihr Amt wieder abgeben möchten. Unüblich ist, dass sie vor einer Jahreshauptversammlung ihr Amt niederlegen, weil damit bei drei berufenen Beiräten das erwartete Sechsaugenprinzip aufgehoben wird. In diesem Fall ist die Arbeit des Verwaltungsbeirats deutlich eingeschränkt. Die Versammlung kann einen frei gewordenen Posten über eine Nachwahl besetzen oder den gesamten Beirat neu wählen. Beendet der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats seine reguläre Amtszeit, ist es auf jeden Fall ratsam, das gesamte Gremium neu zu wählen. Sehr oft gestaltet sich die Suche nach Kandidaten recht schwierig, weil die Bereitschaft zur Übernahme des Amts nicht sehr groß ist, manche Kandidaten womöglich nicht das uneingeschränkte Vertrauen der Eigentümer genießen oder einfach deren Basis der Amtsausübung ungeeignet erscheint. Die Eigentümer sollten sich deshalb vor einer Wahl  im Internet unter dem entsprechenden Link über die Rechte und Pflichten des Verwaltungsbeirats informieren. >>>mehr

 

 

Juristerei mit Textbausteinen

Hatten Sie schon einmal einen Rechtsstreit wegen eines Schadensfalles mit dem Auto? Wenn nicht, dann machen Sie sich auf etwas gefasst. Exakt vor einem Jahr hatte ich einen Unfall im Fechenheimer Mainkurkreisel, bei dem mich ein anderes Fahrzeug streifte, als es unerlaubt die Fahrspur wechselte. Der Sachschaden war immens. Noch am gleichen Tag wurde mein Fahrzeug von einem Gutachter untersucht und der Schaden auf 23 Seiten sehr dezidiert dokumentiert. Wie aus dem Gutachten hervor geht, steht auch der Unfallverlauf eindeutig fest. Der Beweis ist erbracht, dass ich mit meinem Fahrzeug stand, als ich touchiert wurde. Eigentlich ein klarer Fall - könnte man annehmen. Doch die gegnerische GVV-Versicherung zahlte nicht und ich musste Klage einreichen. Was nun anlief, ist absolut lächerlich, wohl aber in Deutschland gängige Praxis. Es ging eigentlich gar nicht mehr um den eigentlichen Schaden, um den die GVV über ihren Anwalt stritt. Nun tauchten meine Anwältin und ich in die Welt der juristischen Textbausteine und automatisierten anwaltlichen Serienbriefe ein, eine Trickkiste für spätpubertäre oder arglistige Juristen. Die gegnerischen Winkeladvokaten verbogen nun die Tatsachen und stellten haltlose Behauptungen auf. Jetzt ist mir klar, warum Gerichte so überlastet sind.  >>>mehr

Wir wollen sparen

Den Satz "Wir wollen sparen" hört man allenthalben in Eigentumswohnanlagen und er ist gar nicht so falsch. Kosten und Verbräuche zu reduzieren macht Sinn und sollte stets im Fokus stehen. Hier sollte aber in den richtigen Dimensionen gedacht werden. Dazu gehört auch der Werterhalt der Immobilie. Was nützt es, wenn einige energiesparende Lampen ausgetauscht werden, die Bausubstanz jedoch vernachlässigt wird, weil dabei Geld in Form einer Sonderumlage in die Hand genommen werden muss!? 

Der Spruch "Eigentum verpflichtet", der vornehmlich von solventen Eigentümern zu hören ist, hat sicher eine andere Qualität, als der Spruch "Wir wollen sparen", weil die Umlagen erdrücken und Sonderumlagen Probleme bereiten. Für den Einen ist das Sparen nur ein netter Effekt, für Andere eine bittere Notwendigkeit. Beides wohnt oft Tür an Tür. So sind manche Miteigentümer im Extremfall motiviert, die Entwicklungen in einer etwas privilegierteren Position beeinflussen zu können. Hinzu kommt in manchen Objekten noch die eigene gefühlte Wichtigkeit, die immer wieder spürbar ist. Es ist darum keine Nebensache, wer zum Beispiel in den Verwaltungsbeirat gewählt wird und die Interessen der Eigentümer vertritt. >>>mehr

 

 

Moderne Tradition

Alljährlich am Fastnachtssamstag erscheint seit dem Jahr 1902 die "Hochstädter Kreppelzeitung". Wer sie in Händen hält, der ahnt möglicherweise nicht die wechselvolle Geschichte dieser Zeitung und die Veränderungen, die gerade in den letzten zwei Jahrzehnten stattfanden. Allein schon die technische Herstellung war ein Quantensprung. Deren Überleitung in die digitale Welt führte weg von den Lichttischen des Maintal TAGESANZEIGERs, auf denen die zuvor gesetzten und ausgedruckten Texte und die in der Dunkelkammer belichteten und gerasterten Fotos seitenweise zusammengeklebt wurden. Der Kampf mit Scheren für Links- und Rechtshänder sowie mit der Akkuratesse des Leiters der Technik, waren eine höchst anstrengende Sache. Das darauffolgende gemeinsame Essen beim benachbarten Chinesen war Kult und belohnte die Bemühungen. Für den Inhalt der Zeitung sorgten die "Kreppelrichter", die bis heute auf vielfältige Art ihre Themen aufbereiten. Die ehemals rein männliche Redaktionstruppe besteht heute zu 90% aus "Kreppelrichterinnen" und die digitale Umsetzung erfolgt ebenfalls durch eine junge Dame, die sogar vom Fach ist. An den humoristisch-satirischen Sichten hat sich kaum etwas geändert, etwas gelitten hat nur der Umgang mit der Mundart, die einigen Kreppelrichterinnen wohl nicht mehr so attraktiv erscheint. Leider geht dabei zunehmend ein traditionelles Gestaltungs- und Ausdrucksmittel verloren. Alles erneuert sich irgendwann. Aber auch das ist ein Markenzeichen der Hochstäter Kreppelzeitung, die stets auch den aktuellen Zeitgeist begleitete und zum Ausdruck brachte. >>>mehr

 

 

Wendepunkte

Der bevorstehende Jahreswechsel regt wieder unzählige Menschen an, darüber nachzudenken, was sich in ihrem Leben verändern sollte oder sogar muss. Hauptsache, es passiert etwas oder ein momentaner Zustand wird beendet. Da wird etwas geplant, ohne zu wissen, was noch so alles im neuen Jahr passiert. Möglicherweise wirft uns das Unbekannte sogar aus der Bahn und wir wären froh, nicht zusätzlich in einem Neuaufbruch zu sein. Das Leben geht sowieso weiter, egal was wir geplant haben. Was ist also richtig?

In meinem Leben gab es mehrere Phasen, in denen sich Dinge ohne mein Zutun ins genaue Gegenteil verkehrten. Es war ein Auf und Ab des Erfolgs, der Zufriedenheit und der sich ergebenden Chancen. Nutzte man letztere nicht, war es ein Fehler oder manchmal auch ein Segen. Die gravierenden und nicht planbaren Ereignisse, wie Krankheit, Trennung und Tod stellten in jedem Fall eine Wende ins Ungewisse dar, weil man nicht darauf vorbereitet war. Bei aller Planung sollte man deshalb immer noch genug Spielraum für die Unwägbarkeiten des Lebens einräumen, sonst schlagen die Wellen sehr schnell über einem zusammen und die Gefahr wächst, dass man den Problemen nicht mehr gewachsen ist. Wenn es hart kommt, geht mit einer derartigen Lebensphase sogar ein sozialer Abstieg einher. >>>mehr

 

Zickenalarm im Wohnobjekt

Für jeden Artikel gibt es einen Anlass. Ein solcher ist aber noch kein Grund, einen Sachverhalt zu verallgemeinern. Zeigen sich jedoch an mehreren Stellen gleichgeartete Feststellungen, so sollte man doch einen Versuch wagen, die Ursachen zu ergründen. Hier geht es heute um das gestörte Zusammenleben in Eigentumswohnanlagen einer Größenordnung von 12-16 Wohnungen und die gelebten sozialen Verhaltensweisen. Da Wohneigentum sowohl selbst genutzt als auch als Renditeobjekt vermietet wird, hat man es sowohl mit Eigentümern als auch mit Mietern und deren Verhaltensweisen zu tun. Kommt es beim Zusammenleben in Wohnanlagen zu unterschiedlichen Ansichten, so ist der Verwaltungsbeirat der erste Ansprechpartner, der im Sinne der Allgemeinheit die Klärung einleitet und je nach Sachlage vorgeht. Das geschieht ausschließlich auf der Ebene der Eigentümer, die wiederum die Beschlüsse bei ihren Mietern durchsetzen. Das kann zwischen Kontrahenten sehr ruhig und besonnen, aber auch streitbar und mitunter extrem zickig ablaufen. Fehlt die Einsicht, erfolgt - als kleinstem gemeinsamen Nenner - eine Klärung über bestehende Regelwerke. Eigennützig gefüllte Grauzonen werden neu geregelt oder ganz aufgehoben. Damit werden jedoch auch zwischenmenschliche Freiräume und Toleranzzonen beseitigt, die auch mit gegenseitiger Rücksichtnahme hätten gefüllt werden können. Häufen sich derartige Aktionen, leidet darunter der häusliche Friede. Da solches meist von Frauen ausgeht, spricht man von "Zickenalarmen". >>>mehr

 

Gefahr des brachliegenden Verstandes

Der Mensch ist mit der Fähigkeit ausgestattet, denken und damit das richtige Handeln steuern zu können. Es ist ein Frevel, wie sparsam viele Menschen damit umgehen. Sie folgen anstelle des sorgfältigen Denkens viel zu oft dem Herdentrieb, denn was viele Andere erstreben, muss ja richtig sein. Momentan erleben wir jeden Montag in Dresden und in anderen Städten, wie Tausende den Aufrufen selbsternannter Heilsbringer folgen und für deren Hetztiraden den Rahmen bilden. Parallel dazu demonstrieren zwar kluge Menschen gegen diese Veranstaltungen, doch sie schaffen es nicht, bei der dumpf denkenden und fühlenden Pegida-Masse auch nur einen positiven Denkprozess erfolgreich auszulösen. 

70 Jahre nach dem Untergang des Nationalsozialismus zeigen immer mehr Deutsche, dass sie aus der Geschichte nichts gelernt haben. Sie zeigen erneut das gleiche Verhalten, mit dem die Nazis ihre Macht über Deutschland und dessen Menschen erlangten, um sie danach gnadenlos ins Verderben zu führen. Auch die Nazis kreierten damals ein wirkungsvolles Feindbild - die Juden und sogenannte Untermenschenrassen - und kombinierten es mit gravierenden sozialen Problemen, der Überhöhung der arischen Rasse und überzogenem Nationalstolz. In anderen Ländern griff man allerdings ebenfalls auf solche Taktiken zurück und macht das heute noch. Aus erzeugter Abneigung wird Hass und aus Toleranz wird genau die Gewalt, mit der man heute noch weltweit die Spielfiguren der Kriegführenden erfolgreich motiviert. Unsere heutigen Zielgruppen sind Fremde (die sich als solche verhalten) und der Islam, der im Zusammenhang mit weltweitem Terror Ängste auslöst. Damit wird europaweit von radikalen Nationalisten kräftig gezündelt. Sie treffen dabei auf den brachliegenden Verstand vieler Landsleute, um ihn in ihrem Sinn zu beschäftigen. >>>mehr

 

Transparenter Zeitgeist

Unsere Welt ist über die modernen Medien recht klein geworden. Von praktisch jedem Punkt der Erde erreichen uns zeitnah die neuesten Nachrichten und wir sind so gut informiert, wie es Menschen noch nie waren. Es erreichen uns aber nicht nur Nachrichten, Dokumentationen, Live-Berichte über Sportveranstaltungen, Events und Sensationen, sondern auch über Hunger, Krieg und Tod. So, wie wir hautnah miterleben können, wie es auf Flüchtlingsbooten auf hoher See, in Flüchtlingslagern und auf den Fluchtrouten zugeht, so können Menschen anderer Lebensbereiche sehen, wie es bei uns zugeht und was sie erwartet, wenn sie sich auf den langen Weg zu uns begeben würden. Also machen sie sich auf den Weg. Gegenüber Lebensgefahr und größter Not ist unser sorgloses Leben mit all seinen teilweise dekadenten Facetten ein krasser Gegensatz. Wir leben - für alle sichtbar - scheinbar im materiellen Überfluss, weil die Kehrseite der Medaille nicht ausreichend in Medien dargestellt wird. Die Politik und die Wirtschaft haben kein Interesse daran, Deutschland so zu zeigen, wie es wirklich ist. Mit der Pegida-Bewegung, die mit den Ängsten und Missstimmungen in der Bürgerschaft geradezu spielt, geht zwar ein differenzierteres Bild von Deutschland um die Welt, doch das wird nicht wahrgenommen. Wahrgenommen werden lediglich die rechtsnationalen Parolen, das Nazi-Vokabular, brennende Flüchtlingsunterkünfte und das dümmlich-brutale Vorgehen Rechtsradikaler. Mitlaufende Personen verkörpern international eine Masse, die schon einmal unser Land ins Verderben begleitete. Doch das hält die Flüchtlinge nicht davon ab, zu uns zu kommen. Das, was sie erlebten, ist so schrecklich, dass sie sich etwas noch schlimmeres nicht vorstellen können. Die momentane Situation lässt nun in allen Ländern radikalnationale Gruppen erstarken, die bereits den europäischen Schulterschluss proben. Ihre Schlagworte heißen "Überfremdung" und "Islamisierung".>>>mehr

 

Vereinsleben im Geist der Zeit

Menschen, die sich den größten Teil ihres Lebens in Vereinen engagieren und die nach den aktuellen Werten ihrer Vereinsgemeinschaft suchen, finden in weiten Teilen ein völlig verändertes Gemeinschaftsgefühl und ein deutlich gesunkenes Pflichtgefühl vor. So beteiligen sich Mitglieder oft nur, um ihren Selbstdarstellungstrieb auszuleben oder Teil eines Erfolgsteams zu sein. Nur alte und junge Mitglieder des alten Schlages halten das Vereinsleben wirklich aufrecht und bauen es sogar noch aus. Sie werden dadurch immer stärker zu tragenden Säulen und es besteht die Gefahr, dass Teile des Vereinslebens schweren Schaden nehmen, wenn sie als Säulen wegbrechen sollten. 

Der heutige Zeitgeist führt verstärkt zum einseitigen Konsum gemeinschaftlicher Leistungen. Die einseitige Ausprägung "trendiger" Geselligkeitsveranstaltungen lockt eher junge Mitglieder an. Ausgerechnet für Senioren, die viel Zeit und Kraft in den Verein steckten und immer noch stecken, gibt es außer Weihnachtsfeiern kaum Gelegenheiten des seniorengerechten Feierns mit traditionellen Unterhaltungsangeboten. Ein Verein kann zwar heute nur überleben, wenn er von seinem Angebot her im Geist der Zeit geführt wird, es bedarf aber nach wie vor traditioneller Werte, die im angemessenen Rahmen gepflegt werden sollten. Ideal wäre eine gelungene Symbiose. >>>mehr

 

Anspruch und Wirklichkeit

Wohn(t)raum für Generationen 

Als Senior und Bewohner einer Wohnanlage, die von Menschen mehrerer Generationen - überwiegend jedoch Senioren - bewohnt wird, interessiert mich natürlich das Thema "Mehrgenerationen-Wohnen" oder "Patchwork-Wohnen", wie es so schön neudeutsch heißt. Seitdem das Thema in den Maintaler Stadtleitbildprozess aufgenommen wurde, habe ich so meine Zweifel, auf was die Initiative wirklich hinauslaufen könnte. Zunächst nahm ich an, die Initiatoren würden selbst in die geplante Anlage einziehen. Heute habe ich eher den Eindruck, dass sie sich nur als Investoren und Vermieter seniorengerechter Wohnungen im entsprechenden Preissegment betätigen und mit kommunaler Unterstützung eine sozialstrategische Wohltäterrolle ausleben wollen. Natürlich ist die idealisierte Vorstellung von einem harmonischen Zusammenleben von Jung und Alt in einer auf gegenseitiger Rücksichtnahme oder gar gegenseitiger Hilfe aufbauenden Hausgemeinschaft eine verlockende Sache. Ich halte ein solches Projekt jedoch nur dann für sinnvoll, wenn eine genossenschaftliche oder dem vergleichbare Struktur existiert und die Belegung und das Zusammenleben klar geregelt ist. 

In Maintal wurde jetzt im Wohngebiet "Am Weides" das in Aussicht gestellte Grundstück des Projektes zum Mehrgenerationen-Wohnen für ein kommunales Projekt zur Unterbringung von Flüchtlingen vergeben. Das ist im Sinn der erfolgten Bürgerbeteiligung her schade, doch die Frage ist berechtigt, ob es wirklich ein Bürgerbeteiligungsprojekt ist oder nur eine Privatinitiative mit sozialem Anstrich. Die Projektgruppe "Patchwork-Wohnen" und die Bewohner am Weides hatten sich nach dem Bekanntwerden der geänderten Planungen mit einer Unterschriftenaktion an die Stadtverordneten gewandt und 2 Wohnungen (für insgesamt 12-14 Personen) inklusive begrenzter Flüchtlingsbetreuung angeboten, wenn doch noch das Mehrgenerationenhaus an gleicher Stelle auf städtischem Grund genehmigt werden würde. Es ist nicht auszuschließen, dass die Flüchtlinge, die ja bis zur Anerkennung noch keiner Arbeit nachgehen können, sogar für zu übernehmende Aufgaben eingeplant (integriert) werden sollten.  >>>mehr

 

Einheit ohne Einigkeit

Deutschland feierte, denn es galt, die Deutsche Einheit in den höchsten Tönen zu preisen. Doch, was feierten wir denn da? Die Einheit im Sinne von "Einigkeit und Recht und Freiheit" oder nur den Verwaltungsakt der Zusammenlegung zweier Teile des Restes des ehemaligen Deutschen Reiches? Mit dem verlorenen Rest haben wir uns ja schon vor Jahren abfinden müssen, weil es die Sieger des II. Weltkrieges so wollten. Einen Friedensvertrag haben wir auch 70 Jahre nach Kriegsende noch nicht. Beide Landesteile waren 40 Jahre lang eigene Wege gegangen. Und wieder wurde besonders gelobt, dass bei der Vereinigung kein Schuss gefallen sei. Eine friedliche Revolution sei es gewesen. Wäre es anders verlaufen, als es uns besonnene Politiker der ehemaligen Siegerländer in einer Phase der Entspannung gestatteten und die BRD hätte unseren Landsleuten beigestanden, es hätte wieder Krieg geherrscht und die Panzer des Warschauer Pakts wären bis zum Rhein durchgebrochen, wie es das Szenario der Landesverteidigung in beiden Teilen Deutschlands Jahrzehnte lang simulierte. Mit der Vereinigung, dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem gleichzeitigen Zerfall der Sowjetunion wurde jedoch eine Völkerwanderung ausgelöst, die unser Land fortan verkraften musste. Und weil wir das unter großen Opfern gemeistert haben, ist die BRD nun Hauptzielland der heutigen gigantischen Völkerwanderung aus Afrika und Asien, wobei die Flüchtlinge der östlichen Armutsländer von den Flüchtlingsströmen gleich mitgerissen werden. Dabei sind nach 25 Jahren Einheit noch nicht mal alle Deutschen aus den neuen Bundesländern hier restlos integriert und umgekehrt, weil viele soziale Probleme noch nicht gelöst sind. Wir hätten mal besser unsere von der Politik erzwungene Opferbereitschaft gefeiert. >>>mehr

 

The Day After

Die Stadtverordnetenversammlung einen Tag nach der Bürgermeisterwahl war eine gute Gelegenheit, interessante Gespräche zu führen und das Verhalten der anwesenden Kandidaten zu beobachten. Monika Böttcher, die zukünftige Bürgermeisterin, war wieder ganz Kinderbeauftragte und saß auf ihrem dafür vorgesehenen Stammplatz und Sebastian Maier (SPD) sowie Friedhelm Duch (Grüne) bei ihren Fraktionen. Klaus Gerhard (FDP) nahm im Zuschauerbereich Platz, nur Markus Heber (CDU) wurde nicht gesehen. Nicht mehr ganz so gewinnend erschien das Lachen der neuen Bürgermeisterin, wie noch zu Wahlkampfzeiten, denn so langsam kommt das auf sie zu, was sie voll und ganz fordern wird. Der Verlauf der Parlamentssitzung gab einen Vorgeschmack auf das Miteinander der Parlamentarier, das bis zur Wahl im März schärfer in der Abgrenzung werden wird. Auffallend war, dass just als das Vorgehen in der Flüchtlingsfrage auf der Tagesordnung stand, erstmals in dieser Legislaturperiode der Platz der REPs besetzt war und die Maintaler CDU im Vorfeld bereits ankündigte, das Asylthema zum Wahlkampfthema zu machen. Dazu passte auch deren erfolglose Befürwortung des Mehrgenerationenhauses, bei dem die Initiatoren unter Führung von Ludwig Weiler der Stadt großzügig zwei Wohnungen für Asylbewerber anboten. Dass damit unter Hinzuziehung der "Anwohner am Weides" und einer Unterschriftenaktion das restliche Neubaugebiet asylantenfrei gehalten werden sollte, war allzu offensichtlich. Das Parlament bestand jedoch auf dem Bau der Flüchtlingsunterkunft, in der mehr als 70 anstelle der von Herrn Weiler angedachten 12-14 Flüchtlinge eine Bleibe finden werden.   >>>mehr

 

Wann ist der Spuk beendet?

In wenigen Tagen bricht das letzte Quartal des amtierenden Bürgermeisters Erhard Rohrbach an und sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin wird feststehen. Das wirft die Frage auf, wann endlich die massive Behinderung der Information Maintaler Bürgerinnen und Bürger aufgehoben wird, die mit der Schließung des Maintal-Forums aufgrund eines Stadtverordnetenbeschlusses vom 9.2.2015 umgesetzt wurde. Fadenscheinig begründet wurde das mit der Erstellung eines neuen Forumskonzepts, das eigentlich im 2. Quartal dem Parlament zur Beschlussfassung vorgelegt werden sollte. Das war einigen Rathaus-Strategen womöglich zu früh, weil sich das neue Forum auf die Bürgermeisterwahl hätte auswirken können. Auch auf der Agenda der Stadtverordnetenversammlung vom 29. September ist dieser TOP nicht zu finden. Vermutlich soll diese Informationsplattform unbedingt bis nach der Kommunalwahl fehlen. Seitdem das Forum, das inzwischen ebenso wie die Lokale Agenda aus dem Internet verschwunden oder nicht mehr aufrufbar ist, sind die Zugriffe auf meine Homepage sprunghaft gestiegen und auf einem sehr hohen Niveau. Humorvoll - wie man mich kennt - bezeichne ich den damaligen Stadtverordnetenbeschluss als "Lex Klee", weil ich damals die meisten Posts setzte und eine Reihe von sehr sachkundigen Diskutanten dazu recht brauchbare Hintergrundinformationen lieferten. Wichtig ist meiner Meinung nach jedoch nicht die Anzahl der aktiven Teilnehmer, sondern die Anzahl der Leser mit Informationsbedürfnis. Forumsregeln wurden zudem niemals verletzt. Natürlich gab es auch Trolle, die das Forum störten. Zur sofortigen Schließung des Forums gab es jedoch keinen einzigen wichtigen Grund und es hätte bis zum Start eines neuen Forums offen bleiben können. Genau das wird aber nicht gewollt gewesen sein, denn ein Sprichwort sagt: "Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand'!" Wie sehr es dem Wunsch der Treiber der Aktion entsprach, sieht man daran, wie unterschiedlich schnell der Beschluss bezüglich der Schließung und der Neuerstellung des Nachfolgeforums umgesetzt wurde. >>>mehr

 

"Erwacht" Deutschland erneut?

Irgendwie ist es wie ein böser Traum. Warum nur sind die Aktionen und Reaktionen von uns Deutschen politisch immer so extrem und an den jeweiligen Grenzen des politisch Machbaren angesiedelt? Wenn wir kaisertreu sind, dann total. Wenn wir Nazis sind, dann total, wenn wir für Krieg sind, dann total, wenn wir Demokraten sind, dann total, wenn wir Frieden wollen, dann total, wir sind für Atomkraft und dann wieder total dagegen u.s.w., man könnte die Liste beliebig so weiterspinnen. Für kurze Zeit öffneten wir die Grenzen total, jetzt riegeln wir sie wieder ab und kontrollieren jeden und alles. Was heute gilt, ist morgen längst überholt.  Die Politik scheint total von der Rolle zu sein. Inzwischen spitzen sich extreme nationalistische Strömungen zu, bei der die längst überwunden geglaubte Fremdenfeindlichkeit gezielt instrumentalisiert wird. Und die Politik schläft und hofft auf irgendwas.

Seit über einem Jahr werden die von Pegida ausgehenden Demonstrationsvarianten von der Bundesregierung unterschätzt und verharmlost. Die Folge war jetzt eine kraftvolle Gegenbewegung mit einer übertriebenen Willkommenskultur, weil die Bürger ein Zeichen setzen wollten. Begrüßungsrituale, wie in München, versetzten die ganze Nation in Verzückung. Vor Ort Begeisterungsstürme - bei den Demonstranten zuhause sieht diese Willkommenskultur schon ganz anders aus. Wenige Tage nach den Jubelstürmen am Münchner Hauptbahnhof, als der Ernst der Lage bewusst wurde, kommen jetzt von der Willkommenskultur angezogen fast täglich Zehntausende Flüchtlinge an und der Applaus ebbt langsam ab. Die Bayerische Politik stellt Weichen. Die nächsten Züge sollen jetzt direkt bis nach Niedersachsen und nach Leipzig in Auffanglager durchfahren. Die Kommunen im ganzen Land sind infolge des Ansturms gezwungen, Flüchtlingseinheiten zusammenzufassen, weil noch nicht einmal genügend freier privater Wohnraum für die eigene Bevölkerung zur Verfügung steht.  >>>mehr

 

Im Stundenglas der Zeit

Hatten Sie schon mal das Gefühl, dass das Leben zerrinnt, immer weniger wird, und dass Sie unbedingt etwas dagegen tun müssten? Ihr Leben ist voller Verpflichtungen und Sie können sich nicht dagegen wehren? Dann ist es höchste Zeit, einiges zu ändern! 

Nachdem ich die Frage für mich selbst beantwortet hatte, stand ich vor dem Problem "Wie?". "Du musst Prioritäten setzen!", sagte ich mir und begann, alles, was ich mir als entbehrlich vorstellen konnte, aufzuschreiben. Doch - wie wendet man "entbehrlich" an? Als nicht entbehrlich (geht einfacher) stufte ich alles ein, was mir Spaß macht. Beim Einzel-Check, wo denn Mühe und Lohn nicht mindestens ausgeglichen sind, rückten einige zeitaufwändige und für mich selbst wenig lohnende Themen in den Fokus. So langsam näherte ich mich den Dingen, die Motivationen pulverisieren und mich sogar zermürben, so sehr, dass ich das Gefühl habe, mein Körper selbst rinne unaufhörlich durch ein Stundenglas. Mit zunehmendem Alter verstärkt sich dieses Gefühl und jede nicht zufriedenstellende Sache erzeugt den Eindruck, Kraft sinnlos vergeudet zu haben. Automatisch richtet sich mein Zorn gegen in solche Prozesse involvierte Personen. Es sind die Verhinderer und Treibanker, die mehr zerstören als sie selbst zu leisten imstande sind und die wegen ihres bornierten Vorgehens jede Lust an der Mitarbeit oder einer Initiative nehmen. Es ist sinnlos, gegen derart doofe menschliche Windmühlen zu kämpfen. Sie sind leider eindeutig in der Mehrzahl. >>>mehr

 

 

Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben

"Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben", so lautet eine Redensart, die aus dem Juden- und dem Christentum kommt. Auf nichts passt das momentan besser, als auf die Aktivitäten Rechtsradikaler im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden. Flüchtlinge, Asylsuchende und Fremde werden zu Teufeln hochstilisiert, die über unser Land herfallen und es angeblich aussaugen und verändern. Diejenigen, die argumentativ das größte Schreckgespenst der Nachkriegsdemokratie, den Nationalsozialismus, als Drohkulisse "Beelzebub" benutzen, wollen damit Flüchtlinge und Ausländer erschrecken und vertreiben. Man spricht das zwar nicht so aus, benutzt jedoch alle Synonyme dieses Systems, um sie gegen die Fremden einzusetzen. Für viele Menschen in ehemals von uns annektierten Ländern ist heute noch der Nationalsozialismus abschreckend. Was sich allerdings momentan in den Ländern der Flüchtlinge abspielt, kommt dem ebenfalls sehr nahe, sonst würden die Menschen nicht flüchten. Während des Nationalsozialismus wurden ebenfalls Sündenböcke für soziale Missstände im eigenen Land gesucht und gefunden und unter ihnen ein Exodus ausgelöst, ehe es noch härter kam. Das mit böser Absicht in Erinnerung zu rufen, ist bereits ein Verbrechen. Doch unser Staat fühlt sich gegenüber den radikalen Horden und den ihnen wie Schafe folgenden Ewig-Gestrigen recht sicher. >>>mehr

 

Sind alle Hasen dumm?

In den letzten Tagen fragte man mich, wo denn eigentlich meine Satiren bleiben würden. Das sei alles zu realistisch und nicht süffisant genug, was zu lesen ist. Stimmt! Stellenweise ist es mir derzeit nicht genug zum Spaßen, obwohl es dazu genug Anlässe gäbe. In den letzten Tagen fiel mir wieder ein Kinderbuch in die Hände mit dem Titel "Die Schule im Walde". In diesem Buch werden Kinder auf das Leben vorbereitet. Interessanterweise sind alle Personen aus der Tierwelt entnommen, denen Charaktereigenschaften zugeordnet wurden. So ist der Wolf böse, der Igel langsam, der Raabe schlau, die Eule konservativ, Spatzen und Meisen Kindern ähnlich und der Hase immer schnell, aber nicht schlau. Kurz darauf nahm ich den Maintal TAGESANZEIGER vom 25. August 2015 in die Hand und las die Leserbriefe von Joachim Sukatsch (51 Jahre CDU-Mitglied) und Monika Vogel (Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Maintal). Und siehe da, Satire ergriff sofort von mir Besitz. 

Erstgenannter trat aus der CDU aus, weil ihm die Griechenlandpolitik und das Auftreten von Volker Kauder nicht passt, aber Maintals CDU-Parteichef Wilfried Siegmund weiß gar nichts von einem Rücktritt. Wird nicht so wichtig sein, dachte ich sofort. Monika Vogel regte sich über einen Leserbrief auf, welcher der Kandidatur ihres Parteifreundes und Bürgermeisterkandidaten Friedhelm Duch indirekt schaden könnte. Was mir besonders auffiel, war zunächst die Aufzählung eigener Meriten, um schlecht informierten Bürgern (den Hasen) erst einmal klar zu machen, wie wichtig das jetzt ist, was die Leser zu lesen bekommen.  >>>mehr

 

Wohin mit Erfahrungen?

"Die Jugend wäre eine viel schönere Zeit, wenn sie erst im Alter käme...", stand neulich auf einem Kalenderblatt und das machte mich doch etwas nachdenklich. Es erinnerte mich an Zeiten, in denen ich locker über Dinge hinweglebte, die mir heute absolut wichtig erscheinen und die ich damals ganz anders hätte anpacken müssen. Neugierig schaute ich nach, was der nächste Tag als Kalenderweisheit bringen würde. Aha! - "Zwei Dinge kommen im Leben nie zurück: Das gesprochene Wort und die verpasste Gelegenheit...!"  Und wieder fielen mir gleich ein Dutzend Situationen ein, auf die dieser Spruch passte. Mit dem dritten Spruch ließ ich es dann bewenden, denn dort stand: "Man hat immer zwei Gründe etwas zu tun: Einen anständigen und einen wahren...". Wer auch immer solche Sprüche festhält, es müssen prägende Erlebnisse oder späte Erkenntnisse dahinter stehen. Es sind Männer und Frauen (Frauen eher nicht), deren beste Jahre vorüber sind und die dabei sind, über ihr Leben nachzudenken. So ein Leben gleicht einer Ansammlung von Gegenständen, die man lieb gewonnen oder an die man sich gewöhnt hat. Kommt plötzlich etwas davon  abhanden, merkt man erst, was es einem bedeutete. Mancher Zeitgenosse entdeckt bei solchen Gedankengängen das Schreiben, um seine Gedanken zu sortieren. Dahinter steht das Bedürfnis, Gedankenmüll mal aufzuräumen und die besten Stücke hervorzukramen, weil man ihnen viel zu lang viel zu wenig Aufmerksamkeit schenkte. Vieles ist inzwischen jedoch nicht mehr in dem Zustand, in dem es uns bisher in Erinnerung war. Vielleicht hätte man es nicht wieder hervorkramen sollen, denn in der Erinnerung hatte es noch den alten frischen Glanz. Dennoch ist das Hervorkramen wichtig, weil man sonst nicht merkt, wie man sich selbst in all den Jahren veränderte. Die Frage ist nur: Was macht man damit? >>>mehr

 

Rock Around The Klock

In der hiesigen Region beschäftigen sich Printmedien immer noch mit dem Tod des Ehepaars Klock, das auf tragische Weise während eines Streits ums Leben kam. Der Prozess endete mit einem Freispruch für die Angeklagten, weil deren Schilderung des Tathergangs durch Zeugen und die gesicherten Spuren nicht widerlegt werden konnte. "Im Zweifel für die Angeklagten..." hieß die Begründung. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger beantragten sofort Revision, so dass es nun erneut Sache der Gerichte ist, über das Urteil und den Prozessverlauf zu urteilen. Die Beweisaufnahme wird dabei nicht noch einmal eröffnet, es geht nur darum, ob das Verfahren nach den Gesetzen ablief. Einige Medien wittern nach den Tumulten im Gericht und angeblich ausgesprochenen Morddrohungen eine Story, mit der sich Auflagen oder Einschaltquoten steigern lassen. Wie der Hanauer Anzeiger am 15.8.2015 mitteilt, soll die Tochter der Klocks einen Medienberater engagiert und einen Exklusivvertrag mit dem Sender RTL geschlossen haben. Was so exklusiv sein soll, dass es im Prozess noch nicht einmal für den Oberstaatsanwalt und den Nebenkläger gerichtsverwertbar war, erschließt sich eigentlich nicht. Es geht vermutlich um eine gesteuerte Kampagne. Die regelrechte Vermarktung des zweifachen Todesfalls in einem desperaten Milieu passt zu den Veröffentlichungsorganen, die mit einer beispiellosen Stimmungsmache Einfluss auf die Revisionsverhandlung nehmen. Sie stellen indirekt mit einem einzigen Urteil die gesamte Rechtsprechung infrage und heizen die Stimmung in der Bevölkerung an. Das kann doch nicht der Normalfall und seriöse Pressearbeit sein!? >>>mehr

Kriminalpräventionsbeirat

Im Rahmen des Maintaler Bürgermeisterwahlkampfs werden den Kandidaten verstärkt Fragen gestellt, die sie zufriedenstellend beantworten sollen. So beantworteten die Kandidaten spezielle Fragen, die ihnen die Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS stellte. Am letzten Wochenende beantworteten sie Fragen des Maintal TAGESANZEIGERs, die für die Leser gestellt wurden. Damit verbunden sind natürlich Erwartungshaltungen der Fragesteller. Darüber hinaus erreichen uns in persönlichen Pressemitteilungen der Kandidaten Antworten auf nicht gestellte Fragen, zu denen sie unbedingt etwas sagen wollen. Die meisten Antworten bilden ab, was die Fragesteller hören oder lesen wollen - man will ja so viele Stimmen wie möglich einfahren. Markus Heber stellte nun das Sicherheitsgefühl der Bürger in den Fokus und spricht von einem "Kriminalitätspräventionsbeirat", der in Maintal für Sicherheit sorgen soll. Im Fokus stehen "Vandalismus, Pöbeleien, Brandstiftung, Einbrüche und Diebstähle", die mit einem "Sicherheitskonzept für Maintal" und dessen Umsetzung bekämpft werden sollen. Das erinnert doch sehr an die Diskussion um den "Freiwilligen Polizeidienst", der einst ein Kernanliegen der Maintaler CDU war. Er ist in Sorge um die "Aufenthaltsqualität" in einigen Bereichen von Maintals Straßen und Plätzen. Was hier als Prävention greifen soll, ist jedoch nur eine gefühlte Sicherheit durch Präsenz von Ordnungskräften. Die Ursachen werden dabei nicht angegangen. Dazu bedarf es viel größerer Anstrengungen. >>>mehr

 

Erleuchtung

Alle Maintaler Bürgermeisterkandidaten legten inzwischen ihre Erkenntnisse und Absichten dar, um gewählt zu werden. Man kann das auf ihren Homepages lesen und nun auch scheibchenweise durch die Presse und in den sozialen Medien erfahren. Am 9. September 2015 lassen sich die Kandidaten ab 19 Uhr während einer Podiumsdiskussion im Bürgerhaus Bischofsheim nochmals eingehend befragen. Die Fragen müssen jedoch zuvor beim Maintal TAGESANZEIGER eingereicht werden. Ob man sie den Kandidaten vorher zustellt, damit sie besonders schlau darauf antworten können, ist nicht bekannt. Die Wahlalternative Maintal (WAM) reichte nun 8 Fragen an die Kandidaten ein und machte sie parallel einem größeren Personenkreis zugänglich. Der Rest der Bevölkerung wird sie am 9. September erfahren, vorausgesetzt, sie finden Berücksichtigung. Die Antworten zu den Fragen ergeben sich teilweise bereits aus den "Programmen" der Kandidaten. Man müsste sich nur die Mühe machen, sie zu lesen. Interpretationsbedürftig sind allerdings die Fragen "Wird sich Ihre Amtsführung von der des jetzigen Stelleninhabers, Erhard Rohrbach, bei der Maintal eher verwaltet als entwickelt wurde, unterscheiden? Und wenn ja, welche Vorstellungen, auch finanzieller Art, haben Sie in dieser Frage?". Uups! Um welche "finanzielle Art" geht es eigentlich, die beim Verwalten oder beim Entwickeln der Stadt hinterfragt wird? Sind damit zu erwirtschaftende Einnahmen oder etwa persönliche Vorteile gemeint? Wird hier die Frage nach der Integrität gestellt? Seltsam! Warum machen die Kandidaten thematisch eigentlich einen so großen Bogen um ihren Vorgänger, der offensichtlich - wie man den übrigen Fragen im Umkehrschluss entnehmen kann - so viel falsch machte? Hier ließe sich doch argumentativ gut ansetzen! Die Podiumsdiskussion wird hierzu sicher auch keine Erkenntnisse liefern, wenn nicht alle Ecken ausgeleuchtet werden. >>>mehr

 

 

Legales Fehlverhalten

Wenn kommunale Dienststellen und Fachbereiche Verträge abschließen, etwas kaufen oder verkaufen, treffen eingefleischte Verwaltungsmenschen sehr oft auf versierte und mit allen Wassern gewaschene Personen von Wirtschaft, Handel und Gewerbe, die nur Eines im Sinn haben: Einen besonders guten Schnitt zu machen. Eine weitere Kategorie sind Investoren, die interessante Projekte fair und mit einer beide Seiten zufrieden stellenden Strategie umsetzen wollen. Leider ist bei Verwaltungspersonen nur selten das wirtschaftliche Nutzendenken ausgeprägt oder vorhanden, weil man nie von der Pike auf richtig lernte, in wirtschaftlichen Dimensionen zu denken. Die Folgen sind entweder, dass sie über den Tisch gezogen werden oder Zukunftschancen regelrecht verpassen. Die Flucht in primitive Verwaltungsvorschriften, wie pro forma "drei Angebote einholen" und "den günstigsten Anbieter nehmen", sind ohne fachlich richtige Anwendung völlig ungeeignet. Eigene Stadtentwicklungsstrategien aus Prinzip über interessante, zukunftsweisende und faire Projekte Dritter zu stellen und viele andere Verhaltensweisen weisen auf ein gewisses Maß an Unvermögen hin. Man versucht das mit eingeholten Gutachten auszugleichen. Führungskräfte benötigen ein eigenes "dreidimensionales Denken", um die richtigen Entscheidungen zu treffen und die richtigen Personen mit Führungsaufgaben zu betrauen. Viele Geschäftspartner spüren, wenn sie auf Personen mit kaufmännischen Defiziten stoßen und nutzen das aus. Der Schaden mangelnden unternehmerischen Denkens ist für Kommunen immens. Ein Umdenken und professionelles Einstellen auf Verhandlungspartner ist das Gebot der Stunde. Leider wird das immer noch nicht in gebührendem Maß erkannt. Auch die kommende Bürgermeisterwahl bietet bisher kaum Hoffnung auf eine grundlegende Änderung. Keiner der Kandidaten thematisiert diese Defizite. Sind sie vielleicht noch gar nicht erkannt? >>>mehr

 

Ende mit Schrecken?

Das Unbehagen wegen Griechenland wächst. Unsere Politiker sind sich nicht einig, ob es richtig war, die Griechen auf Kosten der europäischen und ganz besonders der deutschen Steuerzahler regelrecht zu disziplinieren und das Seifenblasen immer mehr ähnelnden Gebilde eines vereinten Europas über alles zu stellen. Man ist an den kernigen Spruch "Deutschland einig Vaterland" erinnert. Er bescherte uns in den Folgejahren eine ehemals sozialistisch geprägte Ostdeutsche als Kanzlerin. Sie setzt nun  heftig gewendet wirtschaftsimperiales Denken in machtfördernde Handlungen um, die nur einen bestimmten Teil der Europäer jubeln lässt. Ein nicht unbedeutender Teil der Mitglieder der Währungsunion wurden von der EU über Merkel bereits diszipliniert und mit Restriktionen an das von den Mitgliedsländern gewünschte Niveau herangeführt. Nur mit Griechenland funktionierte das nicht. Da Deutschland und Frankreich die Hauptzahler sind, dominieren  in den Verhandlungen Politiker dieser Länder. Es liegt wohl in der Natur der Sache und an Führungstalenten, dass dabei Angela Merkel und kein Franzose die Hauptrolle spielt. Deutschlands Finanzminister als Gralshüter und Verfechter der schwarzen Null übernimmt in den Verhandlungen die Rolle des "Bad Boy", während die Kanzlerin die Problemkinder mütterlich aber hart an die Hand nimmt und ihnen immer wieder erklärt, wie wichtig die Familie EUROPA ist. Europas Konsens-Daddy Jean-Claude Juncker und dessen Vorstopper Martin Schulz bilden ein ähnlich wirkendes Duo. Während Problemfälle wie Spanien, Portugal, Irland und die baltischen Staaten ihre Lektionen lernten und jetzt teilweise sogar hohe Wachstumsraten vorweisen, bildet Griechenland das Schlusslicht. Umso ärgerlicher ist, dass sich Griechenland trotz aller bisherigen Unfähigkeit betont uneinsichtig und widerspenstig zeigt, wenn es darum geht, die Probleme nachhaltig in den Griff zu bekommen. >>>mehr

 

Gefährlich ist's, den Leu zu wecken

Die EUROPA-Phantasten erleben gerade, mit wem sie sich im Jahr 1978 eingelassen haben und wohin großzügige Nachsicht führt. Gleichzeitig müssen die wirtschaftsimperial denkenden EUROPÄER aber auch erkennen, dass Geld allein nicht das Maß aller Dinge ist und auch die EU dringend Reformen braucht. Unter dem Strich müssen jedoch alle Staaten der Euro-Zone Verträge einhalten, die sie unterschrieben haben, sonst wird die EU destabilisiert. Wer nimmt schon einen Wirtschafts- und Währungsraum ernst, in dem Verträge nur Papier sind!? Seit 5 Jahren hängt Griechenland bereits am finanziellen Tropf der Euro-Länder, ohne dass Fortschritte zu erkennen sind, um jemals wieder Schulden zurückzahlen zu können. Wer investiert denn in ein Land, das unzuverlässig ist? In diesem Punkt haben die Griechen ihre Lektion noch nicht gelernt. Jetzt werden von ihnen nicht nur ein Schuldenerlass und weitere Kredite erbettelt, sondern sogar der Versuch unternommen, linkes sozialistisches Gedankengut unter den Euro-Staaten hoffähig zu machen. Der eigenen Unfähigkeit, wichtige Strukturen des Landes einzurichten folgt die Aufforderung, ebenfalls "nicht so blöd zu sein, Verträge einzuhalten". "Wenn das bei uns geht, dann geht das auch bei euch! Also sind wir für euch die Vorkämpfer", heißt ihre Botschaft an all die Länder, die trotz eigener schmerzhaft umgesetzter Reformbemühungen ihrer Bevölkerung erklären sollen, dass sie weiterhin für die Misswirtschaft der Griechen aufkommen sollen. Das geht nun doch eindeutig zu weit. >>>mehr

Satzung für den Seniorenbeirat

Teile von Maintals Seniorenbeirat sind seit der letzten Sitzung aufgeschreckt! Die Gründe sind vielschichtig. Ursache ist der Satzungsentwurf für den Maintaler Seniorenbeirat, der auf einer Empfehlung der Hessischen Landesseniorenvertretung aufbaut und den Senioren eine stärkere Position und einen besseren Zugang zu den Gremien der Stadtverordnetenversammlung ermöglichen soll. 

Der erste "Knackpunkt" war bereits die Zusammensetzung des Seniorenbeirats und die Frage, ob dieser wie bisher berufen oder gewählt werden soll. Viele der von ihren Organisationen in das Gremium "berufenen" Personen verstehen sich als präsente Interessenvertreter ohne Ressourcen für Aktivitäten, die vom Seniorenbeirat erarbeitet werden könnten. Präsenz genügt ihnen offensichtlich. Damit wird den Maintaler Senioren aber nicht wirklich geholfen. 

Die Landesseniorenvertretung lässt den Kommunen die freie Wahl, wie sich das Gremium konstituiert, denn es kommt nur darauf an, was man aus seiner Mitgliedschaft macht. Am Ende der kontroversen Diskussion setzte sich die bisher praktizierte Art der "Berufung" durch, jedoch ergänzt um ein Verfahren, das auch Senioren, die nicht sozialen oder kirchlichen Organisationen angehören, den Zugang zum Seniorenbeirat ermöglicht. Eine Wahl wurde mehrheitlich strikt abgelehnt. Die vorgebrachten Gründe, wie hohe Kosten für eine Wahl, eine zu erwartende niedrige Wahlbeteiligung und sogar die mangelnde Bereitschaft, sich einer Wahl zu stellen, bis hin zum Unverständnis für eine gewünschte Änderung des gegenwärtigen Zustands zeigen, auf welch unbefriedigender Basis sich derzeit der Maintaler Seniorenbeirat befindet. >>>mehr

 

Mit dem Latein am Ende

Maintal sorgte einst für Schlagzeilen, weil es Existenzgründern eine Chance bot, direkt subventioniert die ersten unternehmerischen Schritte zu gehen. Diejenigen, die das damals befürworteten, gingen davon aus, dass die eine oder andere Idee später Gewerbesteuer generieren würde. So ging man auch davon aus, dass die Existenzgründer die Räume wieder verlassen, wenn ihre Geschäftsideen Früchte tragen, um sie für neue Existenzgründer frei zu machen. Es sollte nur eine Starthilfe sein. Das hat sich allerdings anders entwickelt und nun stehen mehrheitlich die günstigen Mieten im Vordergrund, die es dauerhaft auszunutzen gilt. Mal ehrlich: Hat die Öffentlichkeit jemals von einem überaus gelungenen Start und einer wirklichen Erfolgsstory gehört? Indirekt gibt nun auch der Magistrat zu, dass er auf die Maintaler Existenzgründer in der Neckarstraße keine Hoffnungen mehr setzt und diese deshalb Manövriermasse bei der Lösung des Unterbringungsproblems für Asylbewerber sind. Dieses Problem wird derzeitig mit der Wertigkeit anderer Aktivitäten abgewogen, für die in der Neckarstraße mit hohem finanziellen Aufwand gute Voraussetzungen geschaffen wurden. Durch den Rost fiel das SeniorenOffice, verschiedene soziale Aktivitäten, das Jugendcafe und nun auch die Existenzgründer. Damit soll das Problem der Unterbringungssuche für Asylsuchende nicht verharmlost werden, doch es gibt bei den so sehr verhätschelten gewerblichen Vermietern in Maintal ungenutzte Leerstände. Der Magistrat macht eine äußerst unglückliche Figur bei all seinen Bemühungen und zeigt beim Geben und Nehmen große Schwächen. Leider wurden diese erst sichtbar, als er wirklich gefordert wurde. Es reicht möglicherweise nur für Banales und Alltägliches. >>>mehr

MIKROKOSMOS 2015 naht

Nach der Bürgermeisterwahl erfährt Maintal wieder, was Sache ist! Ende Oktober 2015 präsentiert das Lokale Kabarett MIKROKOSMOS in Hochstadt sein 11. Programm und die Vorbereitungen haben bereits begonnen. Zunächst sind jetzt die Autoren der Sketche und Monologe gefordert, denn bis Mitte Juli sollen 75% des Programms in der Rohfassung vorliegen, damit die Rollen verteilt werden können. Bei der ersten Zusammenkunft entstand bereits eine breite Palette von Themen, die sich die Autoren so vornehmen, dass heiße Eisen richtig geschmiedet werden. Dem Publikum bleibt weitestgehend verborgen, aus welcher Feder die Texte stammen, doch ein Teil des Stammpublikums erkennt durchaus die eine oder andere "Handschrift". Es ist auch gar nicht so wichtig, wer die Rohfassungen schreibt, denn die Akteure feilen die Stücke während der Proben noch aus und passen die Inhalte ihrer Sprech- und Ausdrucksweise an, um sie so authentisch wie möglich zu präsentieren. Dabei bleiben wichtige Aussagen und ausgefeilte Formulierungen erhalten, nur das "Wie" wird personenabhängig ausgefeilt. So identifiziert sich das gesamte Ensemble in hohem Grad mit dem Programm, weil sich jeder darin mit seinen Ideen wiederfindet. Vielleicht ist das sogar das Geheimnis des großen Erfolges. Zumindest steht bereits das diesjährige Motto "Von mir haste's net" fest. Das lässt darauf schließen, dass auch pikante Indiskretionen oder gar der Realität sehr nahe kommende Gerüchte eine Rolle spielen könnten. >>>mehr

 

Mono-Dialoge mit klarer Absicht

Mal ehrlich: Wollen Sie wirklich von Personen, die etwas von Ihnen wollen, unaufgefordert angesprochen werden? Sie unterstellen doch sofort, dass das zu deren Nutzen erfolgt. Damit Sie nicht gleich eine Abwehrhaltung einnehmen, werden argumentativ Köder benutzt, die Ihnen einen persönlichen Nutzen vorgaukeln sollen. Das ganze wird je nach Ansinnen so verpackt, dass sogar ethische, moralische und weltanschauliche Komponenten eine Rolle spielen. Die Bereitschaft zum Dialog hängt letztendlich davon ab, wie seriös Ihnen die Personen begegnen. Ist deren Vorgehen mit raffinierten Argumenten, wie sie nur besonders geschulte Personen benutzen, überfrachtet, greift schnell ein Schutzmechanismus und wir blocken total ab. Am Telefon genügt es, einfach aufzulegen, im persönlichen Kontakt lässt man den Gesprächspartner stehen oder geht ihm aus dem Weg. Die Rede ist bis hier von Geschäftemachern, die uns übertölpeln wollen. Dieser Reaktion der Bürger begegnen jetzt auch die Maintaler Bürgermeisterkandidaten. Vielleicht sehen wir uns mal an, woran das liegt. In den letzten Jahren suchen Magistratsmitglieder, Parteien und Kommunalpolitiker verstärkt den Dialog mit den Bürgern, um angeblich deren Bedürfnisse und Wünsche zu ergründen und sie in Prozesse einzubinden. Sie "ziehen um die Häuser", halten "Bürgersprechstunden vor Ort", "Friedhofsbegehungen" etc. ab und sie bieten immer neue Bürgerbeteiligungsprozesse und Informationsveranstaltungen an. Die Bereitschaft zur Teilnahme ist jedoch relativ dürftig, denn Achtung und Ansehen der Einladenden gingen über viele negative Erfahrungen hinweg verloren oder haben sich zu einem ablehnenden Bild geformt. >>>mehr

 

Maintal unter Beobachtung

Seit nunmehr 12 Jahren beobachte ich intensiv die Maintaler Kommunalpolitik und ich kommentiere auf dieser Homepage und im Lokalen Kabarett die von mir erkannten Besonderheiten. Beides zeigte Wirkung, auch wenn es die meisten der Kritisierten nicht wahr haben wollen. Die unter Beobachtung stehenden ließen sich dadurch zwar nicht direkt von ihren Absichten abbringen, doch langfristig zeigten einige Kommunalpolitikerinnen und -politiker Nerven. Nun gab Maintals Bürgermeister nach 18 Dienstjahren auf, nachdem ihn zuvor bereits fünf Fraktionsvorsitzende mehr oder weniger frustriert im Regen stehen gelassen hatten. Die wachsende öffentliche Ablehnung und Angst vor einer Beschädigung des persönlichen Ansehens verfehlten ihre Wirkung nicht. Fünf Kandidaten  bemühen sich jetzt ums Amt. Doch auch sie sollten bedenken, dass sie gewaltig in den Fokus geraten werden. Heute ist es längst nicht mehr so einfach, Dinge im Verborgenen auszukungeln (pardon, das nennt man ja Politik) und den Bürgern als Sachpolitik zu verkaufen. Das letzte starke Stück war der Missbrauch des Bürgerhaushalts, um die Grundsteuererhöhung durchzubringen. Dem Amtsinhaber verhalf das zu einer erfolgreichen Bilanz seiner Amtszeit und den Fraktionen brachte es wieder finanzielle Luft zur Umsetzung ihrer Interessen. Wen wundert es, dass gleich fünf Kandidaten von den neuen günstigen Rahmenbedingungen profitieren wollen. >>>mehr

 

Anonyme Hinweise

Als kritischer Beobachter der Kommunalpolitik habe ich ja schon so manchen Tipp bekommen. Was mir in dieser Woche als anonyme Zuschrift zugestellt wurde, überbot jedoch alles, was ich bisher erhalten habe. Die Aufmachung glich einem Bekennerschreiben, um keine Rückschlüsse auf die Herkunft zuzulassen. Auch kam der Umschlag per Post, vermutlich, um als Einwerfer beim Einwerfen nicht gesehen zu werden. Der Text scheint hastig verfasst worden zu sein, was eine gewisse Aufgeregtheit signalisiert. Diese Anzeichen sprechen eigentlich nicht für einen arglistigen Denunzianten oder eine Denunziantin aus dem Parteienspektrum, die Personen bewusst schaden will, eher für echte Entrüstung. Die Wortwahl erscheint verstellt, um den wahren Intellekt zu kaschieren. Da springen alle Alarmleuchten auf Rot. Was soll damit erreicht werden? Macht sich jemand so viel Mühe, um mich womöglich auf eine falsche Fährte zu locken? Soll vor der CDU-Mitgliederversammlung, auf der Markus Heber zum Bürgermeisterkandidaten gewählt werden soll, ein falsches Gerücht die Runde machen, um das zu verhindern? Eigentlich gibt es viele denkbare Szenarien. Soll so etwas über meine Homepage in die Fläche gebracht werden? Was würde das für Maintal bedeuten, wenn etwas dran wäre? Begänne ich ernsthaft zu recherchieren, müsste ich zuerst bei den genannten Personen nachfragen. Aber, bekäme ich darauf eine Antwort, der ich wegen der Tragweite absolut vertrauen könnte? Solche Zuschriften sind eher peinlich und eigentlich auch unanständig. >>>mehr

 

Info-Plattform geschlossen

Das Maintal-Forum ist seit 2009 mit 5.388 Beiträgen, 746 angemeldeten, aber nur 48 aktiven Nutzern eine Informations- und Diskussionsplattform, die das alte Maintal-Forum ablöste und inzwischen eine feste Institution darstellt. Hier erfahren Maintals Bürger nicht nur, was aktuell in Maintal passiert, sondern tauschen sich auch über Themen aus, die gerade aufkommen. Oft werden dabei Dinge geklärt, ehe sie hoch kochen. Gelegentlich beantworteten auch der Bürgermeister, der Stadtrat und Fraktionsmitglieder Fragen der aktiven Forumsteilnehmer. Überwiegend verfolgen die Forumsbesucher jedoch nur die Einträge. Seit dem 12.2.2015 ist das Forum gemäß des abgebildeten Eintrages geschlossen. Die Formulierung ist knapp und trocken. Studiert man jedoch die Sitzungsunterlagen und die hinter dem Beschluss stehenden Formulierungen, so ist erst in der zweiten Jahreshälfte mit einem neu gestalteten Forum zu rechnen. Bis dahin wurde den Bürgern eine Diskussionsplattform entzogen, die gerade wegen der aktuellen Gegebenheiten im Zusammenhang mit der Bürgermeisterwahl wichtig wäre. >>>mehr

 

Stimmung kommt von "stimmen"

Von der Unruhe in Fastnachtssälen

 

"Was ist nur in den Sälen während den Fastnachtssitzungen los?", fragte ein irritierter Zeitgenosse, der sich über störenden Lärm im Zuschauerbereich erregte. Was führt dazu, dass in Teilen der Programme die Aufmerksamkeit abnimmt und gelangweiltes Publikum in Tischnähe dann selbst für Stimmung sorgt? Liegt es an der Qualität mancher Darbietungen oder an der Enttäuschung, dass man das nicht bekam, was man erwartete? Trifft der Veranstalter nicht den Zeitgeist? Stimmen Klimatisierung und Getränkeversorgung nicht reibungslos? Führen Alkohol und Nikotinmangel zu Ausfallerscheinungen? Weshalb haben sich denn Besucher während des Programms einfach so ausgeklinkt? 

Diesen Fragen sollte man als Veranstalter unbedingt nachgehen!

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Peinliche Vermarktung

"Lügenpresse ist das Unwort des Jahres", diese Schlagzeile soll als eine Art Aufschrei vermitteln, dass die Presse und die Pressefreiheit eines unserer höchsten Güter und absolut zu schützen sei. Leider gehören all die Journalisten, die das lautstark thematisieren, Medienunternehmen an, die jeder für sich bestimmte Richtungen vertreten. Journalisten sind an die politischen und wirtschaftlichen Ausrichtungen ihrer Verlage gebunden, denn damit stehen und fallen die Auflagen und die finanziellen Unterstützungen. Im Zusammenhang mit der PEGIDA-Bewegung holten rechte Populisten deshalb das Wort "Lügenpresse" der Nationalsozialisten wieder aus der Versenkung, um es ganz im Sinne seines damaligen Erfinders Joseph Göbbels für spezielle Berichterstattungen zu verwenden. Viele Teilnehmer an den PEGIDA-Märschen merkten gar nicht, welche Absicht damit verbunden war. 

Franzosen bevorzugen eine andere Art von Hetze gegen alles, was ihnen missfällt. Sie haben die Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo, die vermeintlich besonders treffend die Stimmungen in der Bevölkerung trifft. Sie macht alles gnadenlos nieder, was in irgendeiner Weise Macht über Menschen ausübt. Politik und Religion sind ihre beliebtesten Zielscheiben. Dabei überschreiten die Karikaturisten immer wieder Grenzen und verletzen bewusst, um ihre Stammklientel mit Urteilen und Vorurteilen zu bedienen. Nun wurde die Redaktion das Opfer von islamischen Terroristen und 12 Redaktionsmitglieder verloren ihr Leben. Das ist absolut zu verurteilen! Plötzlich wurden jedoch aus den gnadenlosen Karikaturen-Zeichnern nationale Helden und für Politik und Medien heiß umworbene Propagandaobjekte. Bei Charlie Hebdo lief deshalb sofort die Vermarktung der Tragödie an und bereits die nächste Ausgabe stieg von 30.000 auf 3 Millionen Exemplare. Die Provokation erreichte damit eine weltweite Dimension - dank der Presse, dank der Medien. Und obwohl bei den PEGIDA-Aktivisten die "Lügenpresse" die Runde macht, wollen sie das Attentat für ihre Zwecke nutzen. Das zeigt den hohen Grad der Widersprüchlichkeit aller Aktivitäten und Absichten jedweder Personen, die das Attentat ausschlachten wollen. >>>mehr

 

 

Wichtige Weggabelung

Zum bevorstehenden Jahreswechsel möchte ich auf ein Thema eingehen, das recht selten angesprochen wird - der Übergang vom prallen Leben zum weniger lustigen Lebensabend. Gerade die Anhäufung der Todesfälle der letzten Wochen, der schweren Erkrankungen und eines Unfalles in meinem direkten Umfeld lassen mich inne halten und über meinen momentanen Lebensstandort nachdenken. Zweifellos hat sich der Abstand zur Jugend unerträglich erweitert und die erfüllten Jahre rücken ebenfalls bereits in den Hintergrund. Sich abzeichnende Veränderungen bei den Freizeitaktivitäten infolge der Aufgabe meines Gartens kommen noch hinzu. Alles zusammen ist wenig erfreulich und erfordert eine Anpassung "der Denke", wie man heute so schön sagt. Die wievielte Anpassung ist das eigentlich schon? Mit zunehmendem Alter kommen die harten Anpassungen in immer kürzeren Abständen. Würde man mit aller Macht dagegen ankämpfen, würde man nur verlieren. Ratschläge an Jüngere, bewusster zu leben, verpuffen genauso, wie man sie selbst niemals befolgte. Erkennt man den Sinn des Rates, ist es für vieles bereits zu spät. >>>mehr

      

Dinos neben der Spur

Die CDU, einer der Parteien-Dinos der BRD, feierte auf ihrem Parteitag ihre einzige ernstzunehmende Wunderwaffe Angela Merkel, sowie die momentane wirtschaftliche Stärke Deutschlands und Merkels Rolle bei der wirtschaftlichen Eroberung Europas. Die Kanzlerin scheute nicht davor zurück, die Erfolge zum großen Teil der FDP zuzuschreiben und die alte Partnerschaft lauthals wieder herbei zu sehnen. Auch wenn die sozialen Auswirkungen schwer wogen, so steht doch fest, dass die Weichen für den heutigen Höhenflug von Wirtschaft und Finanzen überwiegend von der rot/grünen Politik vor ihrer Amtszeit gestellt wurden. Von Schwarz/Gelb wurden nur zusätzliche neoliberale Effekte aufgepfropft. Die restlichen Effekte sind der lobbyträchtigen Europa-Politik und den Machenschaften der EZB zuzuschreiben. Bewusst wird verschwiegen, dass der kleine Mann für das Wohl Europas und all diese "Errungenschaften" die Zeche zahlt. Jetzt sollen sich die nachhaltig Geschädigten für die CDU interessieren, wie es CDU-Generalsekretär Tauber hofft!? Doch, was hat die CDU zukünftig einer breiten Wählerschicht zu bieten? Genau so wenig wie derzeit die SPD. Jeder macht sich nahezu jede erfolgversprechende Strategie zu eigen - Hauptsache, man wird gewählt. >>>mehr

 

 

Subkultur Verwaltung

Auf der Suche nach einem besonders treffenden Synonym für "Verwaltung" ist für mich das Wort "Subkultur" erste Wahl. Eine Subkultur ist per Definition "eine relativ kleine und geschlossene Teil- oder Eigenkultur innerhalb einer Gesamtkultur, die sich durch eine erhöhte Gruppensolidarität auszeichnet". Das trifft es doch genau. Die autoritär ausgelebte Gruppensolidarität ist oft auch der Grund für eine gewisse Beratungsresistenz, die verhindert, dass sich eine Subkultur angemessen erneuert. Derart geschädigte Subkulturen suchen bei auftretenden Schwierigkeiten zu ihrer eigenen Absicherung Hilfe. Meistens sind es bezahlte Berater, die man nach der Entlohnung wieder wegschicken kann, wenn sie das vorher mit ihnen vereinbarte Ergebnis ablieferten. Eine besondere Variante ist allerdings die "Bürgerbeteiligung" und die "Bürgernähe", bei der man zusätzlich alibihaft demonstrieren kann, dass man noch weiß, in wessen Diensten man steht. Hilfesuchend werden kompetente Bürger zum Gedankenaustausch angelockt, obwohl man eigentlich keine Spielräume für Veränderungen zulassen will. Man instrumentalisiert sie kurzzeitig und geht mit ihren Arbeitsergebnissen nach Belieben um. Anders als bei bezahlten Beratern wird man die engagierten Bürger jedoch nach getaner Arbeit nicht so problemlos los, selbst wenn man auch sie - wie beim Bürgergutachten in Maintal - für ihre Dienste bezahlt. Die Konflikte brechen infolge des fragwürdigen Umgangs mit ihnen auf. Das führt zu Reaktionen, die nicht mehr so einfach zu ignorieren sind. >>>mehr

 

 

Maintaler Verhältnisse

In den 60er Jahren gab es den Spruch: "Stellt euch vor, es ist Krieg und es geht keiner hin...!" Abgewandelt könnte man im Vorfeld wichtiger Wahlen sagen: "Stellt euch vor, ihr dürft wählen und es geht keiner hin!" Nun kann man durchaus darüber entrüstet sein, dass ich Krieg mit Wahlen in Verbindung zu bringe. Kriege und Wahlen stehen jedoch in einem engen Zusammenhang, weil in einer Demokratie die reale Möglichkeit besteht, über Wahlen verhängnisvolle Entwicklungen auszulösen. Was sich derzeit bei der Umverteilung abspielt, kann wegen seinen vielen Opfern ebenfalls als Krieg bezeichnet werden. Regierende erhalten für einen festgelegten Zeitraum die Macht, ihr Mandat auszuüben - wenn möglich, sogar rigoros. Umso größer die Gleichgültigkeit gegenüber Politik ist, umso größer ist der Spielraum für Politiker, ihre Ziele nicht nur ungehindert, sondern sogar im Wahrnehmungsschatten der Bürger umzusetzen. Wohin das zum Beispiel in Maintal führte, sah man in den letzten Jahren. Die Stadt ist hoch verschuldet, viele Chancen in der Region verspielt, die Stadtverwaltung nur noch auf ihre Pflichtaufgaben reduziert und für die sogenannten "freiwilligen Leistungen" und die gestaltete Misswirtschaft werden die Bürger zur Kasse gebeten. Dennoch: Politik interessiert kein Schwein in Maintal! >>>mehr

 

 

Satire-Intoleranz

Das diesjährige Programm des Maintaler lokalen Kabaretts MIKROKOSMOS wurde von den Zuschauern enthusiastisch gefeiert und von der örtlichen Presse hoch gelobt. Geschliffene Texte und kurze nonverbale Momente, gepaart mit gekonnter Mimik und Gestik, riefen immer wieder Reaktionen beim Publikum hervor, wie sie sich die Autoren der Sketche und Monologe zuvor erhofft hatten. Welche Aussage auch getroffen wurde, die Publikumsreaktion hakt positiv ab oder zeigt, dass womöglich nicht der richtige Ton getroffen wurde. Letzteres kann jedoch auch der Opferrolle mancher Besucher geschuldet sein. Politiker, Amts- und Würdenträger, die ihrerseits dafür sorgten, dass ihre Handlungen oder Aussagen kritikwürdig waren, kämpfen natürlich eher mit einer Satire-Intoleranz, als Betroffene allgemein gehaltener Kritik. Hier kann man sich über die eigene Reaktion hinweg davor schützen, dass andere Personen einen direkten Bezug herstellen können. Wer im Fokus der Öffentlichkeit steht, hat jedoch oft nichts zu lachen. Was diese und jene Reaktionen hervorruft, ist echtes Kabarett bzw. Satire. Wer also eine ausgeprägte Satire-Intoleranz hat, sollte sich überlegen, ob er sich das antut. Auf der anderen Seite wollen aber exponierte Persönlichkeiten wissen, ob sie wichtig sind oder ob sie im Wahrnehmungsschatten verschwunden sind. In einem lokalen Kabarett nicht erwähnt zu werden, kann als Höchststrafe empfunden werden. Das wirft die Frage auf, welche Ingredienzien all diese Reaktionen herbei führen. >>>mehr

 

Bürgerbeteiligung absurd

Seit der Bürgerversammlung vom 15.10.2014 ist klar, dass das bürgerschaftliche Engagement in Maintal auf einem Tiefpunkt angekommen ist. Die Besucherzahl war eine deutliche Demonstration der Ablehnung dessen, was in diesem Jahr auf dem Gebiet der Bürgerbeteiligung passierte. Außer dem Magistrat, Mitarbeitern der Verwaltung, Kommunalpolitikern sowie einigen Teilnehmern von Projekten waren nahezu keine Bürger erschienen, die zumindest Interesse gezeigt hätten. Während zwei Tage vorher die Gegner der Hundesteuer noch einen großen Saal füllten, herrschte im Bürgerhaus Hochstadt gähnende Leere. Man war unter sich. Kritik an den Bürgerbeteiligungsprozessen hagelte es zuhauf, fand aber keine Unterstützung. Besonders der Bürgerhaushalt 2014 geriet ins Visier und die Betreiber des Prozesses mussten erkennen, wie groß der Schaden ist, der anrichtetet wurde. Der Bürgerhaushalt 2014 mit seinen von der Verwaltung dort eingestellten No-Go's (Schließung des Schwimmbads, Einstellung des Personennahverkehrs, Einstellung der Wirtschaftsförderung etc.) und der parallel geführten Öffentlichkeitskampagne des Magistrats zu deren Verhinderung, kann nur mit "Bürgerbeteiligung absurd" bezeichnet werden. Geradezu lächerlich war das Hervorheben der gewachsenen Bürgerbeteiligung am Prozess, weil man die Beschäftigten in den betroffenen Einrichtungen und die Nutzer geradezu zur Teilnahme provoziert hatte, obwohl feststand, dass keiner der Vorschläge wirklich gewollt war. >>>mehr

 

Mobilfunk-Kataster fehlt

Für kundige Besucher der Stadtverordnetenversammlung vom 22.9.2014 wirkte die Abhandlung des TOP 5 "Mobilfunkmast in Wachenbuchen" wie eine emotionale Schmonzette mit geringem Tiefgang. Zwischen den Begriffen Totenruhe, Ethik, Verlässlichkeit von Beschlüssen und pekuniären Betrachtungen wurde lediglich von Olaf Lochmann (Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied der Lokalen Agenda-Gruppe Mobilfunk) dargelegt, dass das jetzige Problem mit dem Mobilfunkanbieter gar nicht erst aufgetreten wäre, wenn die Stadt Maintal ein im Jahr 2003 gefordertes Mobilfunk-Kataster eingeführt hätte. Städte und Gemeinden haben damit eine Handhabe bei der Standortwahl, dem sich die Mobilfunkbetreiber nicht entziehen können. Weil dieses fehlte, kann der Mobilfunkbetreiber in Wachenbuchen den gleichen Mast nun 15 Meter auf einem Privatgelände neben dem alten Standort errichten. Der Mast hätte aber auch genauso gut auf einem Privat- gelände neben dem Kindergarten aufgestellt werden können. Der Magistrat verhinderte damals bewusst diese wichtige Maßnahme, die ihm eine bessere Position gegenüber den Mobilfunkbetreibern ermöglicht hätte. Über die Gründe lässt sich spekulieren, wenn man den weiteren Umgang mit den Mobilfunkbetreibern verfolgt. 

Zu Ehren des Andenkens an den kürzlich verstorbenen Prof. Dr. Guido Zimmer, der sich engagiert für die Aufklärung über die Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung auf den Menschen einsetzte, setzte die Maintaler Mobilfunkgruppe der inzwischen abgesetzten Lokalen Agenda einen Nachruf sowie den Maintaler Ärzte-Appell von 2003, der nichts an seiner Bedeutung verloren hat, in den TAGESANZEIGER. >>>mehr

 

Mehr als nur eine Zeitung

Ein echter Lichtblick für Maintal ist im Druck - die Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS des vierten Quartals 2014. Sie wird pünktlich zum 1. Oktober erhältlich sein. Ein sehr freundliches Grafitti der Freiraumgalerie an der Maintal- Halle wirbt um Leser jeden Alters. Bei noch nicht zu der über den Titel angesprochenen Zielgruppe gehörenden Menschen ist immer wieder ein Zögern zu spüren, wenn sie die kostenlos erhältliche Zeitung in die Hand  nehmen. Sie können nicht wissen, dass dort vielfältige Themen des Alltags verarbeitet werden, die für alle Generationen interessant sind. Natürlich stellen Seniorenthemen einen gewissen Anteil. Doch, uns alle holt auch diese Thematik irgendwann ein. Viele Leser bestätigen der Redaktion, dass die ehrenamtlich erstellte Zeitung ansprechend ist und die Aufmachung stets wahre Lesefreude aufkommen lässt. Wer annimmt, es handele sich um Vorlesestoff für Soft-Demente, der ist gewaltig auf dem Holzweg. 

Die Redaktion legt Wert auf ein anspruchsvolles Mix an Themen und Darbietungsformen. Auch Vereine und Gruppen nutzen die Seniorenzeitung zur Darstellung ihrer Aktivitäten. In dieser Ausgabe beginnt zum Beispiel eine Serie, in der Maintals Theater- und Kabarettgruppen vorgestellt werden. Bereits bestehende Serien befassen sich mit den Städtepartnerschaften, sogar thematisch mit Führungen zum Thema "Goethe in Frankfurt", Neuigkeiten aus den DRK-Kleeblättern, aber auch mit dem Bürgerhaushalt und dem Stadtleitbildprozess. Bestimmte Rubriken sind besonders beliebt. Dazu gehören auch die satirisch- humoristischen Ratschläge eines Dr. Herbst (in Anlehnung an Dr. Sommer von der Bravo), die kompetenten ärztlichen Ratschläge eines Hochstädter Ärzteteams und die Bücherecke. Dazwischen finden die Leser interessante Artikel zu Themen der Zeit, zu Möglichkeiten, Maintal interessanter zu gestalten und liebenswerte oder auch etwas bissigere Satiren, mit denen man sich den Blutdruck einstellen kann. Einen großen Raum nehmen Informationen und Hinweise für agile Senioren und aktive Gruppen ein, so dass die Zeitungen bei vielen Lesern in Griffweite zu finden sind. >>>mehr

 

 

Dynamisches Versagen

Mancher ehrenamtlich engagierte Bürger hat es sicher noch gar nicht bemerkt, dass von der Homepage der Stadt Maintal alle Spuren der Lokalen Agenda 21 restlos getilgt wurden und alle ursprünglichen Ideen, die in den Stadtleitbildprozess übernommen wurden, vom Ursprung her nicht mehr nachvollziehbar sind. Damit ist die Übernahme des Projekts Stadtleitbildprozess endgültig als "feindlich" einzustufen. Jahrelang nutzten Politik und Verwaltung die Konzeptionsfehler der Lokalen Agenda 21, um die Umsetzung der Ideen der Bürger unter ihrer Kontrolle zu halten. Das stellte sich als schwerer Fehler heraus. Es hätte völlig genügt, diesen Fehler zu beseitigen, dem Prozess eine dynamische Führung zu geben und das Verfahren festzulegen, mit dem die Machbarkeit von Ideen geprüft und Vorschläge verbindlich in die Gremien gelangen. Offiziell wurde die Lokale Agenda 21 nie aufgelöst und der Stadtleitbildprozess krankt inzwischen an den gleichen Symptomen. Maintals Bürgerbeteiligungskultur verschlechtert sich auch wegen der Entwicklung beim Bürgerhaushalt zunehmend. Lediglich das Nachrücken von neuen optimistischen Aktivisten ohne einschlägige Erfahrungen und Lobbyisten halten die laufenden Prozesse noch im Gespräch. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis auch sie auf dem Boden der Tatsachen angekommen sind. 

Das eigentliche Problem sind nicht die Fehler, die gemacht werden, sondern der schlechte Nährboden, auf dem man sie geschehen lässt. Wie bei der allgemein vorherrschenden Politikverdrossenheit überwiegt das Gefühl, gegen die Macher machtlos zu sein. Dieses Gefühl verstärkt sich noch, wenn nach jeder Aktion die Ergebnisse sichtbar werden. Dann steht die Frage im Raum, wer um Himmelswillen genau diese Personen in ihre Positionen brachte. Unser aller Wohl - das Gemeinwohl - liegt offensichtlich in falschen Händen! >>>mehr

 

 

Gesteuerte Bürgerbeteiligung

Demokratisches Verhalten bedarf konsequent gelebter demokratischer Überzeugungen. Einer Partei anzu- gehören, die sich zur Demokratie bekennt, heißt noch nicht, ein Politiker mit demokratischem Denken und Handeln zu sein. Dazu bedarf es auch günstiger ethischer und moralischer Komponenten. Interessant wird es, wenn demokratisches Handeln dazu benutzt wird, den Bürgern in listiger Weise extremes politisches Denken zur Bewertung aufs silberne Tablett zu legen, anstelle es selbst in politischen Kreisen zu bekämpfen. Die Rede ist von den neoliberalen Haushaltskonsolidierungsideen, die die Maintaler FDP bereits erfolglos im Parlament einbrachte und den Ideen aus der gleichen Ecke, die dem Bürgerhaushalt 2013 entnommen wurden. Obwohl die Redaktionsgruppe des Bürgerhaushalts 2014 als eines ihrer No-Go's "Ist politisch nicht gewollt" definierte, schleuste sie genau diese teilweise abstrusen Vorschläge in die Bewertungsliste ein und brachte dazu Plakate in Umlauf, die diese Vorschläge konterkarierten, um von den Bürgern klare Ablehnungen zu erhalten. Diese sollen wahrscheinlich später als breite demokratische Willenserklärungen verkauft werden, um den politischen Gegner (den man aber als Verbündeten braucht) auf die Plätze zu verweisen. So etwas kann man nur als speziell gesteuerte Bürgerbeteiligung bezeichnen. >>>mehr

 

 

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Der Teufelskreis

Wo und wie auch immer Menschen zusammenleben, es gibt immer wieder problematische Situationen, wenn das Verstehenwollen und das Verstehenkönnen nicht zusammenpassen. Können und Wollen bedingen einander und entscheiden über eine erfolgreiche Lösung von Problemen. Dem Können sind sehr oft Grenzen gesetzt, die in den Personen begründet sind. Das Wollen ist dagegen einzig vom Willen abhängig, friedlich und harmonisch leben zu wollen. Auf der einen Seite ist also das persönliche Handicap als Fessel, auf der anderen Seite die Freiheit des Willens. Beim Willen wirken sich positive oder negative Charaktereigenschaften aus. Nur der Verstand kann beide Faktoren - das Können und das Wollen - kontrollieren. Dummerweise stößt so mancher Zeitgenosse hier an Grenzen, die sehr zu seinem Nachteil ausgehen können. Wer in einem Teufelskreis gefangen ist, steckt in einer gefährlichen Abwärtsspirale. Manchmal beginnt ein Teufelskreis ganz harmlos. Fühlt sich eine Person bereits zurückgesetzt, weil sie nicht vorgezogen wird, könnte sie bewusst offensiv werden, um vorgezogen zu werden. Tritt man mit positiven Aktionen oder Eigenschaften ins Rampenlicht, kann es erfolgreich sein. Wer will als Mitmensch nicht von positiven Effekten profitieren!? Etwas anders sieht es allerdings aus, wenn man sich durch Negatives profiliert. Da braucht es schon ganz spezielle Gefolgsleute. Initiiert man jedoch damit einen Teufelskreis, den man gar nicht beherrscht, ist man eine tickende Zeitbombe.

 

Paul Watzlawick, der sich mit menschlicher Kommunikation, Formen, Störungen und Paradoxien befasste, beschrieb den Prozess des Teufelkreises anhand folgenden Beispiels:

Der Ehemann geht eigenen Interessen nach (Wirtschaft, Fußball, Verein etc.)

Ehefrau         "Er entfernt sich von mir."       → Sie reagiert darauf und beklagt sich.

Ehemann     "Sie nörgelt an mir herum."     → Er reagiert darauf und zieht sich in seine Interessen zurück.

Die Probleme werden also jeweils unter umgekehrten Vorzeichen gesehen.

 

Kommt dieser Teufelskreis nicht zum Stillstand, kommt es irgendwann zur Trennung oder - was viel schlimmer ist - zum lustlosen und quälenden Nebeneinanderher-Leben.

 

Teufelskreis und Abwärtsspirale

 

Nicht jeder Teufelskreis führt zu einer Abwärtsspirale. Oft schließt er sich nur zu einem Kreis gegenseitigen Ignorierens. Das ist dann der Fall, wenn kein Wille zur Veränderung der Verhaltensweisen erkennbar ist. Fatal ist es, wenn keiner den berühmten ersten Schritt machen will, weil das eigene Ego im Weg steht. Wurde ein solcher Schritt jedoch unternommen und der Andere ignoriert ihn bewusst, wird es nur noch schwer einen weiteren Schritt geben. Die dann einsetzende Beurteilung der Gründe für den fehlenden Willen setzen eine Abwärtsspirale ingang, die sich mit Niveauunterschieden begründen lässt. Man will und  kann sich schon aus Gründen der Selbstachtung nicht mehr auf die gleiche Stufe stellen. Achtung wird so zu Verachtung.

 

Der Wille zur Lösung von Problemen

 

Jede Art der Problemlösung bedarf also des Willens, etwas ändern zu wollen. Das wiederum nützt nichts, wenn dieser Wille zur Veränderung nicht durch Worte und Handlungen unterlegt, also vermittelt wird. Umso tiefer man sich bereits in die Abwärtsspirale verstrickt hat, desto deutlicher müssen die Signale ausfallen. Das ist der Preis dafür, wenn man die Eskalation zu weit trieb.

Ist man an einem Punkt angekommen, an dem selbst positive Signale eher als taktische Finte angesehen werden, kommen alle Bemühungen zu spät. Jetzt hilft auch kein Wille mehr, ohne erheblichen Gesichts- und Achtungsverlust zu erleiden. Das Ende des Teufelskreises - das schwarze Loch - ist erreicht, in das man hinein fällt. Fatalerweise lässt bei solchen Personen der nächste Teufelskreis nicht allzu lang auf sich warten.

 

26.03.2017

 













Ansichtssache

 

Ein häufig gemachter Fehler ist die Meinung, etwas sei "Ansichtssache", also der Grund unterschiedlicher Sichten. Das mag ein sanftes Ruhekissen und der Grund für bestimmte Handlungsweisen sein, diese Einstellung ist aber nicht zielführend.

Anhand eines Beispiels lässt sich das gut erklären. Nehmen wir mal an, die Zahl "6" ist Fakt und die Ansichten liegen, wie im Bild. Dann kann die Sicht zielführend oder irreführend sein.

 

Man muss sich schon aufrichten und aufrichtig hinschauen, damit man erkennt, was richtig ist. Etwas anderes ist es, wenn man die "6" nicht mag. Dann muss man mit der "9" leben - verrückt!

 

 

Qualifiziert renovieren

 

Die größten Einzelprojekte von in die Jahre gekommenen Eigentumswohnanlagen stellen die Erneuerung der Heizungsanlage, des Eingangsbereiches und die Renovierung der Außenfassade sowie des Treppenhauses dar. Zu diesem Zweck werden Reparaturrücklagen gebildet, die auch für ungeplante Reparaturen in Anspruch genommen werden. Es ist ratsam, diese Rücklagen nicht restlos aufzubrauchen, denn auch die Aufzugsanlage und andere technische Einrichtungen sind immer wieder reparaturanfällig.  Ist eine der oben erwähnten Maßnahmen geplant, so empfielt es sich, Vorgehensweisen anzuwenden, wie sie in erfolgreichen Unternehmen praktiziert werden. Die Interessen der Anforderer sind mit denen von Eigentümern einer Eigentümergemeinschaft vergleichbar. Die Einkaufsabteilung entspricht in seiner Funktion der Hausverwaltung. Sie erteilt erst nach klarer Entscheidung der Gesamtheit den Auftrag und ist für dessen Erfüllung verantwortlich. Diese Entscheidungsstruktur und Vorgehensweise ist sehr erfolgreich, wenn sie in allen Teilen gut funktioniert. In Eigentümergemeinschaften sollten deshalb Personen die Federführung haben, die solche Vorgehensweisen professionell beherrschen. Leider stehen solche Personen nicht überall zur Verfügung. Sind sie vorhanden, stellen sie an Arbeitsgruppen und an deren Zusammensetzung hohe Ansprüche. Auch wenn sie nicht Teil einer Arbeitsgruppe sind, so prüfen sie natürlich kritisch das, was man ihnen später zur Entscheidung vorlegt und werden dann bei Bedarf aktiv.

 

Anforderungen und Wünsche der Miteigentümer (Anforderungsprofil)

 

Nimmt man die kostenintensive Renovierung einer Außenfassade als Beispiel, so können folgende Anforderungen und Wünsche bestehen:

  • Einsetzen einer Arbeitsgruppe (Ausschuss), die federführend informiert und die Entscheidung vorbereitet.

  • Das Haus soll wieder schön aussehen.

  • Die Renovierung soll nicht viel kosten.

  • Das beste Preis-/Leistungsverhältnis soll entscheiden.

  • Die Kosten müssen sich über die Standzeit amortisieren.

  • Mir gefällt die Farbkombination "xy".

  • Die Arbeiten sollen qualitativ hochwertig sein.

  • Die richtige Baustellenorganisation soll ein Chaos auf den Verkehrsflächen verhindern.

  • Größtmöglicher Schutz für Mensch und Material bei den durchzuführenden Arbeiten.

  • Zusätzliche Wünsche, die dem Erhalt der Immobilie dienen.

  • Gute Abstimmung zwischen begleitenden Maßnahmen, die nicht zum Auftragsumfang gehören.

  • Beratung durch einen unabhängigen Bausachverständigen vor Vergabe.

  • Baustellenüberwachung durch einen Fachmann (vereidigter Bausachverständiger).

  • Mir ist das alles egal, es soll nur schön sein.

  • Ich habe leider keine Ahnung...

Der Strauß ist so bunt, wie die Zusammensetzung der Eigentümer.

 

Zusammensetzung des Ausschusses und Formulierung seines Auftrages

 

Eine Eigentümergemeinschaft ist gut beraten, nur geeigneten Miteigentümern ihr Vertrauen auszusprechen. Diese sollten sich durch bisheriges uneigennütziges Gemeinschaftsdenken und absolute Integrität auszeichnen. Wenigstens einige Personen sollten ausreichende Kenntnisse organisatorischer und fachlicher Art mitbringen, damit obige Wünsche zusammengetragen und fair gewichtet werden können. Die Kompetenzen eines Ausschusses orientieren sich an den Rechten und Pflichten der Eigentümergemeinschaft. Wird ein Ausschuss explizit mit der Entscheidung und der Vergabe beauftragt, ist auch das möglich, birgt jedoch gewaltige Risiken.

 

Einholen von Angeboten

 

Eine Eigentümergemeinschaft sollte vorhandene Kenntnisse und Ressourcen nutzen. Besteht die Chance, Fachkompetenz aus dem Unfeld der Eigentümer nutzen zu können, so ist das von unschätzbarem Vorteil. Ideal wäre die fachliche Begutachtung des Objektes und dessen Mängel und ein daraus resultierendes  Pflichtenheft mit Mengenangaben, dezidierten Handlungs- und Materialempfehlungen sowie ein Kostenüberblick, der auch den ungünstigsten Fall abdeckt, wenn bisher nicht alle Mängel offen sichtbar sind. Die mögliche finanzielle Höchstbelastung nach abschließender Aufmaßabrechnung ist im Sinne der Belastung des Rücklagenkontos enorm wichtig.

 

Dieses Pflichtenheft stellt die Anfrage- und Angebotsbasis dar, wobei alternative Renovierungen separat angeboten werden können. Die Verwaltung bringt ihrerseits Anbieter mit ein. Vorrangig ist ein optimaler qualitativer Angebotsvergleich anzustreben, um alle Wünsche der Eigentümer mit den entsprechenden Kosten zu belegen, damit der Umfang der endgültig zu beauftragenden Positionen festgelegt werden kann.

Die oftmals übliche Methode, faktisch drei Angebote einzuholen und den billigsten Anbieter zu beauftragen, ist unprofessionell und wird eigentlich nur von Eigentümergemeinschaften geduldet, die unbedarft sind. Oftmals sind bei diesem Verfahren die Angebote gar nicht wirklich vergleichbar und der Einholer der Angebote ist sich mitunter sogar dessen bewusst, umso sicherer er ist, bereits den richtigen Partner gefunden zu haben.

 

Der qualifizierte Angebotsvergleich

 

Mit dem qualifizierten Angebotsvergleich sollen die Stärken und Schwächen von Anbietern oder deren Leistungen transparent gemacht werden. Falsche eigene Vorgaben führen natürlich zu entsprechenden Ergebnissen. Bei Angeboten auf der Basis eines Pflichtenheftes werden fragwürdige oder missverständliche qualitiative Vorgaben ausgeschlossen. Eventuell eingebrachte Alternativen können jedoch die Entscheidungspalette erweitern.

 

Der qualifizierte Angebotsvergleich führt nach angemessener Diskussion zur Fixierung des endgültigen Leistungsumfangs, damit mit den Anbietern final verhandelt werden kann. Hier sollten Personen aus dem Kreis der Eigentümer die Federführung besitzen. Besondere Kenntnisse und Verhandlungsfähigkeiten der Verwaltung sind dabei von Nutzen.

 

Nachdem die Nachverhandlungen geführt sind, können die Eigentümer in einem verkürzten Verfahren (Benachrichtigung - Votum - Rückantwort) über die Vergabe entscheiden, wobei die Summe der Miteigentumsanteile entscheidet.

 

Es empfielt sich ferner, die Bauüberwachung einem vereidigten Bausachverständigen zu übertragen und ein Gremium zu bestimmen, das alle überraschend zutage tretenden Mehrarbeiten, die den Rahmen des Pflichtenhefts übersteigen, absegnet.

 

Vertragserfüllung

 

Welche Mengen auch immer die Anbieter in ihren Alternativvorschlägen nennen oder im Pflichtenheft stehen, die Preise verstehen sich als Einheitspreise im Sinne von VOB/A §5 Nr. 1a und die Vergütung erfolgt stets nach den vertraglichen Einheitspreisen und den tatsächlich ausgeführten Leistungen gemäß  VOB / B § 2 Nr. 2. Das finale bauseitige Aufmaß sollte zusammen mit dem Bausachverständigen erstellt werden. Nach Rechnungsprüfung kann die Bezahlung erfolgen. Die risikoreichste Methode ist jedoch die Vergabe zum Festpreis, weil sich alle Unwägbarkeiten auf die Qualität und andere Faktoren auswirken.

Von großem Wert ist bei solchen Vertragspartnern eine Gewährleistungsbürgschaft.

 

Kostendeckung und Rücklagenkonto

 

Die Eigentümergemeinschaft und die Hausverwaltung müssen sicherstellen, dass Rechnungen bezahlt werden können. Reichen die hierzu freigegeben Rücklagen nicht aus, muss eine Sonderumlage erhoben werden. Vergaben unter rein preislichen Gesichtspunkten, nur um einer Sonderzahlung zu entgehen, wären unverantwortlich, wenn sie die Amortisation der Ausgaben verschlechtern. Hier sollte unbedingt das Prinzip "Eigentum verpflichtet" greifen.

 

Wie eine Eigentümergemeinschaft entscheidet, hängt ganz wesenlich von der Kompetenz, der wirtschaftlichen Lage der Eigentümer und den zur Klärung der Maßnahme beauftragten Personen ab.

 

In diesem Sinn: Gutes Gelingen!

 

26.2.2017

 





Die Methode ist entscheidend

Aufgaben mit besonderer Tragweite sind nicht immer einfach zu lösen. Geht es um eine Investition oder eine Werterhöhung, so spielt die Amortisation der Kosten eine große Rolle. Gerade bei älteren Gebäuden, zu denen keine Unterlagen zu den vearbeiteten Materialien mehr vorliegen, besteht eine große Grauzone, die besondere Sorgfalt erfordert, damit die Sanierung nachhaltig ist. Es sollte eine möglichst hohe Standzeit erzielt  werden, damit sich die Kosten in einem günstigen Verhältnis amortisieren. Eine Vorgabe, die Ritzen zuzuschmieren, Schadstellen auszubessern und  in einem schönen Farbton drüberzustreichen, ist zu kurz gegriffen. Auch "Hauptsache billig" führt selten zu Nachhaltigkeit.

 

Treten im Laufe der Arbeiten Schäden auf, so muss kurzfristig über die zusätzlichen Maßnahmen entschieden werden. Wurde dies in einem gewissen und pessimistisch geschätzten Umfang zuvor nicht berücksichtigt, so sind Nachträge die Folge, welche die ursprünglich vereinbarte Summe übersteigen. Wurde dies jedoch bereits in der Angebotsphase berücksichtigt und besteht darüber Kostentransparenz, so läuft auch die Finanzierung nicht aus dem Ruder.

 

Besondere Aufmerksamkeit sollte man der Baustellenorganisation schenken. Neben der Sicherheit spielt natürlich auch die Belegung der Verkehrsflächen eine große Rolle. Das Personal der beauftragten Firma muss bei Unterbrechungen irgendwo unterkommen, Materialien und Werkzeuge müssen vorgehalten werden. Die richtige Organisation schließt einen festen Bauwagen ein. Kraftfahrzeuge belegen somit keine Verkehrsflächen und Privatparkplätze.

 

Ein wichtiger Punkt ist die Gewährleistung. Auch wenn es dafür gesetzliche Regelungen gibt, so ist eine darüber hinaus gehende Gewährleistung ein Ausdruck für Qualität. Vom billigsten Anbieter sollte man eine Gewährleistungsbürgschaft einer namhaften Bank einfordern.

 

Ein krasser Fehler wäre zum Beispiel, die Beurteilung, ob eine Grundierung vor dem Hauptanstrich aus Kostengründen entfallen kann, dem Anbieter überlässt, wenn  vom Hersteller der Farbe die Grundierung als Voraussetzung für seine Gewährleistung gilt. Auch hier kann nur eine geforderte Gewährleistungsbürgschaft für Klarheit sorgen.

 

Es ist natürlich schwierig, einer Eigentümergemeinschaft all das näher zu bringen, was für sachkundige Eigentümer selbstverständlich ist. Sicherheit und Baustellenkomfort kosten Geld. Das gilt auch für einen kompetenten Sachverständigen, der die Arbeiten unabhängig überwacht. Am Ende zahlt es sich aber aus, wenn man eine nachhaltige  Sanierung durchführt.

 

Darum: Aufgepasst bei der Partnerwahl!

 

Klaus Klee

 

 

 

Gruppenverhalten ist entscheidend

 

Wer in Gemeinschaften lebt, muss sich mit Gruppenstrukturen auseinandersetzen. Dazu sollte man grundsätzlich etwas über mögliche Zusammensetzungen wissen. Die am häufigsten anzutreffenden Mitgliedertypen sind

  • die leistungsstarken Gruppenmitglieder und

  • leistungsschwache Personen,

  • der informelle Gruppenführer,

  • Ehrgeizlinge,

  • Intriganten,

  • Drückeberger,

  • Frohnaturen,

  • der Gruppenclown,

  • der freche Typ,

  • der Neuling,

  • der schüchterne Typ,

  • der problembeladene Typ,

  • der Außenseiter,

  • Mitläufer und

  • das schwarze Schaf.

Nicht alle Typen sind in allen Gruppen anzutreffen, aber jeder Typ findet seinen Platz und muss mit der passenden Gruppenbehandlung rechnen. Es gibt Gruppenmitglieder, die unbedingt eine tragende Rolle spielen wollen. Bei leistungsstarken integeren Gruppenmitgliedern ist das kein Problem. Es gibt aber Personen, die Gruppenregeln ignorieren und schon deshalb ungeeignet sind. Leistungsschwache Personen zum Beispiel überspielen oft  ihre Schwächen mit impertinentem und borniertem Auftreten, trauen sich Dinge zu, die sie nicht wirklich beherrschen, nur um einen herausragenden Platz in einer Gemeinschaft einzunehmen. Solche Personen werden allein wegen ihres Auftretens als unangenehm empfunden.

 

Nun kann man aus obiger Aufzählung all die Typen leicht herausfiltern, die der späteren Agitation solch offensiver Schwachleister erliegen. Der Rest lässt sich jedoch nicht von bösen Mundwerken und Schikanen oder den Handlungen der in deren Schatten rumorenden Mitläufer blenden.

 

Interessant ist, was in Gruppen passiert, in denen tatsächlich derartig agierenden Personen wichtige Aufgaben mit begrenztem Umfang übertragen werden und diese in allen Belangen maßlos enttäuschen. Ein Ausschuss, der zum Beispiel vereinbarte Termine nicht einhält, wichtige Gruppeninteressen im Eigeninteresse ignoriert, mit dem Ergebnis seiner Tätigkeit enttäuscht, und versucht, seine übertragenen Kompetenzen zu überschreiten, ist sicherlich falsch besetzt.

 

Wenn darauf nicht wenigstens eine Handvoll betroffener Gruppenmitglieder energisch reagiert, siegen nicht nur die besagte Impertinenz und Borniertheit, die gesamte Gruppe verliert auch gewaltig an Niveau. Es ist mehr als logisch, dass Ergebnisse solcher Fehlleistungen ausgesetzt werden und kompetentere Gruppenmitglieder verbesserte Ergebnisse erarbeiten. Absolut problemlos sollte das gelingen, wenn die vorher beauftragten Personen im vermeintlichen Glauben an die Akzeptanz des fragwürdigen Ergebnisses bereits vollmundig die Beendigung ihrer Funktion und die Auflösung der Gruppe meldeten. Man muss zunächst allerdings die Aktion stoppen.

 

Wann ist eine Gruppe ein Team?

 

Wenn Gemeinschaften funktional eine Einheit bilden, werden sie als "Team" bezeichnet. Auch hier wird in

  • leistungsstarke und leistungsschwache Teams,

  • Teams mit Leistungsreserven,

  • unruhige Teams,

  • Chaotengruppen,

  • problembeladene Teams und

  • stille Teams

unterschieden.

 

Ganz wesentlich ist der Kopf eines Teams, denn hier werden die entscheidenden Impulse verwaltet und generiert. Auch hier sind aus obiger Aufzählung leicht die Teammitglieder auszufiltern, die dafür absolut nicht infrage kommen dürften. Wer sich selbst innerhalb der Gruppenstruktur nicht richtig einordnen kann, wird von einer verantwortungsvollen Gruppe auf den richtigen Platz verwiesen. Natürlich gibt ein Team solchen Personen irgendwann die Chance, sich erneut zu bewähren. Davor liegt aber ein langwieriger Prozess, bei dem positive Veränderungen zu erkennen sind.

 

Da diese Ausführungen auf unzählige Gruppen-Konstellationen zutreffen, können sie vielerorts helfen, Gruppenverhalten zu verändern. Grundvoraussetzung ist, dass man den Bezug zur eigenen Gruppe herstellen kann und Gruppenmitglieder ihr Fehlverhalten erkennen. Positive Charaktereigenschaften können dabei durchaus helfen.

 

20.02.2017





 

      Arbeitsgruppen und Ausschüsse

 

Eine Gemeinschaft oder Gruppe wird stets bemüht sein, die Vertretung ihrer Interessen an einen Ausschuss oder eine Arbeitsgrupe(AG) zu delegieren. In Bagatellfällen kann sogar das Fällen von Entscheidungen übertragen werden. Die Frage ist nur, wo die Bagatelle endet und wo die Entscheidung mit Tragweite beginnt.

 

Wird ein Ausschuss oder eine AG eingesetzt, so werden das Wirkungsfeld, die Befugnisse und der zeitliche Rahmen klar umrissen. Damit ist natürlich ein Vertrauensvorschuss der Gemeinschaft gegeben. Stößt ein Ausschuss oder eine AG an ihre Grenzen, sollte die Gemeinschaft umgehend informiert werden, damit Abhilfe geschafffen werden kann.

 

Interpretiert ein Ausschuss oder eine AG ihre Aufgabe falsch oder kommt sie den Erwartungen der Gemeinschaft nicht nach, bzw. erfüllt sie nicht, sollte ihnen die Aktivität entzogen werden, ehe Tatsachen geschaffen werden, die nur noch schwer rückgängig gemacht werden können.

 

Ist ein Ausschuss oder eine AG im Sinne der Gemeinschaft erfolgreich, so ist eine sachliche Entscheidung durch die Gemeinschaft mit hoher Übereinstimmung die Folge. Dazu gehört allerdings, dass erarbeitete Alternativen qualitativ und finanziell so transparent  gegenübergestellt werden, dass jedes Mitglied der Gemeinschaft die Entscheidung in Ruhe überdenken kann.

 

An einem Beispiel lässt sich das gut erläutern

 

Eine Eigentümergemeinschaft möchte die in die Jahre gekommene Fassade des Wohnobjekts, zu dem auch eine Garagenfront gehört, sanieren lassen und setzt im April einen Ausschuss ein, der die Anforderungen und Wünsche der Eigentümer zusammentragen und die Angebotseinholung bis zur Vorbereitung der Entscheidung herbeiführen soll. Als letzten Termin bis zu geplanten Auftragsvergabe ist der 31.12. vorgegeben, dem sich alle zur Entscheidung erforderlichen Termine, wie die der zur Entscheidung erforderlichen Eigentümerversammlung unterzuordnen haben.

 

Ende Februar des Folgejahres, also 10 Monaten seit Einsetzung des Ausschusses, erklärt der Ausschuss seine Arbeit als beendet und legt nur zwei selbst initiierte Angebote ohne jeden qualitativen Vergleich vor, in dem wichtige zuvor bekannte Wünsche von Eigentümern eigenmächtig ausgenommen, die Garagenfronten ausgespart und missverständliche Äußerungen hinsichtlich des weiteren Vorgehens abgegeben wurden. Als Vorgabe der Arbeitsgruppe an die Baufirmen ging folgender Umfang:

Ritzen im Putz zuschmieren, Balkone ausbessern und Haus komplett anstreichen.

Genau das wurde dann auch angeboten und damit das Ziel einer nachhaltigen Sanierung und kompletten Vergabe aller erforderlichen Maßnahmen verfehlt.

 

Das weitere Vorgehen musste danach gründlich überdacht und neu erarbeitet werden. Das zeigt, wie wichtig es ist, Ausschüsse richtig zu besetzen und die Kompetenzen bei Bedarf neu zu ordnen.

 

Wenn Eigentümer wegsehen

 

Eigentumswohnanlagen sind bezüglich des Zusammenlebens feinnervige soziale Gebilde. Hier treffen viele unterschiedliche Interessen und Lebensgewohnheiten aufeinander. So vielschichtig, wie die Herkunft, Bildung, Erziehung, das Alter und die wirtschaftliche Situation der Bewohner, so sind auch ihre Verhaltensweisen. Da hier Eigentümer und Mieter unter einem Dach leben, spielen diese gelebten Verhaltensweisen für den Frieden in einer Wohnanlage eine große Rolle. Eine höhere zivilisierte Lebensart mit gegenseitiger Rücksichtnahme und dem zügigen Anpassungsprozess derer, die mit diesem nicht ausgestattet sind, kann eine Hausordnung nahezu überflüssig machen. Leider ist das aber nicht immer der Fall. Sich sozial in eine Gemeinschaft zu integrieren, erfordert Einsichten und positive Lerneffekte. Man muss eigene Interessen, mit denen man sich individuelle Vorteile verschaffen will, den Interessen der Gemeinschaft unterordnen.

 

Borniertes Verhalten hat Grenzen

 

Null Spielraum gibt es bei der Sicherheit und Situationen, in denen anderen Bewohnern durch das sozialfeindliche Verhalten ein Nachteil entsteht. Hier ist der Verwaltungsbeirat und natürlich die Hausverwaltung (auf Weisung des Verwaltungsbeirats) gefragt. Schließlich vertritt der Verwaltungsbeirat die Interessen aller Eigentümer. Bei uneinsichtigen Betroffenen führt das zu Verärgerungen und gelegentlich zum offenen Widerstand. In der Folge sind bei den Uneinsichtigen opportunistische Verhaltensweisen bis hin zu schikanösen Handlungen an der Tagesordnung. Der häusliche Frieden ist massiv gestört.

 

Integerer Verwaltungsbeirat erforderlich

 

Für die Harmonisierung bedarf es einer gut funktionierenden Eigenverwaltung, die mit integeren Personen besetzt sein muss und deren Verhaltensweisen fernab von Eigennutz sind. Eine gemeinschaftsorientierte Eigenverwaltung lässt sich jedoch sehr leicht aushebeln, wenn es die Eigentümer zulassen. Da genügt es, wenn ein einzelner unangepasster Querulant aus purem Eigennutz in das Gefüge des Verwaltungsbeirats eindringt und ihn sprengt. Einen Angriffspunkt kann dabei ein Mitglied des Verwaltungsbeirats bieten, das ähnlich strukturiert ist und seine neutrale Position aus eigenen Interessen aufgibt.

Die Auflösung eines Verwaltungsbeirats ist allerdings mit einem enormen Vertrauensverlust verbunden, der die Eigentümerversammlung bei der Neuwahl dieses Gremiums behindert. Wird diese Funktion aus mangelnder Eigeninitiative sogar an die Hausverwaltung delegiert, entsteht rechtlich ein Vakuum. Alle wichtigen Entscheidungen werden dann nicht mehr von Eigentümern mitgestaltet, die dazu einen klaren Auftrag innerhalb eines rechtlich abgesicherten Rahmens haben, wie sie ein Verwaltungsbeirat nun mal hat. Spielen sich anschließend diejenigen, die diesen unhaltbaren Zustand heraufbeschworen, in den Vordergrund und halten an ihren Verhaltensweisen fest, ist das Ende der Eskalationsstufen erreicht.

 

Große Entscheidungen werden erschwert

 

Kommen Selbstüberschätzung, Inkompetenz und Eigennutz zusammen und beeinflussen  in einer tief gespaltenen Gemeinschaft wichtige Entscheidungen, kommt es unweigerlich zum offenen Ausbruch des Konflikts. Die Lösung des Konflikts steht dann eindeutig über den wichtigen Entscheidungen, wenn diese auf einer größtmöglichen Zustimmung aufbauen sollen. Zunächst müssen die Regeln des Zusammenlebens neu definiert und die Fehlverhalten aus dem Weg geräumt werden. Erst, wenn das einsichtig und mit der nötigen sozialen Integration erfolgt, können wieder tragende gemeinsame Entscheidungen mit hoher Zustimmung getroffen werden.

 

Die Hausverwaltung als Mediator

 

Von einer Hausverwaltung kann erwartet werden, dass sie die Eigentümergemeinschaft ausführlich über die Konsequenzen eines fehlenden Verwaltungsbeirats aufklärt. Besonders verantwortungsvoll erweist sie sich, wenn sie die Konflikte der Eigentümergemeinschaft aufgreift und darauf einwirkt, dass zukünftige Entscheidungen völlig unbelastet erörtert und gefällt werden können. Steckt eine Hausverwaltung den Kopf in den Sand und nutzt sie sogar sich ergebende Entscheidungs- und Kontrolllücken, ist sie fehl am Platz. Bei einem fehlenden Verwaltungsbeirat ist es bedeutend schwerer, die Interessen der Gemeinschaft durchzusetzen, weil womöglich die Niederlegung der Verwaltung befürchtet werden muss. Wegen des fehlenden Verwaltungsbeirats würde das automatisch die Gerichte beschäftigen. Ist der Verwalter zeitlich befristet bestellt, tritt dieses Problem bei der Frage nach der Verlängerung des Verwaltervertrages offen zutage.

 

Vernunft und Lebenserfahrung gefragt

 

Friedrich Schiller meinte einst in Wilhelm Tell: "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt...". Das zeigt, dass störende menschliche Wesenszüge ganze Gemeinschaften treffen können, wenn sich eine Gemeinschaft nicht dagegen wehrt. Fehlende Zivilcourage und altersbedingte fehlende Abwehrkräfte konzentrieren den Widerstand gegen Störenfriede auf wenige Personen. Erreichen diese Personen mit Hilfe sich wehrlos und ohnmächtig fühlender Miteigentümer keine qualifizierte Mehrheit, geben alle zusammen ihren Einfluss auf die Gemeinschaftsimmobilie aus der Hand. Das zwingt sicher zum Nachdenken!

 

14.02.2017

 






























 

Verwalten statt gestalten

 

Wie schön, dass die Maintaler Verwaltung mit zwei parteilosen Magistratsmitgliedern an der Spitze völlig unpolitisch ist. Wenn ich deren Verhaltensweisen aufgreife, so ist das keine Kommentierung der Kommunalpolitik, allenfalls eine des Eigenlebens der Maintaler Verwaltung. Dieser kann man einmal mehr die Maxime "verwalten anstatt gestalten" nachsagen. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie nur das macht, was unbedingt notwendig ist. So trägt auch die Gestaltung von "Maintal macht mit" diese Handschrift. Die Verwaltung setzt nur das um, was ihr die Politik als Vorgabe liefert und was zu ihren Kernaufgaben gehört, begnügt sich also mit der minimalsten Form und hält möglichst viel Arbeit von den Mitarbeitern fern. Gestalten und  Mitmachen sollen die Bürger und die in politischen Vereinen organisierten Maintalerinnen und Maintaler. Es stellt die Verwaltung auf das Niveau reiner Administration. Das merken auch die Bürger immer stärker. In "Maintal macht mit" ist deshalb folgende Anregung und die entsprechende Stellungnahme der Verwaltung zu finden. Sie ist eher ein Verwaltungs-Psychogramm als ein Beitrag zur ernstgemeinten Bürgerbeteiligung.

 

 

 

Hali Hallo,

 

ich finde "Maintal macht mit" ist eine super Seite und finde es sehr schön das man sich hier einbringen kann.

Ich würde mir für die Seite noch ein zusätzliches Forum wünschen, vllt. bringt das auch noch mehr zusätzliche Aktivität hier rein. Vorstellen könnte ich mir das wie ein Kästchen auf dem Start Bildschirm, genau wie die anderen in dem Forum könnte man dann schon vorgefertigte Untergruppen von Themen finden. Zudem würde ich es stark befürworten (sofern es nicht die Kosten Rahmen komplett sprengt) vllt. an einer App zu arbeiten. So kann man direkt ins Forum zugreifen und auch Ideen einbringen, zudem kann man Benachrichtigungen wie bei anderen Sozialen Netzwerken einführen, wenn jemand anderes etwas kommentiert.

 

Ein gutes Beispiel hierfür was ich selbst getestet habe ist diese App:

http://beste-apps.chip.de/android/app/hoomn-android-app,de.hoomn.app/

Sie heißt hoomn die Gestaltung ist sehr schön & sehr einfach, genau wie die Bedienung. Evtl. könnte man da etwas abkupfern und was gutes draus machen.

 

Mit freundlichen Grüßen Hakim Schäfer

 

 
 

Der Vorschlag zur Wiedereröffnung des Maintal Forums liegt im Zuständigkeitsbereich der Stadt Maintal.

 

Zu den finanziellen Auswirkungen ist anzumerken, dass bei einer Umsetzung der Idee Kosten für die Einrichtung und das Hosting der Plattform sowie Personalkosten für deren Betreuung entstehen würden. Die Idee ist jedoch rechtlich bedenklich. Mit dem Betrieb eines Forums sind für den Magistrat große rechtliche Risiken verbunden. Denn Forenbetreiber haften für die Beiträge der Nutzerinnen und Nutzer. Auch könnte durch den Betrieb eines Forums insbesondere in Zeiten des Wahlkampfes die politische Neutralität der Verwaltung gefährdet sein. Aus diesen Gründen haben uns auch die kommunalen Spitzenverbände dringend vom Betrieb eines Forums bzw. der Fortsetzung des Maintal Forums durch den Magistrat abgeraten.

 

Zudem hat die Stadtverordnetenversammlung am 9. Februar 2015 mit dem Haushaltsbeschluss Nr. 5 entschieden, dass das Internetportal Maintal Forum eingestellt werden soll. Eine Wiedereröffnung des Maintal Forums würde somit einem gültigem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung widersprechen und ist allein deshalb aus Sicht des Magistrates abzulehnen.

 

Und weitere Gründe sprechen aus unserer Sicht gegen eine Umsetzung: Mit dem oben genannten Beschluss hat die Stadtverordnetenversammlung auch die Einrichtung einer städtischen Facebook-Seite (https://www.facebook.com/Maintal.de) sowie der Kommunikations- und Aktionsplattform „Maintal macht mit“ beschlossen. In letztere wurden auch die Möglichkeit Ideen online einzubringen, ähnlich der ehemaligen Bürgerhaushaltsplattform, integriert. Diese neuen Kanäle erfüllen im Gegensatz zu einem reinen Diskussionsforum - wie es das Maintal Forum war - die Möglichkeiten der Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung.

 

Insbesondere mit „Maintal macht mit“ wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich aktiv für ihre Stadt einzubringen, sie gemeinsam zu verbessern und weiterzuentwickeln. Alle Module, die auf der Plattform angeboten werden, zielen darauf ab. So dient die Möglichkeit, Fragen zu stellen, der Information der Bürgerinnen und Bürger. Nur wer gut informiert ist, kann auch mitgestalten. Zudem suchen wir mit der Ideenplattform Maintalerinnen und Maintaler, die Ideen für ihre Stadt einbringen. Es handelt sich dabei um ein geregeltes transparentes Verfahren; jede Idee erhält die gleiche Chance. Findet eine Idee genügend Unterstützer, wird sie mindestens im Magistrat beraten.

 

Das Maintal Forum hatte vor seiner Schließung ohnehin immer weniger aktive Nutzerinnen und Nutzer. Deshalb sehen wir keinen Bedarf für eine Wiedereröffnung - insbesondere vor dem Hintergrund, dass es nun zahlreiche andere Möglichkeiten des Kontaktes und des Meinungsaustausches gibt.

 

Selbstverständlich steht es jedoch Bürgerinnen und Bürgern frei, ein Diskussionsforum für Maintal zu eröffnen und selbstständig und in eigener Haftung zu betreiben. Für die Umsetzung der Idee ist nicht der Magistrat gefordert.

 

 

 

Der letzte Satz unterstreicht, dass nicht mehr geleistet werden soll, als unbedingt erforderlich, was sich herrlich damit begründen lässt, dass diese Zusatzleistung nirgendwo vorgeschrieben ist. Deshalb gibt es ja die "Freiwilligen Leistungen", die das Parlament initiieren und anordnen muss. Diese werden jedoch so ausgeführt und mit Aufwand beziffert, wie es der Verwaltung passt und bei Haushaltsberatungen oder - wie im Bürgerhaushalt 2014 geschehen - zur Disposition gestellt.  Verwaltung ist aber beherrschbar - wenn das wirklich gewollt ist.

 

Veröffentlicht am 5.2.2017

 



Minimalistische Funktion

Die anspruchsvolle Intention, das Gemeinwesen von den Maintaler Bürgern wirklich mitgestalten zu lassen, ist längst verkümmert. Übrig blieben Placebos ohne zwingendes Leben, während immer noch behauptet wird, die Intention existiere noch. Die Politik hat ebenfalls das Handeln gedrosselt, wähnt sich aber immer noch an den Steuerhebeln. In den Gelenken sitzt fester Verwaltungsrost, der sich unaufhörlich weiterfrisst, aber über soziale Medien, Wochenzeitungen und Anzeigenpostillen in den herrlichsten Farben blüht. Erfolgen mal angedeutete hoffnungsvolle Richtungswechsel, so stoppen sie bereits an Hindernissen, die der Verwaltung schon vorher genüsslich bekannt waren.

 

Was ist das nur für eine Truppe, die sich auf die nackte personelle Anwesenheit zurückzieht, sich selbst zur bloßen Umsetzung von 08/15-Aufgaben der Verwaltung downsized und ihrem Personal im Bürgerkontakt einen Maulkorb umhängt, damit diese sich nicht als Bürger, die sie ebenfalls sind, aktiv an der Gestaltung Maintals beteiligen?

 

Die Verwaltungsspitze scheint - unter den warmen Röcken kommunaler Spitzenverbände und Vorschriften sitzend - immer dann "Empfehlungen" zu folgen, wenn damit fehlende Eigeninitiative überdeckt werden kann. Maintal braucht eindeutig mehr, um seine Probleme zu lösen.

 

Die neben stehende Stellungnahme werte ich als schwache Argumentation mit "alternativen Fakten" und Ausflüchten. Für den Facebook-Auftritt und die Nutzung des Accounts trägt die Stadt Maintal z. B. ebenfalls Verantwortung und das ist mit ähnlichem Personalaufwand verbunden. Nur deshalb musste man sich grünes Licht vom Parlament holen. Hier war wahrscheinlich die Propagandafunktion zur Selbstdarstellung wichtig, die jetzt rege genutzt wird.

 

In Zeiten, in denen selbst der amerikanische Präsident nur über soziale Medien mit den Menschen korrespondiert, um reguläre Wege seines Amtes mit all ihren Restriktionen nicht benutzen zu müssen, verwundert es natürlich nicht, dass die Administration Maintals ebenfalls zum wirklichen Gedankenaustausch mit den Bürgern auf andere Medien verweist. Dort kann man sich als Verwaltung und Politiker ebenfalls informieren, muss aber nicht reagieren. Alles also so, wie es beim alten Forum der Fall war.

Übrigens: Entgegen der neben stehenden Behauptung hatte das Maintal-Forum auf Bürgerseite genügend aktive Nutzer. Jeder schnitzt sich jedoch seine Wahrheit selbst.

 

Klaus Klee

 

Aufrichtige Anteilnahme

 

Mitte Januar 2017 griff auch der Maintal TAGESANZEIGER das Thema "Maintal macht (nicht) mit" auf und fragt sich oder die Leser recht unbedarft, woran es liegen mag, warum die neu konzipierte Bürgerplattform nicht angenommen wird. Auch auf der Plattform selbst wurde das jetzt thematisiert, wodurch sich die Anzahl der aktiven Teilnahmen immerhin auf 4 erhöhte. Mitdiskutieren will jedoch kein weiterer Bürger, weil man sich zuvor anmelden müsste, was für Personen, die das neue Tool ablehnen, als unzumutbare Hürde erscheint. Den Maintal TAGESANZEIGER lesen ebenfalls immer weniger Bürger, wodurch auch dessen Ruf in der Dunkelheit verhallt. So bleibt es bei der aufrichtigen Anteilnahme gegenüber der unaufrichtigen Aktion der Initiatoren dieses teueren Flops, die sich wieder einmal schweigend ratlos geben. In Klein-Bonum würde man sagen: "Die spinnen, die Maintaler...!"

 

Ein Hauch "Bürgerhaushalt" darin versteckt

 

Nachdem der letzte Maintaler Bürgerhaushalt von der Kommunalpolitik vergewaltigt und ausschließlich für die Sanierung der Finanzen instrumentalisiert wurde, war abzusehen, dass dieses Instrument der Bürgerbeteiligung nach letztem geerntetem Nutzen beerdigt werden sollte. Aus dem Kreis der Politik war damals zu hören, man wolle dafür ein permanentes Vorschlagswesen kreieren, bei dem Vorschläge ganzjährig bewertet und bei entsprechendem Zuspruch sogar wirklich in die Gremien gelangen könnten. Die neue Bürgerbeteiligungsplattform scheint das entsprechende Tool zu beinhalten, doch weder der Magistrat noch die Presse klärten darüber auf. Wichtig war den Protagonisten dagegen, die Hürde für Vorschläge auf 100 Zustimmungen zu legen, ehe sie erntsthaft wahrgenommen werden würden. Eine Beteiligungsplattform also für den St. Nimmerleins-Tag und ein echtes Placebo! Westentaschen-Opportunisten der Kommunalpolitik passt das natürlich.

 

Statistik der ignoranten Leser

 

Meine Homepage verzeichnet seit dem Artikel "Nichtbeteiligungfsplattform" einen starken Anstieg der Zugriffe speziell dieser Seite, und meine Website-Statistik zeigt, welche Server und User auf die Seite zugriffen. Es ist allerdings ähnlich, wie bei den kritischen und konstruktiven Artikeln, die in der Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS erscheinen. Die Artikel werden von Verwaltung und Politik ignoriert, als hätten sie Deppen geschrieben. Auch hier ist klar zu erkennen, was Verwaltung und Politik wirklich von Bürgerbeteiligung halten. Beide bedienen jedoch die sozialen Medien mit einseitigen Infos und mit demonstrativer Geschäftigkeit als Informationsplattform, als müssten sie ihre Daseinsberechtigung unterstreichen. Was um sie herum geschieht, wird dagegen ausgeblendet, obwohl sie meine Artikel lesen und wissen, was im Argen liegt.

 

Adäquate Partner

 

Maintal verfügt über interessierte und kompetente Bürger, die Ideen haben. Das bewiesen einige Bürgerbeteiligunsprojekte, wie zum Beispiel das Bürgerhaushaltsprojekt 2013. Dies bedeutet allerdings Mehrarbeit für die Verwaltung, die dabei informieren und die Machbarkeit der Ideen prüfen und bewerten muss. Hier sind adäquate und faire Partner in der Verwaltung gefragt. Genau das war jedoch selten der Fall. Während des Bürgerhaushalts 2014 entfaltete sich sogar eine destruktive Eigendynamik der Verwaltung, wobei das Verfahren zeitweise undurchsichtig war, massiv gestört und parallel dazu  die Ergebnisse von 2013 ein Jahr lang ausgesessen wurden. Bereits an diesem Punkt war das Vertrauen der Bürger restlos zerstört.

 

Als dann sogar noch eine groteske Bürgergutachten-Posse alle bisherigen Ergebnisse von Bürgerbeteiligungsprojekten konterkarierte, wandten sich die meisten aktiven Bürger von der Bürgerbeteiligung ab. Der Verwaltung blíeben nur die unbedarften sowie die unkritischen von der Verwaltung gesetzten Mitmacher, die sich den gewünschten Ergebnissen unterordneten. Die Verwaltung hat offensichtlich klare Vorstellung von "adäquaten Partnern" aus den Reihen der Bürgerschaft. Aber auch die machen interessanterweise im neuen Tool nicht mit. Darüber sollte die Stadtverwaltung einmal nachdenken. Vielleicht wird man ja den Erwartungen der Bürger generell nicht mehr gerecht, weil Verwalten immer stärker über echtes Gestalten geht !

 

Es ist vom Magistrat und der Kommunalpolitik viel Vertrauen wieder zurück zu holen! Dann klappt's vielleicht auch wieder mit der Bürgerbeteiligung.

 

Veröffentlicht am 22.01.2017

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

















 

Nichtbeteiligungsplattform

Gut vier Wochen ist die neue Maintaler "Beteiligungsplattform" bereits online, aber es findet nahezu keine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger statt. Mehr als 2 Jahre ist jetzt das Maintal-Forum geschlossen und man war gespannt, was an seine Stelle treten würde. Der Vogel Strauß Stadtverwaltung kreiste ewig und legte nun ein scheinbar unfruchtbares Ei. Es tut sich absolut nichts, auch kann man nicht sehen, welche oder wie viel Teilnehmer sich bereits anmeldeten und wie sich auf welchen Teilen der Plattform die Zugriffe entwickeln. Das bleibt das Geheimnis der Administratoren. Die Kommunalpolitiker wollten sich zu Fragen äußern, es werden aber keine Fragen gestellt. Es können Vorschläge unterbreitet werden, wie beim Bürgerhaushalt, aber das Tool wurde mit so hohen Hürden versehen, dass kein Zugzwang für Magistrat und Politik entsteht. Das Ereignismanagement ist auch außerhalb der Plattform direkt erreichbar, auch der Haushaltsplan 2016. Bleibt die Rubrik Information übrig, die aber noch nicht einmal die Lokale Agenda, die Mutter der Bürgerbeteiligungen, erwähnt. Was soll man von all dem halten?

 

Seit Jahren benötigt der Magistrat eine belegbare Bürgerbeteiligung zur Legitimation von Projekten, denn die Bürgerbeteiligung ist vielfach vorgeschrieben. In immer neuen Verpackungen werden Personengruppen gesucht und gefunden, die sich dafür hergeben. Die Kommunalpolitik nutzt passende Teilergebnisse solcher Arbeitssitzungen, ohne jedoch eine Verpflichtung einzugehen. Bezahlte Moderatoren und Berater der Stadt arbeiten auf die zuvor gewünschten Ergebnisse hin. Stellen sich diese nicht ein, werden die Pferde so lang gewechselt, bis das Ergebnis genehm ist.

 

Das Maintal-Forum war eine Diskussionsplattform, auf der die wirklichen Befindlichkeiten der Bürger ausgetauscht wurden. Dort waren natürlich Dinge zu lesen, die einigen Personen gar nicht passten. Stellungnahmen der angesprochenen Magistratsmitglieder und Vertreter der Politik blieben weitestgehend aus, weil sie sich dazu nicht verpflichtet fühlten. Ein echter Dialog war auch früher Mangelware, doch zumindest die Meinung der Bürger konnte geäußert und registriert werden. Heute ist das überhaupt nicht mehr möglich.

 

Was haben sich die Initiatoren der neuen Plattform dabei gedacht?

 

Es wäre denkbar, dies zu erfragen. Warum sollte man das aber tun, wenn vorher zu diesem Thema keine echte Bürgerbeteiligung erfolgte? Die jetzige Nichtbeteiligung spricht eine klare Sprache. Die neue Plattform wird nicht akzeptiert und deshalb auch nicht angenommen. Das wird einigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung sehr recht sein und den Kommunalpolitikern sowieso. Bürger sollen verwaltet und nicht wirklich beteiligt werden. So wird die Bürgerbeteiligungsplattform ein Placebo bleiben, wie der Frauenbeirat, der Seniorenbeirat und andere berufene Gremien und Projektgruppen. Sie alle dienen dem schönen Schein und erfüllen einen statistischen Zweck. Die Verwaltung verwaltet sich in Maintal selbst und die Bürger nach eigenem Gusto. Ein echter Dialog scheint nicht gewünscht zu sein, sonst sähe die Plattform anders aus. Wieder mal eine verpasste Gelegenheit...!

 

Veröffentlicht am 30.12.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 






Seifenblasen oder einfach nur Schaum

 

Schöne Worte und schöner Schein - damit garniert man in Maintal Aktivitäten, die Lebensqualität und Nähe zu den Bürgern demonstrieren sollen. Was vor Jahren mit großer Resonanz der Bevölkerung begann, ist heute nur noch ein Schwall bunter Seifenblasen, der von den mit abgelegten Ideen vollen Schubladen ablenken soll. Allenfalls alter Wein in neuen umetikettierten Flaschen erinnert noch an die vielen Stunden kreativen Schaffens und die erzeugte Zuversicht, dass dies zum Wohl Maintals erschaffen wurde. Er kommt auf den Tisch, wenn er irgendwie zu akuten Vorhaben passt, die allerdings mit den ursprünglichen Überlegungen kaum mehr etwas zu tun haben. Sie werden jedoch wie eigene Ideen der Verantwortlichen zelebriert, denn die Historie der Ideen ist längst gelöscht.

 

Bürgerbeteiligung erfordert aufrichtige Akzeptanz

 

Wer sich spontan für Bürgerbeteiligung begeistert und sich auf gesteuerte Verfahren einlässt, sollte sich gleich zu Beginn nach dem angestrebten Ergebnis erkundigen. So lassen sich Manipulationen besser erkennen und der eigentliche Sinn des jeweiligen Projekts abschätzen. Ein Blick in die Runde und das Erkennen zielführend gesetzter Personen schaftt Klarheit über die Chancen der Bürgerbeteiligung. Seifenlauge und Strohhalme weisen bereits auf blubbernde Seifenblasen hin, die erzeugt werden sollen. Ich habe einige Jahre gebraucht, bis ich das erkannte. Heute bin ich geheilt.

 

Klaus Klee

 

Es werde Licht...

An anderer Stelle meiner Homepage hinterließ ich aktuell das Statement: "Einige Zeit lang stellte ich meine getroffene Entscheidung, die Kommunalpolitik fortan zu ignorieren, infrage, heute weiß ich jedoch, dass sie richtig war." Dazu stehe ich auch weiterhin, was die Berichterstattung und die Kommentierung der Kommunalpolitik betrifft. Dass ich mich weiterhin sehr intensiv mit der Kommunalpolitik auseinander setze, beweisen allerdings andere Aktivitäten, die ich betreibe. Die Stadtverordnetenversammlung vom 12.12.2016, die ich intensiv im Stadtparlaments-TV verfolgte, veranlasst mich jedoch zu diesem kleinen Artikel. Bei aller Kritik und dem sich permanent wiederholenden kommunalpolitischen Trauerspiel der letzten Jahre stelle ich plötzlich eine Kehrtwende fest, die mir erneut genau die Hoffnung macht, die ich Ende des letzten Jahres begrub. Offensichtlich ging mit der Wahl einer parteilosen Bürgermeisterin ein Ruck durch die Kommunalpolitik. Auf einmal befindet sich die Kommunalpolitik auf einem neuen Weg, an dem Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser offensichtlich erfolgreich die Regie führt. Auch wenn einige Personen meinen, die Bürgermeisterin habe die Fraktionen mit besonderem Geschick auf Sachpolitik umgepolt und erreicht, dass sich beim Haushalt die Fraktionen zusammen an einen Tisch setzen. Es ist doch eher so, dass jetzt Parteipolitik gegen Laienkompetenz antritt und dem Bürger vermitteln will, wer das Metier besser beherrscht. Es geht um die zukünftige Federführung der Politik und die Überzeugung der Wähler, dass das der bessere Weg ist. Wie epochal das Ereignis der gemeinsamen Beratungen und des gemeinsamen Haushaltsantrags ist, wurde von allen Rednern beschworen und als "neue Erfahrung" gefeiert. Wie lang diese Stimmung anhält, bleibt abzuwarten.

 

Bis heute steht jedoch das Bekenntnis der etablierten Parteien zu den verdrussschaffenden Handlungsweisen der Vergangenheit aus, das angesichts des neuen politischen Weges für letzte Klarheit und Zuversicht sorgen würde. Das, was sich am 12.12.2016 im Parlament ereignete, weckt allerdings auch Erinnerungen an die Ära Diehl, als sich die Fraktionen zu einer Abwahlinitiative zusammenfanden. Die Voraussetzungen sind nicht annähernd vergleichbar, doch ein Klima für die Grundmotivation zu einem ähnlichen Schritt ist spürbar. Noch werden von der Politik Brücken gebaut, die aber sicher nicht lang offen bleiben werden. Dagegen wurde allerdings versucht, die Brücke zur Verwaltung auszubauen. Es geht nun um die Erkenntnis, ob parteilose hauptamtliche Magistratsmitglieder bürgerorientierter als Politker arbeiten. Dieser Konflikt ist in den Äußerungen der Bürgermeisterin über ehrenamtliche politsche Arbeit spürbar. Sie geißelte das lediglich 1%-ige Volumen der Haushaltsberatungen, auf das die Fraktionen Einfluss nahmen.

Einige sachbezognene Argumente der Bürgermeisterin konnten allerdings nur aus der Verwaltung stammen, die bei den Beratungen des Magistrats vertreten worden sein müssen. Das stellte den demonstrativen Schulterschluss der Poltik mit der Verwaltung infrage. Die Fraktionsvorsitzenden konterten darauf mit einer vollen Breitseite. Wenn der Gefechtsqualm verzogen ist, wird wohl die Größe des Schadens besser sichtbar sein. Es wird sichtbar werden, welche Rolle die Verwaltung spielen wird. Die Bürger verfolgen die Entwicklung mit Interesse.

 

Veröffentlicht am 13.12.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 




 Aus der Vergangenheit lernen!

 

Es gibt doch tatsächlich Zeitgenossen, die meinen, eine Stadt ohne die politischen Parteien regieren zu können. Ohne die Unterstützung von Mehrheiten ist das als Magistrat schier unmöglich. Der Hund wedelt mit dem Schwanz und nicht umgekehrt. Die Frage ist: Wer ist Hund und wer ist Schwanz?

Ist womöglich die vom Parlament so hochgelobte Verwaltung der Schwanz, der mit dem Hund wedelt? Eines ist klar: Ohne die Verwaltung kommt die Politik nur schwer an Zahlen und Fakten. Der Magistrat aber auch nicht. So stammen einige Fakten und Argumente der Bürgermeisterin, mit der sie eine Gegenposition bezog, unmittelbar aus der Verwaltung. Andere Fakten können aus sachkundigen externen Quellen stammen.

Wird die Bürgermeisterin zu ihrem Nachteil beeinflusst?

Der Konflikt spitzt sich jedenfalls zu. Die Politik versucht einen Keil zwischen Bürgermeisterin, Stadtrat und Verwaltung zu treiben, das zeigen die freundlichen Bekundungen an letztgenannte Adressen. Es bedarf nur noch weniger Aktion, um die Bürgermeisterin zu isolieren. Das sollte sie erkennen und ihre Strategie rechtzeitig ändern.

Wie man jetzt sieht, muss man in der Kommunalpolitik mit allem rechnen, wenn es ein gemeinsames Feindbild gibt. Da treten alle bisherigen Konflikte in den Hintergrund. Die Verwaltung wird ihre eigene Strategie verfolgen, denn - wie hieß es mal so schön: "Die Hauptamtlichen und die Mehrheiten im Parlament ändern sich regelmäßig - wir aber bleiben!"

 

Klaus Klee

 

Kreativität - Fluch oder Segen?

 

In die Welt, in der wir leben, wird man hineingeboren, man nimmt einen Platz ein und man entwickelt sich unter vielerlei Einflüssen. Eine Reihe von Menschen, die schon länger vor uns auf dieser Welt waren, versuchen, uns nach ihren Wertevorstellungen zu formen. Dabei fließen deren eigenen Lebenserfahrungen und allgemeingültige Normen ein. Den Prozess nennt man "Erziehung" und er ist umso intensiver, desto schwieriger es erscheint, erkannte Grundeigenschaften eines Menschen zu korrigieren. Über viele Menschen wurde während ihres Lebens eine Erziehung gestülpt, die angeblich das harmonische Zusammenleben ermöglichen und die Gesellschaft vor schädlichen Grundeigenschaften schützen soll. Leider wird dabei vielfach eine der wichtigsten Eigenschaften - die Kreativität - unterdrückt und in manchen Fällen sogar gänzlich gelöscht. Menschen ohne Kreativität sind jedoch eine Belastung, denn sie sind auf die Kreativität anderer Zeitgenossen angewiesen, weil das gesamte Leben ein permanenter Anpassungsprozess ist, den sie kaum mehr mitgestalten können. Während der Kreative ständig auf der Suche nach neuen Wegen, nach noch besseren Lösungen ist, arrangiert sich der Unkreative mit bestehenden Situationen. Der eine ist voller Ideen und Tatendrang, der andere ordnet bestenfalls die Unzulänglichkeiten. Damit sind beim Kreativen ständig neue Arbeitspakete und Herausforderungen vorhanden, die er bewältigen will und muss. Da stellt sich die Frage, ob Kreativität - das selbstbestimmte Leben in der Zukunft - ein Fluch oder ein Segen ist. Die Antwort fällt je nach Veranlagung aus und ist von Überzeugungen oder Resignationen geprägt.

 

Menschen nicht nur an Kreativität messen

 

Es wäre völlig falsch, an der Kreativität den Wert eines Menschen festzumachen. Bildung und Wissen, Talent und Können sind Faktoren, die dazu besser geeignet sind. Michael A. West beschreibt kreative Menschen in seinem Buch "Innovation und Kreativität" u. A. als Menschen, die 

  • kulturelle Werte schätzen und deshalb komplizierte Sachverhalte verstehen, 

  • Interesse an komplizierten Fragestellungen haben, 

  • engagiert sind und Leistungswillen haben, 

  • was sie zu mehrdimensionalem Denken befähigt, 

  • die infolge eines guten Gedächtnisses unabhängig sind, 

  • infolge Wissen und Knowhows selbständig handeln können. 

Er schreibt ihnen ferner zu:

  • Ausdauer beim Ausbrechen aus Denkmustern zu, 

  • Offenheit für neue Erfahrungen, 

  • Spontaneität und Flexibilität, 

  • Risikobereitschaft, 

  • Selbstbewusstsein und aktives Problembewusstsein. 

Er nennt aber auch Neugier und Streben nach Anerkennung. 

 

Letztendlich sind Selbstvertrauen und Widerstandsfähigkeit erforderlich, wenn man als Kreativer originell und authentisch sein will. Kurz gesagt, ist mit Kreativität die intelligente Leistungsfähigkeit eines Menschen gemeint.

 

In einer Welt ständig wachsender Schlichtheit, einer "ich bin doch nicht blöd-Mentalität" und latent vorhandener Bequemlichkeit sind kreative Menschen wahre Leuchttürme, an denen sich jedoch immer weniger Menschen wirklich orientieren. Kreativität wird vielfach sogar als belastend empfunden, wenn eigene Eigenschaften wertschätzend damit verglichen werden.

 

Was empfinden Menschen, die mit kreativen Partnern zusammenleben?

 

Das hängt ganz wesentlich davon ab, wie weit sie mit ihren Veranlagungen auseinander liegen. Zwei Kreative können sich wundervoll ergänzen und gegenseitig gewaltig pushen. Gegensätzlich veranlagte Personen bekommen Schwierigkeiten. Während sich der Kreative vom Partner fortwährend heruntergebremst fühlt, leidet der andere unter den für ihn ungünstigen Prioritäten des Kreativen. Die Freude über Ergebnisse des einen kann der andere nur selten vollständig nachvollziehen und teilen. Er fühlt sich mitunter sogar vernachlässigt und zeigt das auch offen. In der Sonne des gesellschaftlich anerkannten Erfolgs lässt sich das aber besser aushalten als in zähen und langwierigen Prozessen. Komplexe kreative Vorgänge sind nun mal keine Schnellschüsse und kreative Leistungen müssen in der Welt der Reproduktiven erst einmal erkannt werden.

 

Aufbau erfordert irgendwann Rückbau

 

Ein wahrer Horror für Kreative ist der "Rückbau" einer Sache, die ideenreich umgesetzt eine Erfolgsstory war. Es ist vergleichbar mit dem Empfinden eines Architekten, der dem Abriss eines gelungenen Gebäudes beiwohnt, weil auf dem gleichen Platz etwas anderes entstehen soll. Das liegt sicherlich daran, weil beim Rückbau völlig andere Maßstäbe zur Anwendung kommen als die, mit denen der Kreative sein Werk selbst beurteilt. Zerstören ist nun mal nicht kreativ. Eine erträgliche Alternative ist das Versetzen des Objekts, um seinen ursprünglichen Wert zu erhalten. Dazu muss man es jedoch erst schätzen lernen und sich mit dem Aufbau intensiv befassen, um die tragenden Säulen einer Sache zu erkennen. Am besten gelingt das ebenfalls kreativen Menschen, die Wissen und Können intelligent umsetzen können. 

 

Kreative sind Getriebene

 

"Das Bessere ist der Feind des Guten", so sagt man. Keiner weiß das so gut, wie der Kreative, der sich mit gegebenen Zuständen partout nicht arrangieren will, solange er Optimierungspotenziale erkennt. Er wird sofort mit der Umsetzung beginnen, wenn eine Idee gereift ist. Der Kreative hat dabei einen gewaltigen Vorsprung, weil er das fertige Ergebnis bereits kennt, während ihn begleitende Zeitgenossen oft noch nicht einmal die Notwendigkeit einer Veränderung bemerkten. Ihnen das wortreich zu erklären, hält er für überflüssig und für verlorene Zeit. Kommt sogar Widerspruch, kann der Kreative nur selten Zurückhaltung zeigen. Er ignoriert die kritischen Unkreativen und straft sie oftmals mit Verachtung..

 

Diese wiederum behandeln Kreative meist wie Getriebene und suchen krampfhaft nach deren Motivation zu einem Energieaufwand, zu dem sie selbst nie fähig wären. Bis zum sich einstellenden Erfolg verhalten sie sich oft ignorant, um dann dem Empfinden der Mehrheit zu folgen. Da Mühe und Lohn in einem direkten Verhältnis stehen, wird der Lohn des Aufwands genau verfolgt und bewertet. Leider gehen auch hier die Meinungen auseinander, denn der Kreative entdeckte bereits weitere neue Potenziale.

 

Kreative verändern die Welt

 

Bei genauer Betrachtung verändern nur die Kreativen im positiven Sinn die Welt. Sie kennen das Ziel und wählen auf dem Weg dahin auch besonders steinige Wege. Die Summe der großen und kleinen Problemlösungen hält sie in Bann. Das liegt wohl daran, weil sie sich vornehmlich mit der Zukunft befassen und bereits gangbare Lösungen fanden. Diese müssen noch gar nicht perfekt sein, weil in neu erkannten Potenzialen neue Motivationen stecken. 

 

Menschen, die Kreative tatkräftig unterstützen, nehmen aktiv an deren Veränderungen teil und können sich mit ihnen den Lohn und die Anerkennung teilen. Sie betten den Kreativen ein und steigern seine Fähigkeiten. Sehr oft resultiert dadurch eine eigene Kreativität, denn auch das kann man erlernen. Dazu muss man zunächst jedoch mit vielen störenden Eigenschaften brechen.

 

Veröffentlicht am 06.06.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Des lieben Friedens willen...

 

Kennen Sie das Gefühl, das sich einstellt, wenn man mal wieder mit sich sehr zufrieden war? Wenn man ein Ziel erreichte, das bisher nur als Vision existierte? Nein! Dann sollten Sie es mal mit dem Entschluss versuchen, mehr zu erreichen als Sie sich bisher zutrauten. Immer nur innerhalb von Grenzen zu leben, die überschaubar sind, ist auf Dauer langweilig. Man muss persönliche Grenzen überschreiten, um festzustellen, wie viel mehr persönlich möglich ist.

 

Menschen, die man zu den Kreativen zählt, mussten diese Erfahrung auch machen. Sie fanden Gefallen daran, ihre Leistungen immer wieder zu toppen. Oft waren die Ergebnisse zwar nicht besser, dafür aber völlig anders. Das brachte sie weiter, weil sich ihre Palette erweiterte. Neues entsteht immer dann, wenn Bestehendes mutig weiterentwickelt wird. 

 

Mit etwas absolut zufrieden zu sein, riecht dem Kreativen bereits nach Stillstand. So findet er bereits ungenutzte Potenziale, wenn andere noch den Erfolg feiern. Das macht ihn zum anstrengenden Zeitgenossen, auch wenn andere die Gedankengänge durchaus nachvollziehen können. Es sind ihre Maßstäbe, die sie daran hindern, dem Gedanken "nach dem Spiel ist vor dem Spiel" sofort zu folgen. 

 

Gern richtet man sich in einer homogenen Gruppe nach dem langsamsten, dem etwas schwerfälligeren Gruppenmitglied aus, das man gern weiterhin in der Gruppe halten möchte. Es kann nicht jeder Spitze sein! Gern werden solchen Personen Rollen zuteil, die ihren Fähigkeiten entsprechen. Für Kreative ist es schwierig, solche Personen in Lösungen einzubinden, weil selbst Nebenrollen brillanter besetzt werden könnten.

 

In Geselligkeitsvereinen mit Veranstaltungen, die gern als anspruchsvoll gelten sollen, bereiten immer wieder Personen Probleme, die sich mehr zutrauen als sie wirklich können. Sie nehmen sogar Schlüsselpositionen ein und begrenzen damit nach oben, was wirklich möglich ist. Bei wahren Könnern stellt sich dabei das Gefühl ein, das ein betrogener Partner empfindet, wenn sich die Partnerin mit einem Typen abgibt, der von ihm weit unter dem eigenen Niveau empfunden wird. "Wenn so etwas genügt....!?!" Der eigene Anspruch deckt sich auf die Gruppe übertragen nicht mehr mit dem Anspruch der Gruppe, der Kreative zieht sich zurück.

 

Kreative stoßen immer wieder auf massive Gegner, die das Bestehende bewahren wollen, weil sie sich damit sicher fühlen. Sie unterschätzen die Kraft des ersten Schwungs, der dabei verloren geht. Ein zweiter Anlauf ist nicht mehr so kraftvoll, weil er mit Kompromissen behaftet ist. Das ist so, als würde man das Menü 1 bestellen, jedoch anstelle der Kroketten Salzkartoffeln und anstelle des Schnitzels Hackbraten mit Sauce - ansonsten wie Menü 1....!?

 

Der Vergleich war jetzt vielleicht etwas zu flach, doch genau so empfindet der Kreative, der das Szenario bereits von allen Seiten beleuchtete und einen gewaltigen Vorsprung - eine Vision - besitzt und nun Kompromisse machen muss. Obendrein soll er damit auch noch überzeugen, während die Zweifler sich passiv verhalten. Die zur Umsetzung erforderliche Freude, mit der erst eine große Leistung generiert wird, leidet und ein Projekt wird zur Pflichtübung mit Ambitionen für neue Potenziale.

 

Kreative leben in einer anderen Welt, die sie am liebsten nur mit anderen Kreativen teilen wollen. Nicht dazu zu gehören, ist für manche ein empfundener Makel, also redet man mit und hinein, um wahrgenommen zu werden. Dennoch bringen es Gruppen zu beachtlichen Leistungen, hinter deren wahre Geheimnisse man besser nicht kommt - des lieben Friedens willen.

 

Klaus Klee

 

 

Das MAINTALBUCH kommt

 

Nun ist es soweit: In wenigen Tagen erscheint das MAINTALBUCH, mit dem Maintaler Bürger in einer ehrenamtlichen Arbeit über das Angebot in den einzelnen Stadtteilen aufklären. Die Arbeitsgruppe "Wohnen im Alter" des Seniorenbeirats und unabhängige Bürger trugen nicht nur die Daten zusammen, sie klassifizierten nach entsprechenden Befragungen auch Geschäfte, Dienstleister, Ärzte und andere Anbieter hinsichtlich ihrer Infrastruktur ein. Das Buch wurde mit weiteren interessanten Informationen angereichert, so dass die zukünftigen Besitzer des Maintalbuchs gut gerüstet sind, wenn sie es bei sich tragen. Im handlichen DIN A5-Format ist es an vielen Stellen Maintals kostenlos erhältlich, an denen auch die Seniorenzeitungen 60 AUFWÄRTS ausliegen. Momentan befindet sich das Buch im Druck. Es kommt mit 2800 Exemplaren unter die Leute. Ein kurzer Blick ins Innere des Buchs zeigt, wie es aufgebaut ist.

 

 

Das Angebot Maintals ist in 8 Kategorien unterteilt, die über eine farbliche Kennzeichnung am Rand des Buches schnell erreichbar sind. Bei der Beurteilung der für die Kunden so wichtige Servicefreundlichkeit kommen kleine Piktogramme zum Einsatz, die besonders für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen interessant sind. Hier erfährt man zum Beispiel sogar, wo man kostenlos ein Glas Wasser erhält, um Medikamente einzunehmen oder wo man sich einmal setzen kann. 

 

Wer ganz anders suchen möchte, kann die Angebote über einen Gesamtüberblick auf Seite 8 und 9 finden, woraus übrigens auch hervorgeht, welche Stadtteile wie gut versorgt sind. Leider ist das Verzeichnis noch nicht ganz vollständig, weil einige Anbieter nicht aufgenommen werden wollten.

 

 

Innerhalb der Kategorien sind die Angebote - nach Stadtteilen sortiert - zu finden. Unterverzeichnisse vereinfachen das Suchen. Alle Anbieter sind mit ihren Kontaktdaten, den Öffnungszeiten und ihren Spezialitäten gelistet, wie die Abbildungen zeigen. 

 

 

Am Ende des Buches sind die Sponsoren des Buches verzeichnet, die natürliche eine offizielle Spendenquittung der Stadt Maintal erhalten. Die Einträge sind kostenlos, da vorrangig ein möglichst vollständiges Verzeichnis angestrebt wurde. Anbieter, die nun auf den "Geschmack" kommen, aus Versehen nicht angesprochen wurden, beziehungsweise trotz mehrmaligen direkten Kontaktierens nie erreichbar waren, sollten sich bei Interesse melden, um in der nächsten Auflage berücksichtigt zu werden.

 

Das erscheinende Maintalbuch in seiner ersten Version ist sicher noch ausbaufähig und verbesserungswürdig. Auch wird sich der Gebrauchswert erst ergeben müssen. Die Personen, die diese Idee umsetzten sind natürlich für Anregungen dankbar, die an Herrn Seipp (06181 400 471) gerichtet werden können.

 

Veröffentlicht am 28.05.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Werbepostillen und Anzeigenpiraten

 

Wie dem erscheinenden Buch zu entnehmen ist, fehlen noch einige Maintaler Anbieter, was die Nutzer des Buches dazu verleiten könnte, es wegen der zur Zeit noch vorliegenden Unvollständigkeit wieder aus der Hand zu nehmen. Das hat das MAINTALBUCH jedoch nicht verdient. Wie so viele ehrenamtliche Projekte, aus denen Druckwerke resultieren, leiden die Initiatoren unter der starken Anzeigenpiraterie geschäftstüchtiger Publizisten und natürlich auch der bundesweit agierenden Halunken, die in betrügerischer Absicht um "Einträge" in windigen Branchenverzeichnissen werben und dabei dauerhaft diejenigen kräftig abzocken, die darauf hereinfallen. Man ist übervorsichtig. Der Hinweis unsrer ehrenamtlichen Erfasser, dass der Eintrag absolut kostenlos sei, konnte Zweifel nicht beseitigen. Aus einem Wachenbuchener Lokal wurde ein Mitglied des Seniorenbeirats nach eigener Angabe sogar barsch verwiesen.

 

Die Maintaler Gewerbetreibenden, die eher Abzockern oder Werbepostillen folgen und die ihre Seiten mit unredigierten Artikeln und Informationen füllen, sollten ihr Vorgehen überdenken. Ihre Kunden sind Bürger unserer Stadt, die in Vereinen und Organisationen tätig sind und soziales Engagement schätzen. 

 

Das MAINTALBUCH wurde von vielen aufgenommenen Gewerbetreibenden freiwillig finanziell unterstützt. Einige davon mit stattlichen Beträgen, damit die Druckkosten gedeckt sind. Die Differenz wird aus einem kürzlich vererbten Nachlass aus dem Kreis der Bürgerschaft zugunsten der Seniorenarbeit beglichen. 

 

Das Motto "Von Bürgern für Bürger" gilt auch hier! Auch Gewerbetreibende sind privat Bürger. Erfreulicherweise ist dieses Bewusstsein bei ihnen groß - nur nicht bei allen.

Leider!

 

Klaus Klee

 

 

Die Sache mit dem Niveau

 

Gelegentlich hört man die Bemerkung "das ist so eine Sache mit dem Niveau". Oft im Zusammenhang mit Veränderungen, die ein bestimmtes Niveau, das man anderen Menschen unterstellte, erschüttert wird. Niveau und Intelligenz liegen ja ganz dicht beieinander. Wer es versteht, über einen längeren Zeitraum ein eigentlich gar nicht vorhandenes Maß an Intelligenz vorzutäuschen, läuft Gefahr, dass seine Handlungen irgendwann bestehende Erwartungshaltungen nicht mehr erfüllen. Dann liegt man vor andersdenkenden Menschen offen wie ein Buch. Alle Symptome früherer Handlungen werden plötzlich in die neue Beurteilung eingebunden. In Gemeinschaften bedeutet das ein sozialer Abstieg, egal wie solvent man ist oder welchen Lebensstil man nach außen zelebriert. Verpasst man den richtigen Zeitpunkt der Umkehr, ist es im wahrsten Sinne zu spät und es dauert nicht lang, bis man am unteren Ende der Achtungsleiter angekommen ist, an der völlig andere Maßstäbe gelten. Ein anders geartetes Niveau ist erreicht.

 

Oftmals sind es tragische oder fahrlässige Ereignisketten, bei denen Fehleinschätzungen zu Fehlverhalten führen, die einem bei entsprechender Intelligenz gar nicht unterlaufen dürften. Vielleicht passten die Gelegenheiten zu eigenen geheimen Wünschen. Verhält sich ein Mitglied einer Gemeinschaft nicht regelgerecht, so kann man es zum Beispiel stoppen und wieder auf den richtigen Weg zurück führen. Man kann aber auch den Präzedenzfall zur eigenen Nachahmung nutzen, um auszuloten, wie lang das eine Gemeinschaft duldet. Auf diesem Weg stellt man sich gern auf die gleiche Stufe mit dem, der gegen Regeln verstößt. Man hat davon schließlich einen Nutzen.

 

Jeder Regelverstoß hat Ursachen. Es macht Sinn, diese zu ergründen, ehe man sich auf die gleiche Stufe stellt. Hier hilft besagte Intelligenz, um die Ursachen und Wirkungen zu beurteilen. Fatal ist, dass innerhalb einer Gemeinschaft sehr genau beobachtet wird, wie sich jemand verhält, der Regeln bricht. Darauf angesprochen sollten nun partout keine fadenscheinigen Erklärungen ausgeschüttet werden, bei denen auch noch Äpfel mit Birnen verglichen werden. Vielmehr sollte das Nachdenken beginnen. Ideal ist es, wenn daraus richtige Argumente und Handlungen resultieren, die eine Abkehr vom Irrweg vermitteln. Auch dazu benötigt man Intelligenz und ein bestimmtes Maß an Niveau.

 

Völlig abartig müssen opportunistische Handlungen eingestuft werden, die klare Regelverstöße darstellen, nur um andere Menschen zu mobben oder zu schikanieren. Hier wird der gesellschaftliche Werteverfall und das veränderte Niveau besonders deutlich. Bemerkt eine Gemeinschaft, was gespielt wird, dann ist das Spiel aus. Wird es dennoch weitergespielt, verhärten sich die Fronten. Jeder, der das falsche Spiel mitspielt, wird dem opportunistischen Lager zugeordnet. Sind Intelligenz und Niveau nicht noch weiter zu unterbieten, hat die so gebildete Schicksalsgemeinschaft ein gemeinsames Markenzeichen, ein bestimmtes Niveau erreicht.

 

Intelligenz und Niveau kann man nicht so leicht nachrüsten und anheben. Dazu bedarf es natürlich bestimmter Charaktereigenschaften, wie Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und soziale Kompetenz. Das ist das Problem!

 

Mein Vater sagte mir immer wieder: "Sage mir, mit wem du dich abgibst und ich sage dir, wer du bist!" Da ist was dran!

 

Veröffentlicht am 17.05.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Das Leben mit Psychopathen

 

Der Umgang mit fremden Menschen gestaltet sich sehr oft schwierig, wenn absonderliche Verhaltensweisen Konflikte heraufbeschwören. Man kann solches ignorieren, wenn man davon nicht direkt betroffen ist. Tangiert dieses Verhalten jedoch z.B. alle Bewohner eines Hauses und befindet man sich in einer von der Hausgemeinschaft gewählten Funktion, besteht direkter Zugzwang. Sehr kompliziert wird es, wenn sich auf Interventionen keine Einsicht und Änderung der beanstandeten Verhaltensweisen einstellt. Richtet sich das Aggressionspotenzial dann auch noch bewusst und ausschließlich gegen den, von dem die Gemeinschaft die Lösung des Problems erwartet, ist es ratsam, nach den Ursachen solcher Verhaltensweisen zu forschen. 

 

Jeder normal denkende Mensch sucht mögliche Gründe zuerst bei sich selbst, die der Auslöser für aggressives Verhalten sein könnten. Sind solche Gründe nicht vorhanden, sollte man auf die Suche nach weiteren Möglichkeiten gehen, die als Ursachen infrage kommen und den Konflikt lösen könnten. Die Suche nach den Ursachen verlagern sich also auf den oder die aktiven Aggressoren. Absolut ernüchternd ist nach Ausschluss aller erklärlichen Faktoren die Feststellung, dass es sich möglicherweise um dissoziale bzw. antisoziale Persönlichkeitsstörungen (auch APS genannt) handeln könnte. Diese sind nämlich auch für Psychologen und Psychiater nahezu nicht zu beheben. Wenn absolut alle Bemühungen ins Leere laufen, ist das ein starkes Indiz.

 

Der Blick in die Fachliteratur über dissoziale Persönlichkeitsstörungen verrät folgendes: 

 

"Sie ist eine Persönlichkeitsstörung, die durch eine Missachtung sozialer Verpflichtungen und herzloses Unbeteiligtsein an Gefühlen für andere gekennzeichnet ist. Zwischen dem Verhalten und den herrschenden sozialen Normen besteht eine erhebliche Diskrepanz. Das Verhalten erscheint durch nachteilige Erlebnisse, einschließlich Bestrafung, nicht änderungsfähig. Es besteht eine geringe Frustrationstoleranz und eine niedrige Schwelle für aggressives, auch gewalttätiges Verhalten, eine Neigung, andere zu beschuldigen oder vordergründige Rationalisierungen für das Verhalten anzubieten, durch das der betreffende Patient in einen Konflikt mit der Gesellschaft geraten ist."

 

(- ICD (2011): Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Forschung)

 

Aber auch Publikationen von Presseorganen befassen sich damit, woran man diesen Typ des Psychopathen erkennen kann. Hier zwei interessante Links:

 

Link zum Artikel in FOCUS

Link zum Artikel DER BERATER

 

Vergleicht man die dort getroffenen Feststellungen mit dem aktuellen Verhalten von Menschen, um hinter die Gründe absonderlichen Verhaltens zu kommen und ist die Trefferquote recht hoch, kann berechtigterweise davon ausgegangen werden, die Erklärung gefunden zu haben. Gewissheit kann jedoch nur ein Fachmann herbeiführen. Von solchermaßen auffälligen Personen wird man wohl kaum den Gang zum Spezialisten erwarten können. Da muss schon ein einflussreiches Umfeld nachhelfen, um die Person wieder zu einem normalen Verhaltensmuster zu bewegen.

 

Veröffentlicht am 03.05.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Wie gefährlich ist es, mit Psychopathen unter einem Dach zu leben?

 

Wie aus dem Focus-Artikel hervor geht, sind 

  • pathologisches Lügen, 

  • Manipulatives Verhalten, 

  • Fehlen von Reue und Scham, 

  • schlechte Verhaltenskontrolle, 

  • Impulsivität, 

  • die Ablehnung von Absprachen und 

  • Verantwortungslosigkeit 

eine brisante Mischung, die vielfältige Gefahren beinhalten. Haben sich Menschen nicht im Griff, ist fast jede Tat möglich, die den exzessiven Lebenshunger stillt. Der eigentliche Konflikt ist die Nahrung, die Psychopathen zu ihrer Zufriedenheit brauchen.

Interessant sind die vielfältigen Erscheinungsformen der Wutausbrüche, die vom unkontrollierten Toben über intrigantem Fährtenlegen bis zu Heulorgien reichen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Oft ist die Ursache eine ADS in der Pubertät, die sich unkontrolliert weiterentwickelte.

 

Sollte Sie, werter Leser, dieser Artikel nun nachdenklich gemacht haben, so könnten Sie bereits Teil eines akuten Problems sein, das Sie selbst nicht lösen können. Aber auch die direkten Angehörigen bewegen sich in einem Teufelskreis, an dem sie allein nichts ändern können. Immerhin leben statistisch bis zu 5% Psychopathen unter uns. Die Wahrscheinlichkeit, mit solchen Personen auf engstem Raum zu leben oder gar leben zu müssen, ist also recht groß.

 

Den von Psychopathen Betroffenen hilft eigentlich nur kompromisslose Solidarität, um keine Angriffsfläche zu bilden. Diese nutzt der Psychopath nämlich gnadenlos zu seinem Vorteil aus, denn er braucht eine Anbindung, ohne die er absolut hilflos ist. Leider erkennen viele Menschen nicht die Symptome und verhalten sich falsch.

 

Klaus Klee

 

 

Wenn soziale Integration scheitert

 

Wenn von "sozialer Integration" die Rede ist, wird der Begriff meist im Zusammenhang mit Menschen anderer Kulturkreise oder Menschen mit Behinderungen benutzt. Soziale Integration ist jedoch auch zwischen nicht behinderten Menschen des gleichen Kulturkreises ein Thema, wenn unterschiedlichste Menschen unter einem Dach leben. 

 

Soziale Integration ist das Bemühen, Werte einer Gesellschaft zu verstehen und diese in gemeinschaftlich genutzten Zonen zu respektieren. Das stellt Menschen mit bestimmten Lebenshintergründen und Entwicklungsprozessen offensichtlich vor große Probleme. Menschen in Wohnanlagen werden das aus Erfahrung bestätigen. Sie machen den Grad der sozialen Integration ihrer Mitbewohner an ihrer Lebensweise und an unüblichen Verhaltensweisen, wie Lärm, provozierenden Handlungen, Unordnung und anderen Zumutungen fest. Stets schwingt die Hoffnung mit, dass irgendwann Einsicht einkehrt und sich die Dinge normalisieren, wenn die soziale Integration erreicht ist. Wird allerdings das Rad immer weiter gedreht, um dreist Grenzen auszuloten, ist die gesamte Gemeinschaft gefragt, um solche Prozesse zu stoppen.

 

Gemeinschaften leben nach Ordnungsprinzipien, die ein gewisses Maß an Disziplin erfordern, die wir "gegenseitige Rücksichtnahme" nennen. Werden diese nicht erkannt oder anerkannt, scheitert die notwendige soziale Integration. Wollen die empfundenen Außenseiter ihre gemeinschaftsfeindlichen Verhaltensweisen gar zur Doktrin für die gesamte Gemeinschaft erheben, ist es höchste Zeit, für Klarheit zu sorgen. Dabei ist es durchaus möglich, dass sich bestehende Wertevorstellungen ändern, wenn die neuen Einflüsse attraktiv sind. Meistens sind sie es jedoch nicht.

 

Der Ort an dem und das Haus in dem man wohnt bestimmen sehr wesentlich das soziale Ansehen, das man genießt. Nun passt aber nicht jeder, der Eigentum erwirbt, in jede Hausgemeinschaft. Damit müssen aber viele Menschen tagtäglich leben. Die Verhältnisse, die in einer Immobilie herrschen, können den Wert der Immobilie stark beeinflussen. Interessenten von zum Verkauf oder zur Vermietung stehenden Wohnungen schauen sich sehr genau den Außenbereich und das Treppenhaus sowie die Gemeinschaftsräume an und begutachten auch die Fenster genau, um zu beurteilen, welche Menschen wohl hinter diesen Fenstern wohnen. Trifft man bereits im Treppenhaus auf Berge von Schuhen, die kreuz und quer vor Wohnungstüren liegen, liegt vor den Türen Müll zum Abtransport bereit, ist der Aufzug verschmutzt, durchläuft man im Haus Zonen starker Gerüche, sind Bepflanzungen im Außenbereich ungepflegt oder mutwillig niedergetreten und gelangt man ungehindert in Bereiche des Hauses, in denen kein Fremder etwas zu suchen hat, so stoßen diese Zustände ab. 

 

Soziale Integration ist ein absolutes Erfordernis, wenn man in einer Gemeinschaft leben will. Wer das nicht kapiert, braucht sich nicht zu wundern, dass er als Fremdkörper behandelt und auf breiter Front abgelehnt wird. Für solche Menschen ist es besser, außerhalb von funktionierenden Wohngemeinschaften allein zu leben. Dazu zwingen kann man sie leider nicht.

 

Veröffentlicht am 18.4.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Ordnung und Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind keine Einflüsse, die der Veränderung bedürfen, da sie von der Mehrheit getragen werden. 

 

Kommt in eine Gemeinschaft jedoch eine Partei, die große Probleme damit hat und die mit der Sicherheit des Objekts allzu sorglos umgeht, tangiert das die Gemeinschaft erheblich. 

 

Können Fremde zum Beispiel über nicht verschlossene Türen ins Haus und in Gemeinschaftsräume vordringen, hört der Spaß auf. Auch wenn immer mehr Kleinmöbel im Treppenhaus abgestellt werden, oder eine wilde Kultur der Unordnung in Wasch- und Trockenbereichen herrscht, trockene Wäsche tagelang nicht abgehängt wird, Wäsche tagelang in noch unter Strom stehenden Geräten verbleibt und zu allem Überfluss noch alle Türen zu den übrigen Kellerräumen absichtlich offen stehen, um die Trockenfläche bewusst auf die Keller anderer Bewohner auszuweiten, ist eine Grenze erreicht. Schlampigkeit, Dreistigkeit und Mobbing stören erheblich und erfordern ein hartes Durchgreifen.

 

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Dazu gehört aber Einsicht. Oftmals finden ja Personen Zugang zu Menschen, die völlig daneben liegen und helfen ihnen bei der sozialen Integration. Richtiges Benehmen sollte in jeder Situation möglich sein. Dazu muss man aber wissen wollen, was man falsch macht, wenn man nicht von selbst darauf kommt. Das geht nur gemeinsam.

 

Klaus Klee

 

 

Das Problem, Gutes zu tun

 

Ein geflügeltes Wort sagt: "Es gibt im Leben nichts Gutes, außer - man tut es!" 

Gutes zu tun soll also die Alternative zu Frust beim Nichtstun sein!? Kann man eigentlich einfach so nichts tun? Ist das Nichtstun nicht auch eine Tätigkeit? Wie auch immer - Gutes zu tun ist viel mehr als Nichtstun. Es ist die Krönung dessen, was ein Gutmensch tun kann. 

  • Worin besteht aber die Zufriedenheit, die sich dabei einstellt und die der Antrieb ist, dieses und nichts anderes zu tun? 

  • Es ist wahrscheinlich das wohlige Gefühl, dass es einem relativ gut geht und dass man selbst nicht in einer Lage ist, Gutes angetan bekommen zu müssen. 

  • Irgendwie steht der, der Gutes tut, über dem, dem Gutes angetan wird. 

  • Wer würde schon jemandem, von dem man weiß, dass es ihm viel besser geht, zusätzlich Gutes tun? Noch schlimmer: Wer würde jemandem etwas Gutes tun, von dem man weiß, dass dieser jenes Anderen gegenüber niemals tun würde? 

  • Nein! Gutes zu tun lebt vom empfundenen Gefälle der Befindlichkeiten. 

  • Praktizierter Edelmut in partieller Blindheit gegenüber der weniger guten Realität käme Blödheit gleich. 

  • Und wer will schon für blöd oder nur demonstrativ großherzig gehalten werden!? 

Da ist es doch besser, man zieht sich auf seinen eigenen Bereich zurück und geht mit seiner Fähigkeit, Gutes zu tun, sparsam um. Gutes kann man in der eigenen Familie tun, besonders im jüngeren Generationenbereich. Hier ist das empfundene Gefälle lediglich altersbedingt und völlig natürlich. Hier kann man zum Beispiel einem Jüngeren einen besseren Start ins Leben erleichtern, auf vielfältige Art Freude bereiten und etwas vom erwirtschafteten oder geerbten Überfluss abgeben. Dazu muss man allerdings Zielpersonen ganz besonders mögen oder sich deren echter Dankbarkeit sicher sein. Damit ist nicht die Art von vorauseilender Dankbarkeit für später zu Erwartendes gemeint, sondern einfach nur das Würdigen, Gutes getan zu bekommen. Gemocht zu werden lässt sich nicht erzeugen, das muss sich ganz natürlich einstellen.

 

Beim Wohltäter spielt der richtige Umgang der Zielperson mit der Wohltat eine große Rolle. Die Fähigkeit zur natürlichen Freude - unabhängig von der Höhe der Wohltat - wird sensitiv empfunden und dabei unweigerlich auf Echtheit geprüft. Überschwänglich gespielte Freude bewirkt das Gegenteil, weil es im Grund genommen der Spekulation auf noch Mehr dient. Aus der überschwänglichen Reaktion macht die gut gemeinte Tat einen Flop.

 

Gutes zu tun hat einen festen Platz in unserer Gesellschaft und hat manchmal auch etwas mit Dankbarkeit zu tun. Wie bei dem Zeitgenossen, der eine Katastrophe als Einziger überlebte und einen Teil seines Vermögens für einen guten Zweck spendete. Er trennte sich von Besitz, weil ihm das Leben eine zweite Chance gab. Zum Gutmenschen bedurfte es erst einer aufrüttelnden Erfahrung.

 

Und dann gibt es die Zeitgenossen, die Gutes nur deshalb tun, um eine sozial beachtete Wohltäterposition einzunehmen, die sie aus der Masse heraushebt. Sie zeichnen sich eher durch Quantität als durch Qualität aus. Sie sind vielfach multiple Edel-Kümmerer in traditionellen Gutmenschen-Segmenten. Sie entbehren persönlich nichts, sie gewinnen vermeintlich dazu. Ihr Lohn ist die gefühlte Beachtung innerhalb der Gesellschaft. Man tut für sich selbst etwas Gutes!

 

Sich selbst etwas Gutes zu tun, ist im Grunde genommen die reinste Form der Wohltat. Man muss nichts entbehren und man ist über jeden Zweifel erhaben, es nicht auch wirklich verdient zu haben. Hier spielt auch die Größe der Wohltat keine Rolle. Man gönnt sich etwas. Und wenn es nur Zeit, ein Bier, ein Flirt oder eine Dummheit ist. Wichtig ist, dass das selbst gegönnte Gute Freude auslöst. Diese Freude kann wiederum auslösen, dass man spontan etwas Gutes für Andere tut, womit wir wieder beim Anfang wären. 

Wie heißt es so schön: "Tue Gutes und sprich drüber!" Macht man das nicht, merkt es womöglich niemand und das wäre wiederum auch nicht gut...!

 

Veröffentlicht am 13.4.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Die Unvernunft der Wohltat

 

In unserer Welt der organisierten Wohltäterschaft werden Menschen, die etwas Gutes tun wollen, ausreichende Möglichkeiten zur Betätigung geboten. Kirchliches Engagement, Bürgerbeteiligungsprojekte, Betreuung von Kunst und Literatur, Betreuung und Pflege von Menschen, die Betreuung von Asylsuchenden, die Versorgung Bedürftiger und vieles mehr ist auf genau diesen Helfertyp ausgelegt und bieten als Äquivalent ein Podium, sich selbst gut zu fühlen. Nicht selten wird genau das und die Wohltat selbst ausgenutzt.

 

Handelt es sich beim Guten, das man tut, zum Beispiel um eine Beratung, so ist es nicht ausgeschlossen, dass der Rat missbraucht wird, wie es bei Projekten der Bürgerbeteiligung sehr oft der Fall ist. Einige Menschen, die per Zuteilung an Lebensmittel kommen, verkaufen sie womöglich an der nächsten Ecke. Organisationen, die Personen ehren, diskriminieren damit vielleicht andere Menschen oder setzen sie zurück. Spenden finanzieren oftmals nur große Organisationen und beim Zweck, für den man gespendet hat, kommt fast nichts an. Es gibt viele Beispiele, bei denen Gutes zu tun nicht den Effekt hat, den sich Wohltäter wünschen. 

 

Und dennoch lebt unsere Gesellschaft von Wohltätern, die gern als  "Gutmenschen" bezeichnet werden wollen. Der Staat, Kommunen, die Kirche und Vereine zählen auf sie. Deren Leistung ist in vielfacher Weise fest eingeplant und entbindet Organisationen von ihren Pflichtaufgaben oder verringert sie erheblich. Eigentlich ist es vielfach absolut kontraproduktiv, Gutes zu tun.

 

Gelegentlich wird aus diesem Grund von Kritikern ein Feldzug gegen das Ehrenamt geführt, jedoch mit mäßigem Erfolg. Kurios ist, dass gerade diejenigen, die Gutes tun, ihr Handeln massiv gegen Kritik verteidigen, obwohl es ihr Betätigungsfeld gar nicht gäbe, wenn alle zuständigen Organisationen, die Kommunen und der Staat ihre Pflichten ordnungsgemäß erfüllen würden. 

 

Die Wohltätergemeinde braucht die Wohltat, um sich selbst wohl zu fühlen. Irgendwie beißt sich hier die Katze in den Schwanz!

 

Klaus Klee

 

 

Ehrenamt Verwaltungsbeirat

 

In Eigentumswohnanlagen wählen die Eigentümer in der Regel einen Verwaltungsbeirat. Er übernimmt für die Eigentümer wichtige Pflichten und ist deshalb mit einigen Rechten ausgestattet. Wählt eine Eigentümergemeinschaft keinen Verwaltungsbeirat, so liegen alle Rechte und Pflichten allein beim Verwalter. Jeder Eigentümer hat jedoch das Recht, Verwaltungsunterlagen selbst im Original einzusehen und ggf. Korrekturmaßnahmen über die Eigentümerversammlung einzuleiten. Mit einem fähigen Verwaltungsbeirat ist eine Eigentümergemeinschaft natürlich wesentlich besser vertreten, wenn er sein Amt richtig ausführt. Die Eigentümerversammlung beschließt grundsätzlich, in welchem Turnus der Verwaltungsbeirat gewählt wird. Üblich ist, dass Verwaltungsbeiräte so lang im Amt sind, bis sie von sich aus ihr Amt wieder abgeben möchten. Unüblich ist, dass sie vor einer Jahreshauptversammlung ihr Amt niederlegen, weil damit bei drei berufenen Beiräten das erwartete Sechsaugenprinzip aufgehoben wird. In diesem Fall ist die Arbeit des Verwaltungsbeirats deutlich eingeschränkt. Die Versammlung kann einen frei gewordenen Posten über eine Nachwahl besetzen oder den gesamten Beirat neu wählen. Beendet der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats seine reguläre Amtszeit, ist es auf jeden Fall ratsam, das gesamte Gremium neu zu wählen.

 

Sehr oft gestaltet sich die Suche nach Kandidaten recht schwierig, weil die Bereitschaft zur Übernahme des Amts nicht sehr groß ist, manche Kandidaten womöglich nicht das uneingeschränkte Vertrauen der Eigentümer genießen oder einfach deren Basis der Amtsausübung ungeeignet erscheint. Die Eigentümer sollten sich deshalb vor einer Wahl  im Internet unter dem entsprechenden Link über die Rechte und Pflichten des Verwaltungsbeirats informieren.

 

Verwaltungsbeiräte kann man sich nicht backen

 

Was allerdings nicht unter dem oben genannten Link zu lesen ist, ist die menschliche Seite der Problematik. Ist die Funktion eines Verwaltungsbeirats nur auf die jährliche Belegprüfung beschränkt, reichen als Qualifikation die persönliche Integrität und ausreichendes Wissen in Abrechnungs- und Prüfungsmethoden aus. 

 

Das Wohneigentumsgesetz (WEG) gestattet es allerdings, dem Beirat und speziell dem Vorsitzenden des Beirats über die gesetzlich festgelegten Rechten und Pflichten zusätzliche Befugnisse und Aufgaben zuzuweisen, die die Hausverwaltung über entsprechende Regelungen im Verwaltervertrag zu respektieren hat. Dahinter steht eine auf das Objekt maßgeschneiderte Philosophie, die von allen Eigentümern mitgetragen werden muss. Der Umfang der Befugnisse wächst mit den Erfahrungen. Da das Gremium den die Philosophie umsetzenden Vorsitzenden selbst wählt bzw. bestimmt, ist das gesamte Gremium hinsichtlich deren Qualifikation sorgfältig zu besetzen. 

 

Zumindest einer der Verwaltungsbeiräte sollte tagsüber größtmöglich präsent sein, wenn hinsichtlich der Verwaltung und des Hausmeisters sowie bei Handwerkern Kosten gespart werden sollen. Hier spielen Schließfunktionen und Kenntnisse über die Infrastruktur des Objekts eine Rolle. Technisches Verständnis und organisatorische Fähigkeiten sind dabei sehr hilfreich. 

 

Da die Umsetzung der Hausordnung eine große Rolle spielt, sind bei mangelnder gegenseitiger Rücksichtnahme Missstände zu thematisieren und im Vorfeld abzustellen, ehe die Hausverwaltung beauftragt wird, im Einzelfall die Hausordnung umzusetzen. Dabei entsteht eine Toleranzzone, die im Ermessen des Verwaltungsbeirats liegt. Kommt es innerhalb des Verwaltungsbeirats zu divergierenden Ansichten, sind diese zunächst innerhalb des Gremiums zu klären. Wo dazu die Fähigkeit fehlt, entsteht ein gravierendes Problem, von dem Personen profitieren, die gegen die Hausordnung bzw., das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme verstoßen. In manchen Fällen kann das einen kompletten Verwaltungsbeirat sprengen, wodurch Neuwahlen notwendig werden.

 

Das Amt des Verwaltungsbeirats ist also ein Ehrenamt, das von einer Philosophie getragen wird, das Engagement und vorbildhaftes Verhalten erfordert. Umso qualifizierter ein Beirat ist, umso besser wird er seiner Funktion gerecht. Er muss frei von Seilschaften sein, die ihn beeinflussen und für ihre ureigensten Anliegen instrumentalisieren. Dennoch muss ihm das Recht zugestanden werden, dass er über seine ausgeübte Funktion hinaus auch eine Privatmeinung von dem hat, was ihm und der Gemeinschaft von Einzelnen zugemutet wird. Das ist eine Gratwanderung, weil er eigentlich hart durchgreifen müsste, innerhalb einer gewissen Grauzone jedoch auf Einsicht setzt, die er durch sozialen Druck innerhalb der Gemeinschaft für möglich hält. Das macht jedoch angreifbar, wenn sich der Erfolg nicht einstellt.

 

Da es sich um ein freiwilliges Ehrenamt handelt, besteht bei jedem Beirat eine individuelle Schmerzgrenze, die zur Niederlegung des Amts führt, wenn das Maß voll ist. Dabei generiert sich unweigerlich eine klare Haltung zum weiteren Verhalten gegenüber Teilen der Hausgemeinschaft bzw. der gesamten Gemeinschaft, die Auswirkungen hat und die Arbeit zukünftiger Beiräte erschweren kann. So ist es ratsam, Störenfriede zu missionieren und auf die gemeinsame Philosophie auszurichten. Wo dies nicht gelingt, ist der Hausfrieden nachhaltig gestört, wie das leider in vielen Eigentumswohnanlagen der Fall ist. Miteigentümer und Verwaltungsbeiräte kann man sich leider nicht backen. Man kann aber wenigstens darauf achten, dass man Böcke nicht zu Gärtnern macht.

 

Veröffentlicht am 8.4.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Hinschauen statt Wegschauen

 

Es gibt Situationen, in denen es ratsam ist, ganz genau hinzuschauen. Leider ignorieren viele Menschen Signale, die auf gravierende Veränderungen hindeuten, weil sie ihre Ruhe haben wollen. Diese hatten sie womöglich bisher nur, weil andere Menschen für ihre heile Welt tätig waren oder sind. Als Eigentümer hat man Rechte und Pflichten. Einige davon kann man qualifiziert delegieren - zum Beispiel an den Verwaltungsbeirat. Das setzt allerdings Vertrauen voraus, weil es um die Wahrnehmung von Interessen geht. Genau dieses Vertrauen muss man kritisch beleuchten. Das ist das Mindeste, wenn man seiner Verantwortung gerecht werden will.

 

Eine besondere Sicht ist die Beurteilung des Eigennutzes von Funktionsträgern. Mancher will in einer Funktion nur eigene Interessen verfolgen und sich Vorteile zu Lasten der Allgemeinheit sichern. Andere wiederum sind von einer Gemeinschaftsidee beseelt und gehen weitestgehend selbstlos vor, um eine Philosophie zu pflegen. Dass dieses Handeln ihnen selbst nützt, ist dabei nur eine willkommene Begleiterscheinung. Uneigennützige Menschen erkennt man an arbeitsintensiven Leistungen, die sie unentgeltlich für Andere erbringen. Da sollte man schon mal genauer hinschauen.

 

Diese selbstlose Spezies, die es in jeder Wohnanlage gibt, spart der Gemeinschaft Kosten. In manchen Wohnanlagen werden solche Dienste oder Arbeiten vergütet und die anfallenden Kosten auf die Gemeinschaft umgelegt. Da kommt es schon mal vor, dass mehrere Personen in kurzen Abständen bezahlt Schnee räumen oder Blätter zusammenfegen. Dort steht eher der Eigennutz im Vordergrund. 

 

Grundsätzlich können alle Eigentümer wegschauen, alle anfallenden Arbeiten vergeben und Funktionen gegen Bezahlung delegieren. Soziale Befindlichkeiten werden dadurch vermieden und keiner hat Arbeit. Das hat allerdings seinen Preis. Können nicht alle Eigentümer diesen Preis verkraften, oder sind ganz einfach sparsame Menschen, ist Wegschauen nicht mehr opportun. 

 

Kommt es tatsächlich zur einheitlichen Umsetzung der Strategie "Ich mache nichts, ich kann mir das leisten"

so sind alle Probleme vom Tisch. Eine beneidenswerte Vision, denn dann wären alle Eigentümer finanziell gleich gut gestellt. Bekanntlich ist das Utopie, denn viele Immobilien sind fremdfinanziert und die Umlagen steigen permanent. 

 

Ideal ist eine Hausgemeinschaft, in der viele Hände anpacken, Kosten nachhaltig gesenkt oder unter Kontrolle gehalten werden und die gegenseitige Rücksichtnahme groß ist. Der erste Schritt auf diesem Weg ist allerdings das Hinschauen und Erkennen von Potenzialen, aber aujch von Missständen.

 

Klaus Klee

 

 

Juristerei mit Textbausteinen

 

Hatten Sie schon einmal einen Rechtsstreit wegen eines Schadensfalles mit dem Auto? Wenn nicht, dann machen Sie sich auf etwas gefasst. Exakt vor einem Jahr hatte ich einen Unfall im Fechenheimer Mainkurkreisel, bei dem mich ein anderes Fahrzeug streifte, als es unerlaubt die Fahrspur wechselte. Der Sachschaden war immens. Noch am gleichen Tag wurde mein Fahrzeug von einem Gutachter untersucht und der Schaden auf 23 Seiten sehr dezidiert dokumentiert. Wie aus dem Gutachten hervor geht, steht auch der Unfallverlauf eindeutig fest. Der Beweis ist erbracht, dass ich mit meinem Fahrzeug stand, als ich touchiert wurde. Eigentlich ein klarer Fall - könnte man annehmen. Doch die gegnerische GVV-Versicherung zahlte nicht und ich musste Klage einreichen. Was nun anlief, ist absolut lächerlich, wohl aber in Deutschland gängige Praxis. Es ging eigentlich gar nicht mehr um den eigentlichen Schaden, um den die GVV über ihren Anwalt stritt. Nun tauchten meine Anwältin und ich in die Welt der juristischen Textbausteine und automatisierten anwaltlichen Serienbriefe ein, eine Trickkiste für spätpubertäre oder arglistige Juristen. Die gegnerischen Winkeladvokaten verbogen nun die Tatsachen und stellten haltlose Behauptungen auf. Jetzt ist mir klar, warum Gerichte so überlastet sind.

 

Ich musste zuerst einmal beweisen, dass ich zur Klage "aktiv legitimiert" sei. Ich musste beweisen, dass mein Auto wirklich mir gehört und dass ich es komplett bezahlt habe. Da in der Schadensaufstellung auch die Kosten für den Gutachter enthalten waren, ging es darum, ob sie bezahlt sind oder ob ich die Forderung abgetreten habe. Als das geklärt war, stellte ein windiger Gutachter der gegnerischen Versicherung, der nach eigenem Bekunden keines der beiden Fahrzeuge jemals in Augenschein genommen hatte, fest, dass an meinem (neuen) Fahrzeug angeblich ein Vorschaden existiert habe, den ich mit dem Unfall überdecken wolle. Inzwischen ist das alles komplett widerlegt und den gegnerischen Anwälten gingen wohl die Argumente aus. 

 

Nun beauftragte das Gericht seinerseits einen unabhängigen Gutachter, der alle Schilderungen der Beteiligten und die bisherigen Gutachten prüft, sowie genaue Unterlagen vom Frankfurter Straßenverkehrsamt hinzuzieht, um die Schuldfrage endgültig zu klären. Das braucht seine Zeit! Die gegnerischen Anwälte erwirkten jetzt sogar noch einmal für sich selbst eine Fristverlängerung, weil sie die ihnen gestellten Fragen wegen eigener Arbeitsüberlastung und wichtigen Terminen angeblich nicht fristgerecht beantworten können. Kein Wunder, wenn man so arbeitet!

 

Wie mir Anwälte bestätigten, werden wir mit simplen Formbriefen und Textbausteinen hingehalten, die es zuhauf gibt und die nur den Zweck verfolgen, Zeit zu schinden, Kosten zu verursachen und dass Kläger aus Kostengründen genervt aufgeben oder dass durch irgendein kleines Versäumnis, das mit dem eigentlichen Klagegegenstand gar nichts zu tun hat, ein Vergleich oder eine Schadensreduzierung erzielbar ist. Eigentlich kann im Internetzeitalter jeder Depp solche Spielchen treiben. Dazu muss man nicht studiert und eine Zulassung haben. Da auf den Gerichten aber nur Anwälte zugelassen sind, ist man gezwungen, diese Spielchen mitzumachen.

 

Der gesamte Berufsstand hat bei mir inzwischen ein Geschmäckle bekommen. Dahinter steht ein Geflecht von Nutznießern, die sich gegenseitig die Umsätze zuspielen. Meine Anwältin hat mich bereits darauf vorbereitet, dass mit einem Urteil erst in einem halben Jahr zu rechnen sei. Eine Flaschenpost im Golfstrom ist von USA nach Europa schneller! Das Recht ist zum bloßen Ernährer juristischer Jongleure verkommen und wird so seinem eigentlichen Sinn nicht mehr gerecht.

 

 

 

 

 

"Wir wollen sparen"

 

Den Satz "Wir wollen sparen" hört man allenthalben in Eigentumswohnanlagen und er ist gar nicht so falsch. Kosten und Verbräuche zu reduzieren macht Sinn und sollte stets im Fokus stehen. Hier sollte aber in den richtigen Dimensionen gedacht werden. Dazu gehört auch der Werterhalt der Immobilie. Was nützt es, wenn einige energiesparende Lampen ausgetauscht werden, die Bausubstanz jedoch vernachlässigt wird, weil dabei Geld in Form einer Sonderumlage in die Hand genommen werden muss!? 

Der Spruch "Eigentum verpflichtet", der vornehmlich von solventen Eigentümern zu hören ist, hat sicher eine andere Qualität, als der Spruch "Wir wollen sparen", weil die Umlagen erdrücken und Sonderumlagen Probleme bereiten. Für den Einen ist das Sparen nur ein netter Effekt, für Andere eine bittere Notwendigkeit. Beides wohnt oft Tür an Tür. So sind manche Miteigentümer im Extremfall motiviert, die Entwicklungen in einer etwas privilegierteren Position beeinflussen zu können. Hinzu kommt in manchen Objekten noch die eigene gefühlte Wichtigkeit, die immer wieder spürbar ist. Es ist darum keine Nebensache, wer zum Beispiel in den Verwaltungsbeirat gewählt wird und die Interessen der Eigentümer vertritt.

 

Bedeutung des guten Beispiels

 

Die heterogene Zusammensetzung der Bewohner einer Eigentumswohnanlage erfordert einen Verwaltungsbeirat, der auf alle Facetten des Zusammenlebens ausgleichend einwirkt. Ein wirksames Instrument der Überzeugung ist dabei "das gute Beispiel", das man als Verwaltungsbeirat vorlebt. Für manche Mitbewohner ist das unbedeutend, weil sie vornehmlich nur hinter ihrer eigenen Tür leben. Sie haben vielfach keinen Bezug zur Gemeinschaft, außer, wenn sie die Gemeinschaft zu ihrem eigenen Vorteil brauchen. Einigen Eigentümern ist es wichtig, ohne nennenswerten eigenen Aufwand den Fuß in der Tür zu haben, um Vorteile zu nutzen.

 

Kritisch wird es, wenn Lebensgemeinschaften mehr Einfluss anstreben, unterschiedliche Motivationen vorliegen und/oder unterschiedliche Beispiele vorleben. Hier muss man ein Gefühl dafür bekommen, welches Beispiel sich nach Erlangen einer Funktion durchsetzen wird. Im Zweifel sollten klärende Gespräche geführt werden, ehe eine Wahl zum Verwaltungsbeirat erfolgt. Gehen die so Angesprochenen einem Gespräch aus dem Weg, so ist das bereits bedenklich. 

 

Ein sehr guter Prüfstein für die Eignung zu einer aktiven Interessenvertretung ist der Grad der von den Miteigentümern empfundenen gegenseitigen Rücksichtnahme und der sichtbar gelebte Ordnungssinn. Das entscheidet sehr oft ganz wesentlich über den Frieden innerhalb eines Objektes, zumal, wenn vorgelebte negative Beispiele von Anderen nachgeahmt werden. Solche Beispiele gibt es leider in vielen Wohnanlagen.

 

Klares Wertedenken, weil Eigentum verpflichtet

 

Ein erfolgreiches Konzept ist echtes Wertedenken, bei dem Sparprogramme und der Erhalt von Werten sinnvoll kombiniert werden. Bis zu einem gewissen Grad können Konzepte, wie sie über die KfW-Bank gefördert werden, bei der Realisierung helfen, wenn Finanzierungsprobleme bestehen. Hier muss jedoch eine faire Abwägung erfolgen, ob allen Eigentümern verteuernde Maßnahmen zur Erlangung von Krediten zumutbar sind. Sehr oft ist der Nutzen je nach Wohnlage und innerhalb des Objekts sehr unterschiedlich. Besteht ein gesundes und faires Gemeinschaftsdenken sowie eine größtmögliche gegenseitige Rücksichtnahme (weil Eigentum verpflichtet), gibt es dabei keine Probleme. Ist das nicht der Fall, wird es schwierig.

 

Nicht jeder muss sparen

 

Für Menschen, die nicht unbedingt sparen müssen, ist das Sparen eher eine Tugend, die man sogar arbeitsintensiv für Andere ausüben kann, obwohl Andere es nicht zu würdigen wissen. Sparen zu müssen hat da schon eine andere Qualität. Diese Rolle erfordert intelligente Vorgehensweisen, um die restlichen Miteigentümer zu überzeugen. Man könnte ja auch alternativ Handwerker oder Dienstleister beauftragen, die exakt das ausführen, was die Gemeinschaft zuvor absegnete. So müssen wegen Eigenleistungen auch keine andersgearteten Zumutungen toleriert werden.

 

Es ist jedoch absolut sinnvoll, wenn beide Fraktionen harmonisch agieren und sich angemessen verhalten. Absolut unsinnig ist es allerdings, untereinander Zweitracht zu pflegen und groteske Machtkämpfe zu führen. Grobe Klötze finden dann die passenden Keile und ein sachliches Zusammenarbeiten wird nahezu unmöglich. 

 

Jeder muss wissen, wie er das wünscht. Oft hilft da bestehende Lebenserfahrung, damit man keine unangenehmen neuen Erfahrungen machen muss.

Diese Erfahrungen kann man sich mit angemessenem Verhalten wirklich sparen!

 

Veröffentlicht am 23.02.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

...manchmal ist das zu wenig!

 

Alle im gleichen Boot?

 

Viele Eigentümer von Eigentumswohnanlagen fragen sich, ob und mit wem sie in einem Boot sitzen. Wer passt zueinander und wer ist ein adäquater Umgang? Das hängt natürlich vom Gleichklang ab und ob man sich mag. Im Laufe der Zeit lernt man "seine Pappenheimer" kennen und weiß, woran man ist. Das kann gemeinsame Projekte stark beeinflussen. Besonders, wenn sich Lager bilden. Unsinnig ist es, eine einseitige Minderheit zu bilden. So etwas erkennt man daran, wenn 10% etwas Anderes wollen als die restlichen 90% und die Argumente der 10% schwach oder in einer bestimmten Richtung motiviert sind. Was soll das werden, wenn große Projekte anstehen, wie eine Gebäudesanierung?!

 

Gebäudesanierungen können durchaus eine Zeit lang hinausgezögert werden, wenn sich die Schäden im Rahmen halten. Irgendwann ist jedoch der Zeitpunkt gekommen, an dem man den Tatsachen ins Auge sehen muss. Alleinige Eigentümer von Immobilien können sofort aktiv werden. Eine Eigentümergemeinschaft zum richtigen Verhalten zu bringen, ist wesentlich schwerer. 

 

Bei Gebäudesanierung wird sehr oft ein "energetisches Konzept" entworfen, bei dem eine langfristige und wünschenswerte Kostensenkung im Fokus steht. Das ist meist sehr teuer und muss gewissenhaft gegengerechnet werden. Beträgt die Amortisationszeit mehr als 20 Jahre, so ist es für einen Teil der Eigentümer uninteressant. Besonders für betagte Eigentümer besteht kaum die Chance, je in den Genuss der Einsparung zu kommen. Junge Eigentümer, die ihre Immobilie mit spitzer Feder finanzieren und ohnehin bereits auf einen gehobenen Lebensstandard verzichten, sind oft nicht in der Lage, ausgeprägte energetische Konzepte mitzutragen. 

 

Hier hilft die KfW-Bank mit entsprechend geförderten Programmen, um günstige Teilfinanzierungen zu ermöglichen. Nun stellt sich die Frage, ob die erheblich verteuernden Auflagen der Bank von den solventen Eigentümern mitgetragen werden. Warum sollten sie ihr Barvermögen für klamme Miteigentümer opfern, wenn der Nutzen nur in der Kreditgewährung für andere Miteigentümer liegt!?

 

Die Lösung des Problems erfordert ein hohes Maß an gegenseitiger Rücksichtnahme und ein kluges Verhalten derjenigen, die auf Hilfe angewiesen sind. Man kann ihnen helfen, muss es aber nicht.

 

So ist ein friedliches Miteinander und gegenseitige Achtung der Schlüssel zum weiteren Vorgehen. Wer zugibt, der erwartet, dass auch abgegeben wird, wenn es erforderlich ist. Sturheit ist da ein schlechter Berater, insbesondere, wenn man am kürzeren Hebel sitzt.

 

Grundsätzlich sind alle Eigentümer einer Immobilie gleich, wenn sie dazu bereit sind, gleich zu sein. Leider ist das noch nicht überall angekommen. Manchmal kann man sich die Leute nicht aussuchen, mit denen man zusammenleben muss. Man soll aber die Hoffnung nie aufgeben! 

 

Klaus Klee

 

 

Moderne Tradition

 

Alljährlich am Fastnachtssamstag erscheint seit dem Jahr 1902 die "Hochstädter Kreppelzeitung". Wer sie in Händen hält, der ahnt möglicherweise nicht die wechselvolle Geschichte dieser Zeitung und die Veränderungen, die gerade in den letzten zwei Jahrzehnten stattfanden. Allein schon die technische Herstellung war ein Quantensprung. Deren Überleitung in die digitale Welt führte weg von den Lichttischen des Maintal TAGESANZEIGERs, auf denen die zuvor gesetzten und ausgedruckten Texte und die in der Dunkelkammer belichteten und gerasterten Fotos seitenweise zusammengeklebt wurden. Der Kampf mit Scheren für Links- und Rechtshänder sowie mit der Akkuratesse des Leiters der Technik, waren eine höchst anstrengende Sache. Das darauffolgende gemeinsame Essen beim benachbarten Chinesen war Kult und belohnte die Bemühungen. Für den Inhalt der Zeitung sorgten die "Kreppelrichter", die bis heute auf vielfältige Art ihre Themen aufbereiten. Die ehemals rein männliche Redaktionstruppe besteht heute zu 90% aus "Kreppelrichterinnen" und die digitale Umsetzung erfolgt ebenfalls durch eine junge Dame, die sogar vom Fach ist. An den humoristisch-satirischen Sichten hat sich kaum etwas geändert, etwas gelitten hat nur der Umgang mit der Mundart, die einigen Kreppelrichterinnen wohl nicht mehr so attraktiv erscheint. Leider geht dabei zunehmend ein traditionelles Gestaltungs- und Ausdrucksmittel verloren. Alles erneuert sich irgendwann. Aber auch das ist ein Markenzeichen der Hochstäter Kreppelzeitung, die stets auch den aktuellen Zeitgeist begleitete und zum Ausdruck brachte.

 

 

In der politischen Satire wird in allen drei Elementen stets nur das schlanke treffsichere Florett ausgepackt und nicht die plumpe Keule. Wie man am aktuellen Titelblatt sieht, steckt in der Auswahl der Illustration ebenfalls eine starke Aussage. Hier ist zum Beispiel nur ein kleiner Teil des Gesichts der neuen Bürgermeisterin unterhalb einer großen Leere zu sehen. Beim genaueren Hinsehen wird klar, wie sehr das und die diesbezüglichen Texte dem ersten Monat ihrer Amtszeit entspricht. Die Verabschiedung vom alten Bürgermeister ist dagegen so gehalten, wie man mit ihm zwei Jahrzehnte lang umging - kritisch fair und stets mit einem Augenzwinkern. Es ist der Stil, mit dem Satire geübt wird, der die Hochstädter Kreppelzeitung prägt.

 

Satirisch kritisch bis lustig

 

Mit den "Hochstädter Humoristen", wie der Humor-Musik-Verein "Edelweiß" seit 1896 genannt wird, ist eine starke humoristische Tradition verbunden. Unter dem Deckmantel des Humors ließ sich in den Anfangsjahren politische Kritik ermöglichen, die viele Jahre eine gefährliche Sache war. In der Arbeiter- und Turnerbewegung organisierte Vereine verkörperten den Protest gegen die damals Herrschenden und die sozialen Auswirkungen des Industriezeitalters. Hochstadt war ein beliebter Ort, an dem man sich aus dem Umland traf, um sich unter dem Deckmäntelchen "Sänger- oder Musikerwettstreit" und anderen Anlässen zu treffen. So bildete sich eine kleine Gruppe Hochstädter Bürger, die den Humor-Musik-Verein gründeten, um an der freiheitsorientierten Entwicklung teilhaben zu können. Die Kreppelzeitung war das Satireblatt, in dem zwischen allerlei Lokalgeschehen auch Politik und Zeitgeist thematisiert wurde.

 

In den späten 50er bis in die 70er Jahre wandelte sich der HMV sehr stark in einen Karneval treibenden Verein, indem die Zeit unmittelbar vor dem Verbot während der NS-Zeit wiederbelebt und in die neue Richtung gehend ausgebaut wurden. Die 80er Jahre brachten dann die Rückbesinnung auf alte humoristische Werte und die stärkere Einbeziehung der Politik. Seitdem ist die Hochstädter Kreppelzeitung traditionell wieder absolut authentisch. Die heutigen, vorwiegend jungen Redakteure tragen diese Entwicklung erfolgreich weiter. Der Humor-Musik-Verein betreibt außerhalb der Fastnachtsaktivitäten zudem seit 2005 eine politisch-satirisches Kabarett, um die Anforderungen an die Fortführung humoristischer Werte langfristig sicher zu stellen. Alle drei Elemente prägen heute weit über die Grenzen Maintals hinaus den Ruf der Hochstädter Humoristen.

 

Für mich ist es eine große Ehre und eine innere Verpflichtung, diese Werte mittragen zu dürfen. Der HMV begleitet mich bereits ein halbes Leben und ich habe es nie bereut!

 

Veröffentlicht am 07.02.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Die erste Hochstädter Kreppelzeitung

erschien im Jahr 1902 mit einer Auflage 

von nur knapp 30 handgeschriebenen

und illustrierten Exemplaren.

 

 

Das Redaktionsgebäude

des Maintal Tagesanzeigers

war Jahrzehnte lang die Geburtsstätte

der Hochstädter Kreppelzeitung

 

Wendepunkte

 

Der bevorstehende Jahreswechsel regt wieder unzählige Menschen an, darüber nachzudenken, was sich in ihrem Leben verändern sollte oder sogar muss. Hauptsache, es passiert etwas oder ein momentaner Zustand wird beendet. Da wird etwas geplant, ohne zu wissen, was noch so alles im neuen Jahr passiert. Möglicherweise wirft uns das Unbekannte sogar aus der Bahn und wir wären froh, nicht zusätzlich in einem Neuaufbruch zu sein. Das Leben geht sowieso weiter, egal was wir geplant haben. Was ist also richtig?

In meinem Leben gab es mehrere Phasen, in denen sich Dinge ohne mein Zutun ins genaue Gegenteil verkehrten. Es war ein Auf und Ab des Erfolgs, der Zufriedenheit und der sich ergebenden Chancen. Nutzte man letztere nicht, war es ein Fehler oder manchmal auch ein Segen. Die gravierenden und nicht planbaren Ereignisse, wie Krankheit, Trennung und Tod stellten in jedem Fall eine Wende ins Ungewisse dar, weil man nicht darauf vorbereitet war. Bei aller Planung sollte man deshalb immer noch genug Spielraum für die Unwägbarkeiten des Lebens einräumen, sonst schlagen die Wellen sehr schnell über einem zusammen und die Gefahr wächst, dass man den Problemen nicht mehr gewachsen ist. Wenn es hart kommt, geht mit einer derartigen Lebensphase sogar ein sozialer Abstieg einher.

 

Single oder Partnerschaft?

 

Je nachdem, welche Kindheit wir Menschen erlebten, entsteht der Wunsch, später auf sich allein gestellt zu sein oder in einer Partnerschaft zu leben. Die Art des Zusammenlebens der eigenen Eltern oder gar deren Trennung, die eigene Erziehung mit oder ohne ausgeprägtem Gemeinschaftsdenken, der eigene Egoismus oder eine angeborene Selbstlosigkeit sowie prägende Erfahrungen mit ersten Partnerschaftsversuchen beeinflussen den endgültigen Entschluss zur Partnerschaft.

 

Leider denken überzeugte Singles in dieser Phase nicht daran, dass sich Zeiten ändern, sich Wendepunkte im Leben ergeben, in denen sie völlig auf sich allein gestellt sind. Das kann Menschen, die in einer Partnerschaft leben, allerdings auch passieren. Nach einer Trennung ist die gemeinsame Wohnung womöglich finanziell nicht mehr zu halten. Allein gelassen mit Kind oder Kindern, einem fehlenden Job und vielleicht noch einem Berg Schulden sinkt der Lebensstandard dramatisch. Vielleicht ist man sogar von den Kindern getrennt und man vereinsamt deswegen. Diese Vision einer geplatzten Partnerschaft vor Augen lässt ein Single-Dasein irgendwie attraktiver erscheinen. Doch - ist es das wirklich? Grenzenlose Freiheit und große Einsamkeit können nahe beieinander liegen. Das merken die Betroffenen aber erst, wenn einige nicht planbare Ereignisse eintreffen.

 

Ortsfest und bodenständig oder frei und ungebunden?

 

Wer seine beruflichen Möglichkeiten total ausreizen will, setzt auf ein ungebundenes Leben. Jeder Ort und jedes Umfeld ist willkommen, wenn damit ein Vorwärtskommen verbunden ist. Wohin das letztendlich führt und wann die Sucht nach Selbstverwirklichung und Karriere einmal erfüllt sein wird, ist nicht absehbar. Macht und Konsum können wie Drogen sein. Da ist nur Platz für eine bestimmte Art von Partnern. Sie müssen zur Karriere passen. Ist das nicht der Fall, führt der unpassende Teil der Partnerschaft ein tristes Schattendasein. Sich verändernde Lebenslagen führen in solchen Partnerschaften zu einem weitaus größeren Sturz als bei ortsfesten und bodenständigen Menschen. Bodenständige Verlierer werden nämlich wie in einem Netz in der Familie oder im Freundes- und Bekanntenkreis aufgefangen.

 

Geplante Wendepunkte

 

Der geplante Wendepunkt kennt Regeln und Abhängigkeiten. Diese können durchaus nur demjenigen bekannt oder bewusst sein, der rechtzeitig die Kriterien für den Zeitpunkt einer Wende für sich selbst festlegt. Ist eine Aktivität für involvierte Menschen nutzbringend, kann ihre einseitige Beendigung starke Turbulenzen auslösen. Es ist also ratsam, für diesen Fall einen Plan B zu haben, sonst kann ein Macher eine starke Dominanz ausüben und ist immer schwerer zu ersetzen. Verantwortungsvolle Macher senden allerdings rechtzeitig vor Beendigung einer Aktivität eindeutige Signale. Ab diesem Zeitpunkt geht es nur noch um den passenden Zeitpunkt für den Absprung. Steht dieser fest, ist der Ausstieg unumkehrbar.

 

Plötzliche Wendepunkte

 

Bei lang anhaltenden Schaffensperioden können urplötzlich Situationen auftreten, die auf eine Machtprobe hinauslaufen. Im Laufe der Zeit haben sich Zuständigkeiten und Abhängigkeiten ergeben, die unverhofft partiell infrage gestellt werden. Das kann bedeuten, dass eine andere Person oder eine Personengruppe sich für besser geeignet hält oder eigene Interessen umsetzen will. Zersetzende Gruppenprozesse werden dazu eingeleitet, um die Basis des Widerstands zu vergrößern. Fragt sich nun der Macher, ob er es wirklich nötig hat, sich für eine nutzenbringende ehrenamtliche Tätigkeit angreifen zu lassen, zeichnet sich eine plötzliche Wende ab. Diese ist meist von einem abrupten Übergang gekennzeichnet, nach dem Angreifer in der Sache praktisch wieder bei Null anfangen müssen. Solche Aktionen verlaufen bekanntlich selten erfolgreich. 

 

Der Dunstkreis einer solchen Widerstandsbasis macht prägende Erfahrungen, die in den meisten Fällen eine Wiederholung ausschließt. Der Betroffene wechselt jedoch zügig zu neuen Herausforderungen und steht selten weiterhin zur Verfügung.

 

Veröffentlicht am 22.12.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Zickenalarm im Wohnobjekt

 

Für jeden Artikel gibt es einen Anlass. Ein solcher ist aber noch kein Grund, einen Sachverhalt zu verallgemeinern. Zeigen sich jedoch an mehreren Stellen gleichgeartete Feststellungen, so sollte man doch einen Versuch wagen, die Ursachen zu ergründen. Hier geht es heute um das gestörte Zusammenleben in Eigentumswohnanlagen einer Größenordnung von 12-16 Wohnungen und die gelebten sozialen Verhaltensweisen. Da Wohneigentum sowohl selbst genutzt als auch als Renditeobjekt vermietet wird, hat man es sowohl mit Eigentümern als auch mit Mietern und deren Verhaltensweisen zu tun. Kommt es beim Zusammenleben in Wohnanlagen zu unterschiedlichen Ansichten, so ist der Verwaltungsbeirat der erste Ansprechpartner, der im Sinne der Allgemeinheit die Klärung einleitet und je nach Sachlage vorgeht. Das geschieht ausschließlich auf der Ebene der Eigentümer, die wiederum die Beschlüsse bei ihren Mietern durchsetzen. Das kann zwischen Kontrahenten sehr ruhig und besonnen, aber auch streitbar und mitunter extrem zickig ablaufen. Fehlt die Einsicht, erfolgt - als kleinstem gemeinsamen Nenner - eine Klärung über bestehende Regelwerke. Eigennützig gefüllte Grauzonen werden neu geregelt oder ganz aufgehoben. Damit werden jedoch auch zwischenmenschliche Freiräume und Toleranzzonen beseitigt, die auch mit gegenseitiger Rücksichtnahme hätten gefüllt werden können. Häufen sich derartige Aktionen, leidet darunter der häusliche Friede. Da solches meist von Frauen ausgeht, spricht man von "Zickenalarmen".

 

Passende Geschenk-Idee: Fußabtreter "Zicke"

 

Es geht in diesem Artikel nicht um ganz spezielle Erörterungen, sondern um das typische Sozialverhalten von Menschen unterschiedlicher Prägung, die das Zusammenleben großer Gemeinschaften bestimmen. Die Betrachtungen bleiben auf dieser Seite anonym, sie beschreiben jedoch typische Charaktere, die je nach persönlicher Erfahrung durchaus auch zugeordnet werden könnten. Direkt beabsichtig ist das jedoch nicht.

 

Die Gemengelage

 

Komfortable Eigentumswohnanlagen bieten eine Menge Vorzüge, die Einfamilienhäuser oder Reihenhäuser nicht bieten können. Gemeinsam genutzte Einrichtungen, wie kostengünstige Heizungen, Saunen, Schwimmbäder, großzügige Garten- und Außenanlagen, Personenaufzüge, separate Wasch- und Trockenräume, Fahrradkeller, Hausreinigung, Winterdienst, ein Hausmeister und vieles mehr, sind solche Vorteile. Man kann beruhigt seine Tür abschließen und verreisen und braucht sich um nichts zu kümmern, es sei denn, es sind Haustiere und Pflanzen zu pflegen. Der Rest ist geregelt.

 

Es gibt in Wohnobjekten zwei Zonen, die einer unterschiedlichen Nutzung unterliegen. Dies ist in der Teilungserklärung und in der Hausordnung jedes Objektes exakt geregelt. 

  • In der eigenen Wohnung kann man leben, wie man möchte, solang man die übrigen Hausbewohner nicht unverhältnismäßig stört. 

  • In den Gemeinschaftsbereichen regeln die Hausordnung und gesetzliche Vorschriften, was dort stattfinden darf. 

Soweit wäre eigentlich alles klar, wenn es keine eigenwilligen Menschen gäbe, die sich in Gemeinschaftsbereichen rücksichtslos verhalten  und schlimmstenfalls sogar ihren Wohnbereich in Gemeinschaftsbereiche verlagern. Das ist oft ein schleichender Prozess in kleinen Schritten, die jedoch irgendwann eine Grenze erreichen, die nicht mehr zu tolerieren ist. Solche Menschen gibt es leider in fast jeder Wohnanlage. Sieht man eine gewisse Zeit über schleichende Entwicklungen in der Hoffnung hinweg, die Mitbewohner erkennen selbst, was zumutbar ist, stößt die plötzliche Intervention auf heftige Reaktionen, die bisweilen zickige Formen annehmen können. Trotz und Arroganz, gepaart mit borniertem Verhalten versperren oft die Sicht auf das Wesentliche und lösen regelrechte Machtproben aus. An deren Ende muss zwangsläufig die Vernunft siegen. Dabei hilft der Blick in gemeinsame Regelwerke oder die Kenntnisnahme gültiger Vorschriften.

 

Wer sieht nach dem Rechten?

 

In sehr großen Wohnanlagen (50 bis über 100 Wohnungen) übernimmt generell die Hausverwaltung die Überwachung der Einhaltung gültiger Regeln und sie ist auch für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zuständig. Ihr arbeitet der Hausmeister zu, der neben seiner eigentlichen Aufgabe Verstöße gegen Regelungen meldet. Zusätzlich existiert ein von den Eigentümern gewählter Verwaltungsbeirat, der bei Korrekturmaßnahmen mitwirkt. In kleineren Wohnanlagen spielt der Verwaltungsbeirat eine größere Rolle als in großen Wohneinheiten, weil sich hier einiges regeln lässt, ohne das große Rad zu drehen.

 

Dieser Verwaltungsbeirat hat auch gesetzliche Pflichten zu erfüllen. Diese können sehr weitgehend sein. Sollte dem Objekt zum Beispiel völlig unvorhergesehen die Hausverwaltung abhanden kommen (Insolvenz, Tod, etc.), muss der Veraltungsbeirat notfalls die Geschäfte der Eigentümergemeinschaft so lang weiterführen, bis eine neue Hausverwaltung gefunden ist und auch deren Interessen rechtlich vertreten. 

 

Von einem Verwaltungsbeirat wird deshalb eine spezielle Eignung, hohe Integrität, Neutralität, Ehrlichkeit und Offenheit, aber auch Beurteilungsfähigkeit hinsichtlich der gegenseitigen Rücksichtnahme erwartet. Der selbstlose Einsatz der eigenen Arbeitskraft und eine größtmögliche Erreichbarkeit sind ein wichtiges Kriterium. Wer dies nicht erfüllt, sollte diese Funktion nicht ausführen. Die Funktion des Beirats nur aus Prestigegründen oder aus Eigennutz auszuüben, führt irgendwann zu Problemen und zu schweren Interessenkonflikten.

 

Normale und spezielle Interessenkonflikte

 

Wer Miteigentümer einer Wohnanlage ist, weiß, dass Verwaltungsbeiräte, die eine hohe Akzeptanz besitzen, nicht leicht zu finden sind. Es ist nun mal ein Ehrenamt, an das Erwartungen gestellt werden. Läuft in einer Wohnanlage alles so, dass man gar nicht spürt, dass es beinahe täglich Dinge zu regeln gibt, die auch ein Anpacken erfordern, so spricht das für ein großes Engagement eines Beirats, der das Allgemeinwohl im Auge alles "geräuschlos" regelt. Dazu gehören natürlich auch kostensenkende Maßnahmen, die allen zugute kommen. 

 

Besonders aktive Beiräte werden von oberflächlich Denkenden jedoch oft als störende Kümmerer angesehen, die sich wichtig machen wollen. Da aber für eigenes Handeln Maßstäbe benötigt werden, ist es völlig normal, dass diese auch gegen Passive zur Anwendung kommen, die kausale Zusammenhänge überhaupt nicht verstehen. So wird versucht, den "Kümmerer" im  bösartigen Sprachgebrauch schnell als "Spießer" in seine kleine Ecke zurück zu schicken, in die er nach Zickenmeinung hingehört. Die Realität sieht jedoch anders aus. 

 

Da Eigentum verpflichtet, sollte bei kostensparenden Gemeinschaftsaktionen auch ein gewisses Engagement der Eigentümer spürbar sein. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Abgesehen davon, dass ab einem gewissen Alter oder einer schlechten gesundheitlichen Konstitution, aus beruflichen oder sonstigen Gründen Einschränkungen hingenommen werden müssen, spielt auch fehlender Gemeinschaftssinn eine große Rolle. Oft liegt es aber auch nur an der Kommunikation, wenn Unterstützung  fehlt. Das passiert dann, wenn schlecht abgestimmte Aktionen ablaufen.

 

Konflikte entstehen auch dann, wenn bei eignem besonderem Engagement die spürbare Passivität anderer Miteigentümer zu Missstimmungen führt. Der Ordnungssinn ist ebenfalls ein ganz wesentlicher Faktor, der Konflikte auslöst. Ordnung hängt allerdings vom Wesen und der Erziehung von Menschen ab und wird persönlich recht unterschiedlich definiert. Hier muss immer wieder für Klarheit gesorgt werden. 

 

Erweitern Hausbewohner ihren privaten Lebensraum in Gemeinschaftsbereiche, so führt das in Extremfällen zu ärgerlichen Diskussionen. Angesprochene und selbst direkt betroffene Beiräte müssen hier enge private Beziehungen zu Mitbewohnern klar von ihrer Funktion trennen. Besonders schwierig wird es, wenn sich ein Beirat absolut parteiisch zu Bewohnern verhält, die zu Beanstandungen Anlass geben. Dann ist oft das Ende einer sinnvollen Beiratstätigkeit gekommen.

 

Manches ist nicht diskutierbar

 

Es sollte das Interesse des Verwaltungsbeirats sein, innerhalb einer Wohnanlage für ein gutes Klima zu sorgen. Das kann man aber nicht verordnen, zumal Mieter und Eigentümer einen unterschiedlichen Status haben. Man kann aber fair regeln, was gelegentlich falsch interpretiert oder bewusst missachtet wird. Hier ist jedoch größte Objektivität gefragt. Über Mehrheiten bei Abstimmungen kommen dabei Regelungen zustande, die anschließend konsequent umgesetzt werden müssen. 

 

Nun könnte die Frage aufkommen, warum man das mit Personen unterschiedlicher Auffassungen nicht ausdiskutieren kann. Mit manchen Menschen ist das leider nicht möglich. Die Argumente gehen sofort ins Persönliche und münden in vergleichende Auflistungen, die jedoch mit dem eigentlichen Sachverhalt nichts zu tun haben. Die Gespräche drehen sich im Kreis, wodurch sie sinnlos werden. Hier helfen nur klare mehrheitsfähige Regelungen.

 

Verwaltungsbeiräte sind keine Therapeuten! 

 

Erwachsene Menschen lassen sich nicht erziehen! Liegt eine Fehlorientierung vor, die zu Problemen führt, so helfen nur die Versachlichung und konsequentes Handeln. Probleme in einer Gemeinschaft kann man nur einvernehmlich lösen, wenn sich Einzelinteressen unterordnen lassen. Das Klima in einer Wohnanlage wird dadurch allerdings nicht besser.

 

Veröffentlicht am 07.12.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

Arroganz schafft Konflikte

 

Wie man damit richtig umgeht...

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Eine Frage des Durchsetzungsvermögens

 

In den letzten Jahren beschäftigen sich immer mehr Menschen mit dem Thema "generationenübergreifendes Wohnen". Schaut man sich den Personenkreis an, der sich besonders stark für dieses Thema interessiert, so sind das vorwiegend Menschen, die Häuser besitzen, in denen sie inzwischen allein leben. Sie suchen aus den verschiedensten Gründen größere Gemeinschaften, jedoch vorwiegend, um im Alter nicht allein zu sein. Sie beachten dabei leider nicht ausreichend, dass das Zusammenleben in heterogenen Strukturen eine Menge Probleme mit sich bringt.

 

Wohnen nur Senioren in einer Wohnanlage, die ähnlich ausgesorgt haben, so begegnen sie sich auf Augenhöhe und abträgliche soziale Empfindungen spielen keine Rolle. Genauso verhält es sich, wenn alle auf ein ähnlich erfülltes Leben zurück blicken können. Sie können sich bei Bedarf Pflege und Betreuung sichern und sind nicht direkt auf Mitbewohner angewiesen. Auf Augenhöhe unterstützen sie sich dennoch gegenseitig, ohne negative gegenseitige Empfindungen.

 

Besteht die Gemeinschaft einer Wohnanlage jedoch aus Bewohnern unterschiedlichen Alters, sehr verschiedenen Familienstrukturen, unterschiedlicher Einkommens- und Versorgungslagen, Nationalitäten und Kulturen, bleiben Türen wesentlich länger verschlossen, ehe ein vielleicht offenes und herzliches Verhältnis zueinander besteht. Senioren haben infolge ihrer Lebenserfahrungen ein gutes Gespür bei der Beurteilung ihrer Mitmenschen, leider führt das dazu, dass manchmal Türen nicht nur verschlossen bleiben, sondern zusätzlich ihre Schlüssel zweimal herumgedreht werden. Die Abgrenzung ist meist endgültig, damit das eigene Leben keinen Schaden nimmt.

 

Senioren beobachten sehr genau, mit wem sie es zu tun haben und ziehen Schlüsse, die jedoch nicht immer stimmen müssen. Manche Menschen senden Signale aus, um den wahren Kern ihres Handicaps zu verbergen. So kann Freundlichkeit oder das Zelebrieren eines Lebensstils genau das Gegenteil verdecken. Es geht ihnen sehr oft um den Platz, den sie gern in der Gemeinschaft einnehmen möchten. Leider schließen bestimmte Verhaltensweisen die Erfüllung des Wunsches immer wieder aus. 

 

Jede unter einem Dach lebende Lebensgemeinschaft hat ihre eigene Struktur, deren Auswirkungen sichtbar sind. So werden Dominanzen, Stärken und Schwächen auffälliger Mitbewohner nicht nur registriert, sondern die Mitbewohner suchen in Gesprächen auch die Bestätigung, ob ihre Erkenntnisse tatsächlich richtig sind. Dabei entwickelt sich mitunter sogar das Bedürfnis der individuellen Unterstützung. Oft wird sie sogar angenommen, sie beeinflusst jedoch nicht das weitere Sozialverhalten.

 

Mit Interesse wird auch beobachtet, mit wem sich die Hausbewohner abgeben, wer sie besucht und zu welchem Anlass. Zieht man alle Personen aus dem familiären Umfeld ab, kann man erkennen, wie groß oder klein die Welt mancher Mitbewohner und deren soziales Umfeld  tatsächlich ist. Bei Senioren wird das anders bewertet, als bei Menschen, die noch mitten im Erwerbsleben stehen. Hier werden Persönlichkeitsstrukturen deutlich, die zur Abschottung führten. Die heile Welt beginnt oft erst vor deren Eingangstür. So kann davon ausgegangen werden, dass alle Signale dieser relativ heilen Welt nicht gerade mit Freude aufgenommen werden. Aversionen entstehen.

 

In Hausgemeinschaften suchen und finden sich immer wieder Personen, die sich von ihrem Persönlichkeitsaufbau sehr stark ähneln und sich gemeinsam in ihre kleine Welt ihrer Wahrheiten zurück ziehen. Sie haben natürlich auch andere Gemeinsamkeiten, mit deren Hilfe sie gemeinsame Aversionen pflegen. Übersteigt dabei die eigene gefühlte Wichtigkeit die Realität, kommt es zu Gefühls-Eruptionen gewaltigen Ausmaßes, die in ihrer Spitze leicht auch ins Lächerliche kippen.

 

Natürlich tauschen sich Mitbewohner darüber aus, wenn sie Überreaktionen begegnen und klären sehr schnell, ob jenen irgendwie "noch zu helfen ist". Leider sind die Signale aber oft so klar, dass sich immer mehr Bewohner deutlich abgrenzen. Das Klima im Haus ist gestört.

 

Persönlichkeitsstrukturen sind oft so verfestigt, dass sie keine adäquaten Rückzugsstrategien kennen. Das betrifft Angegriffene in gleichem Maß wie Angreifer. So bleiben nur noch gültige Regelwerke, die von Mehrheiten getragen werden. Egomanem und arrogantem Verhalten kann man nur so begegnen. Das allerdings engt deutlich die Palette ethischen und moralisch einwandfreien Verhaltens ein. Wo der gesunde Menschenverstand hätte entscheiden können, müssen nun verschärfte Regeln zum Einsatz kommen. Für die Auslöser solcher Aktionen bedeutet das eine durchaus vermeidbare Niederlage und ein Ansehensverlust. Auf sie setzen fortan nur noch wenige, wenn es um die Gemeinschaft geht.

 

Besonders pikant ist die Konstellation, wenn Personen einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur und Personen mit einem ausgeprägten Gemeinsinn als Beiräte einer Eigentümergemeinschaft fungieren und immer offensichtlicher wird, dass ein Teil nur den Eigennutz verfolgt. Gelingt es auch noch, den Eigennutz innerhalb der Gemeinschaft durchzusetzen ohne auch nur ansatzweise selbst Gemeinsinn zu praktizieren, kommt es zum Show Down. Ist dieser eingeleitet, muss noch einmal mit einem heftigen egomanen und arroganten Ausbruch gerechnet werden, der jedoch schnell verpufft, wenn er sich in einer verständnisvollen Gummiwand verfängt. Am Ende steht der kopflose Rückzug, das Niederlegen des Amtes. Es ist davon auszugehen, dass das Niederlegen des Amtes sogar noch als Verlust für die Gemeinschaft angesehen wird - das traurige Ende einer Fehleinschätzung.

 

Umso wichtiger ist es, dass eine Hausgemeinschaft zu ihren Werten steht, die ihnen Sicherheit vor Willkür bieten. Gerade Senioren müssen ihre Standpunkte wehrhaft vertreten, damit sie nicht untergebuttert werden. Und das ist nicht einfach, wenn sie mit perfiden Methoden aus der Arbeitswelt konfrontiert werden. Zu denen gehört auch die Strategie, andere Mensch als "nicht teamfähig" zu bezeichnen und ihnen klar zu machen, man hätte sie nun lang genug erfolglos zu therapieren versucht, um ihnen ihren Ordnungssinn abzugewöhnen und sie zu einem für sie nutzbringenden Verhalten zu bekehren. Senioren mit großer Berufserfahrung ist es zuwider, solche Personen in gleicher Weise auf den Boden der Tatsachen zurück zu bringen, wie sie es in ihrer aktiven Zeit nur allzu oft mussten. Damals waren solche Aktionen sogar mit einer anderen Verwendung solcher Personen verbunden, was in einer Hausgemeinschaft natürlich nicht funktioniert. Hier bleibt nur das Bedauern über das Versagen.

 

Senioren, die sich nach einer heterogenen größeren Hausgemeinschaft sehnen, sollten bedenken, dass sich bei jeder Veränderung der Bewohnerschaft neue Situationen ergeben, die bewältigt werden müssen. Hier ist es wichtig, die richtigen Personen als Verwaltungsbeiräte zu wählen. Hilfreich dabei ist, wenn es bereits Erfahrungen mit den Eigenschaften von Personen sammeln konnte. Trotzdem ist auch das keine Gewähr für den Erfolg. Man muss mit den Konstellationen leben, die sich ergeben, was man allerdings nicht müsste, wenn man in einem abgeschlossenen Einfamilienhaus leben würde. 

 

Dennoch würde ich mich immer wieder für das Großobjekt mit all seinen Vorzügen entscheiden und weiterhin einen guten Kontakt zu meinen Mitbewohnern pflegen, wenn sie das zulassen.

 

Klaus Klee

 

 

Gefahr des brachliegenden Verstands

 

Der Mensch ist mit der Fähigkeit ausgestattet, denken und damit das richtige Handeln steuern zu können. Es ist ein Frevel, wie sparsam viele Menschen damit umgehen. Sie folgen anstelle des sorgfältigen Denkens viel zu oft dem Herdentrieb, denn was viele Andere erstreben, muss ja richtig sein. Momentan erleben wir jeden Montag in Dresden und in anderen Städten, wie Tausende den Aufrufen selbsternannter Heilsbringer folgen und für deren Hetztiraden den Rahmen bilden. Parallel dazu demonstrieren zwar kluge Menschen gegen diese Veranstaltungen, doch sie schaffen es nicht, bei der dumpf denkenden und fühlenden Pegida-Masse auch nur einen positiven Denkprozess erfolgreich auszulösen. 

 

70 Jahre nach dem Untergang des Nationalsozialismus zeigen immer mehr Deutsche, dass sie aus der Geschichte nichts gelernt haben. Sie zeigen erneut das gleiche Verhalten, mit dem die Nazis ihre Macht über Deutschland und dessen Menschen erlangten, um sie danach gnadenlos ins Verderben zu führen. Auch die Nazis kreierten damals ein wirkungsvolles Feindbild - die Juden und sogenannte Untermenschenrassen - und kombinierten es mit gravierenden sozialen Problemen, der Überhöhung der arischen Rasse und überzogenem Nationalstolz. In anderen Ländern griff man allerdings ebenfalls auf solche Taktiken zurück und macht das heute noch. Aus erzeugter Abneigung wird Hass und aus Toleranz wird genau die Gewalt, mit der man heute noch weltweit die Spielfiguren der Kriegführenden erfolgreich motiviert. Unsere heutigen Zielgruppen sind Fremde (die sich als solche verhalten) und der Islam, der im Zusammenhang mit weltweitem Terror Ängste auslöst. Damit wird europaweit von radikalen Nationalisten kräftig gezündelt. Sie treffen dabei auf den brachliegenden Verstand vieler Landsleute, um ihn in ihrem Sinn zu beschäftigen.

 

Stroh brennt bekanntlich wie Zunder. Umso mehr Stroh in immer mehr Köpfen ist, desto leichter lassen sich Feuer entzünden. Ebenso gut brennt soziale Unzufriedenheit und das Gefühl, dass Fremde auf unsere Kosten mehr Hilfe erhalten als viele sozial schwache Landleute. Wer im trockenen politischen Unterholz sucht, wie die radikalen Nationalisten, wird zusätzlich genug brennbares Material für ein gigantisches Feuer finden. Zu schief ist inzwischen die Lage zwischen Arm und Reich, zwischen Wohlstand und Existenzkampf. Menschen, die intensiv denken, wissen schon lang, dass es nur noch eines Anlasses bedarf, um das Land in eine tiefe Krise zu stürzen. Mit dem Flüchtlingsproblem scheint der Zeitpunkt gekommen und der innere Frieden in unserer Föderation könnte schweren Schaden nehmen.

 

Schaut man quer durch Europa, besonders in die Länder von Nordosten bis Südosten, die wohl nur aus wirtschaftlichen Gründen in die EU geholt wurden, so ist festzustellen, dass der europäische Gedanke des Zusammenlebens in Frieden und Freiheit auf der Grundlage der Menschenrechte noch nicht angekommen ist. Das Verhalten in der von Europa gemeinsam zu bewältigenden Flüchtlingsfrage ist skandalös. Selbst zivilisierte Länder wie Österreich, die sich so gern präsidial und weltoffen präsentieren, mutieren zum staatlich organisierten Schleuserverein, nur um selbst den vielen Flüchtlingen zu entgehen. Aber auch unsere westlichen Nachbarn tendieren eher zu nationalem Kästchendenken und zur Fremdenfeindlichkeit, als dass sie eine nennenswerte Last mitzutragen gedenken. Die bornierten Briten fliegen sogar direkt in die Flüchtlingscamps um die wenigen Flüchtlinge, die der britische Arbeitsmarkt braucht, handverlesen zu importieren. Wer zu "Mama Merkel" möchte, hat da keine Chance. Europa wird so zum Flüchtlings-Supermarkt für ökonomisch Taktierende. Der europäische Grundgedanke wird völlig ausgeblendet.

 

Bei den Hauptschuldigen der Destabilisierung der Länder, aus denen die Flüchtlinge kommen, bestand zu Beginn ihrer Kriegshandlungen kein wirklicher Plan, was nach dem "Sieg" folgen sollte. Es ging ausschließlich um Eroberung, totale Zerstörung und Kontrolle, wie es auch Deutschland im Zweiten Weltkrieg widerfuhr. Als die Sieger nach 1945 merkten, dass die Deutschen nicht nur sofort wieder aufbauten und ihr riesiges Flüchtlingsproblem selbst lösten und praktisch alle Überlebenden in den gigantischen Wiederaufbauprozess einspannten, entschlossen sie sich, den Wiederaufbau politisch und finanziell zu unterstützen, damit sich die Fehler, die nach dem Ersten Weltkrieg gemacht wurden, nicht wiederholen. 

 

Als eine Erfordernis einer besiegten Nation die freie Selbstbestimmung wieder zu erhalten, wurde erneut eine Demokratie aufgebaut, die heute nahezu vorbildlich ist. Wir sind heute demokratischer als die Länder, die uns besiegten und angeblich besiegten Ländern die Demokratie bringen wollen. Wenn in der Flüchtlingskrise immer mehr Menschen ihr Gehirn abschalten und erneut Rattenfängern folgen, scheint sich unsere Praxis vorbildlicher Demokratie jetzt gegen uns zu wenden.

 

Deutschland ist heute eine der stärksten Wirtschaftsnationen der Welt und es ist absolut gerechtfertigt, dass Deutschland in der Europäischen Union als größter Nettozahler eine Führungsrolle spielt. Das ermöglich Ausländern, die gegen Deutschland Stimmung machen wollen, von "Wirtschaftsimperialismus" zu sprechen, also von einer anderen Art, Europa zu beherrschen. Merkel und Schäuble werden immer wieder mit Nazi-Symbolen karikiert und verunglimpft, um Ressentiments zu schüren. Es ist jedoch der hilflose Versuch, das eigene Unvermögen zu kaschieren. Auch hier liegt bei vielen der Verstand brach.

 

Die weitaus größte Gefahr geht bei uns heute von unzufriedenen und sich hilflos fühlenden Menschen aus, die kraftmeiernden Leitfiguren oder Bewegungen nachlaufen, die die Uhr zurückdrehen wollen. Doch, wohin wollen sie die Uhren zurückdrehen? Lösungen können nur der Zukunft gelten, in der Menschenrechte, Frieden und Freiheit im Vordergrund stehen. Armut, Hunger und soziale Ungerechtigkeit müssen überwunden werden. Dazu werden alle Menschen gebraucht, mit denen wir jetzt und zukünftig zusammenleben. Wenn in den Herkunftsländern der Flüchtlinge zumindest wieder Frieden einkehrt und Chancen bestehen, dort wieder leben zu können, werden uns viele Menschen wieder verlassen, denn der Begriff Heimat hat heute noch weltweit eine große Bedeutung.

 

Dazu gehört jedoch, dass diejenigen Nationen, die diese Regionen auf dilettantische Art direkt oder indirekt destabilisierten, die Länder dauerhaft befrieden und von Terroristen säubern. Gerade die USA sollten jetzt wirkungsvoll Verantwortung zeigen, auch wenn es dabei nicht möglich ist, wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen. Dieses Ziel ist nicht nur militärisch, sondern auch unter Einbeziehung der nationalen Besonderheiten und der Glaubensströmungen zu erreichen. Wenn hierbei weiterhin mit so wenig Sachverstand und nur mit politischem Kalkül agiert wird, wird es jedoch nicht gelingen.

 

Das gute Ende der Flüchtlingskrise ist greifbar. Dazu müssen außer den vielen Privatinitiativen, kirchlichen und sozialen Organisationen auch Organisationen und Glaubensgruppen aller Nationalitäten anpacken, denen die Flüchtlinge angehören. Sache der Politik ist es, zeitweise für diese Situation Vorschriften und Gesetze flexibler auszulegen, als es kleinkariert Denkende formulierten. Brach liegender Verstand wäre hier außerordentlich schädlich. 

 

Die ganze Welt schaut auf uns, die starke Wirtschaftsnation und ist gespannt, wie wir die Herausforderung meistern. Dazu gehören auch viele Staaten der EU. Gelingt es, ist Deutschland weltweit einmalig. Wir schaffen das, wenn alle Menschen wieder gemeinsam ihren Verstand gebrauchen!

 

Veröffentlicht am 01.11.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Transparenter Zeitgeist

 

Unsere Welt ist über die modernen Medien recht klein geworden. Von praktisch jedem Punkt der Erde erreichen uns zeitnah die neuesten Nachrichten und wir sind so gut informiert, wie es Menschen noch nie waren. Es erreichen uns aber nicht nur Nachrichten, Dokumentationen, Live-Berichte über Sportveranstaltungen, Events und Sensationen, sondern auch über Hunger, Krieg und Tod. So, wie wir hautnah miterleben können, wie es auf Flüchtlingsbooten auf hoher See, in Flüchtlingslagern und auf den Fluchtrouten zugeht, so können Menschen anderer Lebensbereiche sehen, wie es bei uns zugeht und was sie erwartet, wenn sie sich auf den langen Weg zu uns begeben würden. Also machen sie sich auf den Weg. Gegenüber Lebensgefahr und größter Not ist unser sorgloses Leben mit all seinen teilweise dekadenten Facetten ein krasser Gegensatz. Wir leben - für alle sichtbar - scheinbar im materiellen Überfluss, weil die Kehrseite der Medaille nicht ausreichend in Medien dargestellt wird. Die Politik und die Wirtschaft haben kein Interesse daran, Deutschland so zu zeigen, wie es wirklich ist. 

 

Mit der Pegida-Bewegung, die mit den Ängsten und Missstimmungen in der Bürgerschaft geradezu spielt, geht zwar ein differenzierteres Bild von Deutschland um die Welt, doch das wird nicht wahrgenommen. Wahrgenommen werden lediglich die rechtsnationalen Parolen, das Nazi-Vokabular, brennende Flüchtlingsunterkünfte und das dümmlich-brutale Vorgehen Rechtsradikaler. Mitlaufende Personen verkörpern international eine Masse, die schon einmal unser Land ins Verderben begleitete. Doch das hält die Flüchtlinge nicht davon ab, zu uns zu kommen. Das, was sie erlebten, ist so schrecklich, dass sie sich etwas noch schlimmeres nicht vorstellen können. Die momentane Situation lässt nun in allen Ländern radikalnationale Gruppen erstarken, die bereits den europäischen Schulterschluss proben. Ihre Schlagworte heißen "Überfremdung" und "Islamisierung".

 

Unsere Politiker ergehen sich derzeit noch in Zahlenspielen, und reden die Entwicklungen in den Promille- oder niedrigen Prozentbereich herunter. Wie allerdings die Mehrheit der Bundesbürger, zu denen auch viele Bürger mit Migrationshintergrund gehören, über die derzeitige Flüchtlingswelle denken, sieht man an der Welle der Hilfsbereitschaft und der Solidarität. Wie allerdings die Mehrheit der Bürger der Staaten denken, die ihre Grenzen abschotten oder es kategorisch ablehnen, sich an der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen zu beteiligen, erfahren wir nicht. Deren Zäune sind also viel höher als die, die sichtbar sind.

 

Frohsinn macht blind

 

Eine recht fragwürdige Facette der Krise ist die Reaktion von Bundesbürgern, wenn es um ihre geliebte heile Welt geht. Wir gehen gerade mit strammen Schritten auf den Beginn der 5. Jahreszeit zu. Die Situation ist beinahe schon pervers. Da kostümieren sich Menschen für Fastnachtsvergnügen, sehen noch im Fernsehen die Massaker der IS, die brutalen Gegenschläge und das daraus resultierende Flüchtlingselend und die Not, schalten die Kiste ab und gehen fröhlich auf Jux-Veranstaltungen. Scheinbar kann Nichts deren Stimmung trüben. Doch die Flüchtlingsströme ziehen bereits durch unser Land und bereiten immer größere Probleme. Irgendwann werden auch Versammlungsörtlichkeiten, Sporthallen und andere Einrichtungen betroffen sein. Spätestens dann könnten auch Veranstaltungen der Karnevalisten gefährdet sein. Wie werden die Jecken, die manisch Lustigen und die Frohsinnsindustrie darauf reagieren? 

Während Kriegszeiten wurden Karnevalsaktivitäten generell abgesagt. Das war selbst im Golf-Krieg der Fall. Heute hat der Brandherd IS von seinen Auswirkungen her bereits ganz Europa erfasst und wir tun so, als sei fröhliche Abwechslung die passende Antwort auf das millionenfache Leid von Menschen. Mir persönlich ist das zuwider und ich werde solche Veranstaltungen meiden.

 

Die wahren Schuldigen

 

Aus Afrika fliehen die Menschen, um dem Hungertod und Misshandlungen zu entgehen. Die Gründe gehen eindeutig auf Auswirkungen des hemmungslosen Rüstungsexports zurück. Die Wohlstandsstaaten haben mit ihrer Politik im Laufe der Zeit viele Regionen destabilisiert. Wir feiern ungeniert einen Rekord bei einem als Entwicklungshilfe getarnten  Rüstungsexport nach dem anderen. 

 

Anstelle geschlossen und weltweit die Rüstungskonzerne und die Nutznießer des Waffen- und Munitionsverbrauchs in die Pflicht zu nehmen, werden im eigenen Land soziale Strukturen und letztendlich viele Demokratien auf eine harte Probe gestellt. Hauptsache, der Rubel rollt! Vor einigen Jahren war der Slogan "Frieden schaffen durch Waffen..." sehr populär. Heute sehen wir das ganz anders. 

 

Waffenlieferungen und Munitionsverbrauch sind Zwänge, die für einige Staaten zwingend zu sein scheinen. Und ein Grund für eine militärische Aktion findet sich immer. Leider führen sie selten zu Lösungen, sie schaffen immer größere Probleme. Die kausal Schuldigen sollten deshalb zur Kasse gebeten werden und nicht die Menschen, die darauf keinen Einfluss haben und allein die Konsequenzen tragen.

 

Am Abgrund stehend werden zur Überwindung des Abgrunds jedoch eher subventionierte Leitern verkauft als den Abgrund abzusichern. Über Krieg und Frieden entscheidet nicht die Politik, sondern das Kapital und die Wirtschaft. Also entscheiden diese auch über Hunger, Elend, Not und Tod! Noch weiter gedacht, entscheiden sie auch über die Chance einer Demokratie oder eines totalitären Systems. Wem sie den Vorzug geben, hängt einzig an den Gewinnmöglichkeiten. Es wird Zeit, dass sich das grundlegend ändert! Zwei Weltkriege sind wirklich genug!

 

Momentan wird dieser Weltenbrand jedoch nur mit Wassereimern bekämpft.

 

Veröffentlicht am 25.10.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

Gründe gibt es immer...

 

 

 

 

 

Bombenstimmung

gefährdet?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vereinsleben im Geist der Zeit

 

Menschen, die sich den größten Teil ihres Lebens in Vereinen engagieren und die nach den aktuellen Werten ihrer Vereinsgemeinschaft suchen, finden in weiten Teilen ein völlig verändertes Gemeinschaftsgefühl und ein deutlich gesunkenes Pflichtgefühl vor. So beteiligen sich Mitglieder oft nur, um ihren Selbstdarstellungstrieb auszuleben oder Teil eines Erfolgsteams zu sein. Nur alte und junge Mitglieder des alten Schlages halten das Vereinsleben wirklich aufrecht und bauen es sogar noch aus. Sie werden dadurch immer stärker zu tragenden Säulen und es besteht die Gefahr, dass Teile des Vereinslebens schweren Schaden nehmen, wenn sie als Säulen wegbrechen sollten. 

 

Der heutige Zeitgeist führt verstärkt zum einseitigen Konsum gemeinschaftlicher Leistungen. Die einseitige Ausprägung "trendiger" Geselligkeitsveranstaltungen lockt eher junge Mitglieder an. Ausgerechnet für Senioren, die viel Zeit und Kraft in den Verein steckten und immer noch stecken, gibt es außer Weihnachtsfeiern kaum Gelegenheiten des seniorengerechten Feierns mit traditionellen Unterhaltungsangeboten. Ein Verein kann zwar heute nur überleben, wenn er von seinem Angebot her im Geist der Zeit geführt wird, es bedarf aber nach wie vor traditioneller Werte, die im angemessenen Rahmen gepflegt werden sollten. Ideal wäre eine gelungene Symbiose.

 

Ein anderes Thema ist das persönliche Engagement. Das Engagement von Könnern scheitert oft an der mangelnden Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung. Oft ist unklar, ob das am Selbstbewusstsein oder schlichtweg an Bequemlichkeit oder gar an Faulheit liegt. Es werden heute zudem hinsichtlich des Vereinslebens völlig andere Prioritäten als früher gesetzt. Die Erfahrung zeigt, dass am Vorstand die meiste Arbeit hängen bleibt. Besonders düster sieht es deshalb in den Vorständen aus, weil es immer schwerer wird, alle Posten adäquat zu besetzen. Starke Herausforderungen sind heute kaum mehr ein Anreiz für besonderes Engagement. Dennoch gibt es Mitglieder, die sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Der Rest schaut teilnahmslos zu.

 

Eigenleben der Gruppen

 

Vereine mit einem breit gefächerten Angebot teilen sich oft in Gruppen und Grüppchen auf, die praktisch ein Eigenleben führen und teilweise sogar während gemeinsamer Veranstaltungen miteinander konkurrieren. Zumindest innerhalb der Gruppe wird dann alles getan, was die Gruppe voran bringt oder was verhindert, dass sie im großen Rahmen nicht berücksichtigt wird. Gemeinsam jedoch mit anderen Gruppen aktiv Verantwortung zu übernehmen, ist dagegen meist sehr schwierig. Erfolgreiche Gruppen, die eigene Veranstaltungen organisieren und sogar finanziell tragende Säulen des Vereins darstellen, führen ein besonders intensives Eigenleben, was Anderen missfällt.

 

Gemeinsames Erleben

 

Vor Jahren zählte noch das gemeinsame Erleben während interessanter Ausflüge und Kurzreisen. Noch heute schwärmen Teilnehmer von solchen generationen-übergreifenden Erlebnissen. Der Kreis der Interessenten verkleinert sich jedoch von Jahr zu Jahr. Ältere Mitglieder können teilweise nicht mehr auf die Angebote zurückgreifen, weil sie nicht seniorengerecht sind. Der Sinn des Vereinslebens wird auch nicht mehr in dem Maß gelebt, wie es früher der Fall war, als die Zeiten härter und das Unterhaltungsangebot noch nicht so groß war. Stammtische sucht man inzwischen ebenfalls vergebens und selbst kleine Runden im geselligen Kreis werden nicht mehr zum interessanten Erlebnis. Damit wird auch die Bindung der Mitglieder untereinander brüchig. 

 

Lichtblicke sind kleine kreative Zirkel, in denen sich Junge und Alte treffen, um neue Trends zu kreieren. Hier treffen sich Erfahrung, Können und Wagemut. Auch in kleinen intensiven Übungsrunden sind wahre Sternstunden keine Seltenheit. Wenn es allerdings darum geht, große und spektakuläre Dinge umzusetzen, ist der Kreis recht klein und zu viele Mitglieder stehen bewusst abseits. Spätestens jedoch, wenn es bei der Umsetzung auf die Zielgerade geht, steigt die Zahl derer wieder, die am Erfolg teilhaben wollen.

 

 

Die Trendsetter sind das Kapital eines Vereins

 

Geselligkeitsvereine und Vereine mit kulturellem Anspruch leben von der besonderen Innovationsfähigkeit und den Ideen ihrer kreativen Mitglieder. Wenn es gelingt, kreative Köpfe, Personen mit Umsetzungstalent sowie die Finanzierbarkeit unter einen Hut zu bringen, entstehen Dinge, die das Zeug dazu haben, einen neuen Trend auszulösen. Solche Ergebnisse bringen Vereine nach vorn und sichern ihnen im Konkurrenzkampf Marktanteile. Für Vereine ist es deshalb wichtig, nach jeder Veranstaltung oder Veranstaltungsreihe zu resümieren, welche Potenziale noch nicht ausgeschöpft sind. Das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten.

 

Veranstaltungen, die mit Hör- und Sehgewohnheiten, wie sie von Funk und Fernsehen gewohnt und deren Darbietungsformen nicht an feste Traditionen geknüpft sind, sollten im Rahmen der Möglichkeiten angepasst werden. Hier muss eine gewisse Betriebsblindheit überwunden werden. Trendsettern bläst gewöhnlich der Gegenwind der Konservativen des Vereins ins Gesicht. "Das haben wir schon immer so gemacht!", "das haben wir noch nie so gemacht!" oder "da könnte ja jeder kommen!" sind gängige Argumente. Erst der Erfolg eines geänderten Konzepts setzt neue Standards und Maßstäbe, an denen zukünftig auch die Konkurrenz gemessen wird.

 

Veröffentlicht am 17.10.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Anspruch und Wirklichkeit

 

Erfüllen Vereinsaktivitäten einen unterhaltenden oder gar kulturellen Zweck, werden die Darbietungen permanent besser und anspruchsvoller, reißt sich das Publikum um Eintrittskarten. Damit wächst aber auch der Druck auf die Akteure und damit das Risiko vor Misserfolgen. So ist es das Ziel, nicht nur erneut qualitativ besser, sondern auch anders und origineller, mitunter auch von der Inszenierung her interessanter zu sein. Nur das, was das Publikum in Erinnerung behält, zählt wirklich. Der Rest ist notwendiges Beiwerk, ohne das es allerdings keine Spitzenleistungen geben könnte. Man muss alles im Zusammenhang sehen.

 

Bekanntlich sind Talente sehr unterschiedlich verteilt. So werden sehr oft auch die Rollen ganz speziell verteilt. Die Einen räumen vom Erfolg und der Stimmung her auf Veranstaltungen ab, Andere dagegen haben mitunter Schwierigkeiten, einen Stimmungsabfall während des Programms zu vermeiden. Das müsste nicht so sein. Es fehlt in manchen Situationen an echtem Team-Spirit, bei dem sich alle Kräfte gegenseitig zugunsten der Qualität des Programms unterstützen. Man ist zu sehr auf sich selbst fixiert. Nach vollbrachter Leistung ist das alles vergessen, es wird gefeiert und das Spiel beginnt im nächsten Jahr wieder neu. Jeder muss weiterhin sehen, wo er bleibt. Hier wäre ein Paradigmenwechsel erforderlich.

 

Um Veränderungen einzuleiten, bedarf es in einem Verein neutraler Spielfelder, um Varianten zu erproben. Im HMV Hochstadt hat zum Beispiel der Umgang mit der Sprache einen ganz besonderen Stellenwert. Um stets frische Sketche und Stücke aus eigener Feder präsentieren zu können, ist möglichst früh Aufbauarbeit zu leisten. Aus diesem Grund gibt es eine "Dichterwerkstatt" für den Nachwuchs, in der nicht nur spielerisch der Umgang mit der Sprache vermittelt wird, sondern auch die Kunst, diese mit Gestik und Mimik rhetorisch so einzusetzen, dass die Wirkung perfekt ist. Die Schulungsinhalte ähneln bunten Seifenblasen, die zunächst nichts mit dem späteren Einsatz des Erlernten zu tun haben. Dies muss anhand von Themen erarbeitet werden. Diese erleben ihre ersten Erfolge auf der Kindersitzung, die komplett von Kindern gestaltet wird. Später rücken sie in die großen Fastnachtssitzungen vor, wo sie oft aus dem Stand heraus überzeugen können. Der Erfolg und die Begeisterung der Jugendlichen sprechen sich herum und führen zu neuem Zulauf junger Mitglieder. 

 

Aus dem Kreis der auf diese Art Geschulten ist nach einigen Bewährungsproben der Weg bis ins vereinseigene Lokale Kabarett MIKROKOSMOS offen - ein besonderer Ansporn für junge Talente. Diese vom Karneval völlig getrennte Aktivität, bei der nun bereits im elften Jahr stets ausverkaufte Veranstaltungen präsentiert werden, ist der Ort, an dem sich alles Erlernte doppelt auszahlt. Aus einstigen Seifenblasen werden greifbare Serienerfolge!

 

Mit Seifenblasen befassen sich auch einige kreative Vereinsmitglieder, die stets an Innovationen und deren Umsetzung arbeiten. Ohne sie würde der Verein auf der Stelle treten oder sich sogar zurückentwickeln. Ihre Konzepte wären allerdings ohne die finanzielle Basis nicht umzusetzen. Erfolgreiche Vereine zeichnen sich deshalb durch eine qualifizierte Geldbeschaffungspolitik aus. Dazu gehören interessante und gewinnträchtige Veranstaltungen und eine gut durchdachte Ausgabenpolitik. Dem Kassierer kommt die Aufgabe zu, kreative Ideen und Träume zu erfüllen. Das ist in manchen Vereinen ganz anders, weil sehr oft wahre Erbsenzähler die Kasse verwalten. 

 

Was wären allerdings die Vereine, die einen wesentlichen kulturellen Beitrag leisten, ohne das Publikum!? Ihm muss die größte Aufmerksamkeit zuteil werden. Hier scheiden sich jedoch sehr oft die Geister eines Vereins. Während der eine Teil meint, Vereinsaktivitäten seien eher eine  unterhaltsame Leistungsschau für die eigenen Mitglieder und den Nachwuchs, sehen Andere die Öffentlichkeit absolut im Fokus. In diesem Punkt wünsche ich allen Vereinen die richtige Strategie. Von ihr hängt der Erfolg eines Vereins ab.

 

Klaus Klee

 

 

Wohn(t)raum für Generationen

 

 

Als Senior und Bewohner einer Wohnanlage, die von Menschen mehrerer Generationen - überwiegend jedoch Senioren - bewohnt wird, interessiert mich natürlich das Thema "Mehrgenerationen-Wohnen" oder "Patchwork-Wohnen", wie es so schön neudeutsch heißt. Seitdem das Thema in den Maintaler Stadtleitbildprozess aufgenommen wurde, habe ich so meine Zweifel, auf was die Initiative wirklich hinauslaufen könnte. Zunächst nahm ich an, die Initiatoren würden selbst in die geplante Anlage einziehen. Heute habe ich eher den Eindruck, dass sie sich nur als Investoren und Vermieter seniorengerechter Wohnungen im entsprechenden Preissegment betätigen und mit kommunaler Unterstützung eine sozialstrategische Wohltäterrolle ausleben wollen. Natürlich ist die idealisierte Vorstellung von einem harmonischen Zusammenleben von Jung und Alt in einer auf gegenseitiger Rücksichtnahme oder gar gegenseitiger Hilfe aufbauenden Hausgemeinschaft eine verlockende Sache. Ich halte ein solches Projekt jedoch nur dann für sinnvoll, wenn eine genossenschaftliche oder dem vergleichbare Struktur existiert und die Belegung und das Zusammenleben klar geregelt ist. 

 

In Maintal wurde jetzt im Wohngebiet "Am Weides" das in Aussicht gestellte Grundstück des Projektes zum Mehrgenerationen-Wohnen für ein kommunales Projekt zur Unterbringung von Flüchtlingen vergeben. Das ist im Sinn der erfolgten Bürgerbeteiligung her schade, doch die Frage ist berechtigt, ob es wirklich ein Bürgerbeteiligungsprojekt ist oder nur eine Privatinitiative mit sozialem Anstrich. 

 

Die Projektgruppe "Patchwork-Wohnen" und die Bewohner am Weides hatten sich nach dem Bekanntwerden der geänderten Planungen mit einer Unterschriftenaktion an die Stadtverordneten gewandt und 2 Wohnungen (für insgesamt 12-14 Personen) inklusive begrenzter Flüchtlingsbetreuung angeboten, wenn doch noch das Mehrgenerationenhaus an gleicher Stelle auf städtischem Grund genehmigt werden würde. Es ist nicht auszuschließen, dass die Flüchtlinge, die ja bis zur Anerkennung noch keiner Arbeit nachgehen können, sogar für zu übernehmende Aufgaben eingeplant (integriert) werden sollten. 

 

Die Anwohner verstiegen sich in ihrem Schreiben ans Parlament sogar in die Behauptung, ihre Kaufentscheidung im neuen Wohngebiet gerade wegen dieses Projekts getroffen zu haben. Das hört sich nach "Wohngebiet  mit fester Migrantenquote,  Sozialresidenz und Seniorenpflegeeinrichtung des DRK" an - ein tolles Vermarktungsargument! Dieser Gedanke hätte zwar eine soziale städteplanerische Komponente, die Wirklichkeit sieht jedoch ganz anders aus. Das DRK vermarktet die Unterbringung und Pflege von Menschen trotz erheblicher kommunaler Unterstützung nach eigenen kommerziellen Gesichtspunkten und ein mögliches Patchwork-Wohnobjekt würde ebenfalls gewinnorientiert und nicht nach sozialen Gesichtspunkten genutzt. Soweit bekannt ist, existieren erst für die Hälfte der Wohnungen Investoren. Die Stadt als Mieter zur Leerstandbelegung und Finanzierung zu nutzen, das hat doch was! Ein Bisschen Budokan steckt scheinbar auch in diesem Projekt.

 

Vermietung mit Internetplattform

 

Verloren hat indes das fragwürdige Angebot einer von den Bewohnern "Am Weides" angebotenen Internetplattform für Flüchtlinge, auf der - nur bei Realisierung des Projekts - freier Wohnraum für Asylbewerber inseriert und mit der "über diese Plattform für Integration, Beschäftigung, Betreuung, Freizeitgestaltung, Bereitstellung von Gütern des täglichen Bedarfs sowie die Übernahme von Partnerschaften gesorgt werden soll". Damit glauben sie, "in vollem Umfang der notwendigen Integration gerecht zu werden". Das bewerteten die Stadtverordneten allerdings so, wie es zu verstehen war und lehnten es ab.

 

Der Projektgruppe bleibt die Alternative, ihre Idee komplett eigenfinanziert auf einem anderen Baugrund umzusetzen. Die bisherigen baulichen Planungen lassen sich sicher auch auf jedem anderen Grundstück umsetzen. Ob ein solches Projekt kommunal unterstützt wird und welche Form der Verwaltung dabei zugrund gelegt wird, muss das Parlament - vermutlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit - begutachten und ggf. beschließen. Es ist also gar nichts verloren. Die Initiative hat jetzt jedoch durchaus ein "Geschmäckle" bekommen.

 

Virulente Mischung

 

Aber zurück zum sozialen Grundgedanken des Mehrgenerationenwohnens. Es hat durchaus Charme, dass sich Jung und Alt in entspannter und motivierter Atmosphäre gegenseitig helfen, Lebenssituationen zu meistern. Das mag sogar kurzzeitig gelingen. Man darf jedoch den Faktor Mensch mit all seinen Macken nicht außeracht lassen. Menschen und ihre Lebensumstände verändern sich permanent, ebenso ihre Empfindungen und ihre Bedürfnisse. Ältere Menschen verändern sich auch in ihrem Wesen. Was anfänglich noch klappt, kann auf einmal gestört sein. Die veränderten Lebensweisen und Verhaltensformen Einzelner haben mitunter eine virulente Wirkung auf die übrigen Bewohner. Wer dabei ausgegrenzt wird, lebt anschließend im falschen Haus. Mit jedem Wechsel der Bewohner verändert sich die Situation, weil Rücksichtnahme nicht jedermanns Sache ist. Ohne fachmännische Betreuung ist eine solche Wohngemeinschaft kaum zu harmonisieren. 

 

Was ist zum Beispiel, 

  • wenn es infolge von Meinungsverschiedenheiten zu Streitigkeiten kommt, in die andere Hausbewohner hineingezogen werden? 

  • Wenn Bewohner ihren eigentlichen Lebensraum eigenmächtig erweitern und ihren Hausstand auf die Gemeinschaftsräume ausdehnen? 

  • Wenn sie einen grundsätzlich anderen Ordnungssinn haben und das auch in den Gemeinschaftsbereichen sichtbar ist? 

  • Wenn Einzelegoismen zu Eigenmächtigkeiten führen? 

  • Wenn Wohnbesitz den Besitzer wechselt, der sich der Grundidee nicht verpflichtet fühlt? 

  • Wenn einzelne Bewohner sachlichen Argumenten nicht mehr zugänglich sind?

Dann greifen natürlich Regeln, die für Ordnung sorgen, jedoch den Hausfrieden gewaltig beeinträchtigen können. Wenn man sich erst mal nicht mehr "grün" ist, wird das Zusammenleben schnell zur Qual. Das trifft natürlich auch auf andere Wohnanlagen mit einem nicht so hohen sozialen Anspruch zu. Ein Mehrgenerationenhaus ist wegen der hehren Idee seiner Initiatoren noch lang kein Gral der Glückseligkeit.

 

Das Mehrgenerationenwohnen erst an sich selbst erproben

 

Die beste Variante des generationenübergreifenden Wohnens ist meiner Meinung nach das Bemühen der Menschen selbst, mit anderen Menschen - ob Jung oder Alt, ob verwandt oder fremd, arm oder reich - harmonisch auszukommen und andere Bewohner entgegenkommend dazu zu bewegen, gemeinschaftliches Denken zu praktizieren. Natürlich muss man das auch selbst praktizieren, was man von Anderen erwartet. Das funktioniert oftmals noch nicht einmal unter direkten Verwandten. Wenn sich das trotzdem einstellt, entwickelt sich eine harmonische Hausgemeinschaft. Es ist der einzelne Mensch selbst, der nur dann alternative Lösungen anstrebt, wenn er selbst nicht dazu in der Lage ist, gemocht und unterstützt zu werden. Ob das allerdings mit wildfremden Menschen funktioniert, wenn man selbst Defizite hat, wage ich zu bezweifeln.

 

Wer rechtzeitig seinen letzten Lebensabschnitt plant, muss bei sich selbst anfangen und  lernen umzudenken. In harmonischen Gemeinschaften leben zu können, setzt ein Größtmaß an Anpassung voraus. Was aber gar nicht geht, das ist ein Stadtleitbildprojekt mit entsprechendem Titel, das ausschließlich Investoreninteressen dient und von kommunaler Seite Unterstützung einfordern.

 

Veröffentlicht am 08.10.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Nicht immer helfen Einfälle

 

Manchmal ergeben sich seltsame Kombinationen, wenn Ziele erreicht werden sollen. Auf der einen Seite sind viele Bürger bemüht, in der laufenden Flüchtlingsdebatte ihr Wohngebiet von Asylbewerbern "sauber" zu halten und vertreten eher die unten abgebildete Ansicht.

 

 

Dass es auch anders geht, bewies die Interessengruppe "Patchwork-Wohnen", der ein Großes Grundstück Am Weides in Hochstadt in Aussicht gestellt wurde. Weil so etwas generell im Parlament und in den Ausschüssen behandelt wird, ist bisher - bis auf die Besucher der öffentlichen Sitzungen - der Öffentlichkeit nicht bekannt, zu welchen Konditionen das Grundstück zur Verfügung gestellt werden sollte. Die Sitzungsprotokolle im Infoportal sind nämlich mit gängiger Software nicht zu öffnen. 

(Die letzte Behauptung ist falsch, sie beruhte auf einem privaten Softwareproblem. Die Sitzungsunterlagen sind im Pdf-Format für jedermann abrufbar.) Sorry!

 

Als die Entscheidung wankte, weil die Stadt das Grundstück in den Masterplan zur Bewältigung des Asylbewerberproblems aufnahm, reifte als Mittel zum Zweck das Angebot, zwei Wohnungen für Asylbewerber zu nutzen. Die Bürger erfuhren nicht, zu welchen exakten Konditionen die Unterbringung mit ihren Steuergeldern erfolgen soll. So kann davon ausgegangen werden, dass es sich eher um ein Finanzierungsmodell für die noch freien Wohnungen und die Festschreibung von Asylantenobergrenzen Am Weides handelt, als um eine humanitäre Leistung.

 

Wäre diese Möglichkeit viel früher diskutiert worden, als das Projekt noch nicht in Gefahr war, hätte man der Idee etwas abgewinnen können. Im Sinn der Integration wäre das Projekt sogar sinnvoll und zu begrüßen gewesen. Unter den jetzigen Umständen ist das Angebot allerdings eher seltsam und wenig glaubwürdig.

 

Die Stadtverordnetenversammlung ist nun bemüht, mit den Bürgern zusammen alle aufgelisteten Standorte für Asylbewerberunterkünfte zu prüfen und das vorrangige Problem zu lösen.

 

 

Das Projekt "Mehrgenerationenwohnen" sollte jedoch in einem sozialeren Rahmen und an einem anderen Standort weiterverfolgt werden. Es kann nicht sein, dass über den Träger und die Finanzierung des Projekts die sozialen Belange nicht so geregelt sind, dass das Projekt in allen Teilen Ansprüchen des Gemeinwohls entspricht. 

 

Interessenten steht es völlig offen, eine eigenfinanzierte Lösung für das Mehrgenerationenwohnen zu erarbeiten und diese gewinnbringend zu vermarkten. Ob allerdings die Geschäftsidee auf diesem Konzept wirklich funktioniert, ist noch nicht erwiesen. Das soll aber die Aktivität von seiner Bedeutung her nicht schmälern.

 

Klaus Klee

 

 

Einheit ohne Einigkeit

 

Deutschland feierte, denn es galt, die Deutsche Einheit in den höchsten Tönen zu preisen. Doch, was feierten wir denn da? Die Einheit im Sinne von "Einigkeit und Recht und Freiheit" oder nur den Verwaltungsakt der Zusammenlegung zweier Teile des Restes des ehemaligen Deutschen Reiches? Mit dem verlorenen Rest haben wir uns ja schon vor Jahren abfinden müssen, weil es die Sieger des II. Weltkrieges so wollten. Einen Friedensvertrag haben wir auch 70 Jahre nach Kriegsende noch nicht. Beide Landesteile waren 40 Jahre lang eigene Wege gegangen. Und wieder wurde besonders gelobt, dass bei der Vereinigung kein Schuss gefallen sei. Eine friedliche Revolution sei es gewesen. Wäre es anders verlaufen, als es uns besonnene Politiker der ehemaligen Siegerländer in einer Phase der Entspannung gestatteten und die BRD hätte unseren Landsleuten beigestanden, es hätte wieder Krieg geherrscht und die Panzer des Warschauer Pakts wären bis zum Rhein durchgebrochen, wie es das Szenario der Landesverteidigung in beiden Teilen Deutschlands Jahrzehnte lang simulierte. Mit der Vereinigung, dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem gleichzeitigen Zerfall der Sowjetunion wurde jedoch eine Völkerwanderung ausgelöst, die unser Land fortan verkraften musste. Und weil wir das unter großen Opfern gemeistert haben, ist die BRD nun Hauptzielland der heutigen gigantischen Völkerwanderung aus Afrika und Asien, wobei die Flüchtlinge der östlichen Armutsländer von den Flüchtlingsströmen gleich mitgerissen werden. Dabei sind nach 25 Jahren Einheit noch nicht mal alle Deutschen aus den neuen Bundesländern hier restlos integriert und umgekehrt, weil viele soziale Probleme noch nicht gelöst sind. Wir hätten mal besser unsere von der Politik erzwungene Opferbereitschaft gefeiert.

 

 

Natürlich ist es gut und richtig, dass zwei Teile von Deutschland wieder zusammengeführt wurden, schon wegen der Beseitigung der unnatürlichen Trennung. Die Vereinigung war jedoch stümperhaft umgesetzt und die Gesamtauswirkungen nicht ausreichend bedacht worden. Es ging dem damaligen "Bimbes"-Kanzler, Banken und Wirtschaft nur um das schnelle Geld, als hätte eine Eroberung stattgefunden und man müsse schnell und gründlich die Beute verteilen. Die Selbstachtung der Menschen ignorierte man dabei und es gingen Millionen Arbeitsplätze verloren, sodass eine Wanderung von Ost nach West stattfand. 

 

Hinzu kamen die vielen osteuropäischen Ausländer, die hier ihr Glück suchten. In den Ballungszentren stellen Deutsche inzwischen nur noch 50% der Bevölkerung, oftmals sogar noch weniger. Im BRD-Durchschnitt seien es aber nur max. 8%, heißt es. Das wird sich ändern, wenn die jetzt hier zu integrierenden Flüchtlinge ihre Familien nachkommen lassen.

Bei den Feiern zur Deutschen Einheit hat natürlich auch die heutige Willkommenskultur eine Rolle gespielt, die erstmals nach dem Fall der Mauer mit Begrüßungsgeld und Bananen erprobt wurde. Willkommenskultur - die wurde noch nicht einmal den Flüchtlingen am Ende des Weltkrieges im eigenen Land zuteil. Heute ist die BRD ein Einwanderungsland.

 

Wir Deutschen sind steigerungsfähig, sogar bei der Verarmung unserer eigenen Landleute. Dieser Konflikt wird beim Vergleich mit Hilfen für Fremde Auswirkungen haben, wenn die Regierung keine geeigneten Maßnahmen einleitet, um Ungleichgewichte aufzuheben. Momentan erstarkt der Rechtsextremismus, der nur darauf wartet, zum Sammelbecken aller Unzufriedenen zu werden. 

 

Wo ist in unserem Land die vielbeschworene Einheit? 

 

Zwischen Volk und Regierung klaff sie auseinander. Bayern beginnt damit, die brennenden Themen auf die Agenda zu nehmen und Markus Söder denkt über Grenzbefestigungen und die Aufhebung des Asylrechts nach. Horst Seehofer stellt sich gegen die Regierung. Noch wird das mit Empörung aufgenommen, aber wie lang noch? Bayern war schon einmal die Hauptstadt einer politischen Bewegung. Vielleicht sollte man schon mal vorsorglich den Bürgerbräukeller schließen!?

 

Es ist der Zeitgeist, der aus dem Jahrestag der Einheit einen Event machte, der in Frankfurt über eine Million Menschen bestens unterhielt. Und wieder war es ein reines Geschäft, bei dem viel Geld floss - nur nicht für die, die es wirklich bräuchten.

 

Veröffentlicht am 04.10.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

Abgeschrieben...

 

...einkassiert...

 

 

 

...Rechtsextremismus importiert...

 

...Deutschland feiert!

 

The Day After

 

Die Stadtverordnetenversammlung einen Tag nach der Bürgermeisterwahl war eine gute Gelegenheit, interessante Gespräche zu führen und das Verhalten der anwesenden Kandidaten zu beobachten. Monika Böttcher , die zukünftige Bürgermeisterin, war wieder ganz Kinderbeauftragte und saß auf ihrem dafür vorgesehenen Stammplatz und Sebastian Maier (SPD) sowie Friedhelm Duch (Grüne) bei ihren Fraktionen. Klaus Gerhard (FDP) nahm im Zuschauerbereich Platz, nur Markus Heber (CDU) wurde nicht gesehen. Nicht mehr ganz so gewinnend erschien das Lachen der neuen Bürgermeisterin, wie noch zu Wahlkampfzeiten, denn so langsam kommt das auf sie zu, was sie voll und ganz fordern wird. Der Verlauf der Parlamentssitzung gab einen Vorgeschmack auf das Miteinander der Parlamentarier, das bis zur Wahl im März schärfer in der Abgrenzung werden wird. Auffallend war, dass just als das Vorgehen in der Flüchtlingsfrage auf der Tagesordnung stand, erstmals in dieser Legislaturperiode der Platz der REPs besetzt war und die Maintaler CDU im Vorfeld bereits ankündigte, das Asylthema zum Wahlkampfthema zu machen. Dazu passte auch deren erfolglose Befürwortung des Mehrgenerationenhauses, bei dem die Initiatoren unter Führung von Ludwig Weiler der Stadt großzügig zwei Wohnungen für Asylbewerber anboten. Dass damit unter Hinzuziehung der "Anwohner am Weides" und einer Unterschriftenaktion das restliche Neubaugebiet asylantenfrei gehalten werden sollte, war allzu offensichtlich. Das Parlament bestand jedoch auf dem Bau der Flüchtlingsunterkunft, in der mehr als 70 anstelle der von Herrn Weiler angedachten 12-14 Flüchtlinge eine Bleibe finden werden. 

 

Gute Aussichten für die Integration hängen vom positiven Verhalten der durch die Unterschriftenaktion negativ positionierten Anwohner am Weides ab. Dass dies gelingt, dürfte ein gutes Stück Überzeugungsarbeit für die neue Bürgermeisterin bedeuten, die wohl beruhigend auf die Anwohner und ihren Unterstützer Weiler einwirken muss, denn das Mehrgenerationenprojekt ist an diesem Standort endgültig gescheitert.

 

Mit dem Verlust der wichtigen Bürgermeisterstimme im Magistrat, die von der SPD eigentlich fest eingeplant war, wird die SPD wohl versuchen, auf jeden Fall wieder die Mehrheit bei der Kommunalwahl zu erreichen, um erneut den Stadtverordnetenvorsteher zu stellen. Im Magistrat muss sie mindestens einen politischen Hochkaräter positionieren, der eine Katalysatorwirkung zu den beiden hauptamtlichen parteilosen Magistratsmitgliedern und den übrigen Parteien erfüllen kann. Das ist für die Arbeit im Parlament unglaublich wichtig. Hier dürfte für die SPD eigentlich nur Karl-Heinz Kaiser infrage kommen, wenn er es beruflich einrichten kann. Es dürfte auch für die übrigen Fraktionen wichtig sein, mit den richtigen Stadträten bereits so im Magistrat zu agieren, dass ungeeignete Vorlagen nicht bis ins Parlament gelangen, wie das in der Vergangenheit leider viel zu oft der Fall war.

 

In der SPD wird sich sicher einiges verändern. Alexander Kühn wird dem nächsten Parlament nicht mehr angehören und einige Stadtverordnete dürften über die Liste hinweg bereits so positioniert sein, dass die junge Garde stärker nachrückt. Nur so kann sich Sebastian Maier - wenn er denn weiter eine führende Rolle in der Maintaler SPD spielen möchte - für die nächste Bürgermeisterwahl rüsten und profilieren. 

 

Derweil spekulieren einige politische Insider verschiedener Parteien bereits süffisant über die Länge der Amtszeit der Bürgermeisterin, was eigentlich nichts anderes heißen kann, als dass sich vielleicht erneut etwas zusammenbrauen könnte. Dies sollten all die, die solches beeinflussen können, schnellstmöglich begraben, denn das würde die Politikverdrossenheit bis ins Unendliche steigern.

 

Die Maintaler CDU präsentiert sich über das Wahlergebnis, die Wählerwanderungen und eine erkennbare Rechtslastigkeit in einem Zustand, den viele Wähler nicht attraktiv finden. Nachdem bei beiden großen Parteien deren Verjüngungstrümpfe nicht stachen und beim besten Willen bei der CDU kein vernünftiger Nachwuchs erkennbar ist, lässt sich der Ausgang der Kommunalwahl bereits leicht erahnen. Eine positive Zukunft ist mit der CDU nicht in Sicht. Sie wird noch lange Zeit brauchen, um sich wieder attraktiv zu präsentieren.

 

Bei den Grünen war kaum zu erkennen, dass Friedhelm Duch von seinen Parteifreunden im Wahlkampf kraftvoll unterstützt worden wäre. Dafür sind es auch zu wenige Mitglieder. Dennoch könnte es mit Friedhelm Duch gelingen, ein achtbares und leicht über der Realität liegendes Wahlergebnis zu erzielen, wenn der letzte Rest spürbaren Einflusses von Peter Arendt nicht mehr wahrgenommen werden kann. Der Wahlkampf war ein positives Signal und mit den anderen Parteien eine gute Zusammenarbeit in der Sache spürbar.

 

Ein Phänomen ist für mich nach wie vor Klaus Gerhard, der eigentlich als Spitzenkandidat in den Wahlkampf ziehen müsste, wenn da nicht Thomas Schäfer wäre, das Arbeitspferd der aktuellen Stadtverordnetenversammlung. Klaus Gerhard wird dafür das Zugpferd der FDP im Wahlkampf werden. Auch wenn er viele Stimmen von CDU-Wählern erhielt, die mit Markus Heber nicht zufrieden waren und niemals einem SPD-Kandidaten ihre Stimme geben würden, er erhielt auch viele Stimmen von Wählern, die ihm einiges zutrauen. Auf vielen Gebieten ist sein Durchblick beeindruckend und die Stadt wird von seinem Wissen profitieren, wenn er im Parlament sitzt.

 

Interessant bei der Bürgermeisterstichwahl war, dass Monika Böttcher in Wachenbuchen, dem Heimatort ihres Unterstützers Ludwig Stein, das schlechteste Wahlergebnis aller Ortsteile einfuhr. Das bestätigt eindrucksvoll meine schon recht früh geäußerte Ansicht, dass dieser Unterstützer für sie keine gute Wahl war. Hieraus sollte man für die Zukunft ableiten, dass man allzu bereitwillige Unterstützer im Zweifelsfall angemessen abweisen sollte. Wachenbuchener Meinungen möchte ich hier jetzt gar nicht wiedergeben.

 

In der Stadtverordnetenversammlung war insgesamt eine gesunde Unruhe festzustellen, denn die Zukunft Maintals scheint viele Herausforderungen zu bieten. Ich bin gespannt, welchen Kandidaten bis zur Erstellung der Wahllisten das Herz in die Hose rutscht. Das trifft auf all die zu, die bei der letzten Listenaufstellung noch baten, recht weit hinten zu kandidieren, damit sie als Nachrücker nicht infrage kämen. Aber auch viele in die Jahre gekommene Kandidaten werden sich das wohl nicht mehr antun wollen. Auch bei der WAM könnte es Veränderungen geben, wenn das auch noch nicht thematisiert wird. Ich bin gespannt, ob es ihnen gelingt, auch Wähler in der Mitte anzusprechen. Ihr größtes Wählerpotenzial steckt in den Nichtwählern, die sie bisher nicht mobilisieren konnten. Vielleicht geht es vielen Menschen doch noch zu gut, um auch die zu wählen, die ihnen am stärksten helfen.

 

Veröffentlicht am 29.09.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Aus Fehlern der Vergangenheit lernen

 

Maintals Stadtoberhaupt ist nach zwölf Jahren wieder eine Frau. Nun kann man Monika Böttcher absolut nicht mit Dorothee Diehl vergleichen, die zwei Jahre lang das Amt inne hatte, dennoch war im Wahlkampf bei vielen Wählern der Vergleich irgendwie präsent. Was führte damals eigentlich wirklich zum Scheitern der CDU-Bürgermeisterin? Mit dem, was man ihr damals offiziell vorwarf, hätte ein Amtsenthebungsverfahren keinen Erfolg gehabt. Deshalb ging man den Weg der Abwahl durch die Bevölkerung. Dieser präsentierte man Fakten, die schließlich tatsächlich zur Abwahl führten.

Es waren nicht nur die ihr vorgeworfenen Verfehlungen, die ihr politisch das Genick brachen, es war auch ihr Lebensstil, der als nicht adäquat empfunden wurde. Die wahren Gründe für die seltsam anmutende Einigkeit aller Fraktionen in diesem Punkt (auch der CDU) weisen in eine andere Richtung. Einer der Gründe war wohl, dass sie Günter Wassermann (SPD) nach Maintal holte, um ihn zum Stadtrat küren zu lassen. Damit erkaufte sie sich Mehrheiten, die sie von ihrer eigenen Partei unabhängig machten. 

 

Bis heute ist unklar, welche Rolle Investoren spielten, die möglicherweise unbedingt Erhard Rohrbach wieder im Amt sehen wollten. Damals galt das Bischofheimer Rathausgelände so gut wie an Wohnbau Hess verkauft. Dorothee Diehl verhinderte das. In der Berliner Straße hatte GEISHEIMER über 400 Wohnungen gekauft und seine trickreichen Pläne der Wohnraumverdichtung waren noch nicht umgesetzt. Die Bebauung des HÖHL-Geländes stand bevor. Er trat dann auch tatsächlich wieder das Amt an, obwohl er während des Abwahlverfahrens immer wieder beteuerte, dass er nicht wieder zur Verfügung stehen würde. Wie sich die Investorentätigkeit danach mit welchen Methoden entwickelte, ist bekannt. Seine erneute Kandidatur hatte auch in der CDU gewaltige Auswirkungen, die ich nun nicht wieder in Erinnerung bringen möchte. 

 

Monika Böttcher trifft auf andere Voraussetzungen und bringt selbst auch andere Voraussetzungen mit. Sie hat Stil und bringt Wissen sowie eine spezielle Sicht der Dinge mit. Keines der anrüchigen Themen hat sie bislang erreicht und sie ist von der Absicht erfüllt, das Beste für das Gemeinwohl und die positive Entwicklung Maintals zu geben. Das haben ihr die Bürger abgenommen und sie zur Bürgermeisterin gewählt. Für die Fraktionen ist es eine völlig neue Situation, dass gleich zwei Magistratsmitglieder keiner Partei angehören. Es wird Bestrebungen geben, das nach der Kommunalwahl zu ändern, da bin ich ganz sicher. Ob das abgewendet werden kann, bleibt abzuwarten. 

 

Eine wesentliche Rolle wird der Ausgang der Wahl im März spielen. Dann entscheidet sich, wie der Magistrat, in dem viele Vorentscheidungen reifen, besetzt sein wird. Nach wie vor entscheiden die Stadtverordneten, was in dieser Stadt geschieht. Wenn es dem Magistrat nicht gelingt, ein sehr identisches Spiegelbild der Mehrheitsverhältnisse und der politischen Absichten zu erzeugen, werden die nicht mehrheitsfähigen Vorlagen scheitern. Es kommt jetzt nicht nur auf das besondere Geschick und die Stimmen der beiden Hauptamtlichen an, mehrheitsfähige Vorlagen zu liefern, sondern auch auf die größtmögliche Transparenz zwischen dem, was im Magistrat und in den Fraktionen beraten wird. Das führt zu einer neuen Informationskultur rund ums Rathaus, wenn es richtig angepackt wird.

 

Die neue Bürgermeisterin wird alle Hände voll zu tun haben, vieles neu zu regeln und Menschen zusammen zu führen, die bisher vom Macht- und Blockgedanken beherrscht sind. Hinzu kommt das erforderliche Gespür, mit geeigneten Maßnahmen Ängste in der Bevölkerung im Zusammenhang mit Flüchtlingen abzubauen, damit erst gar nicht in der bloßen Absicht, Stimmen am rechten Rand abzufischen, nationalistische Egoismen zum Tragen kommen. Die finanziellen und die ökonomischen Themen sind ebenfalls anspruchsvoll, denn sie entscheiden über die Gestaltungsspielräume. 

 

Die Kommunalpolitik ist gut beraten, kooperativ zu sein und auch untereinander stärker aufeinander zu zu gehen. Dafür gab es im Wahlkampf gute Anzeichen. Der Januar kann kommen!

 

Klaus Klee

 

 

Wann ist der Spuk beendet?

 

In wenigen Tagen bricht das letzte Quartal des amtierenden Bürgermeisters Erhard Rohrbach an und sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin wird feststehen. Das wirft die Frage auf, wann endlich die massive Behinderung der Information Maintaler Bürgerinnen und Bürger aufgehoben wird, die mit der Schließung des Maintal-Forums aufgrund eines Stadtverordnetenbeschlusses vom 9.2.2015 umgesetzt wurde. Fadenscheinig begründet wurde das mit der Erstellung eines neuen Forumskonzepts, das eigentlich im 2. Quartal dem Parlament zur Beschlussfassung vorgelegt werden sollte. Das war einigen Rathaus-Strategen womöglich zu früh, weil sich das neue Forum auf die Bürgermeisterwahl hätte auswirken können. Auch auf der Agenda der Stadtverordnetenversammlung vom 29. September ist dieser TOP nicht zu finden. Vermutlich soll diese Informationsplattform unbedingt bis nach der Kommunalwahl fehlen. Seitdem das Forum, das inzwischen ebenso wie die Lokale Agenda aus dem Internet verschwunden oder nicht mehr aufrufbar ist, sind die Zugriffe auf meine Homepage sprunghaft gestiegen und auf einem sehr hohen Niveau. 

 

Humorvoll - wie man mich kennt - bezeichne ich den damaligen Stadtverordnetenbeschluss als "Lex Klee", weil ich damals die meisten Posts setzte und eine Reihe von sehr sachkundigen Diskutanten dazu recht brauchbare Hintergrundinformationen lieferten. Wichtig ist meiner Meinung nach jedoch nicht die Anzahl der aktiven Teilnehmer, sondern die Anzahl der Leser mit Informationsbedürfnis. Forumsregeln wurden zudem niemals verletzt. Natürlich gab es auch Trolle, die das Forum störten. Zur sofortigen Schließung des Forums gab es jedoch keinen einzigen wichtigen Grund und es hätte bis zum Start eines neuen Forums offen bleiben können. Genau das wird aber nicht gewollt gewesen sein, denn ein Sprichwort sagt: "Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand'!" Wie sehr es dem Wunsch der Treiber der Aktion entsprach, sieht man daran, wie unterschiedlich schnell der Beschluss bezüglich der Schließung und der Neuerstellung des Nachfolgeforums umgesetzt wurde.

 

Interessant ist, dass dieser Beschluss der Stadtverordneten für Bürger im Infoportal der Stadt Maintal nicht mehr einsehbar ist, wie übrigens alle unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelten Tagesordnungspunkte noch nicht einmal mehr vom Gegenstand her zu finden sind. Wie soll sich denn ein normaler Bürger informieren, wenn überall gelöscht, gesperrt und vernebelt wird?! Da wird immer die "Offenheit" und die "Transparenz" beschworen, aber absolut das Gegenteil praktiziert. 

 

Es ist absolut lobenswert und richtig, dass der Stadtverordnetenvorsteher jetzt bereits auf verschiedenen Gebieten tätig ist, um den Missstand der Informationsverhinderung zu beseitigen. Es wird jedoch vornehmlich die Aufgabe des neuen Stadtoberhaupts sein, hier zusammen mit dem Ersten Stadtrat wieder Vertrauen in der Bevölkerung aufzubauen. 

 

Egal, wessen Besonderheiten sich der alte Bürgermeister bis zu seinem Abgang noch selbst rühmen wird, er hatte es nicht verdient, im Bürgermeisterwahlkampf derart geschont zu werden. Er ließ einfach in seiner Verwaltung zu viel geschehen, was nicht im Sinn der Bürger war. Das wurde im Forum heftig thematisiert. Es sind nämlich die negativen Beispiele, an denen die Kandidaten und die Kandidatin den hohen Wert ihrer eigenen Vorhaben hätten verdeutlichen können. Diese Chance wurde vertan, weil man ja angeblich nach vorn blicken soll. Das ist aber noch lange kein Grund, die Vergangenheit zu löschen. 

 

Was auch immer auf uns zukommt, es kann nur besser werden!

 

Veröffentlicht am 23.09.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Der Lauscher an der Wand...

 

Macht macht oft übermütig, zeitweise machthungrig, manchmal ungerecht,  gelegentlich aber auch schlicht selbstherrlich. Es ist der Umgang mit Macht, der man nicht gewachsen ist, die zum Missbrauch führt. Maintals Vergangenheit ist unter Anderem von den Führungsstilen der Stadtoberhäupter und der Faktionen geprägt worden. Parteiinteressen und Interessen von Interessengruppen rangierten sehr oft vor denen der Bürger. Es ist natürlich die Frage der Abwägung von Interessen, die zu vielen Entscheidungen führen. So war es auch bei der Schließung des Forums auf der Homepage der Stadt Maintal, die einst zur Information und Diskussion der Bürger eingerichtet und sogar erneuert wurde. Was dort zu lesen war, sollte eigentlich nie gelöscht werden. Genau das war aber einigen Strategen ein Dorn im Auge. Allzu leicht konnte man ihre Standpunkte nachvollziehen. Es war bezeichnend, dass sich so wenige Stadtverordnete am Dialog mit den Bürgern beteiligten. Entweder versteckten sie sich hinter einem Pseudonym oder verfolgten die Beiträge im Hintergrund. Eine faire Informationskultur sieht anders aus.

 

Eine Gesellschaft, die ihre eigenen Fehler nicht mehr öffentlich diskutieren lässt, unterwirft sich selbst einer Art Zensur. Sie regiert durch, am Bürger vorbei!

Es wird zeit, dass sich der Spuk bald auflöst. Die Kommunalwahl ist nach der Bürgermeisterwahl der richtige Zeitpunkt, die Weichen neu zu stellen.

 

Klaus Klee

 

 

"Erwacht" Deutschland erneut?

 

Irgendwie ist es wie ein böser Traum. Warum nur sind die Aktionen und Reaktionen von uns Deutschen politisch immer so extrem und an den jeweiligen Grenzen des politisch Machbaren angesiedelt? Wenn wir kaisertreu sind, dann total. Wenn wir Nazis sind, dann total, wenn wir für Krieg sind, dann total, wenn wir Demokraten sind, dann total, wenn wir Frieden wollen, dann total, wir sind für Atomkraft und dann wieder total dagegen u.s.w., man könnte die Liste beliebig so weiterspinnen. Für kurze Zeit öffneten wir die Grenzen total, jetzt riegeln wir sie wieder ab und kontrollieren jeden und alles. Was heute gilt, ist morgen längst überholt.  Die Politik scheint total von der Rolle zu sein. Inzwischen spitzen sich extreme nationalistische Strömungen zu, bei der die längst überwunden geglaubte Fremdenfeindlichkeit gezielt instrumentalisiert wird. Und die Politik schläft und hofft auf irgendwas.

 

Seit über einem Jahr werden die von Pegida ausgehenden Demonstrationsvarianten von der Bundesregierung unterschätzt und verharmlost. Die Folge war jetzt eine kraftvolle Gegenbewegung mit einer übertriebenen Willkommenskultur, weil die Bürger ein Zeichen setzen wollten. Begrüßungsrituale, wie in München, versetzten die ganze Nation in Verzückung. Vor Ort Begeisterungsstürme - bei den Demonstranten zuhause sieht diese Willkommenskultur schon ganz anders aus. Wenige Tage nach den Jubelstürmen am Münchner Hauptbahnhof, als der Ernst der Lage bewusst wurde, kommen jetzt von der Willkommenskultur angezogen fast täglich Zehntausende Flüchtlinge an und der Applaus ebbt langsam ab. Die Bayerische Politik stellt Weichen. Die nächsten Züge sollen jetzt direkt bis nach Niedersachsen und nach Leipzig in Auffanglager durchfahren. Die Kommunen im ganzen Land sind infolge des Ansturms gezwungen, Flüchtlingseinheiten zusammenzufassen, weil noch nicht einmal genügend freier privater Wohnraum für die eigene Bevölkerung zur Verfügung steht. 

 

Sobald Auswirkungen die Öffentlichkeit heftig tangieren, wächst Widerstand und Integration kann partiell abgehakt werden. Irgendwann wird sich wieder eine politische Gruppierung formieren, die "Deutschland erwache!" als Parole ausgibt. Das hatten wir schon einmal! Wir haben offensichtlich daraus nichts gelernt. Man wird sehr bald feststellen, dass eine fremdenfeindliche Stimmung überhand nehmen wird, die viele Menschen in die Hände von Rechtsextremen und Nationalisten treibt. Die Leisetreter- und Beschwichtigungspolitik der Regierung muss deshalb rechtzeitig einer ausgewogenen Realpolitik weichen. Noch ist Zeit! So langsam dämmert es einigen Europa-Gläubigen, dass aus dem Europa der Nationalisten nie eine wirkliche Union wird. Ein weiterer Punkt: Solang es ein derartiges Wohlstandgefälle gibt, begegnen sich Europäer niemals auf Augenhöhe. Hoffnung ist in diesem Zusammenhang absolut kein Führungsinstrument.

 

Wir befinden uns bereits mitten in einer globalen Völkerwanderung größten Ausmaßes und Europa hat darauf keine Antwort, geschweige denn, es besteht Einigkeit im Vorgehen. Gewissenlose Politiker jenseits des Atlantiks betreiben seit dem Einsturz der Twin-Towers eine Politik, die uns im nahen Osten ein Machtvakuum und in letzter Konsequenz den Islamischen Staat bescherte, welcher Millionen Menschen vertreibt und viele der Menschen, die in ihrer Heimat bleiben wollen, tötet, vergewaltigt und versklavt. Solang der Atlantik zwischen den Problemzonen liegt, ist es den Falken jenseits des Teichs relativ egal, wie Europa diese Probleme löst.

 

Viele Länder Afrikas, aus denen die andere Flüchtlingswelle kommt, wurden in und seit der Kolonialzeit ausgebeutet und mit einer gewissenlosen Politik in die Selbständigkeit entlassen, im Gegenzug mit Entwicklungshilfe beschenkt, die eigentlich nur eine Subvention der heimischen Exportindustrie darstellt, welche skrupellose Despoten und marodierende Banden als Waffenkunden schätzt. Dass sie auch dort indirekt über Gewalt und Terror einen Exodus auslösten, wird von der Politik verschwiegen. Den Flüchtenden geht es jetzt um Leib und Leben, aber auch um einen Ort, an dem sie menschenwürdig leben können. Also klopfen klopfen sie an die Türen der Nationen, die sie moralisch in der Pflicht sehen.

 

Im Grund genommen ist der extreme Kapitalismus am Ende und die Politik müsste weltweit als angeblicher Vertreter des Volkes auf Wirtschaft und Kapital einwirken, um die negativen Auswirkungen auf die Menschen abmildern zu können. Global befinden sich Wirtschaft und Finanzen und die damit kooperierende Politik jedoch im gleichen Boot, das  leider völlig außer Kontrolle ist. Man kann es manchen Nationen nicht verdenken, dass sie auf diese globale Entwicklung zunehmend nationalistisch reagieren und auf Mittel zurückgreifen, die sie zu beherrschen glauben. Das sind Zäune, Sammellager, Abschiebungen, Verhaftungen, Verschärfung der Grenzübertrittsgesetze etc., wie in Ungarn praktiziert.

 

Menschen, die ihr Hab und Gut auflösten und ihrem Land den Rücken kehrten, wird man nicht wieder erfolgreich zurückschicken können, weil sie nun keine Existenz mehr haben. Sie werden für den Aufbau ihrer teilweise zerstörten Heimatländer verloren sein. Dieser Schaden ist irreparabel. Damit schwinden auch alle Hoffnungen auf eine zufriedenstellende Zukunft dieser Länder. 

 

Nun müssen sich auch Glaubensgemeinschaften aller involvierten Glaubensrichtungen verstärkt um ihre Schäfchen kümmern, damit in den Auffangländern eine friedliches Zusammenleben möglich ist. Wenn die Arbeitslosigkeit wieder steigt, die Gesundheits- und Vorsorgesysteme bis an ihre Grenzen belastet werden und auf die Bewohner der betroffenen Aufnahmeländer drastische Veränderungen zu kommen, wird die Willkommenskultur vor eine harte Probe gestellt. 

 

Auf der anderen Seite dieser noch nicht funktionierenden Allianz stehen atheistische Horden und Wutbürger, die mit rechtsnationalem Gedankengut die Bevölkerung aufwiegeln und alte Zeiten wieder aufleben lassen wollen. Es ist drei Minuten vor Zwölf! Wann erkennt die verschlafene Regierung endlich, was zu tun ist?! Jetzt ist ein radikales soziales Umdenken erforderlich und auch die bisherigen Gewinner der sozialfeindlichen Politik müssen ihren Teil der Verantwortung übernehmen. Wir wollen doch alle nicht, dass Deutschland wieder "erwacht", wie damals!

 

Veröffentlicht am 15.09.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

Weckruf aus Bayern

 

 

Fehler der Politik sind klar sichtbar

 

Ein ganz wesentlicher Aspekt, der mit den zu uns kommenden oder kommen wollenden Flüchtlingen ist unsere Angst. Diese haben viele Flüchtlingen ebenfalls, die alle Zelte abbrachen und aus ihren Ländern fliehen. Nur ist deren Angst mit der Hoffnung verbunden, endlich wieder ein normales Leben führen zu können. Die Angst in den Zielländern besteht mehr darin, es könne sich im eigenen Lebensumfeld zu viel verändern. Dass dies begründet ist, sieht man daran, dass sich Bund und Länder erst jetzt aufraffen, für angemessene Strukturen zu sorgen, mit denen der Flüchtlingsstrom bewältigt werden kann. Bisher traten die Kommunen  bereits in Vorleistung, die es inzwischen gewohnt sind, mit ihren Problemen allein gelassen zu werden.

 

Die Stimmung in der Bevölkerung ist wesentlich geprägt von der medialen Berichterstattung. TV und Presse berichten in einer Art, die Ängste im eigenen Land und Anreize bei den Flüchtlingen verstärken. Die Flüchtlinge, die am Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem Weg waren, unterscheiden sich kaum von denen, die jetzt zu uns kommen. Sie haben nur eine andere Nationalität und teilweise einen anderen Glauben. Die Mittel zur Integration sind jedoch die gleichen, die bereits früher erfolgreich waren. Es sind Siedlungen erforderlich und Firmen, die Arbeitsplätze schaffen. 

 

Es ist außer dem humanitären Problem hauptsächlich ein logistisches Problem, die Flüchtlingsströme zu bewältigen. Der kommende Winter verschärft den Zeitdruck, denn viele Menschen sind noch auf dem Weg. Es ist ein richtiger Schritt der Maintaler AG Asyl, den Auftrag der Erstellung einer Prioritätenliste an die Stadt zurückzugeben und ausschließlich die kurzfristige Umsetzung zu priorisieren. Damit werden kommende jahreszeitlich bedingte Schwierigkeiten reduziert. Bei allen Lösungen, die gefunden werden, muss realistisch abgeschätzt werden, welche langfristigen Auswirkungen die Integration von Flüchtlingen haben wird. Aus vielen Interviews geht hervor, dass noch viele Angehörige in den Lagern im Libanon, Jordanien oder der Türkei darauf warten, dass ihre vorausgeschickten jungen Männer Fuß fassen und die Grundlage für den Nachzug schaffen. Die lückenlose Erfassung der Flüchtlinge und ihrer Lebensumstände ist wichtig, um den wirklichen Umfang der Aufnahme zu ermitteln. Ein absolutes Muss ist auch die Zurückweisung all derer, die sich mit falschen Angaben Vorteile verschaffen wollen.

 

Politiker sprechen von "Herausforderung" und "Chance" und denken dabei an Arbeitskräfte und zukünftige Steuerzahler und die Beträge zu den Sozialsystemen. Dass in eine langsam überalternde Gesellschaft junge Menschen kommen, ist ebenfalls ein Faktor, der bedacht wird. Zunächst müssen Arbeitsplätze und Wohnraum geschaffen werden. 

 

Die eigentliche Gefahr einer gelungenen Bewältigung der Flüchtlingsprobleme liegt im Vergleich zur Behandlung unserer eigenen Landsleute, die sich in schwierigen Situationen befinden. Hier wird das Heer der sich von der Gesellschaft im Stick gelassen fühlenden Menschen mit der Flüchtlingshilfe vergleichen und berechtigte Fragen stellen. Auch wenn das finanziell nur schwer zu stemmen ist, so müssen auch dort längst versäumte Maßnahmen greifen, damit sich unsere Betroffenen nicht ungleich behandelt fühlen und sich rechtradikalen Strömungen anschließen. Die Fehler der Politik waren noch nie so klar zu erkennen, wie heute. Jetzt muss etwas passieren!

 

Klaus Klee

 

Im Stundenglas der Zeit

 

Hatten Sie schon mal das Gefühl, dass das Leben zerrinnt, immer weniger wird, und dass Sie unbedingt etwas dagegen tun müssten? Ihr Leben ist voller Verpflichtungen und Sie können sich nicht dagegen wehren? Dann ist es höchste Zeit, einiges zu ändern! 

 

Nachdem ich die Frage für mich selbst beantwortet hatte, stand ich vor dem Problem "Wie?". "Du musst Prioritäten setzen!", sagte ich mir und begann, alles, was ich mir als entbehrlich vorstellen konnte, aufzuschreiben. Doch - wie wendet man "entbehrlich" an? Als nicht entbehrlich (geht einfacher) stufte ich alles ein, was mir Spaß macht. Beim Einzel-Check, wo denn Mühe und Lohn nicht mindestens ausgeglichen sind, rückten einige zeitaufwändige und für mich selbst wenig lohnende Themen in den Fokus. So langsam näherte ich mich den Dingen, die Motivationen pulverisieren und mich sogar zermürben, so sehr, dass ich das Gefühl habe, mein Körper selbst rinne unaufhörlich durch ein Stundenglas. Mit zunehmendem Alter verstärkt sich dieses Gefühl und jede nicht zufriedenstellende Sache erzeugt den Eindruck, Kraft sinnlos vergeudet zu haben. Automatisch richtet sich mein Zorn gegen in solche Prozesse involvierte Personen. Es sind die Verhinderer und Treibanker, die mehr zerstören als sie selbst zu leisten imstande sind und die wegen ihres bornierten Vorgehens jede Lust an der Mitarbeit oder einer Initiative nehmen. Es ist sinnlos, gegen derart doofe menschliche Windmühlen zu kämpfen. Sie sind leider eindeutig in der Mehrzahl.

 

Welche Rolle spielt dabei meine Homepage?

 

Nachdem ich bereits einige Zäsuren vornahm, rückt auch diese Homepage, Internet-Zeitung oder Blog (wie Sie wollen) in meinen persönlichen Fokus. Mancher Leser wird sich fragen, warum ich das überhaupt mache und vermuten gar ein krankhaftes Verhalten, sich mitteilen zu müssen. Wenn das so wäre, müsste man aber jedem Autor oder Journalisten das gleiche Motiv unterstellen und dringend manch rührige Teilnehmer sozialer Netzwerke therapieren. 

 

In meinem Fall ist es die immer wiederkehrende Frage, "warum" etwas passiert und welche Wirkung es hat, die mich antreibt. Das erzeugt Fragen, nach dem "Wie" - wie man etwas besser, effektiver, sinnvoller, richtiger machen oder auch lassen kann. Bei den meisten Menschen ist "mit den Achseln zucken" die gängigste Antwort auf Fragen, weil man sich solche Fragen immer weniger stellt. Es sind die bekannten immer gleichen Antworten, die jedes darüber Nachdenken sinnlos erscheinen lassen. Genau das macht mich rasend, denn einige Strategen, wie Politiker, Wahlbeamte und Verwaltungsmenschen agieren in einer Art Wahrnehmungsschatten und nutzen dies gnadenlos aus.

 

Klärt man in geeigneter Weise über solche Vorgehensweisen auf, besteht zumindest die Möglichkeit, dass sich etwas ändert. Die Mühe lohnt sich jedoch immer weniger, etwa so, wie sich die Wahlbeteiligung entwickelt. 70% der Wähler ist es momentan zum Beispiel egal, wer Bürgermeister wird, was der alte Bürgermeister wie machte und was man davon wie richtiger machen könnte. So scheint es für Nichtwähler auch "wurscht" zu sein, was die Kandidaten zu verschiedenen Themen von sich geben. 

 

Inzwischen stellen private Initiativen Fragenkataloge an die Kandidaten zusammen und lassen sie beantworten, um sie später zu veröffentlichen. Dabei erreichen sie immer nur einen Teil der Wähler. In Maintal mangelt es einfach an journalistischer Vielfalt, um die Bürger ausreichend zu informieren. Die einzige noch verbliebene Lokalzeitung nimmt sich mit ihrer schwachen lokalen Berichterstattung und einem Überangebot an Banalitäten selbst die für echte Breiteninformation erforderliche Substanz und kann ihre frühere Rolle immer weniger erfüllen. 

 

Es gibt jedoch Alternativen. Mit meiner Homepage greife ich seit über einem Jahrzehnt vernachlässigte oder einseitig behandelte Themen auf und berichte darüber kritisch, vielleicht, weil ich nicht von Werbung und Abos abhängig bin. Das Weiterbetreiben des politischen und zeitkritischen Teils meiner Homepage hängt zukünftig sehr davon ab, wann das Maß der Ignoranz und der Selbstherrlichkeit in den Bereichen Politik und Verwaltung voll ist und keine Chancen mehr für Veränderungen zum Guten zu erkennen sind. Obwohl ich eine stattliche Zugriffsstatistik verzeichnen kann, werde ich vielfach aus Ignoranz und Verärgerung von den Zielpersonen meiner Kritik wie Luft behandelt. Einige Stammleser suchen allerdings immer wieder den Dialog, was mir zeigt, dass diese Art der Berichterstattung und Kommentierung einfach zum Spektrum Maintaler Informationskultur gehört. Das wiederum macht meine zu treffende Entscheidung nicht einfacher.

 

Aktivitäten der Konstitution anpassen

 

Mit zunehmendem Alter spielt die körperliche Konstitution eine immer größere Rolle. Was bisher mühelos erschien, spürt man jetzt immer stärker in den Knochen. Die mit der Zeit gewachsene Erfahrung verlangsamt zudem das Agieren, weil man immer mehr zu bedenken hat. Für die ganz Jungen mit ihrer schnelllebigen Art ist das ungewohnt bis störend. Zunehmend wird man als Senior zum Fremdkörper und man zieht sich stärker auf altersgerechte Themen zurück. In meinem Fall ist das die Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS, der ich seit mehreren Jahren das Gesicht verleihe und in der ich einige Rubriken fülle. Obwohl die Zeitung nur viermal im Jahr erscheint, sind die letzten drei Wochen vor Drucklegung eine Knochenarbeit. Belohnt werde ich immer wieder durch das Ergebnis und die immer größere Werbenachfrage. Letztere kann jedoch sauber von der Freiheit des Lesestoffs getrennt werden, was kommerziellen Druckwerken nur sehr schwer gelingt.

 

Mit meinem Garten in Fechenheim - eigentlich ein kleiner Park - ist zwar ein sehr hoher Kraftaufwand verbunden, dort tanke ich jedoch die mentale Kraft, die ich zur Umsetzung meiner Passionen brauche. Leider werde ich ihn Ende 2016 renaturiert haben müssen, weil die Stadt Frankfurt das Gelände für ihre Grüngürtelplanung benötigt. Das Jahr 2016 wird aus diesem Grund noch einmal sehr viel Zeit und Kraft kosten, an dessen Ende mit Sicherheit keine Freude herrschen wird. Hier wird das Stundenglas besonders deutlich zu spüren sein, weil dann über 30 Jahre Gartenfreude endgültig wie Sand abläuft. Die dadurch frei werdende Zeit wird natürlich für eine Entlastung sorgen.

 

Eine meiner erfolgreichsten Passionen ist das permanent ausverkaufte Lokale Kabarett MIKROKOSMOS, das einmal jährlich mit vier bis fünf Vorstellungen Liebhaber humoristisch- satirischen Gedankengutes begeistert. Vor einigen Jahren verabschiedete ich mich zwar von der Bühne, liefere aber in Kreis der Autoren weiterhin den Stoff, der die kabarettistische Qualität ausmacht. Der Begriff Kabarett verschmilzt heute immer stärker mit Comedy. Hier ein ausgewogenes Programm zu schaffen, ist mir ein echtes Anliegen. Leider ist das kommunalpolitische Element unter den Autoren nicht breiter vertreten. Ein Rückzug aus dem Kabarett wäre deutlich spürbar, wenn ich mich ganz zurückziehen würde. Diskussionen um Inhalte oder die Art der Darbietung nehmen sehr oft Umsetzungsfreude und rücken den kabarettistischen Sand näher an die Öffnung der virtuellen Sanduhr. Es gelingt mir immer schwerer, diesen Strom zu stoppen. Noch mache ich den Konflikt nicht an Jung und Alt fest, denn dann fiele mir die Entscheidung deutlich leichter.

 

Neue Sandlieferung

 

Meine Aktivitäten im Humor-Musik-Verein "Edelweiß" nehmen seit 1980 einen breiten Raum in meinem Leben ein. Seit dem Beginn meiner vornehmlich kreativen Betätigung zum Wohl des Vereins sind bereits mehrere Generation Humoristen herangewachsen, zu denen ich leider immer weniger direkten Kontakt habe. Nachdem sich der Verein unglaublich gut entwickelte und in der Maintaler Werteskala recht hoch angesiedelt ist, ist wieder einmal ein Zeitpunkt gekommen, Aktivitäten mit zeitgemäßen Veränderungen anzureichern. Meine persönliche Sanduhr ließe sich erneut mühelos mit Ideen-Sand auffüllen, wenn dies kein geschlossenes System wäre. Man hat jedoch nur eine einzige Kraft, die man vergeuden kann. So wird es beim ideellen Input bleiben, der von den Jüngeren des Vereins umgesetzt werden muss. Unzweifelhaft juckt es gewaltig, mit anzupacken, doch die Ressourcen sind inzwischen leider begrenzt. Das Gleiche gilt auch für andere Vereinsaktivitäten, bei denen man immer noch auf mich zählt.

 

Alles hat seine Zeit

 

Es ist offensichtlich normal, dass man sich im letzten Viertel des Lebens von vielen Dingen verabschieden muss, um das erhoffte Alter überhaupt zu erreichen. Man stellt sich unweigerlich die Frage, ob man das, was man verändern möchte, in seiner endgültigen Art überhaupt noch erlebt. Das hat ganz besonders Einfluss auf Bürgerbeteiligungsprojekte, die sich bekanntlich endlos hinziehen, ehe sie umgesetzt werden. Aber gerade da wäre die Erfahrung von Senioren sehr wichtig. Ich habe mich wegen meiner negativen Erfahrungen auf diesem Gebiet inzwischen davon verabschiedet, weil doch immer nur die Ergebnisse dabei herauskommen, auf die verwaltungsseitig hingewirkt wurde. 

 

Man muss aber auch das mitgemacht haben, um sich darüber ein Urteil bilden zu können. So kam ich zu dem gleichen Schluss, der auch in Psalmen des neuen Testaments nachzulesen ist, dass "Alles seine Zeit hat". So hat das Beginnen seine Zeit und das Beenden seine Zeit. Wie weit beide Punkte voneinander entfernt sind, hängt leider sehr oft von Menschen ab, in deren Mitte man sich befindet. Aus dem Stundenglas meiner kleinen Welt heraus beobachte ich das alles, kann es jedoch nicht verändern, weil es natürlichen Gesetzmäßigkeiten folgt, auf die ich keine Einfluss habe. Schade!

 

Veröffentlicht am 06.09.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Auf den Körper hören!

 

Erfolgreiche Sportler sprechen immer von "Körnern", die sie verbrauchten oder die ihnen im schlimmsten Fall fehlten. Es sind jene Körner, die wie Sand durch ein Stundenglas rinnen. Ein Mensch im dritten Jahrzehnt baut physisch bereits keine neuen "Körner" mehr auf, er sammelt hauptsächlich Erfahrung. Dieser wachsende Erfahrungsschatz befähigt dazu, mit wesentlich weniger körperlichem Verschleiß Ziele zu erreichen. Die dabei rieselnden Körner werden fast gar nicht registriert. Kommt es nach permanenten Spitzenverbräuchen doch dazu, schlucken heute immer mehr Menschen Pillen, die ihnen über die Engpässe hinweghelfen. Damit ist dem körperlichen Raubbau Tür und Tor geöffnet.

 

 

Die Folge ist sehr oft ein Burnout, der sowohl physisch als auch psychisch zuschlägt. Immer mehr junge Leute pausieren heute infolge eines Burnouts, um sich zu regenerieren. Was sie nicht wissen, ist die Tatsache, dass die verlorenen "Körner" nicht mehr zurück kommen, weil eine Lebenseinheit ein geschlossenes System darstellt und die Zellteilung klare Grenzen hat.

 

 

Es gilt, rechtzeitig aufzuwachen! Leistungsfähigkeit ist nicht unendlich gegeben. Um uns herum sind viele Menschen, die nun gar nicht wissen, wovon dei Rede ist, weil sie nie an Leistungsgrenzen kamen. Sie haben so viele Reserven, dass man neidisch werden könnte. Diese Reserven machen jedoch vielfach träge - so, als sei man satt. Wir bezeichnen solche Menschen gern abfällig als "Schlauberger", weil sie anderen die Arbeit überlassen. Sie waren jedoch so schlau, mit Aktionen, an die sie nicht glaubten, auch keine "Körner" zu verbrauchen. Sie strahlen oft sogar recht provozierend Zufriedenheit aus

 

 

Das Rezept: Haushalten!

 

Menschen, die ihre innere Zufriedenheit stets aus dem Bewusstsein vollbrachter Leistungen beziehen, scheuen keine Leistung. Leider gibt es die Weisheit: "Wer die Idee hat, muss es machen!" Das träge Umfeld gibt sich oft lust- und antriebslos, stellt banale Fragen und versucht so, Dinge zu verhindern. Dem Macher bleibt oft nichts anderes übrig, als die Sache selbst umzusetzen, damit die Veränderung auch wirksam wird. Stellt sich dann der Erfolg ein, sind alle wieder dabei. 

 

Gut beraten sind "Macher", wenn sie mit ihren Kräften haushalten. Allzu schnell verbraucht man seine Energie und verliert letztendlich die Lust. Darauf warten förmlich die, die von Anfang an dagegen waren oder denen eine erfolgreiche Umsetzung eigene Erfolge überdecken würde. Bei der Mitwirkung von agilen Senioren ist diese Reaktion immer wieder im Kreis Berufstätiger zu erleben, die eigentlich dafür zuständig sind, dass solche Verbesserungspotenziale nicht auftreten. Erfahrung schadet nur dem, der sie nicht hat. Dagegen haben Senioren Erfahrung im Überfluss. Das kann schon ein Ärgernis sein!

 

 

Seit ewigen Zeiten fällt es den Menschen schwer, mit der Zeit und dem Älterwerden fertig zu werden. Das höchste Gut neben der Gesundheit ist die Zufriedenheit. Aus diesem Grund sollte man sein eigenes Stundenglas stets gut im Auge behalten.

 

Klaus Klee

 

 

Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben

 

"Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben", so lautet eine Redensart, die aus dem Juden- und dem Christentum kommt. Auf nichts passt das momentan besser, als auf die Aktivitäten Rechtsradikaler im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden. Flüchtlinge, Asylsuchende und Fremde werden zu Teufeln hochstilisiert, die über unser Land herfallen und es angeblich aussaugen und verändern. Diejenigen, die argumentativ das größte Schreckgespenst der Nachkriegsdemokratie, den Nationalsozialismus, als Drohkulisse "Beelzebub" benutzen, wollen damit Flüchtlinge und Ausländer erschrecken und vertreiben. Man spricht das zwar nicht so aus, benutzt jedoch alle Synonyme dieses Systems, um sie gegen die Fremden einzusetzen. Für viele Menschen in ehemals von uns annektierten Ländern ist heute noch der Nationalsozialismus abschreckend. Was sich allerdings momentan in den Ländern der Flüchtlinge abspielt, kommt dem ebenfalls sehr nahe, sonst würden die Menschen nicht flüchten. Während des Nationalsozialismus wurden ebenfalls Sündenböcke für soziale Missstände im eigenen Land gesucht und gefunden und unter ihnen ein Exodus ausgelöst, ehe es noch härter kam. Das mit böser Absicht in Erinnerung zu rufen, ist bereits ein Verbrechen. Doch unser Staat fühlt sich gegenüber den radikalen Horden und den ihnen wie Schafe folgenden Ewig-Gestrigen recht sicher.

 

Geht es den radikalen Protestlern wirklich um Überfremdung und Fremdenhass 

oder richten sich deren Aktivitäten gegen den Staat, 

weil von dessen Angriffsflächen momentan alles abprallt? 

 

Die immer weiter auseinander gehende Schere zwischen Arm und Reich und eine in weiten Teilen verfehlte Sozialpolitik dürften die wahren Gründe der massiven Proteste sein. Große Teile der Bevölkerung fühlen sich von vielen Entwicklungen abgehängt und können nicht verstehen, dass sich der Staat nicht um sie kümmert. Nun dreht sich alles um die Flüchtlinge und sie fühlen sich erneut zurückgesetzt. Damit ist die Lunte gelegt, die jetzt lichterloh brennt.

 

Wie wenig ausgeprägt die  demokratische Gesinnung vieler Protestierenden  ist, sieht man in den neuen Bundesländern. 40 Jahre plus der Zeit des Nationalsozialismus fehlen bei der Erfahrung mit Demokratie und Freiheit. Seitdem die Pegida-Bewegung mit der rechtsradikalen Szene verschmolz, wirkt der Bazillus der Fremdenfeindlichkeit jetzt sogar im ganzen Land. Das unbedarfte Mitmachen unpolitischer Menschen erinnert an die Jahre nach 1933 bis 1945. Lerneffekt gleich Null! Auf die Jungen, die heute aus Dummheit die Nazi-Zeit aufgreifen, hat die Politik keine Antworten parat. Kurioserweise sprechen absolut friedfertige Menschen, die gegen den rechtsradikalen Mob vorgehen, bereits schon von der Notwendigkeit spezieller Arbeits- und Umerziehungslager für Rechtsradikale als Lösung. So gesehen würden die Rechtsradikalen damit von den unfreien Merkmalen genau der Zeiten eingeholt, die sie glorifizieren. Verrückte Welt!

 

Motivationen

 

Diejenigen, die den bei uns Zuflucht suchenden Menschen helfen und sie bereitwillig integrieren wollen, konzentrieren sich auf diejenigen Menschen, deren Schicksale gravierend sind. Sie trennen dabei gepeinigte Flüchtlinge von den vielen Glücksrittern, die hier nur eine bessere Zukunft und Wohlstand suchen und aus sicheren Herkunftsländern kommen. Andere Länder gehen ganz andere Wege. Am Beispiel von Ungarn, England und Frankreich sieht man, dass auch das Mittel der radikalen Grenzabschottung, wie hohe Zäune, zur Abschreckung genutzt werden. Sie  erinnern an die ehemalige innerdeutsche Grenze und die unerbittliche Haltung gegenüber Grenzverletzern. Selbst Israel nutzt dieses Mittel und die USA findet solche Verhaltensweisen ebenfalls demokratiekonform. Ist es das, was die Fremdenfeindlichen wollen?

 

Bevorzugte Ziele

 

Viele Menschen, die zu uns kommen, wurden über die heutigen Medien und die weltweit zu empfangenden Signale von Wohlstand und Freiheit angelockt und begeben sich in die Hände von kriminellen Schleusern, die sie inzwischen zu Tausenden auf dem Transfer sterben lassen. Menschen zu schleusen ist heute lukrativer als der Drogenhandel. Nach den Schleusern werden kundige Berater in den Zielländern aktiv, um Abgewiesene über alle Möglichkeiten der Aufenthaltsverlängerung zu informieren und alle Rechtsmittel zu nutzen. Kostenlos werden diese "Beratungen" nicht sein. Durch Flucht und Vertreibung haben sich neue Wirtschaftsfelder erschlossen. Obwohl auch diese Informationen um die Welt gehen, hält es viele junge Menschen nicht davon ab, es dennoch zu versuchen, weil sie persönlich in ihren Heimatländern keine Perspektive sehen. 

 

Heute holen uns die gnadenlose Ausbeutung der Dritten Welt während der Kolonialzeit und die jüngsten politischen Entwicklungen ein. Die Auswirkungen werden nun unsererseits als Bedrohung empfunden. Die Angst vor Überfremdung wächst.

 

Zwischen Recht und Religion

 

Erheblich integrationshemmend sind Ängste, die über Glaubensunterschiede, fremde Sitten und Gebräuche entstehen. Die Slowakei lässt zum Beispiel nur christliche Flüchtlinge einreisen, um dem Islam mit all seinen Begleiterscheinungen keine Chance zu geben. Natürlich haben wir uns im Grundgesetz für die freie Religionsausübung entschieden, weil alle Religionen mit ihren Regelwerken den Sinn haben, das Zusammenleben der Menschen zusätzlich zu den übrigen Gesetzen zu regeln. Der Staat bedient sich dabei gern den in den Religionen verankerten Glaubensauffassungen von Schuld- und Sühne, wenn es um Verstöße gegen Regeln des Zusammenlebens geht. 

 

Kaum eine Religion wird derzeit jedoch mehr instrumentalisiert und vergewaltigt als der Islam, auf den sich extreme Terroristen berufen. So lässt sich ungehindert Angst und Schrecken verbreiten. Das entstehende Zerrbild macht es so schwer, friedliche und teilintegrierte Moslems aus der Schusslinie herauszuhalten. Da hilft es auch nicht, dass unsere Politiker behaupten, der Islam gehöre zu Deutschland. Da schwingt womöglich das Bewusstsein mit, dass das Christentum ebenfalls seine rabenschwarzen Zeiten im Kampf um religiöse Marktanteile auslebte. Die Kirche koppelte das Jahrhunderte lang an die Expansionspolitik der Herrschenden. Eine große Rolle spielt die Gebärfreudigkeit der zu uns kommenden Menschen, die im absoluten Gegensatz zu unserem Verhalten steht. In den Schulen nimmt der Anteil mit Migrationshintergrund rasant zu. Auch das schürt Ängste.

 

Reformen sind dringend notwendig, um zu uns kommende Menschen bezüglich ihrer Sitten und Gebräuche aus dem Mittelalter in die Neuzeit zu überführen. Bei vielen Integrierten ist das geschehen, was ihnen die Anpassung erleichterte. Solange sich Gläubige jedoch rein äußerlich gravierend und demonstrativ von ihrer neuen Umgebung unterschieden, wecken sie Ressentiments, was wiederum ihre Integration erschwert. Dass einige Formen religiöser oder ritueller Verhaltensweisen ungehindert sogar im Widerspruch zu unseren Gesetzten stehen, ist ebenfalls störend. Das schafft weitere Angriffsflächen.

 

Flüchtlinge sollten aktiv mitwirken

 

Unter den Menschen, die zu uns kommen und hier integriert werden wollen, sind durchaus Menschen, die aktiv in die Bewältigung der Probleme eingebunden werden können. Den hiesigen Behörden fehlen einfach wichtige sprachkundige Bezugspersonen aus den Herkunftsländern, die bei der Harmonisierung aktiv mitwirken. Wenn Ängste abgebaut werden sollen, müssen unsere Landleute auch Sitten und Gebräuche verstehen lernen. Das wird allerdings bei Asylsuchenden aus den Balkanländern wenig Erfolg versprechen, weil sie sich recht schnell in ihren landestypischen Subkulturen integrieren, nur nicht bei uns. Die Kommunen, die mit ihren Problemen nahezu allein gelassen werden, bauen gerade die erforderlichen Strukturen auf, haben jedoch mit den Einheimischen mehr Probleme als mit den Flüchtlingen. Auch diesbezüglich muss sich einiges ändern.

 

Veröffentlicht am 30.08.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Fremdenfeindlichkeit macht blind

 

Bedenklich sind die Verhaltensweisen älterer Menschen, die ihre Lebenserfahrung nicht richtig verarbeiten. Mit einer arrogant wirkenden Fremdenfeindlichkeit glänzen Ewig-Gestrige, seitdem die ersten Gastarbeiter zu uns kamen. Nun kommen Flüchtlinge und Asylsuchende in großen Massen zu uns und sie sind darauf nicht vorbereitet. Also greifen erneut die alten Denkmuster. Die Generation, die noch Zwangsarbeiter aus einigen der Herkunftsländern erlebte, ist zahlenmäßig inzwischen recht dünn. Deren Einstellung lebt allerdings in kleinen Bereichen wie ein Bazillus weiter. Dazu gehört auch die empfundene Selbstverständlichkeit, dass niedere Arbeiten nicht unbedingt von Deutschen ausgeführt werden sollten.

 

 

Mit der von Rechtsextremen endgültig vereinnahmten   PEGIDA-Bewegung lebte das nationalsozialistische Wertedenken über Fremde wieder auf. Obwohl das Wissen über den Nationalsozialismus bei der jüngeren Generation mehr als dürftig ist und sie mehrheitlich Opfer von braunen Rattenfängern sind, geben sie sich wissend und überzeugt, dass es einem graust.

 

                                          Karikaturen Kurt Halbritter

 

Der Teil der Geschichte des Nationalsozialismus, der mit Flucht und Vertreibung zu tun hat, ist den Neonazis nicht bewusst, sonst würden sie darüber nachdenken. Ein starker Nationalismus, gepaart mit staatlicher Rundumversorgung, das wäre ihr Ding! Zumindest die Rundumversorgung, die sie bei den Flüchtlingen wittern, wecken Neid und Begehrlichkeiten. Dabei vergessen sie, dass die Flüchtlinge oft nur noch das besitzen, was sie tragen konnten. 

 

Die Flüchtlinge würden natürlich gern im eigenen Land leben, doch das ist ihnen unter Lebensgefahr verwehrt. Was nun benötigt wird, ist nicht Fremdenhass, sondern Menschlichkeit. 

 

Klaus Klee

 

 

Sind alle Hasen dumm?

 

In den letzten Tagen fragte man mich, wo denn eigentlich meine Satiren bleiben würden. Das sei alles zu realistisch und nicht süffisant genug, was zu lesen ist. Stimmt! Stellenweise ist es mir derzeit nicht genug zum Spaßen, obwohl es dazu genug Anlässe gäbe. In den letzten Tagen fiel mir wieder ein Kinderbuch in die Hände mit dem Titel "Die Schule im Walde". In diesem Buch werden Kinder auf das Leben vorbereitet. Interessanterweise sind alle Personen aus der Tierwelt entnommen, denen Charaktereigenschaften zugeordnet wurden. So ist der Wolf böse, der Igel langsam, der Raabe schlau, die Eule konservativ, Spatzen und Meisen Kindern ähnlich und der Hase immer schnell, aber nicht schlau. Kurz darauf nahm ich den Maintal TAGESANZEIGER vom 25. August 2015 in die Hand und las die Leserbriefe von Joachim Sukatsch (51 Jahre CDU-Mitglied) und Monika Vogel (Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Maintal). Und siehe da, Satire ergriff sofort von mir Besitz. Erstgenannter trat aus der CDU aus, weil ihm die Griechenlandpolitik und das Auftreten von Volker Kauder nicht passt, und Maintals CDU-Parteichef Wilfried Siegmund weiß gar nichts von einem Rücktritt. Wird nicht so wichtig sein, dachte ich sofort.. Monika Vogel regte sich derweil über einen Leserbrief auf, welcher der Kandidatur ihres Parteifreundes und Bürgermeisterkandidaten Friedhelm Duch indirekt schaden könnte. Was mir besonders auffiel, war zunächst die Aufzählung eigener Meriten, um schlecht informierten Bürgern (den Hasen) erst einmal klar zu machen, wie wichtig das jetzt ist, was die Leser zu lesen bekommen. Wenn sie wüssten, dass es den meisten Lesern nur auf die Qualität der Information und deren Gebrauchswert ankommt, hätten sie es gelassen. 

 

Die "Schule im Walde" (man muss deshalb nicht auch im Wald stehen) würde den Kindern die Angelegenheit Joachim Sukatsch folgendermaßen vermitteln:

 

Der Kauz steht ganz stolz im Wald und seine Füller und Kugelschreiber blitzen in der Sonne. Er wirkt aufgekratzt. 

Nach 50 Jahren stellte er nun fest, dass er als Mitglied des schwarzen Waldes nicht mehr vertreten kann, was in seinem Wald geschieht und er trat aus seinem schwarzen Wald aus. Vor lauter Bäumen seh er den Wald nicht mehr. Er verkündete es allen Hasen, dass er geht, damit sie traurig sein sollten. Doch es interessierte niemand!

In China fiel derweil ein Sack Reis um, was ebenfalls niemand interessierte. Die Welt ist ja so ignorant! vielleicht denkt der Kauz womöglich darüber nach, ob er sein Bundesverdienstkreuz zurück gibt, das er für so viele Verdienste bekam, an die sich heute kaum noch jemand erinnert.  Doch das liegt ihm sicher nicht. Manche Kauze nennt man deshalb auch "komische Kauze".

 

Zum Leserbrief von Monika Vogel würde sich das vielleicht so lesen:

 

Lehrerin Raabe zeigt den dummen Hasen auf der Tafel, wer Chef im Wald werden will. Es gibt aber noch andere, die Chef werden wollen. Die dummen Hasen macht sie nun darauf aufmerksam, dass auch eine gefährliche Frau Chef werden will, die von Personen unterstützt wird, die sie mit ihrem Engagement beeindruckte. Lehrerin Raabe klärte nun alle auf, wie falsch das sei. Ihre Meinung sollten die Hasen übernehmen obwohl sie selbst nicht Chef im Wald werden wolle oder könne. Sie sei halt als Lehrerin wichtiger. Die böse Kandidatin ist aber die Freundin vieler Hasen, die gar nicht so dumm sind, wie von ihnen angenommen wird. 

Das ist übrigens gut so!

 

Veröffentlicht am 25.08.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

"Das geht auch Dich an!"

 

Was mir nicht genug egal ist

 

Hintergrund der nebenstehenden Satire ist die komische Art, in Leserbriefen zunächst die eigenen Verdienste aufzuzählen, um den Lesern klar zu machen, mit wem sie es zu tun haben. Sicherlich wäre das überflüssig, wenn alle Leser wüssten, wer da schreibt oder noch besser, wenn die Leser den Inhalt und die Aussage des Leserbriefs höher einschätzen würden als die Person. Natürlich sagt man landläufig gern, dass man Gesagtes oder Gesprochenes nur über die Person richtig einschätzen kann. Das ist wohl wahr. Richtiges und Gehaltvolles benötigt allerdings solche Vorraussetzungen nicht. Wenn ein Zitat inhaltlich stimmt, ist es ja auch uninteressant, von wem es stammt, selbst wenn es Konfuzius wäre.

 

Viel interessanter ist, was hinter dem unaufgeforderten  Aufzählen von erworbenen Meriten steht. Genauso interessant ist es aber auch, wenn Äußerungen, die als Bürgerinnen und Bürger erfolgen, unaufgefordert und in böser Absicht mit Ämtern und Funktionen der Personen in Verbindung gebracht und dementsprechend bewertet werden. Was steckt dahinter? 

 

Wenn die Maintaler Kinderbeauftragte, der partei- und Fraktionsvorsitzende und Parteichef der SPD sowie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen für das Bürgermeisteramt kandidieren, dann machen sie das losgelöst von ihren Ämtern. Sebastian Maier legte seine Ämter bis zur Wahl nieder, bleibt aber Stadtverordneter, Friedhelm Duch legte keine Funktion nieder und bleibt ebenfalls Stadtverordneter. Warum soll, wie von Monika Vogel gefordert, ausgerechnet Monika Böttcher ihr Amt als Kinder- und Jugendbeauftragte ruhen lassen? Als Erklärung liefert sie, dass die Notbetreuung während des Kita-Streiks, die maßgeblich von Monika Böttcher organisiert wurde, nicht als Privatperson, sondern in Ausübung ihres Amtes erfolgt sei, weshalb man es ihr nun nicht bei der Bürgermeisterwahl als besondere Art, Probleme anzugehen, anrechnen dürfe. Eine seltsame Meinung! Die wird auch über die Reputation nicht besser.

 

Beim Ehrenstadtrat Joachim Sukatsch mag durchaus die Verärgerung über die Griechenland-Politik seiner Partei und das forsche Vorgehen von Volker Kauder groß sein. Es reiht sich jedoch in die Politik der letzten 50 Jahre ein, in denen Joachim Sukatsch CDU-Mitglied ist. Mit Fraktionsdisziplin kennt er sich bestens aus. Ich möchte auch behaupten, Helmut Kohl trieb vieles noch schlimmer als Angela Merkel und die Lügen um die Parteispenden haben Herrn Sukatsch ja auch nicht beeindruckt. Warum also jetzt nach 50 Jahren? Spielt vielleicht auch die Asylpolitik eine Rolle, die viele Bischofsheimer gerade jetzt beschäftigt? 

Eigentlich ist es uns ja egal...! Aber immerhin...!

 

Klaus Klee

 

 

Wohin mit Erfahrungen?

 

"Die Jugend wäre eine viel schönere Zeit, wenn sie erst im Alter käme...", stand neulich auf einem Kalenderblatt und das machte mich doch etwas nachdenklich. Es erinnerte mich an Zeiten, in denen ich locker über Dinge hinweglebte, die mir heute absolut wichtig erscheinen und die ich damals ganz anders hätte anpacken müssen. Neugierig schaute ich nach, was der nächste Tag als Kalenderweisheit bringen würde. Aha! - "Zwei Dinge kommen im Leben nie zurück: Das gesprochene Wort und die verpasste Gelegenheit...!"  Und wieder fielen mir gleich ein Dutzend Situationen ein, auf die dieser Spruch passte. Mit dem dritten Spruch ließ ich es dann bewenden, denn dort stand: "Man hat immer zwei Gründe etwas zu tun: Einen anständigen und einen wahren...". Wer auch immer solche Sprüche festhält, es müssen prägende Erlebnisse oder späte Erkenntnisse dahinter stehen. Es sind Männer und Frauen (Frauen eher nicht), deren beste Jahre vorüber sind und die dabei sind, über ihr Leben nachzudenken. 

 

So ein Leben gleicht einer Ansammlung von Gegenständen, die man lieb gewonnen oder an die man sich gewöhnt hat. Kommt plötzlich etwas davon  abhanden, merkt man erst, was es einem bedeutete. Mancher Zeitgenosse entdeckt bei solchen Gedankengängen das Schreiben, um seine Gedanken zu sortieren. Dahinter steht das Bedürfnis, Gedankenmüll mal aufzuräumen und die besten Stücke hervorzukramen, weil man ihnen viel zu lang viel zu wenig Aufmerksamkeit schenkte. Vieles ist inzwischen jedoch nicht mehr in dem Zustand, in dem es uns bisher in Erinnerung war. Vielleicht hätte man es nicht wieder hervorkramen sollen, denn in der Erinnerung hatte es noch den alten frischen Glanz. Dennoch ist das Hervorkramen wichtig, weil man sonst nicht merkt, wie man sich selbst in all den Jahren veränderte. Die Frage ist nur: Was macht man damit?

 

Kommt man in Kontakt mit Menschen, die stets aufräumen und alles endgültig entsorgen, was sie direkt nicht mehr brauchen, wird man sich seiner eigenen Sammlung bewusst, auf der man wie auf einem heiligen Gral sitzt. "Buch gelesen - Lese ich es noch einmal? - Nein - Weg damit!", ist ein Gedankengang solcher Menschen, der mich nachdenklich macht. Hätte man alles endgültig entsorgt, nachdem es seinen damaligen Zweck erfüllt hatte, würde man nur noch im Hier und Heute leben. Bis zu einem gewissen Grad machen wir das ja auch, aber was wäre, wenn der Vergleich zu früheren Erfahrungen fehlen würde? Wir würden vielleicht alle Fehler noch einmal wiederholen. Das Beste noch einmal zu wiederholen, geht leider oft nicht mehr, weil unser in die Jahre gekommener Körper nicht mehr mitspielt. So bleibt uns nur vermeintliche Schadensbegrenzung.

 

Ratschläge geben - eine Art, Gedankenmüll wiederzuverwerten?

 

Wer im Überfluss Vergangenes hortet, will es irgendwann weiter geben, damit auch andere Menschen daran noch Freude haben. Bei Gegenständen zählt der materielle Wert und der Gebrauchswert. Bei Ratschlägen, die wir gern und oft weitergeben, zählt nur der erkannte Gebrauchswert. Das scheitert oft daran, dass die Situationen, in denen die Erkenntnisse reiften, nicht deckungsgleich sind. Unternehmensberater haben dafür eine praktische Lösung. Wenn sie mal eine Erkenntnis hatten und eine Lösungsvariante erarbeiteten, drehen sie die Situation eines zu beratenden Unternehmens so hin, dass das Problem zu ihrer Lösung passt. Man bezahlt die Beratung und legt sie nach kurzer Zeit zu den Akten, weil sie doch nicht verwertbar ist. Der Preis für solche Beratungen - oft im sechsstelligen Bereich - drückt aus, wie wertvoll der Berater seine Erkenntnis einschätzt. Es kommt nur darauf an, wie er diesen Gedankenmüll vermarktet. Firmen, die so etwas bedenkenlos  umsetzen, sollten vielleicht ihren Vorstand austauschen.

 

Doch, was machen unsere Mitmenschen mit unserem Gedanken-Nachlass?

 

Zunächst wird er scheinbar wohlwollend aufgegriffen, weil man sich selbst bisher noch keine Gedanken darüber machte und man dem eifrigen Berater nicht vor den Kopf stoßen will. Man weiß ja nie, wofür man ihn noch braucht. Solang sich die Ratschläge noch deutlich von dem unterscheiden, was einem selbst bereits einfiel, erinnert man sich leichter an sie. Hat man Lösungen bereits selbst angedacht, überdecken die eigenen Ideen schnell Ratschläge, die an uns herangetragen werden. So wichtig, wie sich der Einzelne nimmt, so wichtig nimmt er auch seine eigenen Ideen. Aus dem Gedanken-Nachlass Anderer wird damit Gedanken-Müll, auch wenn der einmal hart erarbeitet war.

 

Was können Senioren noch vermitteln?

 

Bevor Senioren endgültig in eine Art Senioren-Jurassik-Park abwandern, in dem sie nur Artgenossen ihrer eigenen Epoche treffen, erfasst sie noch einmal das Bestreben, ihre Lebenserkenntnisse und -weisheiten vor eben jenem Tor des Parks zu lassen, wo sie vielleicht einigen Menschen noch hilfreich sein können. Es ist die Gruppe der 65-bis 75-Jährigen, die sich mit ihrer zukünftigen Rolle in der Gesellschaft noch nicht abfinden wollen. Etablierte Funktionsträger, Politiker, Leistungsträger von Vereinen und sprunghafte Machtmenschen wissen, dass sie diese Art von Senioren wegen ihrer Restlaufzeit nur noch kurze Zeit ausbremsen müssen. Ihre Ratschläge hört man sich an, befolgt sie jedoch nicht oder nur mit größtem Widerwillen, weil sie dem eigenen empfundenen Reifegrad entgegen stehen. Dennoch sind Ratschläge nicht unnütz, man kann sie als Empfänger immer noch weitergeben. Erfahrene Senioren treffen selten auf jüngere Menschen, die bereits so erfahren sind, wie Senioren in deren Alter ebenfalls noch gar nicht waren. Daraus folgere ich, dass jeder seine Erfahrung selbst sammeln muss und jeder gutgemeinte Rat vergebens ist. Exakt übertragbar sind Problemstellungen nie - auch nicht die, mit Senioren.

 

Veröffentlicht am 23.08.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

                                              Karikatur: Kurt Halbritter

 

So, wie man sät, fällt die Ernte aus

 

Nicht ganz ohne Bezug wählte ich das obige Bild, denn es sagt viel über die innere Ruhe und Kraft von Senioren aus, die sich auf das Ursprüngliche konzentrieren. Diese Ansicht deckt sich vielfach mit den Vorstellungen von Mitmenschen, die sie von Senioren haben. Ihren großen Irrtum bemerken sie jedoch nicht.

 

Der vielbesungene "demografische Wandel" kommt halt nicht ohne uns Senioren aus, denn deren Zahl steigt unaufhörlich. Verbesserte Medizin und ehemals geburtenstarke Jahrgänge wirken sich dramatisch aus, ebenso die Lebenseinstellung der Generation des legendären Wirtschaftswunders und der Protestphase Ende der 60-er Jahre. Was da im Ruhestand auftaucht, sind nicht mehr die Kuschel-Senioren, die resigniert den Krieg überlebt haben, sondern Senioren, denen noch nicht alles egal ist. Darauf sollten sich Politiker und Verwaltungsleute einstellen, wenn sie sie bespaßen.. 

 

Was all die, die noch nicht zu den Senioren zählen, erst in späteren Jahren am eigenen Leib erfahren werden, ist der Zahn der Zeit, der an den Knochen nagt. Man lebt dann nicht nur im langsamen Älterwerden, das Ende kommt zusätzlich entgegen. Dadurch gewinnt die Zeit und der Zeitfaktor eine völlig andere Bedeutung. Was man anpackt, soll zügig fertig werden, denn man will es ja noch erleben. Im Garten ist das ganz einfach. Man kultiviert, sät, pflegt und erntet. Und so, wie man sich um seinen Garten kümmert, fällt auch die Ernte aus. Senioren, die diese Systematik ins normale Leben übertragen wollen, wirken ungeduldig und kritisch, wenn die Saat nicht aufgeht. 

 

In Maintal vollziehen sich ebenfalls gerade interessante Entwicklungen, die allerdings recht schleppend voran gehen, weil das gegenseitige Verständnis gestört ist. Rührige Senioren treffen auf Verwaltungsmenschen, die alle Fäden allein in der Hand halten wollen. Sie schmücken ihre Bereiche zwar mit bürgerlich besetzten XY-Beiräten, versetzen sie jedoch nicht in die Lage, wirklich Einfluss zu nehmen. "Eine Badewanne zu besitzen ist Zivilisation - diese Badewanne auch zu benutzen, das wäre Kultur!", lautet ebenfalls ein schlauer Kalenderspruch. Hier kommt er direkt zur Anwendung. 

 

Maintal unternimmt gerade den Versuch, den Senioren mit einer Satzung ein größeres Mitgestaltungs- und Mitspracherecht einzuräumen. Zumindest wurde der Antrag im Parlament eingebracht und er fand auch eine Mehrheit. So direkt demokratisch soll es jedoch nicht zugehen, denn dann müsste man den Seniorenbeirat wählen lassen dürfen. 

 

In meinem Artikel Senioren aufgepasst! gehe ich sehr ausführlich darauf ein. So, wie zum Teller ein Besteck gehört, sollten Maintals Senioren auch als passendes Besteck einen starken Seniorenbeirat bekommen. Dafür müssen sich die Senioren aber einsetzen. Sonst nützen deren Erfahrungen keinem mehr - noch nicht einmal dem Seniorenbeirat.

 

Klaus Klee

 

 

Rock Around The KLOCK

 

In der hiesigen Region beschäftigen sich Printmedien immer noch mit dem Tod des Ehepaars Klock, das auf tragische Weise während eines Streits ums Leben kam. Der Prozess endete mit einem Freispruch für die Angeklagten, weil deren Schilderung des Tathergangs durch Zeugen und die gesicherten Spuren nicht widerlegt werden konnte. "Im Zweifel für die Angeklagten..." hieß die Begründung. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger beantragten sofort Revision, so dass es nun erneut Sache der Gerichte ist, über das Urteil und den Prozessverlauf zu urteilen. Die Beweisaufnahme wird dabei nicht noch einmal eröffnet, es geht nur darum, ob das Verfahren nach den Gesetzen ablief. Einige Medien wittern nach den Tumulten im Gericht und angeblich ausgesprochenen Morddrohungen eine Story, mit der sich Auflagen oder Einschaltquoten steigern lassen. Wie der Hanauer Anzeiger am 15.8.2015 mitteilt, soll die Tochter der Klocks einen Medienberater engagiert und einen Exklusivvertrag mit dem Sender RTL geschlossen haben. Was so exklusiv sein soll, dass es im Prozess noch nicht einmal für den Oberstaatsanwalt und den Nebenkläger gerichtsverwertbar war, erschließt sich eigentlich nicht. Es geht vermutlich um eine gesteuerte Kampagne. Die regelrechte Vermarktung des zweifachen Todesfalls in einem desperaten Milieu passt zu den Veröffentlichungsorganen, die mit einer beispiellosen Stimmungsmache Einfluss auf die Revisionsverhandlung nehmen. Sie stellen indirekt mit einem einzigen Urteil die gesamte Rechtsprechung infrage und heizen die Stimmung in der Bevölkerung an. Das kann doch nicht der Normalfall und seriöse Pressearbeit sein!?

 

In mehreren Medien weint sich momentan der in diesem Fall erfolglose Anwalt der Nebenkläger, der Strafrechtler Markus Roscher-Meinel, aus und benutzt sogar das Argument, dass Schüsse in den Rücken niemals aus Notwehr abgegeben sein könnten, obwohl auch das zum Schutz von Leib und Leben einer anderen Person als Notwehr anerkannt wird. Wen wundert es, dass dieses Argument nun auch in sozialen Medien auftaucht, in denen sich die Stimmungsmache fortsetzt.

 

Was wirklich passierte, wissen offenbar nur die direkt Beteiligten. Ihre Schilderungen zu widerlegen, war die Aufgabe der Staatsanwaltschaft und in begrenztem Maß die des Nebenklägers. Offensichtlich gelang ihnen das nicht. Ihre einzige Chance besteht jetzt noch darin, Verfahrensfehler geltend zu machen. 

 

Bereits während des Prozesses spielte die Öffentlichkeitskampagne der Angehörigen der Klocks eine nicht unwesentliche Rolle. Hätte der Prozess sachlicher und ohne äußere Störmanöver ablaufen können, wäre möglicherweise ein anderes Urteil gesprochen worden. Die vielen Schwätzer, die als Zeugen absolut nichts zur Tat sagen konnten, sollten nur einen Zweck erfüllen - das Ehepaar Klock in einem anderen Licht, als die Beweisaufnahmen zur Person ergaben, darzustellen. Eine provinzielle Western-Ranch ist nun mal nicht das Laramie des 19. Jahrhunderts, Harry Klock nicht Wyatt Earp und das Recht des Stärkeren keine Tugend. 

 

Alle Beteiligten sollten sich darauf besinnen, dass zwei Menschen wie auch immer den Tod fanden und dass eine billige aber medienwirksame Kampagne nach dem Motto "Rock Around The Klock" abstoßend wirkt und nur das Umfeld der Klocks anspricht. Die großen Tageszeitungen und seriöse Medien begnügen sich mit der reinen Nachricht und der Schilderung der Fakten. Aus der Tat auch noch Kapital zu schlagen, das man im Fall der Verwerfung der Revision benötigt, um die Kosten des Verfahrens zu tragen, spricht eine eigene Sprache. 

 

Veröffentlicht am 16.08.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Kriminalitätspräventionsbeirat

 

Im Rahmen des Maintaler Bürgermeisterwahlkampfs werden den Kandidaten verstärkt Fragen gestellt, die sie zufriedenstellend beantworten sollen. So beantworteten die Kandidaten spezielle Fragen, die ihnen die Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS stellte. Am letzten Wochenende beantworteten sie Fragen des Maintal TAGESANZEIGERs, die für die Leser gestellt wurden. Damit verbunden sind natürlich Erwartungshaltungen der Fragesteller. Darüber hinaus erreichen uns in persönlichen Pressemitteilungen der Kandidaten Antworten auf nicht gestellte Fragen, zu denen sie unbedingt etwas sagen wollen. Die meisten Antworten bilden ab, was die Fragesteller hören oder lesen wollen - man will ja so viele Stimmen wie möglich einfahren. 

 

Markus Heber stellte nun das Sicherheitsgefühl der Bürger in den Fokus und spricht von einem "Kriminalitätspräventionsbeirat", der in Maintal für Sicherheit sorgen soll. Im Fokus stehen "Vandalismus, Pöbeleien, Brandstiftung, Einbrüche und Diebstähle", die mit einem "Sicherheitskonzept für Maintal" und dessen Umsetzung bekämpft werden sollen. Das erinnert doch sehr an die Diskussion um den "Freiwilligen Polizeidienst", der einst ein Kernanliegen der Maintaler CDU war. Er ist in Sorge um die "Aufenthaltsqualität" in einigen Bereichen von Maintals Straßen und Plätzen. Was hier als Prävention greifen soll, ist jedoch nur eine gefühlte Sicherheit durch Präsenz von Ordnungskräften. Die Ursachen werden dabei nicht angegangen. Dazu bedarf es viel größerer Anstrengungen.

 

                                                                                             Karikatur: Kurt Halbritter

 

Greift man zum Beispiel Vandalismus und die mit ihm einher gehenden Brandstiftungen und Schmierereien heraus, so sind deren Gründe nicht im Bereich der Kriminalität, sondern im Bereich der Langeweile, Wut und Frustration zu suchen. Im einen oder anderen Fall spielen jugendliche "Mutproben" eine Rolle. Hier muss nicht nur Überwachung, sondern effektive Sozialarbeit ansetzen. Wenn geschulte Streetwatcher und Sozialkräfte zum Einsatz kommen, die permanent Kontakt zu Gruppen halten, die als besonders aktionsbereit gelten, so zeigt das Wirkung. Nur eine Veränderung der Sichten der Jugendlichen, wozu natürlich auch Perspektiven gehören, können bis zum Kern des Problems vordringen. Dafür scheinen seit Jahren die Mittel zu fehlen oder das wachsende Problem wurde unterschätzt.

 

Ein "Kriminalitätspräventionsbeirat" würde den sozialen Ansatz vermutlich nicht bieten. Er bestünde teilweise aus ehemaligen Polizeikräften, die auf Präsenz und Abschreckung setzen, was wohl die Anreize zum Vandalismus noch erhöht, nur um die Streife laufenden Herren zu provozieren. Eine verstärkte Sozialarbeit und mehr Anlaufstellen für Jugendliche sowie eine bessere Erziehung durch das Elternhaus erscheinen wesentlich nachhaltiger zu sein. Doch davon ist kein Wort zu lesen.

 

Einbrüche und Diebstähle - wenn sie nicht gerade mit örtlicher Beschaffungskriminalität einher gehen - sind ein bundesweites Phänomen, das günstigen Verkehrsanbindungen geschuldet ist. Maintals bevorzugte Einbruchszonen liegen verkehrsgünstig, was den Schluss zulässt, dass es sich um organisierte Kriminalität handelt, die zwar von aufpassenden bürgerlichen Eckenstehern ohne Eingreifkompetenz gemeldet werden, jedoch nicht wirklich verhindert werden kann.

 

Dennoch ist das Anliegen der CDU plausibel. Man muss etwas gegen all diese Erscheinungen unternehmen. Dann soll das aber dort geschehen, wo auch die Sicherheitskompetenz angesiedelt ist - bei der Polizei, bei der Ordnungspolizei und aktiven sozialen Einrichtungen. Mit dem Erzeugen eines trügerischen Sicherheitsgefühls durch halbherzige Aktionen wird nur die verschreckte Bürgerschaft beruhigt.

 

Veröffentlicht am 14.08.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Die Sache mit der Aufenthaltsqualität

 

Wie steht es mit Ihrer empfundenen Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, in Bussen, Bahnen und wo Sie sich noch so aufhalten? Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass es um Sie herum nur so vor Kriminalität und vor Vandalismus wimmelt? Wenn nicht, sollten Sie sich auch nicht von übertriebener Panikmache anstecken lassen. Man spielt gelegentlich mit Ihren Ängsten, damit Sie sich für Kontrolle, Überwachung und Abschreckung entscheiden. Ist das erst einmal der Fall, richten sich die Maßnahmen gegen alle Bürger - auch gegen die Guten! In öffentlichen Räumen kann sich die Aufenthaltsqualität infolge der Überwachung dramatisch verschlechtern - auch für die Guten! Wir werden ohnehin bereits stärker überwacht als es uns bewusst ist. In öffentlichen Räumen angebrachte Überwachungskameras lassen uns über Gesichtsmerkmalauswertungen identifizieren und man kann unser "Bewegungsmuster" über die Auswertung unserer Mobiltelefone verfolgen, egal, ob wir zu den Guten oder den Bösen gehören. 

 

Nun soll unter gewissen Voraussetzungen eine echte Laientruppe, die als Kriminalpräventionsbeirat fungiert, ein weiteres Sicherheitskonzept erarbeiten, das speziell auf Maintal zugeschnitten ist. Dies ist nur damit zu begründen, dass Polizei und Ordnungskräfte ihre Arbeit nicht so verrichten, wie es erforderlich wäre. Im Sozialbereich fehlen geeignete Instrumente, um auf Jugendliche, denen Vandalismus zugeschrieben wird, positiv einzuwirken. Mehrmals in der Woche ziehen sich Spuren der Verwüstung, von Bränden und Schmierereien quer durch Maintal, ohne dass die Ordnungskräfte auch nur einen Ansatz finden. Es wird registriert, bedauert und mit den Achseln gezuckt. Dabei gäbe es durchaus Methoden, den Dingen auf den Grund zu gehen. Dazu muss aber erst einmal der Kontakt zu den Vandalen hergestellt und für Vertrauen gesorgt werden. 

 

Sollte die "gefühlte Sicherheit" über Eckensteher und rüstige Streifengänger erreicht werden, so werden diese Personen schnell zur zusätzlichen Herausforderung der Vandalen. Trotz ihrer Anwesenheit zuzuschlagen, das könnte ein neuer Sport werden. Schließlich stünden diese "wachsamen Bürger" stellvertretend für den verhassten Apparat, gegen den sich all diese Proteste und Aktionen richten. Hier hieße die bessere Lösung "Zivilcourage" zeigen. Schließlich passieren diese Dinge mitten unter uns. Die meisten Bürger rufen jedoch nach der Polizei und Ordnungskräften. Nur so konnte es zum Beispiel in Bischofsheim passieren, dass die von Anwohnern wegen einer Ruhestörung herbeigerufene Polizei so gründlich vorging, dass der Ruhestörer tot aus dem Haus getragen werden musste. So manche Situation, die man kennt und eigentlich hinnehmen muss, verlaufen anders als es die Anrufer wollten. Schon morgen kann einer der "Guten" auch mal ausflippen. Gut, wenn er dann andere Nachbarn hat, als er selbst einer ist. 

 

Wer kann denn ausschließen, dass ein "Maintaler Sicherheitskonzept" nicht auch spezielle Lösungen für den Umgang mit Fremden und alles Fremde erarbeitet, um die "gefühlte Sicherheit" der Bürger zu erhöhen? Alles Fremde verunsichert und Vorbehalte greifen schnell. Der gesamte Themenkomplex ist nichts für Laien, gerade, wenn sie sehr wehrhaft sind. Hier hilft nur Besonnenheit und ein Vorgehen, das bei den Ursachen ansetzt.

 

Klaus Klee

 

 

Erleuchtung

 

Alle Maintaler Bürgermeisterkandidaten legten inzwischen ihre Erkenntnisse und Absichten dar, um gewählt zu werden. Man kann das auf ihren Homepages lesen und nun auch scheibchenweise durch die Presse und in den sozialen Medien erfahren. Am 9. September 2015 lassen sich die Kandidaten ab 19 Uhr während einer Podiumsdiskussion im Bürgerhaus Bischofsheim nochmals eingehend befragen. Die Fragen müssen jedoch zuvor beim Maintal TAGESANZEIGER eingereicht werden. Ob man sie den Kandidaten vorher zustellt, damit sie besonders schlau darauf antworten können, ist nicht bekannt. Die Wahlalternative Maintal (WAM) reichte nun 8 Fragen an die Kandidaten ein und machte sie parallel einem größeren Personenkreis zugänglich. Der Rest der Bevölkerung wird sie am 9. September erfahren, vorausgesetzt, sie finden Berücksichtigung. Die Antworten zu den Fragen ergeben sich teilweise bereits aus den "Programmen" der Kandidaten. Man müsste sich nur die Mühe machen, sie zu lesen. Interpretationsbedürftig sind allerdings die Fragen "Wird sich Ihre Amtsführung von der des jetzigen Stelleninhabers, Erhard Rohrbach, bei der Maintal eher verwaltet als entwickelt wurde, unterscheiden? Und wenn ja, welche Vorstellungen, auch finanzieller Art, haben Sie in dieser Frage?". Uups! Um welche "finanzielle Art" geht es eigentlich, die beim Verwalten oder beim Entwickeln der Stadt hinterfragt wird? Sind damit zu erwirtschaftende Einnahmen oder etwa persönliche Vorteile gemeint? Wird hier die Frage nach der Integrität gestellt? Seltsam! Warum machen die Kandidaten thematisch eigentlich einen so großen Bogen um ihren Vorgänger, der offensichtlich - wie man den übrigen Fragen im Umkehrschluss entnehmen kann - so viel falsch machte? Hier ließe sich doch argumentativ gut ansetzen! Die Podiumsdiskussion wird hierzu sicher auch keine Erkenntnisse liefern, wenn nicht alle Ecken ausgeleuchtet werden.

 

Was falsch war, wissen alle Kandidaten

 

Interessant sind derzeit die Erleuchtungen, welche die von Parteien nominierten Kandidaten heimsuchen. Obwohl die meisten seit Jahren aktiv an der Kommunalpolitik mitarbeiten, ist ihnen plötzlich absolut bewusst, was man besser machen sollte, wenn man denn könnte. Irgendwie hat man scheinbar immer gewusst, was falsch war. Man ist manchen Weg im Austausch gegen andere Entscheidungen dennoch mitgegangen. Natürlich erklärte man jeweils, warum man dagegen sei, das politische Talent reichte jedoch fast nie aus, um die Gegner zu überzeugen. Der Bürgermeister verstand es bisher als Libero gut, in seinem Sinn zu pushen, zu bremsen und zu verhindern. Das Ergebnis war ein quirliger Stillstand.

 

Nun werden den Kandidaten schlaue Fragen gestellt, um zu ergründen, wie eigenständig sie agieren können, wenn sie gewählt würden. Das werden die Parteien genau beobachten, denn es geht ihnen ja darum, bei der nächsten Kommunalwahl gut abzuschneiden. Darauf ist der Bürgermeisterwahlkampf sehr stark ausgerichtet. Auch wenn der eigene Kandidat nur mäßige Chancen hat, so werden über ihn eifrig parteispezifische Botschaften gesendet - quasi als vorgezogener Kommunalwahlkampf.

 

Machen wir uns nichts vor. Der nächste Amtsinhaber - sollte er einer Partei angehören - ist nur eine Schachfigur seiner Partei und soll genehme Mehrheiten im Magistrat, der sich erst nach der Kommunalwahl ergibt, herbeiführen. Im Dienst hat er dann die Möglichkeit, all das im Parlament einzubringen, was seine Partei und deren Unterstützer für richtig halten. Wie es ausgeht, wenn ein Bürgermeister einen eigenen Kurs fährt, sah man an Dorothee Diehl. Sie hatte mit ihrem eigenen Kurs abseits ihrer Partei den gesamten inneren Zirkel der Maintaler Kommunalpolitik gegen sich. Sie war zum Scheitern verurteilt. Ich bin gespannt, welcher Kandidat, mit dem jetzt geworben wird, das Zeug dazu hat, einen eigenen Kurs zu fahren.

 

Maintals Bürger sollten die Unberechenbarkeit der kommunalen Führungsclique nicht unterschätzen, die alle sich ergebenden Chancen nutzt, um ihren Willen durchzusetzen. Auf dem Bürgermeisterstuhl soll nach deren Ansicht eine formbare Person sitzen, die mit der erforderlichen Sturheit umsetzt, was genehm ist. Notfalls müssen Entscheidungen des Parlaments in ihrem Sinn interpretiert und deren Umsetzung dementsprechend in Angriff genommen werden. Nicht anderes erleben wir seit 18 Jahren. Und daran soll sich etwas ändern? Mir geht es da wie Faust: Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube..."

 

Veröffentlicht am 02.08.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

Wir bekommen, was wir verdienen

 

Im Frühjahr ist es mal wieder soweit! Maintal wählt ein neues Parlament, deren zukünftige Fraktionen wiederum bestimmen, wer als ehrenamtliches Magistratsmitglied und wer als Stadtverordnetenvorsteher fungieren darf. Danach werden nach festen Regeln die Ausschüsse  besetzt und dann kann es mit der Kommunalpolitik 2016 - 2020 losgehen. Alles wird neu durchgemischt und etliche neue Stadtverordnete werden sich einarbeiten müssen. Das jetzige Parlament packt Themen, welche die Wahl 2016 beeinflussen könnten, schon gar nicht mehr an. Dazu gehören zum Beispiel auch das Thema Müllabfuhr oder die Sache mit dem Rathausan- oder Neubau. 

Der zukünftige Bürgermeister oder die Bürgermeisterin spielt dabei eine zentrale Rolle. Vom Magistrat kommen die Anträge für derartige Lösungen und die Argumente, die die jeweiligen Anträge stützen. In den Ausschüssen wird vorgeklärt und von den Fraktionen werden entsprechende Änderungen zu Anträgen eingereicht. Das Parlament entscheidet dann nach Faktenlage oder auch politisch motiviert, wenn sich dafür Mehrheiten finden. Magistrat und Fachabteilungen setzen die Beschlüsse um. Auf den ersten Blick sind das überschaubare Prozesse, die klar geregelt sind. Schaut man genauer hin, finden viele Entscheidungen bereits im Vorfeld statt, wenn die Mehrheiten "stehen". Also versuchen die Parteien, eine möglichst effektive Fraktionsstärke zu erreichen und den Bürgermeister zu stellen, damit sich ihre Politik locker umsetzen lässt. Zur Blockbildung werden auch Ämter oder Posten verteilt, mit denen es sich gut leben lässt. So manche persönliche Zufriedenheit vermochte sogar Parteigrenzen zu überwinden.

 

Wie bekommt Maintal das Parlament, 

das es verdient?

 

Zunächst erstellen die Parteien Listen ihrer Kandidaten und legen die Reihenfolge fest, nach der pauschal erhaltene Stimmen (Kreuzchen im Kreis) verteilt werden. Wer vorne steht, gilt als gesichert, wenn es sich nicht um Luftkandidaten handelt, die ihr Amt niemals gegen das eines Stadtverordneten eintauschen würden. Leider fallen Kreuzchen-Wähler immer wieder darauf herein. 

Je nachdem, wie hoch die Wahlbeteiligung und der Grad der Information der Wähler ist, bilden sich Fraktionen. Maintal hat nun mal die Stadtverordnetenversammlung verdient, die es wählt. Genaues Hinsehen und Hinhören ist deshalb oberstes Gebot - auch bei den Kandidaten zur Bürgermeisterwahl!

 

Klaus Klee

 

 

Legales Fehlverhalten

 

Wenn kommunale Dienststellen und Fachbereiche Verträge abschließen, etwas kaufen oder verkaufen, treffen eingefleischte Verwaltungsmenschen sehr oft auf versierte und mit allen Wassern gewaschene Personen von Wirtschaft, Handel und Gewerbe, die nur Eines im Sinn haben: Einen besonders guten Schnitt zu machen. Eine weitere Kategorie sind Investoren, die interessante Projekte fair und mit einer beide Seiten zufrieden stellenden Strategie umsetzen wollen. Leider ist bei Verwaltungspersonen nur selten das wirtschaftliche Nutzendenken ausgeprägt oder vorhanden, weil man nie von der Pike auf richtig lernte, in wirtschaftlichen Dimensionen zu denken. Die Folgen sind entweder, dass sie über den Tisch gezogen werden oder Zukunftschancen regelrecht verpassen. Die Flucht in primitive Verwaltungsvorschriften, wie pro forma "drei Angebote einholen" und "den günstigsten Anbieter nehmen", sind ohne fachlich richtige Anwendung völlig ungeeignet. Eigene Stadtentwicklungsstrategien aus Prinzip über interessante, zukunftsweisende und faire Projekte Dritter zu stellen und viele andere Verhaltensweisen weisen auf ein gewisses Maß an Unvermögen hin. Man versucht das mit eingeholten Gutachten auszugleichen. Führungskräfte benötigen ein eigenes "dreidimensionales Denken", um die richtigen Entscheidungen zu treffen und die richtigen Personen mit Führungsaufgaben zu betrauen. Viele Geschäftspartner spüren, wenn sie auf Personen mit kaufmännischen Defiziten stoßen und nutzen das aus. Der Schaden mangelnden unternehmerischen Denkens ist für Kommunen immens. Ein Umdenken und professionelles Einstellen auf Verhandlungspartner ist das Gebot der Stunde. Leider wird das immer noch nicht in gebührendem Maß erkannt. Auch die kommende Bürgermeisterwahl bietet bisher kaum Hoffnung auf eine grundlegende Änderung. Keiner der Kandidaten thematisiert diese Defizite. Sind sie vielleicht noch gar nicht erkannt?

 

Wer verantwortungsvoll mit kommunalen Haushalten umgehen will, muss alle Funktionen, in denen extern Kosten verursacht oder Erlöse bzw. Deckungsbeiträge erwirtschaftet werden, adäquat besetzen. Adäquat heißt in diesem Fall, dass es Personen sind, die laufenden oder zukünftigen externen Verhandlungspartnern fachlich gewachsen sind. Es müssen also Berufe vertreten und im Einsatz sein, die das professionelle Handeln außerhalb von Verwaltungen beherrschen. Dieser Notwendigkeit ist man sich zwar in einigen Bereichen durchaus bewusst, es liegt aber an den "Hauptamtlichen", dies auch umzusetzen. Aus diesem Grund steigen theoretisch nur bei Wahlen die Chancen auf Veränderung.

 

Verwaltungen werden natürlich vom Rechnungshof und der Kommunalaufsicht überwacht. Dies erfolgt jedoch verwaltungstypisch und nicht nach operativen betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkte. Im Klartext heißt das, dass der Fokus auf der Einhaltung von Vorschriften liegt. Es wird damit eigentlich indirekt attestiert, dass auch spezifisches Fehlverhalten legal ist. Es wäre viel sinnvoller, Ursachen und Wirkungen von Käufen und Verkäufen zu überprüfen, um beurteilen zu können, wie sinnvoll Geld ausgegeben und wie professionell Geld eingenommen wird. Die Prüfenden halten sich naturgemäß an ihre Vorschriften, die leider diese Problematik nicht ausleuchten.

 

Die Richtlinien der Arbeitsweise in Maintals Verwaltung wurde nun lang genug von Juristen von SPD und CDU dominiert, die ihre Ausbildung und ihren Bildungsstand für ausreichend hielten. Maintal ist jedoch ein Unternehmen, das jährlich 130 Millionen Euro bewegt und an der Spitze Personen braucht, die mit solchen Beträgen professionell umgehen können. Jetzt sollten endlich die Weichen richtig gestellt werden, damit Maintals Verwaltung in Teilbereichen besser den Notwendigkeiten des Marktes angepasst werden kann und in der Führungsetage ein neuer Wind einkehrt. Wo das nicht thematisiert wird, ist auch keine Veränderung zu erwarten. 

 

Veröffentlicht am 27.07.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Gesucht wird....

 

 

...Talent und Können

 

Ende mit Schrecken?

 

Das Unbehagen wegen Griechenland wächst. Unsere Politiker sind sich nicht einig, ob es richtig war, die Griechen auf Kosten der europäischen und ganz besonders der deutschen Steuerzahler regelrecht zu disziplinieren und das Seifenblasen immer mehr ähnelnden Gebilde eines vereinten Europas über alles zu stellen. Man ist an den kernigen Spruch "Deutschland einig Vaterland" erinnert. Er bescherte uns in den Folgejahren eine ehemals sozialistisch geprägte Ostdeutsche als Kanzlerin. Sie setzt nun  heftig gewendet wirtschaftsimperiales Denken in machtfördernde Handlungen um, die nur einen bestimmten Teil der Europäer jubeln lässt. Ein nicht unbedeutender Teil der Mitglieder der Währungsunion wurden von der EU über Merkel bereits diszipliniert und mit Restriktionen an das von den Mitgliedsländern gewünschte Niveau herangeführt. Nur mit Griechenland funktionierte das nicht. Da Deutschland und Frankreich die Hauptzahler sind, dominieren  in den Verhandlungen Politiker dieser Länder. Es liegt wohl in der Natur der Sache und an Führungstalenten, dass dabei Angela Merkel und kein Franzose die Hauptrolle spielt. Deutschlands Finanzminister als Gralshüter und Verfechter der schwarzen Null übernimmt in den Verhandlungen die Rolle des "Bad Boy", während die Kanzlerin die Problemkinder mütterlich aber hart an die Hand nimmt und ihnen immer wieder erklärt, wie wichtig die Familie EUROPA ist. Europas Konsens-Daddy Jean-Claude Juncker und dessen Vorstopper Martin Schulz bilden ein ähnlich wirkendes Duo. Während Problemfälle wie Spanien, Portugal, Irland und die baltischen Staaten ihre Lektionen lernten und jetzt teilweise sogar hohe Wachstumsraten vorweisen, bildet Griechenland das Schlusslicht. Umso ärgerlicher ist, dass sich Griechenland trotz aller bisherigen Unfähigkeit betont uneinsichtig und widerspenstig zeigt, wenn es darum geht, die Probleme nachhaltig in den Griff zu bekommen.

 

Zunehmend fatal wirkt sich seit 2010 die nicht stimmige Strategie der Geldgeber und die der Wirtschaftssachverständigen aus. Während die Geldgeber auf die Einhaltung von Verträgen pochen, die nach Ansicht der meisten ökonomisch Denkenden so nie hätten abgeschlossen werden dürfen, raten diese Kräfte zum teilweisen Schuldenerlass und einer intensiveren Wirtschaftsförderung, damit Griechenland wieder auf die Beine kommt. Dass dabei auch ein zeitlich begrenzter Grexit und die Einführung einer Übergangswährung wirtschaftlich äußerst wirksam wäre, ist unbestritten. Die heimischen Produkte wären wieder konkurrenzfähig und Exporterzeugnisse preislich attraktiv. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass die Griechen kräftig in die Hände spucken und anpacken, für einen effizienteren Verwaltungsapparat und damit für Steuergerechtigkeit sorgen müssten und das derzeitige Versorgungsdenken auf Pump einem gesunden Volksempfinden weichen muss.

 

Beschlüsse, die nicht ernst gemeint sind?

 

Was jetzt vom griechischen Parlament zwar beschlossen, aber vom Regierungschef von der Umsetzung her gleichzeitig bezweifelt wird, ist nach eigener Aussage nur ein Mittel, um an weiteres Geld heranzukommen, von dem man bereits heute weiß, dass es niemals zurückgezahlt wird. Europa bestimmt aus einseitigen Interessen die Spielregeln für das Versiegen der Milliarden. Es kann nicht funktionieren, was man den Griechen überstülpt. Die Griechen ticken völlig anders als das restliche Europa.

 

Neuer Soli für Griechenland?

 

Aus Krediten werden nun Geldtransfers, wie der Ökonom Clemens Fuest aufklärt. Somit werden die 22 Milliarden Euro des neuen Paketes, die auf Deutschland entfallen, unsere kommenden Haushalte belasten. Mit der Forderung des Ökonomen, die Bundesbürger nicht länger an der Nase herumzuführen und entweder den bestehenden Soli zu erhöhen oder einen Solidaritätszuschlag für Griechenland (und wer noch alles dazu kommt) einzuführen, verdeutlicht er den Ernst der Sache und die Haltung von Wolfgang Schäuble, der einen zeitlich begrenzten Grexit favorisiert.

 

England klinkt sich aus

 

England als betont euroskeptisches Mitglied gab durch David Cameron bereits zu verstehen, dass es keinen Cent an Griechenland zahlen wird und verweist bereits auf die bevorstehende Volksabstimmung über den Verbleib in der EU. Andere Länder sehen das ähnlich, weil sie ihren Bürgern die griechische Mentalität und das Leben auf ihre Kosten nicht vermitteln können. In der BRD wirken zusätzlich die deutschfeindlichen Attacken linker griechischer Parteien und Presseorgane nach, die nach 70 Jahren unser Land und unsere Politiker ins Licht von geächteten Nationalsozialisten stellen. 

 

Warum soll man den Griechen helfen, 

wenn das Ausscheiden Griechenlands als verkraftbar angesehen wird? 

 

Ein Grund könnte die Instabilität auf dem Balkan sein, die Griechenland und andere Balkanstaaten in die Hände Russlands spielen könnte. Südöstlich wäre Österreich dann die Außengrenze der EU. Diese Konstellation weckt böse Erinnerungen. Doch auch diese Karte wird Griechenland eiskalt ausspielen, wenn man sich vom gegenwärtigen Schock erholt hat und weiterhin die Kommunisten in Griechenland das Sagen haben. Die Moskaubesuche waren klare Zeichen. Vielleicht geht es Merkel sogar um einen mit den atlantischen Partnern abgestimmten politischen Wechsel, der in Griechenland herbeigeführt werden soll!?

 

Die Griechen sollten sich mal fragen, welches Bild man von ihnen in Europa hat

 

Die Griechen bedenken gar nicht, dass viele ihrer Landsleute in ganz Europa leben und Griechenland ein bevorzugtes Urlaubsreiseland ist, dessen Land und Leute man kennen lernte und so einen Eindruck von der griechischen Mentalität mit nach Hause nahm. Man hat eine Einstellung zur Griechen-Mentalität. Bürger, die diese Erfahrungen nutzen und mit dem vergleichen, was gerade in Griechenland passiert, haben schnell ein Urteil gefällt. Sie vom Gegenteil überzeugen, das können nur die Griechen selbst. Vielleicht ist es dazu schon zu spät. Die meisten Europäer wollen, dass endlich eine Lösung gefunden wird, in der Griechen Griechen bleiben können und uns nicht länger auf der Tasche liegen. Ändern kann die Griechen sowieso niemand mehr! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr!

 

Veröffentlicht am 17.07.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Einer der Punkte, die mit Griechenland vereinbart wurden, war die Überführung staatseigener Unternehmen in eine "Treuhandgesellschaft", um sie zur Schuldentilgung zu veräußern. Das hat einige ehemals alliierte Staaten des 2. Weltkriegs ebenso elektrisiert, wie viele Menschen in den neuen Bundesländern. Ansatzweise thematisierte es Gregor Gysi von den LINKEN im Deutschen Bundestag.

Der Gedanke hätte von der psychologischen Bedeutung her noch stärker vertieft werden müssen.

 

Zu Beginn des 2. Weltkriegs stellte sich schnell die Frage, was mit den erbeuteten Betrieben in Polen, Russland und der Ukraine sowie in anderen Ländern geschehen soll. Namhafte Unternehmen und Unternehmer wollten ein Stück vom Kuchen abhaben. Speziell zu diesem Zweck wurde in Berlin eine Treuhandgesellschaft gegründet, die fortan interessierten Unternehmen die erbeuteten Firmen überließ. 

 

 

44 Jahre nach Kriegsende nannte man nach der Wieder- vereinigung die Gesellschaft, die das Staatseigentum der DDR "privatisierte" erneut "Treuhandgesellschaft", als habe man die neuen Bundesländer erobert.

Weitere 26 Jahre später hatte Deutschland seinen Platz in Europa so gefestigt, dass man erneut - nun allerdings für Griechenland - eine Treuhandgesellschaft ins Spiel brachte, obwohl das Synonym bereits vom Ruf her  zwei Mal verbrannt ist, weil es für kompromisslose Übernahme steht. 

Mit dem Widerstand einiger Europäer gegen genau diese Form der Machtausübung auf ein anderes Land wurde das verhindert. Es ist Sache der Griechen, unter dem Eindruck der eigenen Lage geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um aus der Schuldenfalle heraus zu kommen. Den fraglichen Betrieben sollte bei eigener Privatisierung die gleiche Unterstützung zukommen, die sie auch nach fremder Übernahme erhalten würden. Welche Geldgeber dann die Kontrolle über solche Unternehmen ausüben, sollte im Wettbewerb entschieden werden und nicht über einen aufgezwungenen Schnäppchenmarkt.

 

Deutschland bewies nur allein mit der Wortschöpfung "Treuhandgesellschaft" enorme Unsensibilität und weckte gleich mehrfach böse Erinnerungen. Da muss man kein Sozialist, Kommunist oder wer weiß was sein. Da reicht der gesunde Menschenverstand.

Was das 3. Rettungspaket für Griechenland bringt und welche Bedeutung ihm wirklich zukommt, wird man erst in einigen Jahren erfahren. Mit Sicherheit diente es aber auch der deutschen Innenpolitik, damit wir nicht für die Kredite der Vergangenheit zur Kasse gebeten werden. Mit einem Schuldenschnitt, der unausweichlich scheint, platzt diese Seifenblase. Zusammen mit den nun vereinbarten Transferleistungen rückt der Zahltag immer näher.

 

Klaus Klee

 

 

Gefährlich ist's, den Leu zu wecken

 

Die EUROPA-Phantasten erleben gerade, mit wem sie sich im Jahr 1978 eingelassen haben und wohin großzügige Nachsicht führt. Gleichzeitig müssen die wirtschaftsimperial denkenden EUROPÄER aber auch erkennen, dass Geld allein nicht das Maß aller Dinge ist und auch die EU dringend Reformen braucht. Unter dem Strich müssen jedoch alle Staaten der Euro-Zone Verträge einhalten, die sie unterschrieben haben, sonst wird die EU destabilisiert. Wer nimmt schon einen Wirtschafts- und Währungsraum ernst, in dem Verträge nur Papier sind!? Seit 5 Jahren hängt Griechenland bereits am finanziellen Tropf der Euro-Länder, ohne dass Fortschritte zu erkennen sind, um jemals wieder Schulden zurückzahlen zu können. Wer investiert denn in ein Land, das unzuverlässig ist? In diesem Punkt haben die Griechen ihre Lektion noch nicht gelernt. Jetzt werden von ihnen nicht nur ein Schuldenerlass und weitere Kredite erbettelt, sondern sogar der Versuch unternommen, linkes sozialistisches Gedankengut unter den Euro-Staaten hoffähig zu machen. Der eigenen Unfähigkeit, wichtige Strukturen des Landes einzurichten folgt die Aufforderung, ebenfalls "nicht so blöd zu sein, Verträge einzuhalten". "Wenn das bei uns geht, dann geht das auch bei euch! Also sind wir für euch die Vorkämpfer", heißt ihre Botschaft an all die Länder, die trotz eigener schmerzhaft umgesetzter Reformbemühungen ihrer Bevölkerung erklären sollen, dass sie weiterhin für die Misswirtschaft der Griechen aufkommen sollen. Das geht nun doch eindeutig zu weit.

 

 

Die Antwort darauf muss nun hart und konsequent sein. Die Griechen müssen aus eigener Kraft herausarbeiten, zu was sie als EU-Staat in der Lage sind und welchen Platz sie irgendwann wieder einnehmen können. In keinem Europäischen Land prallen die Gegensätze zwischen Arm und Reich so gravierend aufeinander und vermengen sich mit der grundsätzlichen Mentalität eines Volkes, wie in Griechenland. Nun hat Griechenland auch noch eine nationalistisch denkende kommunistische Regierung, die sowohl auf linkem Gedankengut als auch auf nationalistischem Gehabe aufbaut und damit kurioserweise weite Bevölkerungsteile mitreißt. In Wirklichkeit ist diese Regierung nur so lang lebensfähig, wie sie den Reichen des Landes nicht in die Quere kommt und es sich mit den gut versorgten Staatsbediensteten nicht verscherzt. Also werden alle von den Geldgebern geforderten Maßnahmen, die diese Klientel betreffen, ausgespart und nur die Maßnahmen thematisiert, die den sozial schwächeren Schichten harte Entbehrungen abfordern. Es wird völlig verschwiegen, dass nur alle Maßnahmen zusammen den Erfolg ausmachen.

 

Die bisherigen Frontleute der Regierung Griechenlands treten selbstbewusst wie einst Ikarus auf, der nicht nur fliegen, sondern auch der Sonne näher sein wollte. Während EU-Phantasten, wie Claude Juncker und die in die Fußstapfen Kohls getretene Angela Merkel aus historischen Gründen den Griechen immer weiter Geld nachschießen wollen, um sie im Euro-Verbund zu halten, kommt selbst aus den eigenen bayerischen Reihen und vielen Ländern Europas der Ruf, die Sache endlich zu beenden und den Griechen eine Gesundung in Würde zu ermöglichen. Dass dies zunächst mit noch größeren Einschnitten verbunden ist, ist der Preis der Würde und der politischen Selbstbestimmung, wie sie die Griechen fordern. Dass eine manipulierte Abstimmung Griechenlands die ganze Welt verändern würde, war reine Selbstüberschätzung. Nun sitzt Griechenland endgültig am Katzentisch Europas und wird mehrheitlich für entbehrlich gehalten.

 

Nachdem der von einem großen Irrtum begleitete Auftritt mit leeren Händen von Tsipras in Brüssel abgehakt ist und alle noch vorhandenen Sympathien verspielt sind, rückt der Tag näher, an dem die Euro-Länder die Notbremse ziehen müssen. Es geht eigentlich nur noch darum, humanitär die Not zu lindern. Das jetzige Griechische System muss erst noch das lernen, wozu einst die DDR 40 Jahre brauchte, ohne es zu begreifen. Allerdings wäre es den neuen Bundesländern ebenfalls besser bekommen, wenn sie die D-Mark erst bekommen hätten, nachdem sie ihre Lektionen in Selbstbestimmung und Würde gelernt hätten. Es ging aber damals darum, Kasse zu machen. So gesehen drängte die EU Griechenland ähnlich unvorbereitet in den Euro und das, obwohl Griechenland nahezu gar nichts zu bieten hatte. Das muss man in Brüssel begreifen und für die Zukunft andere Vorgehensweisen anstreben. Klasse ist eben besser als Masse!

 

Die EUROPA-Phantasten werden noch ein letztes Mal versuchen, zu retten, was zu retten ist. Dann müssen sie den Menschen in ihren Ländern erklären, was sie falsch gemacht haben und was die Chose kostet. Tsipras kommt die unangenehme Aufgabe zu, die Griechen auf das einzustimmen, was auf sie zukommt. Einen kleinen Vorgeschmack haben sie ja bereits bekommen. Auf jeden Fall ist es sehr gefährlich, den Leu zu wecken. Das gelang den Griechen mit den unglaublichen Unverschämtheiten, für niemand wirklich Verständnis hat. Nun zahlen sie dafür einen hohen Preis.

 

Veröffentlicht am 08.07.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Satzung für den Seniorenbeirat

 

Teile von Maintals Seniorenbeirat sind seit der letzten Sitzung aufgeschreckt! Die Gründe sind vielschichtig. Ursache ist der Satzungsentwurf für den Maintaler Seniorenbeirat, der auf einer Empfehlung der Hessischen Landesseniorenvertretung aufbaut und den Senioren eine stärkere Position und einen besseren Zugang zu den Gremien der Stadtverordneten- versammlung ermöglichen soll. 

 

Der erste "Knackpunkt" war bereits die Zusammensetzung des Seniorenbeirats und die Frage, ob dieser wie bisher berufen oder gewählt werden soll. Viele der von ihren Organisationen in das Gremium "berufenen" Personen verstehen sich als präsente Interessenvertreter ohne Ressourcen für Aktivitäten, die vom Seniorenbeirat erarbeitet werden könnten. Präsenz genügt ihnen offensichtlich. Damit wird den Maintaler Senioren aber nicht wirklich geholfen. 

 

Die Landesseniorenvertretung lässt den Kommunen die freie Wahl, wie sich das Gremium konstituiert, denn es kommt nur darauf an, was man aus seiner Mitgliedschaft macht. Am Ende der kontroversen Diskussion setzte sich die bisher praktizierte Art der "Berufung" durch, jedoch ergänzt um ein Verfahren, das auch Senioren, die nicht sozialen oder kirchlichen Organisationen angehören, den Zugang zum Seniorenbeirat ermöglicht. Eine Wahl wurde mehrheitlich strikt abgelehnt. Die vorgebrachten Gründe, wie hohe Kosten für eine Wahl, eine zu erwartende niedrige Wahlbeteiligung und sogar die mangelnde Bereitschaft, sich einer Wahl zu stellen, bis hin zum Unverständnis für eine gewünschte Änderung des gegenwärtigen Zustands zeigen, auf welch unbefriedigender Basis sich derzeit der Maintaler Seniorenbeirat befindet.

 

Den Initiatoren der Reform des Seniorenbeirats steht eine Personengruppe gegenüber, die lediglich den Maintaler Sozialproporz abbildet und den Zielen der Verwaltung folgt. Geleitet und moderiert wird er vom Fachbereich Soziales. Letzteres ist - mit Verlaub - einfach zu wenig Eigeninitiative und läuft auf reines "verwaltet werden" hinaus. Die Veränderungen in der Gesellschaftsentwicklung sollten jedoch von einem besonders engagierten und selbst- verwalteten Seniorenbeirat begleitet werden, der rechtzeitig in richtige Weichenstellungen eingebunden ist. Dazu gehören auch leistungsstarke sowie erfahrene Senioren in der zweiten Reihe, die den Seniorenbeirat beraten und unterstützen. 

 

Teile der Maintaler Kommunalpolitik haben das bereits erkannt, fordern deshalb eine Satzung, damit auch eine stärkere Einbindung der Senioren in die Stadtentwicklung und soziale Entscheidungen. Es ist grotesk, dass Teile des Seniorenbeirats dies nicht so sehen, weil sie womöglich die Politik scheuen. Vor dem Hintergrund, dass etliche Mitglieder in einer nächsten Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehen, wäre es sinnvoll, für die nächsten 5 Jahre eine Auffrischung zu realisieren. Sollen denn die Reihen wieder vornehmlich mit Beobachtern der Maintaler Organisationen anstatt hauptsächlich mit aktiven Bürgern geschlossen werden, damit alles so bleibt, wie es ist?

 

Wer auch immer demnächst auf dem Bürgermeisterstuhl sitzen wird und welche Zusammensetzungen des Parlaments sich aus der Kommunalwahl im Frühjahr 2016 ergeben - es wird interessant sein, ob der Magistrat, die Verwaltung und die Fraktionen den Senioren eine kraftvolle Vertretung ermöglichen werden oder wie bisher ein nettes und pflegeleichtes Beirats-Placebo bevorzugen. Die Frage ist, ob die politischen Gestalter freiwillig einen Teil ihrer Macht mit Bürgern teilen oder weiterhin nach Gutdünken handeln wollen. 

 

Eine Satzung, die auch in die Hauptsatzung einfließt, ermöglicht dagegen ein Stück direkte Demokratie. Das aber nur, wenn der daraus resultierende Beirat ein ernstzunehmender Partner von Politik und Verwaltung ist. Genau an diesem Punkt zeigt sich, wie wichtig das Verfahren der Berufung ist. Nun wird erst einmal ein Berufungsprocedere erarbeitet, das auch nichtorganisierten Bürgern den Zugang ermöglicht, die selbst die Mitarbeit im Seniorenbeirat anstreben. Es ist jedoch fraglich, ob die Satzung bis zur Kommunalwahl verabschiedet ist, oder nochmals nach dem alten Verfahren berufen wird. Für wirklich aktive Senioren läuft derweil die Zeit davon.

 

Der restliche Inhalt der diskutierten Satzung war schnell abgehandelt, wenn auch die sich daraus ergebenden Chancen mangels öffentlicher Beteiligung nie die Zielgruppe erreichen wird. Vielleicht besteht daran im Rathaus ja auch gar kein Interesse, wo doch der jetzige Seniorenbeirat so pflegeleicht ist.

 

Veröffentlicht am 06.07.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Endlich aufwachen!

 

Maintals Senioren werden immer mehr und haben viele Bedürfnisse. Das sollten sie aber auch gegenüber der Gesellschaft offensiv vertreten. Leider bilden sie derzeit nur eine diffuse träge Masse, die verwaltet und partiell bespaßt wird. Nur wenige Senioren bringen sich wirklich ein, um diese Stadt mitzugestalten. Ein wichtiges Instrument wäre ein kraftvoller und aktiver Seniorenbeirat und eine starke Gruppe von leistungsfähigen und erfahrenen Senioren, die gewillt sind, sich der Probleme der Senioren anzunehmen. Genau diese Personen sind bemüht, den Seniorenbeirat so auszustatten, dass er wirklich mitgestalten kann. Grundbedingung ist eine Satzung, in der dem Seniorenbeirat beratende  Funktionen zugebilligt werden, weil diese in der Hessischen Gemeindeordnung nicht definiert und vorgesehen sind. Jede Gemeinde hat jedoch das Recht, dies zu regeln.

 

Zur letzten Seniorenbeiratssitzung wurde nun dieser Satzungsentwurf beraten. Da die Sitzungen öffentlich sind, hätten interessierte Maintaler Senioren daran teilnehmen können. Wie soll aber das Interesse geweckt werden, wenn die Inhalte der Sitzungen nicht öffentlich bekannt gegeben werden!? Es waren nur geladene Personen anwesend. Der Seniorenbeirat beriet über sein Selbstverständnis und nicht über die Möglichkeiten, die sich aus der Satzung ergeben. Dementsprechend fielen auch die Entscheidungen aus.

 

Wenn Maintals Senioren wirklich daran interessiert sind, dass ihre Bedürfnisse besser thematisiert werden und daraus richtige Entscheidungen resultieren, müssen sie schon präsent sein! Da ist Information ungeheuer wichtig!

 

Es gibt ein Sprichwort, das besagt:

"Wer nicht macht, mit dem wird gemacht!"

Darüber sollten sich die überwiegend schläfrige Schar der Senioren mal Gedanken machen. Viel Zeit bleibt ihnen nicht, denn die Zeit läuft erbarmungslos gegen sie.

 

Klaus Klee

 

 

Mit dem Latein am Ende

 

Maintal sorgte einst für Schlagzeilen, weil es Existenzgründern eine Chance bot, direkt subventioniert die ersten unternehmerischen Schritte zu gehen. Diejenigen, die das damals befürworteten, gingen davon aus, dass die eine oder andere Idee später Gewerbesteuer generieren würde. So ging man auch davon aus, dass die Existenzgründer die Räume wieder verlassen, wenn ihre Geschäftsideen Früchte tragen, um sie für neue Existenzgründer frei zu machen. Es sollte nur eine Starthilfe sein. Das hat sich allerdings anders entwickelt und nun stehen mehrheitlich die günstigen Mieten im Vordergrund, die es dauerhaft auszunutzen gilt. Mal ehrlich: Hat die Öffentlichkeit jemals von einem überaus gelungenen Start und einer wirklichen Erfolgsstory gehört? Indirekt gibt nun auch der Magistrat zu, dass er auf die Maintaler Existenzgründer in der Neckarstraße keine Hoffnungen mehr setzt und diese deshalb Manövriermasse bei der Lösung des Unterbringungsproblems für Asylbewerber sind. Dieses Problem wird derzeitig mit der Wertigkeit anderer Aktivitäten abgewogen, für die in der Neckarstraße mit hohem finanziellen Aufwand gute Voraussetzungen geschaffen wurden. Durch den Rost fiel das SeniorenOffice, verschiedene soziale Aktivitäten, das Jugendcafe und nun auch die Existenzgründer. Damit soll das Problem der Unterbringungssuche für Asylsuchende nicht verharmlost werden, doch es gibt bei den so sehr verhätschelten gewerblichen Vermietern in Maintal ungenutzte Leerstände. Der Magistrat macht eine äußerst unglückliche Figur bei all seinen Bemühungen und zeigt beim Geben und Nehmen große Schwächen. Leider wurden diese erst sichtbar, als er wirklich gefordert wurde. Es reicht möglicherweise nur für Banales und Alltägliches.

 

Mit den Maintaler Existenzgründern bestehen Verträge, weshalb die Beschaffung von Ersatzräumlichkeiten notwendig war. Das Problem wurde inzwischen zwar zum Nachteil der Existenzgründer gelöst, es ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Stadt unter bestimmten politischen Konstellationen von der Idee der Existenzgründungen wieder verabschiedet. Das hat bisher zwar noch niemand so gesagt, weil man wahrscheinlich nicht zugeben will, dass das, was gut gemeint war, eine Schnapsidee war, es liegt aber auf der Hand. Probleme braucht man nämlich nicht zu lösen, wenn man keine Probleme hat.

 

Wie groß der momentane Druck auf den Magistrat ist, kann jeder Bürger verstehen, der den Eiertanz des Asylbewerberheim-Investors Budokan mitverfolgt. Zwar wird mal wieder alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt, es drang jedoch über die Presse durch, dass sich das Bauprojekt verzögert oder gar infrage gestellt ist, weil dem Investor die Sicherheiten für weitere Kredite fehlen. Nach dem Motto "keine Ärmchen, keine Kekse" wird von der Stadt Maintal angeblich eine Ausfallbürgschaft verlangt. Der Druck auf die Stadt ist groß, denn die Asylbewerber sind bereits im Anmarsch und weitere Zugänge sind avisiert. 

 

Den gordischen Knoten versucht man jetzt mit der Räumung des Existenzgründerzentrums zu zerschlagen, weil Existenzgründer offensichtlich leichter unterzubringen sind, als Flüchtlinge und Asylsuchende. Hier stoßen die gewählten Vertreter auf ihr Wahlvolk und diejenigen, die sie bei der lukrativen Wohnraumverdichtung so sehr bevorteilten. Beide Gruppen wollen die neue "Durchmischung" ihrer Wohnbereiche nicht hinnehmen. 

 

Auch hier zeigt sich wieder, dass es kein gewachsenes Vertrauen zwischen den gewählten Volksvertretern, den Amtsinhabern und den Bürgern gibt. Niemand geht davon aus, dass Nächstenhilfe nur zeitlich begrenzt ist und es in der Hand der Kommune liegt, darauf Einfluss ausüben zu können. Es fehlen einfach die vertrauenswürdigen Macher, auf die Verlass ist. Das Schlimme ist, sie verplempern damit auch noch unser Geld, das wesentlich besser angelegt werden könnte.

 

Veröffentlicht am 14.06.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

MIKROKOSMOS 2015 naht

 

Nach der Bürgermeisterwahl erfährt Maintal wieder, was Sache ist! Ende Oktober 2015 präsentiert das Lokale Kabarett MIKROKOSMOS in Hochstadt sein 11. Programm und die Vorbereitungen haben bereits begonnen. Zunächst sind jetzt die Autoren der Sketche und Monologe gefordert, denn bis Mitte Juli sollen 75% des Programms in der Rohfassung vorliegen, damit die Rollen verteilt werden können. Bei der ersten Zusammenkunft entstand bereits eine breite Palette von Themen, die sich die Autoren so vornehmen, dass heiße Eisen richtig geschmiedet werden. Dem Publikum bleibt weitestgehend verborgen, aus welcher Feder die Texte stammen, doch ein Teil des Stammpublikums erkennt durchaus die eine oder andere "Handschrift". Es ist auch gar nicht so wichtig, wer die Rohfassungen schreibt, denn die Akteure feilen die Stücke während der Proben noch aus und passen die Inhalte ihrer Sprech- und Ausdrucksweise an, um sie so authentisch wie möglich zu präsentieren. Dabei bleiben wichtige Aussagen und ausgefeilte Formulierungen erhalten, nur das "Wie" wird personenabhängig ausgefeilt. So identifiziert sich das gesamte Ensemble in hohem Grad mit dem Programm, weil sich jeder darin mit seinen Ideen wiederfindet. Vielleicht ist das sogar das Geheimnis des großen Erfolges. Zumindest steht bereits das diesjährige Motto "Von mir haste's net" fest. Das lässt darauf schließen, dass auch pikante Indiskretionen oder gar der Realität sehr nahe kommende Gerüchte eine Rolle spielen könnten.

 

          Foto: Kalle

 

Eine Rolle wird natürlich der zu diesem Zeitpunkt bereits beendete Wahlkampf und der Ausgang der Bürgermeisterwahl sowie das bevorstehende Ende der Ära Rohrbach spielen. Ein Teil der letzten 25% des Programms wird deshalb erst Ende September entstehen. Das MIKROKOSMOS-Stammpublikum ist inzwischen kommunalpolitisch so stark informiert und interessiert, dass es sich auf die kabarettistisch aufbereiteten Facetten des Wahlkampfs freuen und den Blick auf ihr eigenes Wahlverhalten sowie die satirische Bewertung des Wahlausgangs genießen kann. Das ist umso erwähnenswerter, weil es den Parteien kaum gelingt, die Wähler thematisch in großer Zahl zu erreichen und Interesse an lokaler Politik zu wecken. MIKROKOSMOS bringt alljährlich jedoch fast 500 Besuchern Maintals Politik näher. So mancher Wahlausgang der Vergangenheit war auf die Uninformiertheit vieler Wähler zurückzuführen. Darauf dürfen manche Kommunalpolitiker nun nicht mehr so stark hoffen. Gerade die notorischen Rohrbach-Wähler müssen nun ihren pathologischen Wahlreflex beenden. Es wird interessant sein, was ihre Wahlentscheidung 2015 wie beeinflusste. Das Kabarett wird es auf den Punkt bringen.

 

Für manche Kommunalpolitiker ist das Lokale Kabarett MIKROKOSMOS ein Gradmesser ihrer Popularität, die sie alljährlich persönlich in Augenschein nehmen. Wem das, was man über seine/ihre Person kritisch anmerken könnte, zu peinlich ist, meidet die Aufführungen. Wer dagegen überhaupt nicht erwähnt wird, ist politisch auch nicht interessant. Auch diese Erfahrung müssen Politiker oder Amtspersonen immer wieder machen. Es ist allerdings ein Gerücht, dass einige Personen bewusst Handlungen vornehmen, nur um ins Programm zu kommen.

 

So unterhaltsam Politik auch aufbereitet wird, das Lokalkolorit und die Alltäglichkeiten Maintals kommen natürlich nicht zu kurz. Sehr oft lassen sich sozialkritische Themen gut in die heimische Umgebung verlagern, was zumindest den Hoffnungsschimmer vermittelt, dass dieses und jenes anderswo irgendwie genauso ist. Die Aufführungen der Gruppe MIKROKOSMOS spannen deshalb thematisch bewusst einen weiten Bogen, was vom Publikum überaus geschätzt wird.

 

2015 wird die Marke der 500 Sketche bzw. Monologe geknackt, die das Lokale Kabarett seit 2005 auf die Bühne brachte, ohne dass sich etwas wiederholt hätte. Man fragt sich, wie diese Vielfalt und Fülle an Themen entstehen kann. Ganz einfach: Die Mikrokosmonauten gehen ganzjährig mit wachen Augen durchs Leben und sie ergründen das Besondere von auffälligen Situationen. Die Umsetzung dieser Eindrücke obliegt den "Stückeschreibern", wie sich die Autoren nennen. Der Rest wurde eingangs bereits beschrieben. Mit den 14 Akteuren jeden Alters auf der Bühne können alle Rollen bestens besetzt werden. Dass einige von ihnen auch außerhalb des Kabaretts stadtbekannt sind, hat einen besonderen Reiz.

 

Die Freunde des Lokalen Kabaretts MIKROKOSMOS können sich nun mit aller Ruhe auf den  Kartenverkauf konzentrieren, der in wenigen Wochen stattfindet, denn die Karten für alle vier Veranstaltungen sind bekanntlich innerhalb weniger als 30 Minuten weg. Trotz der großen Nachfrage wird es bei vier Veranstaltungen bleiben. Es soll schließlich etwas Besonderes sein, zum Stammpublikum des Kabaretts MIKROKOSMOS zu gehören.

 

Veröffentlicht am 07.06.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mono-Dialoge mit klaren Absichten

 

Mal ehrlich: Wollen Sie wirklich von Personen, die etwas von Ihnen wollen, unaufgefordert angesprochen werden? Sie unterstellen doch sofort, dass das zu deren Nutzen erfolgt. Damit Sie nicht gleich eine Abwehrhaltung einnehmen, werden argumentativ Köder benutzt, die Ihnen einen persönlichen Nutzen vorgaukeln sollen. Das ganze wird je nach Ansinnen so verpackt, dass sogar ethische, moralische und weltanschauliche Komponenten eine Rolle spielen. Die Bereitschaft zum Dialog hängt letztendlich davon ab, wie seriös Ihnen die Personen begegnen. Ist deren Vorgehen mit raffinierten Argumenten, wie sie nur besonders geschulte Personen benutzen, überfrachtet, greift schnell ein Schutzmechanismus und wir blocken total ab. Am Telefon genügt es, einfach aufzulegen, im persönlichen Kontakt lässt man den Gesprächspartner stehen oder geht ihm aus dem Weg. Die Rede ist bis hier von Geschäftemachern, die uns übertölpeln wollen. Dieser Reaktion der Bürger begegnen jetzt auch oft die Maintaler Bürgermeisterkandidaten. Vielleicht sehen wir uns mal an, woran das liegt.

 

Negative Wechselwirkungen blockieren

 

In den letzten Jahren suchen Magistratsmitglieder, Parteien und Kommunalpolitiker verstärkt den Dialog mit den Bürgern, um angeblich deren Bedürfnisse und Wünsche zu ergründen und sie in Prozesse einzubinden. Sie "ziehen um die Häuser", halten "Bürgersprechstunden vor Ort", "Friedhofsbegehungen" etc. ab und sie bieten immer neue Bürgerbeteiligungsprozesse und Informationsveranstaltungen an. Die Bereitschaft zur Teilnahme ist jedoch relativ dürftig, denn Achtung und Ansehen der Einladenden gingen über viele negative Erfahrungen hinweg verloren oder haben sich zu einem ablehnenden Bild geformt. 

 

Nun stehen plötzlich Bürgermeisterkandidaten vor der Tür oder an belebten Ecken, um mit uns ins Gespräch zu kommen. Hier ist man jetzt sogar Personen gegenüber reserviert, die kommunalpolitisch noch gar nicht vorbelastet sind. Für manchen Kandidaten ist die Politikerverdrossenheit allerdings nützlich, weil sie viele Wähler, die mit ihrer Stimme etwas verändern könnten, von den Wahlurnen fern hält. Noch krasser: Umso weniger Bürger diese Kandidaten persönlich erreichen, desto größer ist deren Chance, zu gewinnen.

 

Vollmundige Beteuerungen haben kurze Beine

 

Der Sinn eines fruchtbaren Bürgerdialogs steht und fällt mit der Aufrichtigkeit des Angebots und dem fairen Teilen von Ansichten. Die Bürger wollen Einblick haben, um sich einbringen zu können. Sie müssen eine echte Chance zur Einflussnahme spüren und darauf vertrauen können, dass sie keine Alibifunktion ausfüllen, denen Handlungsweisen folgen, die alle gemeinsam erarbeiteten Erkenntnisse auf den Kopf stellen. Genau hier liegt aber der Hund begraben. Mühe und Lohn des bürgerlichen Engagements sind nicht im Lot, Motivation wird immer wieder zerstört, die Bürger frustriert. Die dabei zelebrierte Scheinheiligkeit besorgt den Rest. Ein fruchtbarer Dialog mit den Bürgern ist nur noch dann kurzzeitig möglich, wenn ganz frisch Engagierte in neuen, eilig zusammengestellten Prozessen (wie zuletzt dem "Bürgergutachten") instrumentalisiert werden und dabei ihre bürgerliche Unschuld verlieren.

 

 

Maintals Kommunalpolitik hat es bisher nicht verstanden, die aufrichtig ausgestreckte Hand einer großen Zahl engagierter Bürger mit Anstand zu ergreifen. Tarnen, Täuschen und Austricksen überwiegen. Magistratsunterstützungsfraktionen unterstützten sogar diese Vorgehensweise.

 

Die Grundübel auf einen Blick

  • Beiräte sind so organisiert und zusammengesetzt, dass sie völlig unter Kontrolle gehalten nur das tun, was man ihnen von Seiten des Magistrats und den Fraktionen ermöglicht. 

  • Die Lokale Agenda 2010 wurde z.B. mit einem speziellen organisatorischen Ablauf im  Bereich der Umsetzung regelrecht kastriert. Politik und Verwaltung sicherten sich die freie Beurteilung, was umzusetzen sei und was nicht. Als die Schubladen mit guten Arbeitsergebnissen voll waren, trat der Prozess auf der Stelle und wurde schließlich eingestellt. 

  • Mit dem Stadtleitbildprozess als Nachfolgeprozess wurden neue noch nicht erleuchtete Bürger gesucht, die alle Ideen noch einmal umrühren und neu würzen durften. Die fertigen Ergebnisse werden erneut gelobt, davon wird jedoch nur das berücksichtigt, was zu bestehenden Planungen passt. 

  • Mit dem Bürgerhaushalt 2013 sollte angeblich alles ganz anders laufen. Man versuchte es mit Transparenz und Offenheit, mit dem Bekenntnis zum Aufbau neuen Vertrauens. Nach anfänglichen guten Fortschritten wurde klar, dass mit der Stadtverwaltung im jetzigen Zustand in überschaubarer Zeit keine Erfolge zu erzielen waren. Nahezu alle Bürgervorschläge kamen deshalb über Prüfaufträge in eine längere Warteschleife. 

  • Politik, Magistrat und Verwaltung waren sich einig, dass man diese Art des bürgerlichen Dialogs nicht fortsetzen durfte, wenn man noch selbst "gestalten" wollte. "Gestalten" konnte man ihrer Ansicht nach nur, wenn die Einnahmen wieder stiegen. So wurde der Bürgerhaushalt 2014 in eine Grundsteuererhöhungs-Komödie umgewandelt, bei der sich die Bürger aussuchen durften, auf welche sozialen Leistungen sie verzichten wollen. Zur Verdeutlichung und Motivation wurde grafisch aufgezeigt, um wie viel das die Grundsteuererhöhung beeinflussen würde. Am Ende stand tatsächlich die Erhöhung der Grundsteuer B in der Höhe, die alle politischen Fehler der letzten zwei Legislaturperioden ausglich. Maintals Kommunalpolitik und die Bilanz des Bürgermeisters hatten sich auf Kosten der Bürger konsolidiert. Nun kann wieder fröhlich gestaltet werden. Der Preis für dieses dreiste Vorgehen ist eine nie gekannte Politikverdrossenheit und zerstörtes Vertrauen.

Dieser Aufzählung könnte man noch einige  Planungswerkstätten und Arbeitskreise hinzu fügen, die ähnlich demotivierend verliefen.

 

Maintals Bürgermeisterkandidaten, die für Parteien antreten, müssen nun mit der Hypothek vieler fragwürdiger Entscheidungen der Vergangenheit leben, die ihre Fraktionen betrieben, mittrugen oder nicht verhinderten. Nur wenige Politiker haben als Bürgermeister das Rückgrat, gültige Beschlüsse, die ihren politischen Ansichten zuwider laufen, später konsequent umzusetzen. Sachpolitik wird erfahrungsgemäß stets von Parteipolitik überlagert oder bestimmt sein. 

 

Als Bürgermeister fühlen sie sich später weiterhin als aktiver Teil ihrer Parteipolitik, werden sogar auf der Liste ihrer Partei zur Kommunalwahl geführt werden, obwohl sie als Magistratsmitglied ihr Mandat niemals annehmen würden. Ethik und Moral stehen bei vielen Personen hinten an, wenn es um das Erreichen politischer Ziele geht. Ihnen gegenüber sollte man besonders kritisch sein.

 

Die Qual der Wahl

 

Obwohl aus der geschilderten Gemengelage bereits eine Art Empfehlung resultiert, möchte ich hiermit keinesfalls in irgend einer Richtung unterstützend werben. Jeder Wähler muss sich selbst ein Bild von den Kandidaten machen. Wenn es Sinn macht, nutzen Sie das Angebot zum Dialog. Stellen sie dann aber die richtigen Fragen. Nur so können Sie erkennen, ob Sie eine selbständig agierende Person oder einen politikgeprägten Funktionsträger ins Amt hieven. Achten Sie auf Monologe mit klaren Absichten, wenn Sie ihrerseits meinungsbildende Dialoge eingehen. Nichts trügt mehr als der schöne Schein!

 

Veröffentlicht am 15.4.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

"Na, dann kommen Sie mal rein!"

Was man die Kandidaten fragen könnte

 

Maintals Bürgermeisterkandidaten suchen derzeit das Gespräch mit den Bürgern. Sebastian Maier (SPD) hat sich vorgenommen, insgesamt 8000 Haushalte und Klaus Gerhard (FDP) möchte 4000 Haushalte besuchen und über Ziele informieren. Markus Heber (CDU) und Friedhelm Duch (Grüne) werden ähnliche Wege gehen. Irgendwie müssen die Botschaften unters Volk, das weiß auch Monika Böttcher (parteiunabhängig), die Kommunikationsexpertin. Alle machen sich Gedanken um einen passenden Türöffner. Erhard Rohrbachs Maintaler Stadtplan der Druckerei Rauch ist seit Jahren in vielen Haushalten in Gebrauch. Mal sehen, was sich die diesjährigen Kandidaten als bleibende Erinnerung einfallen lassen. Vielleicht werden an den Bahnhöfen wieder Äpfel oder Snacks angeboten oder Blumen verschenkt. Es kommt halt darauf an, wen man damit erreichen will.

 

Bleiben wir aber mal beim Hausbesuch. Meist bleiben dafür nur die Wochenenden. In den Morgenstunden will niemand gestört werden. Vormittags werden gern die Einkäufe erledigt und der Nachmittag erscheint vielen Bürgern nicht passend. Wenn es dennoch klappt, dann sollte der mit etwas bestimmterem Ton fallende Satz: "Na, dann kommen Sie mal rein!" aufhorchen lassen. Wer seinen Gast so begrüßt, gehört zu den kritischen Zeitgenossen. Der Besucher muss sich auf Fragen gefasst machen, die etwas gerade rücken sollen. Hier mit Sprechblasen zu antworten, wäre fatal. 

 

Was sind das für Fragen, mit denen man 

die Kandidaten konfrontieren kann?

 

Natürlich spielen gravierende Fehler der Vergangenheit dabei eine Rolle, wie zum Beispiel die vom Magistrat selbst herbeigeführte fast ganzjährige Mangelverwaltung infolge permanent defizitär ausgewiesener Haushalte, die am Jahresende (oh Wunder) meistens ausgeglichen oder mit einem Plus enden. 

Hier wären die Fragen angebracht:

  • Wie werden Sie mit im Haushalt eingebauten Sicherheiten umgehen, um ganzjährig handlungsfähig zu sein?

  • Für wie problematisch halten Sie es, zugunsten der ganzjährigen Handlungsfähigkeit Nachtragshaushalte zu nutzen?

Maintals Senioren werden in den nächsten Jahren einen Großteil der Bevölkerung bilden. Hier könnten folgende Fragen für Klarheit sorgen:

  • Welche kommunalpolitische Bedeutung hat für Sie das Wohnen im Alter und auf was können sich Maintals Senioren im Fall Ihrer Wahl einstellen?

  • Wie werden Sie auf das urbane Leben in Maintal einwirken, um insbesondere das Mobilitäts- angebot und die Dienstleistungsangebote zu stärken und die medizinische Versorgung für Senioren zu verbessern?

  • Werden Sie bei der Seniorenbetreuung und bei der Seniorenunterbringung zukünftig außer dem Roten Kreuz auch freien Wettbewerb fördern?

  • Welchen Stellenwert haben für Sie das städtische und ehrenamtliche Seniorenangebot und die ehrenamtliche Seniorentätigkeit?

Maintals Stadtentwicklung wird derzeit von Investoren getragen, die neue Wohngebiete erschließen und vermarkten. Hier wären folgende Fragen sinnvoll:

  • Werden Sie sich für eine Liegenschaftsverwertung in städtischer Hand einsetzen, um Wohngebiete selbst zu erschließen und zu vermarkten, damit die Gewinne dem Haushalt zufließen, um damit wichtige Infrastrukturmaßnahmen durchzuführen?

Im Laufe der Jahre hat sich die Stadtverwaltung an der Sparpolitik ausrichten müssen. Nun reicht es nur noch zum Verwalten. Fragwürdige Prioritäten führten zu einem Eigenleben einzelner Fachbereiche. Bestimmte Methoden der Mitarbeiterführung, die sich motivations- und leistungsmindernd auswirkten, sind nicht mehr zeitgemäß. Hier könnte man fragen:

  • Wie werden Sie darauf einwirken, dass Maintal nicht nur verwaltet wird, sondern die Mitarbeiter über zeitgemäße Führungsmethoden motiviert und zu einer freudig erbrachten Leistung geführt werden, die ihre volle Erfahrung und Leistungsfähigkeit erschließt?

  • In welchen Bereichen würden Sie ansetzen?

  • Muss nach der bereits erfolgten Umstellung auf eine zeitgemäße Buchführung nicht auch eine ergebnisorientierte Arbeitsweise Einzug halten?

Der Magistrat hat die Beschlüsse des Parlaments im Rahmen der Gesetze und Bestimmungen umzusetzen. Beschlussvorlagen waren in der Vergangenheit oftmals so abgefasst, dass der Bürgermeister die Umsetzung teilweise erheblich verzögern konnte. Da wären die Fragen angebracht:

  • Wie stehen Sie zu aufrichtiger Sachpolitik?

  • Werden Sie dafür sorgen, dass alle Anträge und Vorlagen des Magistrats belastbar und mehrheitsfähig sind?

  • Werden Sie auch Ihnen nicht genehme Beschlüsse konsequent umsetzen?

Auf die Antworten können Sie gespannt sein.

 

Klaus Klee

 

 

Maintal unter Beobachtung

 

Seit nunmehr 12 Jahren beobachte ich intensiv die Maintaler Kommunalpolitik und ich kommentiere auf dieser Homepage und im Lokalen Kabarett die von mir erkannten Besonderheiten. Beides zeigte Wirkung, auch wenn es die meisten der Kritisierten nicht wahr haben wollen. Die unter Beobachtung stehenden ließen sich dadurch zwar nicht direkt von ihren Absichten abbringen, doch langfristig zeigten einige Kommunalpolitikerinnen und -politiker Nerven. Nun gab Maintals Bürgermeister nach 18 Dienstjahren auf, nachdem ihn zuvor bereits fünf Fraktionsvorsitzende mehr oder weniger frustriert im Regen stehen gelassen hatten. Die wachsende öffentliche Ablehnung und Angst vor einer Beschädigung des persönlichen Ansehens verfehlten ihre Wirkung nicht. Fünf Kandidaten  bemühen sich jetzt ums Amt. Doch auch sie sollten bedenken, dass sie gewaltig in den Fokus geraten werden. Heute ist es längst nicht mehr so einfach, Dinge im Verborgenen auszukungeln (pardon, das nennt man ja Politik) und den Bürgern als Sachpolitik zu verkaufen. Das letzte starke Stück war der Missbrauch des Bürgerhaushalts, um die Grundsteuererhöhung durchzubringen. Dem Amtsinhaber verhalf das zu einer erfolgreichen Bilanz seiner Amtszeit und den Fraktionen brachte es wieder finanzielle Luft zur Umsetzung ihrer Interessen. Wen wundert es, dass gleich fünf Kandidaten von den neuen günstigen Rahmenbedingungen profitieren wollen. 

 

 

Maintals Gesellschaft besteht überwiegend aus freien ungebundenen Bürgern, Vögeln gleich, die das Geschehen beobachten oder auch gänzlich ignorieren. Es sind nur mehrere Hundert Parteimitglieder, die man direkt politischen Lagern zuordnen kann. Deren Kräfte gelangen ins Parlament und in den ehrenamtlichen Magistrat. Im Grund genommen dominieren politische Vereine das Geschehen, die alle zusammen gerade mal 2,5% der Bevölkerung ausmachen. Der Rest der Bürgerschaft darf wählen und beobachten, was diese mit ihrem Mandat anstellen. Dabei spielen ihnen jedoch oft die Sinne Streiche, weil sie nur sehen, was sie sehen wollen. Hier hilft nur eine bildhafte Sprache, Empörung, eine kurzer Moment der Irritation, um eine genaueres Hinschauen auszulösen. Mit meiner Homepage will ich niemand von einer Meinung überzeugen, sondern lediglich öffentlich Sichten öffnen, denen ich ohnehin in der Bürgerschaft begegne.

 

Wirken in der dunklen Nische

 

Vieles kann politisch nur geschehen, weil es die meisten Bürger entweder nicht merken oder sich nicht dafür interessieren. Wir registrieren viele Entwicklungen erst, wenn sie bereits einen nicht mehr umkehrbaren Weg eingeschlagen haben. Gelingt es also, über diesen Punkt unbemerkt hinweg zu kommen, haben die Protagonisten wieder mal in ihrem Sinne gewonnen. Mit meiner Homepage versuche ich, Hintergrundinformationen zu liefern, um rechtzeitig reagieren zu können. Den Protagonisten wird dann klar, dass sie mal wieder aufgeflogen sind, müssen aus ihrer Nische herauskommen und schalten zähneknirschend auf "Bürgerbeteiligung" um. So, wie sie mit den Zähnen knirschen, gestalten sie dann auch die Bürgerbeteiligungsprozesse. Manches wird dadurch nur noch schlimmer.

 

Dinge öffentlich machen

 

Bei der Art der Thematisierung folge ich Regeln des Infotainments und der Satire. Das entspricht kritischen Kommentaren, wie man sie normalerweise von engagierten Lokalzeitungen erwartet. Meine Homepage ist in Maintal unter politisch Interessierten die meistgelesene Informationsquelle, die angeblich jedoch niemand besucht. Dennoch weiß fast jeder Betroffene, was dort zu lesen ist. Deshalb fließt in den letzten Jahren immer mehr Kommunalpolitik ins Lokale Kabarett MIKROKOSMOS ein, das von einer engagierten und informierten Truppe, die in der Lage ist, die Wirkung noch zu verstärken, betrieben wird. Während politische Versammlungen von normalen Bürgern weitestgehend gemieden werden, wenn es nicht gerade kostenlos Heringe gibt, erreicht das Lokale Kabarett MIKROKOSMOS weitaus mehr Bürger, die sich noch lang mit den Themen auseinander setzen. Gerade das Programm 2014 erhielt sehr viel Zuspruch, weil viele Themen exakt auf den Punkt gebracht wurden und die Meinung des Publikums trafen. Der Vorteil besteht darin, dass die Betroffenen die Kritik inmitten der Bürger entgegen nehmen und somit nicht ausweichen können.

 

Aber auch die Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS trägt dem Rechnung, dass es sich bei Senioren nicht um eine politisch uninteressierte Leserschaft handelt, sondern um wachsame Bürger. Hier wird thematisiert, was Senioren bewegt und was sie von ihrer Kommune erwarten. In der Ausgabe unmittelbar vor der Bürgermeisterwahl werden die Kandidaten zum Beispiel zu folgenden Fragen Stellung nehmen: 

  1. Welche kommunalpolitische Bedeutung hat für Sie das Wohnen im Alter und auf was können sich Maintals Senioren im Fall Ihrer Wahl einstellen? 

  2. Wie werden Sie auf das urbane Leben Maintals einwirken, um insbesondere das Mobilitätsangebot und die Dienstleistungsangebote zu stärken und die medizinische Versorgung für Senioren zu verbessern? 

  3. Welchen Stellenwert hat für Sie das städtische und ehrenamtliche Seniorenangebot und die ehrenamtliche Seniorentätigkeit?

An der Umsetzung ihrer Statements müssen sich die Kandidaten später messen lassen. 

 

Es wäre gut, wenn sich viel mehr Bürger stärker für das kommunalpolitische Geschehen interessieren würden, denn wer die Dinge so erkennt, wie sie wirklich sind, wird seine Kreuzchen auch an der richtigen Stelle machen. Dies gilt neben der Bürgermeisterwahl noch stärker bei der Kommunalwahl im Frühjahr 2016, bei der man kumulieren und panaschieren - also parteienübergreifend sein eigenes Wunschparlament zusammenstellen kann. Da sollte man informiert sein. Und wenn Sie mal partout nichts "sehen", es gibt Mitbürger, bei denen man sich informieren kann, auch wenn das vielen Kommunalpolitikern nicht gefällt, die lieber im Verborgenen wirken. 

 

Veröffentlicht am 5.4.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Streiche der Sinne haben derzeit wieder Hochkonjunktur. Wir hören und sehen, wir glauben und hoffen, was wir weder wissen noch verstehen. Der Grund ist einfach: Es soll passieren, was wir erhoffen oder zulassen, was wir befürchten. Das Fatale ist, dass die politischen Vereine Maintals - die Parteien und Initiativen - ebenfalls diesen Streichen der Sinne unterliegen. Jeder malt sich sein Bild so schön, wie es die Farben hergeben. Mit der Realität hat das nicht mehr viel zu tun. 

 

Ich möchte hier keinem Bürgermeisterkandidaten zu nahe treten, denn jeder hat das Recht zu kandidieren. Allerdings sollte einer Kandidatur eine Chance auf Erfolg zugrunde liegen. Kandidaten, die mit ihrem Auftritt nur einen Vorwahlkampf zur Kommunalwahl im Sinn haben, um später mehr Beachtung zu finden, sollte man zeigen, dass man ihr Ansinnen erkannte und sich ihnen gegenüber entsprechend verhalten. Das trifft im besonderen Maß auf die Maintaler Grünen zu, die von ihrer Mitgliederzahl gerade so über der Wahrnehmungsgrenze liegen und taktisch von einem zweiten Fokushima träumen dürften. Im Parlament droht im Frühjahr 2016 der Absturz und es geht bei ihnen ums nackte politische Überleben. Personell ausgeblutet jetzt auch noch zusätzlich den Bürgermeister stellen zu wollen, ist so absurd, dass man es schon gar nicht mehr ernst nehmen kann. Man kann gespannt sein, wer sich aus deren Reihen zutraut, seinen Namen für diese Sache herzugeben. 

 

Bei der FDP will sich keiner der vorderen politischen Kräfte auf das Spiel einlassen, um als Partei bis zur Kommunalwahl für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen. Zwei persönliche Abfuhren hintereinander wären wohl tödlich. So muss Klaus Gerhard als Kandidat herhalten.

 

Aber auch die übrigen Kandidaten der Parteien haben zu kämpfen, wenn sie sich nicht genügend von ihrer Parteilinie absetzen und damit ein eigenes Profil zulegen. Sie waren bisher immerhin Teil der verkorksten Kommunalpolitik und trugen viele Fehlentscheidungen mit. Sie jetzt ohne eigene glaubhaft dargestellte Linie als politische Vollstrecker ihrer Parteipolitik ins Amt zu wählen, führt zu gleichen Situation, aus der Maintal gerade kommt. Eine Bürgermeisterwahl ist eine Personenwahl und keine politische Richtungswahl. Das gilt es zu bedenken.

 

So gesehen hat Monika Böttcher als parteilose Kandidatin bisher die beste Ausgangsposition um die Gunst der Wähler. An ihrem Programm, das zwar noch niemand kennt, müssen sich die übrigen Kandidaten thematisch abarbeiten. Infolge einiger thematischer Schnittmengen dürfte das schwer werden. will man nicht sein Gesicht verlieren. Ihrerseits besteht natürlich die Möglichkeit, die dabei zu sammelnde Munition ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten einzusetzen. Sie hat auch mit der Kommunalwahl nicht viel zu tun und könnte gelassen verfolgen, wie sich der Bürgermeisterwahlkampf auf des Wahlergebnis der Kommunalwahl auswirkt. 

 

Klaus Klee

 

 

Anonyme Hinweise

 

Als kritischer Beobachter der Kommunalpolitik habe ich ja schon so manchen Tipp bekommen. Was mir in dieser Woche als anonyme Zuschrift zugestellt wurde, überbot jedoch alles, was ich bisher erhalten habe. Die Aufmachung glich einem Bekennerschreiben, um keine Rückschlüsse auf die Herkunft zuzulassen. Auch kam der Umschlag per Post, vermutlich, um als Einwerfer beim Einwerfen nicht gesehen zu werden. Der Text scheint hastig verfasst worden zu sein, was eine gewisse Aufgeregtheit signalisiert. Diese Anzeichen sprechen eigentlich nicht für einen arglistigen Denunzianten oder eine Denunziantin aus dem Parteienspektrum, die Personen bewusst schaden will, eher für echte Entrüstung. Die Wortwahl erscheint verstellt, um den wahren Intellekt zu kaschieren. Da springen alle Alarmleuchten auf Rot. Was soll damit erreicht werden? Macht sich jemand so viel Mühe, um mich womöglich auf eine falsche Fährte zu locken? Soll vor der CDU-Mitgliederversammlung, auf der Markus Heber zum Bürgermeisterkandidaten gewählt werden soll, ein falsches Gerücht die Runde machen, um das zu verhindern? Eigentlich gibt es viele denkbare Szenarien. Soll so etwas über meine Homepage in die Fläche gebracht werden? Was würde das für Maintal bedeuten, wenn etwas dran wäre? Begänne ich ernsthaft zu recherchieren, müsste ich zuerst bei den genannten Personen nachfragen. Aber, bekäme ich darauf eine Antwort, der ich wegen der Tragweite absolut vertrauen könnte? Solche Zuschriften sind eher peinlich und eigentlich auch unanständig.

 

 

Also mache ich das, was man mit anonymen Hinweisen machen sollte: Ich lasse den Hinweis auf sich beruhen, zeige meinen Lesern jedoch, in welche Situation mich solche Informationen bringen. 

 

Wenn ich Informationen mit offenem Visier bekomme, so gehe ich denen nach und sichere Informanten absolute Diskretion zu. In diesem Fall behandele ich sie jedoch wie eine Schmiererei an der Wand, die jeder Vorbeikommende lesen kann. Wer so etwas liest, macht sich seine eigenen Gedanken, dabei will auch ich es belassen.

 

Der angesprochene Sachverhalt wäre allerdings rund um die Bürgermeisterwahl äußerst brisant. Das weiß auch der anonyme Informant. Welchem Lager könnte er oder sie angehören? Das lässt sogar auf einen schmutzigen Wahlkampf schließen, bei dem möglicherweise Parteimitglieder offene Rechnungen begleichen oder unsaubere Schützenhilfe leisten wollen. Somit kommen durch solche Aktionen alle Parteien und Gruppierungen in Verdacht. Mit solchen Praktiken will ich absolut nichts zu tun haben.

 

Veröffentlicht am 28.02.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Info-Plattform geschlossen

 

Das Maintal-Forum ist seit 2009 mit 5.388 Beiträgen, 746 angemeldeten, aber nur 48 aktiven Nutzern eine Informations- und Diskussionsplattform, die das alte Maintal-Forum ablöste und inzwischen eine feste Institution darstellt. Hier erfahren Maintals Bürger nicht nur, was aktuell in Maintal passiert, sondern tauschen sich auch über Themen aus, die gerade aufkommen. Oft werden dabei Dinge geklärt, ehe sie hoch kochen. Gelegentlich beantworteten auch der Bürgermeister, der Stadtrat und Fraktionsmitglieder Fragen der aktiven Forumsteilnehmer. Überwiegend verfolgen die Forumsbesucher jedoch nur die Einträge. 

 

Seit dem 12.2.2015 ist das Forum gemäß des abgebildeten Eintrages geschlossen

 

Die Formulierung ist knapp und trocken. Studiert man jedoch die Sitzungsunterlagen und die hinter dem Beschluss stehenden Formulierungen, so ist erst in der zweiten Jahreshälfte mit einem neu gestalteten Forum zu rechnen. Bis dahin wurde den Bürgern eine Diskussionsplattform entzogen, die gerade wegen der aktuellen Gegebenheiten im Zusammenhang mit der Bürgermeisterwahl wichtig wäre. Selten wurde ein Beschluss so schnell umgesetzt, denn das Forum hätte bis zu seinem Ersatz weiterbetrieben werden können. Die Frage ist, was wirklich dahinter steht. 

 

Was soll damit verhindert werden? 

 

Wie die Einträge vermitteln, wird im Forum in der Sache diskutiert. Gelegentlich stören bestimmte Nutzer mit provokanten Bemerkungen oder betätigen sich gar als Trolle. Das Eingreifen des Moderators ist in nur wenigen Fällen erforderlich. Es ist aber auch zu erkennen, dass manche Einträge Situationen in einer Art thematisieren, dass sie als handfeste Kritik am Magistrat, der Politik oder der Verwaltung verstanden werden können. Nach meiner Beurteilung war dies stets der Heftigkeit des Sachverhalts angemessen und auch völlig normal. Vielleicht sollen ja auch die Bürger nicht alles wissen!?

 

 

Nun kommt die Schließung genau zu dem Zeitpunkt, als der Bürgermeister auf seine Kandidatur zur Wiederwahl verzichtet. Das wäre im Forum sicher ebenfalls thematisiert worden. Hinsichtlich des Wahlkampfes ist ohnehin zu erwarten, dass die Kandidaten immer wieder das, was sie zu ändern gedenken, am Beispiel des Amtsinhabers erläutern werden. In Anbetracht dessen, was in Maintal im Argen liegt, könnte das zum Ende der Amtszeit arg am selbstgestrickten Image des Bürgermeisters kratzen. Ist es das, was ohne triftigen technischen Grund zur Schließung des Forums führte?

 

Leider sind meine langjährig gesammelten Erfahrungen mit Politik und Verwaltung derart, dass ich das nicht ausschließen kann. Es erinnert an das plötzliche Sperren der Abstimmungsergebnisse beim Bürgerhaushalt 2014. Noch laufen viele Mitarbeiter in der Verwaltung ganz eng geführt bei Fuß. Dazu gehört mitunter auch das gehorsame Vorauseilen in erhoffter Dankesabsicht. Mich würde es allerdings nicht wundern, wenn nach entsprechendem öffentlichem Druck das Forum mit der Verlautbarung wieder geöffnet würde, dass Mitarbeiter da etwas falsch verstanden hätten. Dies alles wird sich hoffentlich ändern, wenn im Rathaus ein anderer Wind weht. 

 

Seit der Schließung des Forums steigen die Zugriffszahlen auf meiner Homepage-Statistik. Ich gehe davon aus, dass einige Forumsteilnehmer nun auf meiner Homepage Informationen suchen, die sie jetzt im Forum nicht mehr und über die Tagespresse sowieso nicht erhalten. Damit sind natürlich nicht die permanent positiven und wenig selbstkritischen Ergüsse aus dem Rathaus gemeint. Eher die Informationen, die ich speziell recherchiere oder die mir zugestellt werden, weil meine Internetzeitung inzwischen als eine kritische Maintaler Institution angesehen wird. 

Mir soll's recht sein...!

 

Veröffentlicht am 15.02.2015

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Stimmung kommt von "stimmen"

Von der Unruhe in Fastnachtssälen

 

"Was ist nur in den Sälen während den Fastnachtssitzungen los?", fragte ein irritierter Zeitgenosse, der sich über störenden Lärm im Zuschauerbereich erregte. Was führt dazu, dass in Teilen der Programme die Aufmerksamkeit abnimmt und gelangweiltes Publikum in Tischnähe dann selbst für Stimmung sorgt? Liegt es an der Qualität mancher Darbietungen oder an der Enttäuschung, dass man das nicht bekam, was man erwartete? Trifft der Veranstalter nicht den Zeitgeist? Stimmen Klimatisierung und Getränkeversorgung nicht reibungslos? Führen Alkohol und Nikotinmangel zu Ausfallerscheinungen? Weshalb haben sich denn Besucher während des Programms einfach so ausgeklinkt? 

Diesen Fragen sollte man als Veranstalter unbedingt nachgehen!

 

Erste Einschätzung

 

"Die Stimmung muss einfach stimmen, dann klappt's auch mit dem Publikum", sagte kürzlich ein erfahrener Maintaler Karnevalist. Aus diesem Grund werden die Besucher mehrfach motiviert, sich von den Plätzen zu erheben, sich nach Anweisung zu bewegen und Tuchfühlung mit den Nachbarn aufzunehmen. Setzen darf man sich erst, wenn es dem närrischen Animateur genehm ist. Manche Besucher empfinden das eher als Nötigung und verlassen kurz vor solchen Programmpunkten den Saal. Eine so erzeugte Stimmung verpufft übrigens im Nu, wenn nichts adäquates folgt. Nachdenken ist also angesagt.

 

Vieles muss "stimmig" sein, damit aus einer Inszenierung eine gute Veranstaltung wird. So haben die Macher der Vereine bereits im Vorfeld eine Menge zu tun, um ideale Voraussetzungen für die Akteure und das Publikum zu schaffen. Ehe beide aufeinandertreffen, muss erst einmal ergründet werden, was das Publikum überhaupt möchte und welches Niveau von der Veranstaltung erwartet wird. Hier würden bereits die Erfahrungen des Vorjahres helfen, wenn man sie analysiert hätte. 

 

Das Niveau der Veranstaltungen allein über den Eintrittspreis bestimmen zu wollen, kann gewaltig nach hinten los gehen. Beim Programm gehen nämlich die Meinungen auseinander, weil die Vereine recht unterschiedliche Stärken und Schwächen besitzen. Dementsprechend gelingt es auch nicht immer, komplett mit Geist und Witz, tänzerischen Glanzpunkten, Musikelementen, szenischer Unterhaltung sowie der Ausstattung zu punkten. Was nützen zum Beispiel eine perfekte Ausstattung und eine aufgerüstete Technik, wenn der Inhalt und die Umsetzung von Programmpunkten schwach ist!? Perfekte Könner können dagegen mit einer Minimalausstattung brillieren. Doch echte Könner sind bekanntlich so dünn gesät, wie Genies.

 

Das Preis-/Leistungsverhältnis

 

Wohin man auch geht, es ist stets ein Mix von allem, nie die absolut perfekte Sache. Alle Unterhaltungserlebnisse zusammengenommen ergeben natürlich einen Gesamteindruck, der darüber entscheidet, wie persönlich das Niveau eingestuft wird und ob es das ist, was man erwartete. Oft entscheidet auch die Abwägung des Erlebten und des entrichteten Preises darüber, ob etwas stimmig war. Überzogene Selbsteinschätzung in Vereinen führt mitunter zu einer falschen Preisgestaltung. Die Geldausgabe muss sich natürlich aus Sicht des Publikums und nicht des Veranstalters lohnen, wenn man Stammpublikum halten und gewinnen will. Muss man allerdings hohe Preise nehmen, weil man das Geld dringend braucht, so bekommt eine solche Maßnahme einen besonderen Anstrich.  In diesem Zusammenhang bereits über Dekadenz zu sprechen, wäre jedoch zu weit hergeholt. Wer als Zuschauer mit dem zufrieden ist, was er erlebte, bleibt einem Verein weiterhin treu.

 

Der Blickwinkel der Publikumsgruppen

 

Es lohnt sich, das Publikum gedanklich aufzuteilen, um deren spezifisches Verhalten und deren Erwartungen zu analysieren. Dies versuche ich jetzt einmal.

  • Im Fokus der Macher stehen zunächst die Ehrengäste. Das sind Personen mit großem Einfluss und/oder großem Ansehen. Mit ihnen möchte man renommieren, sie zum Wohlwollen motivieren. Sie wiederum wollen gesehen werden. Ganz wichtig ist das zum Beispiel bei Politikern, speziell vor Wahlen. Für Vortragende politischer und sozialkritischer Inhalte sind sie willkommene Zielpersonen. Bei aller berechtigten Kritik in den Vorträgen muss der Umgang mit ihnen "stimmig" sein, denn man sollte ihnen eine maßvolle Läuterung anbieten. Völlig unangebracht wäre es im Karneval jedoch, aus Rücksicht solche Programmpunkte gänzlich aus dem Programm zu verbannen. Im Bereich der Ehrengäste wird dagegen die heftigste Kritik am Programm geübt, wenn Teile des Programms nicht stimmig sind. Dem kann man etwas entgegenwirken, wenn man in ihren Reihen bekannte Aktive des Vereins platziert. 

  • Als nächstes muss man die Abordnungen der Karnevalsvereine im Blick behalten. Innerhalb dieser Gruppe gibt es durchaus Teilnehmer, die sich vom Geschehen mitreißen lassen, aber auch Analysten, die jede Stärke und jede Schwäche registrieren und zum eigenen Benchmarking nutzen. Das ist völlig normal, denn jeder will wissen, wo er mit seiner Leistung steht und wie er sich im Wettbewerbsraum einordnen muss. 
    Umso größer die Leistungsunterschiede innerhalb der Programme sind, desto größer die Häme. Spitzenleistungen werden oft mit Kennerblick gewürdigt und mit dem erwarteten Maß Applaus honoriert. Der lockere Umgang aller Karnevalisten untereinander wirkt allerdings meist aufgesetzt. Schließlich sind sie in diesem Geschäft Konkurrenten. 

  • Vereinsmitglieder, für die Fastnachtsveranstaltungen Gruppenerlebnisse darstellen, sind die dankbarste Besuchergruppe. Sie kennen die meisten Aktiven und deren Leistungsfähigkeit und schätzen es, wenn für alle Willigen ein Platz im Programm gefunden wurde. Sie unterstützen jede Leistung mit dankbarem Applaus, der mitunter etwas stärker ausfällt, um das eigene Siegergefühl zu stärken. Darunter sind natürlich auch kritische Mitglieder, die objektiver sind, ebenfalls stolz auf ihren Verein sein wollen und deshalb später bei Bedarf Verbesserungspotenziale ansprechen. 

  • Die ganz normalen Besucher sind die, die von Fastnachtsveranstaltungen vorbehaltlos gut unterhalten werden wollen. Sie sind alljährlich die große Unbekannte des Kartenverkaufs. Bei ihnen muss erst die eigene Stimmung passen, ehe sie sich für eine oder mehrere Veranstaltungen entscheiden. Dann saugen sie die Erlebnisse und die Stimmung der Veranstaltungen auf und entscheiden sich meist recht vorbehaltlos, ob sie wiederkommen wollen. Ihre Maßstäbe legen sie bei zeitgemäßen Hör- und Sehgewohnheiten, Originalität, Perfektion, Ausstattung und Stimmung an. Dazu gehört natürlich auch die Wahrnehmung des Besucherumfelds, also, ob man sich mehr oder weniger wohl fühlt. Dieser Besuchergruppe sollte sehr große Beachtung geschenkt werden, denn über sie verbreitet sich das Feedback am intensivsten. 

  • Als unangenehme Besuchergruppen werden diejenigen empfunden, die Veranstaltungen massiv stören, weil sie ihre eigenen Interessen lautstark zelebrieren. Sie zeigen kaum Interesse für das Programm, wohl aber für den eigentlichen Event, den sie für ihr eigenes undiszipliniertes Verhalten  brauchen, um sich angemessen beachtet zu fühlen. Vortragende leiden am stärksten durch deren Lärm und die erzeugte Unruhe im Saal. Selbst Spitzenleistungen scheinen diese Gruppen nicht zu interessieren. Hier müssen die Vereine verstärkt einschreiten und sie gegebenenfalls des Raumes verweisen, weil sonst das Stammpublikum vergrault wird.

Mit Ausnahme der letztgenannten lärmenden Besuchergruppe verhalten sich die meisten Besucher entsprechend den gebotenen Leistungen. Die Faszination eines gelungenen Programmpunktes überträgt sich auf den Saal und die Zuschauer verfolgen ihn aufmerksam, damit ihnen keine Facette und keine Nuance entgeht. Ist eine Leistung zwischendurch zu honorieren, so nehmen Aktive gern den Applaus oder andere Reaktionen entgegen. Unruhe stellt sich jedoch bei mäßigeren Programmpunkten ein, welche die Stimmungskurve nach unten schraubt. Treten Aktive wie selbstbewusste Könner auf, liefern aber weit unter ihren Möglichkeiten ab, regiert das Publikum sogar mit Eiseskälte. Da ist das Publikum gnadenlos. Mehrere verkettete Flops oder Minderleistungen kann sich natürlich kein Programm leisten.

 

Auf verschiedenen Veranstaltungen kann immer wieder beobachtet werden, dass Akteure Minderleistungen Anderer zur Überhöhung ihrer eigenen Leistung nutzen. Sie leben vom Vergleich. Oft geben sie sich intern recht zugeknöpft, anstelle sich einzubringen. Dabei wäre es wichtig, dass sie ihre Erfahrung einbringen, um das Gesamtniveau ausgeglichener zu gestalten.

 

Kreativität und Autorität

 

Zum Schluss möchte ich noch die vermeintlich ausgeübte und die vom Publikum tatsächlich empfundene Kreativität ansprechen. Alljährlich findet man auf den Veranstaltungen gleiche oder ähnliche Ideen wieder, weil die Ideensuchenden die gleichen Fernsehsendungen sahen oder veröffentlichte Vortragsheftchen lasen. Wer schon einmal auf drei verschiedenen Veranstaltungen im gleichen Jahr den selben Vortrag hörte oder gleiche Choreografien von Tänzen sah, weiß, was ich meine. Auch das Zusammenschustern alter Karnevalskonserven zu vermeintlich neuen Nummern hat nichts mit Kreativität zu tun.

 

All diese Gedankengänge sollten erfolgreichen Sitzungspräsidenten nicht nur geläufig sein, sie sollten auch entsprechend handeln. Sie sind es schließlich, die für den Verein an jenen Veranstaltungen die Verantwortung tragen und vor dem Publikum stehen. Das setzt natürlich eine vielschichtige Qualifikation und Erfahrung voraus. Dreh- und Angelpunkt ist außerdem die entgegengebrachte Autorität und Souveränität der Aktiven, dann klappt's auch mit der Stimmung und mit dem Publikum.

 

Veröffentlicht am 04.02.2015

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

Peinliche Vermarktung

 

"Lügenpresse ist das Unwort des Jahres", diese Schlagzeile soll als eine Art Aufschrei vermitteln, dass die Presse und die Pressefreiheit eines unserer höchsten Güter und absolut zu schützen sei. Leider gehören all die Journalisten, die das lautstark thematisieren, Medienunternehmen an, die jeder für sich bestimmte Richtungen vertreten. Journalisten sind an die politischen und wirtschaftlichen Ausrichtungen ihrer Verlage gebunden, denn damit stehen und fallen die Auflagen und die finanziellen Unterstützungen. Im Zusammenhang mit der PEGIDA-Bewegung holten rechte Populisten deshalb das Wort "Lügenpresse" der Nationalsozialisten wieder aus der Versenkung, um es ganz im Sinne seines damaligen Erfinders Joseph Göbbels für spezielle Berichterstattungen zu verwenden. Viele Teilnehmer an den PEGIDA-Märschen merkten gar nicht, welche Absicht damit verbunden war. 

 

Franzosen bevorzugen eine andere Art von Hetze gegen alles, was ihnen missfällt. Sie haben die Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo, die vermeintlich besonders treffend die Stimmungen in der Bevölkerung trifft. Sie macht alles gnadenlos nieder, was in irgendeiner Weise Macht über Menschen ausübt. Politik und Religion sind ihre beliebtesten Zielscheiben. Dabei überschreiten die Karikaturisten immer wieder Grenzen und verletzen bewusst, um ihre Stammklientel mit Urteilen und Vorurteilen zu bedienen. Nun wurde die Redaktion das Opfer von islamischen Terroristen und 12 Redaktionsmitglieder verloren ihr Leben. Das ist absolut zu verurteilen! Plötzlich wurden jedoch aus den gnadenlosen Karikaturen-Zeichnern nationale Helden und für Politik und Medien heiß umworbene Propagandaobjekte. Bei Charlie Hebdo lief deshalb sofort die Vermarktung der Tragödie an und bereits die nächste Ausgabe stieg von 30.000 auf 3 Millionen Exemplare. Die Provokation erreichte damit eine weltweite Dimension - dank der Presse, dank der Medien. Und obwohl bei den PEGIDA-Aktivisten die "Lügenpresse" die Runde macht, wollen sie das Attentat für ihre Zwecke nutzen. Das zeigt den hohen Grad der Widersprüchlichkeit aller Aktivitäten und Absichten jedweder Personen, die das Attentat ausschlachten wollen.

 

Eine sehr seltsame Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Politik. Im Kern genommen war der mörderische Anschlag auf die Redaktion der Satire-Zeitung ein terroristischer Akt, der von Seiten der Behörden nicht verhindert werden konnte. Er macht genau das deutlich, was die Terroristen erreichen wollten - eine totale weltweite Verunsicherung, die auf Verhaltensänderungen abzielt. Dagegen stemmt sich die Politik mit all ihrer Macht - eine übliche Reaktion auf Ratlosigkeit. 

 

Die Karikaturisten, die offensichtlich religiöse Grenzen überschritten und sich dabei hinter der Pressefreiheit verstecken, provozierten den Anschlag und die nach  dem Attentat mit 100-facher Auflage in die ganze Welt gehenden Karikaturen heizen die Stimmung weiter an. Politiker halten dabei die Pressefreiheit hoch und fordern gleichzeitig mehr Datenspeicherung und Überwachung, die wiederum die Freiheitsrechte der Bürger einschränken. 

 

Der Türkische Präsident, der an der inszenierten Protestaktion in Berlin teilnahm, war kaum zuhause, als er den Zeitungen und den Medien die Verbreitung der neuen Ausgabe verbot. Nur er wusste, warum er an der Protestaktion teilnahm. Ihm ging es nur um die bevorstehenden Wahlen.

 

Die Medien ließen sich unterdessen in Paris auf ein Täuschungsmanöver ein und schnitten die Inszenierung der Teilnahme namhafter Politiker, die in einer Seitenstraße von Sicherheitskräften flankiert gedreht worden waren, so in ihre Berichterstattung über den Protestmarsch, dass der Eindruck entstand, sie würden den Trauermarsch anführen. Ein fataler Lapsus! Da kommt sofort wieder der Begriff "Lügenpresse" hoch, der in diesem Zusammenhang gar nicht als so falsch erscheint.

 

Die Protestveranstaltung in Berlin war sicherlich aller Ehren wert, doch man merkte deutlich, dass hier die Angst der Betroffenen vor steigender Fremdenfeindlichkeit und nicht eine felsenfeste Grundeinstellung zum Leben in unserem Land die Feder führte. Obwohl die islamische Bevölkerung und andere religiöse Gruppen immer wieder und sicher auch weiterhin von auflagegetriebenen Karikaturisten attackiert werden, brachen sie eine Lanze für diese Art der Pressefreiheit. Sie ignorieren die Menschen, die sie vertreten und das teilweise ganz anders sehen. 

 

Hier sind alle möglichen Interessengruppen am Werk, die wir im Auge behalten sollten. Als praktizierender Satiriker bin ich froh, dass ich die Grenzen von Satire und Ethik kenne und bei allem Bestreben, das Wesentliche und den Kern einer Sache herauszuarbeiten, stets das Maß finde, das erträglich und teilenswert ist. Vielleicht wäre das anders, wenn ich damit Geld verdienen müsste.

Obwohl..... ich glaube...   eigentlich nicht!

 

Veröffentlicht am 15.01.2015

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Aus Fehlern nichts gelernt

 

Karikaturen verfolgen stets konkrete Zwecke. Ein perfider Zweck ist die Hetze gegen Andersdenkende. Diffamierende und verletzende Karikaturen wurden während der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus auch gegen die Franzosen eingesetzt. Damit sollte die außergewöhnliche Gier nach Reparationsleistungen aus dem Ersten Weltkrieg gegeißelt werden. Während hierzulande infolge von Hunger und Arbeitslosigkeit eher schmale Menschen das Straßenbild bestimmten, wurden Franzosen als nimmersatte fette Zeitgenossen dargestellt, um damit pauschal ein ablehnendes Bild zu erzeugen. Diese Karikaturen waren auch bei der Jugend- 

erziehung der Nazis im Einsatz, wie Unterrichtsmaterial der damaligen Zeit zeigt. Die  Hauptstoßrichtung waren jedoch die Juden. Religionskritische und  fremden- feindliche Karikaturen von Charlie Hebdo gehen heute in die gleiche Richtung und finden bei Bürgern großen Gefallen, die mit Fremden und fremden Kulturen Probleme haben. Die Karikaturen werden durch Begleittexte zwar etwas relativiert, teilweise jedoch auch verstärkt. Seit dem Anschlag auf die Redaktion des Satireblattes gelten deren Karikaturen als Teil der Pressefreiheit. 

Der Franzose von 1938

Karikaturen sollen einen realen Sachverhalt auf den Punkt bringen, damit er sich bildhaft einprägt. Bei Hetzkarikaturen laufen dann im Kopf Bilder ab, wie sie von der Propaganda her gewollt sind, um Menschen zu instrumentalisieren. Somit gehören sie unweigerlich zur Bewusstseinsbildung einfacher Menschen und emotionaliserter Massen. Diese Betrachtung kommt heute in Verbindung mit der Pressefreiheit zu kurz.

 

Eine so fürchterliche Tragödie und alle noch folgenden Anschläge haben klare Ursachen, über die man nachdenken muss. Solche Karikaturen sind kein einziges Menschenleben wert. Die Zeitung Charlie Hebdo hätte meiner Meinung nach einmal innehalten und reflektieren sollen, anstelle sofort die Gunst der Stunde zum Gegenschlag und zur Steigerung des Umsatzes bzw. der Auflage zu sorgen. Dass sie hierbei erneut weit über das Ziel hinausschoss, ist beängstigend und zeigt, welcher Geist hinter der Sache steht. 

 

Klaus Klee

 

 

Wichtige Weggabelung

 

Zum bevorstehenden Jahreswechsel möchte ich auf ein Thema eingehen, das recht selten angesprochen wird - der Übergang vom prallen Leben zum weniger lustigen Lebensabend. Gerade die Anhäufung der Todesfälle der letzten Wochen, der schweren Erkrankungen und eines Unfalles in meinem direkten Umfeld lassen mich inne halten und über meinen momentanen Lebensstandort nachdenken. Zweifellos hat sich der Abstand zur Jugend unerträglich erweitert und die erfüllten Jahre rücken ebenfalls bereits in den Hintergrund. Sich abzeichnende Veränderungen bei den Freizeitaktivitäten infolge der Aufgabe meines Gartens kommen noch hinzu. Alles zusammen ist wenig erfreulich und erfordert eine Anpassung "der Denke", wie man heute so schön sagt. Die wievielte Anpassung ist das eigentlich schon? Mit zunehmendem Alter kommen die harten Anpassungen in immer kürzeren Abständen. Würde man mit aller Macht dagegen ankämpfen, würde man nur verlieren. Ratschläge an Jüngere, bewusster zu leben, verpuffen genauso, wie man sie selbst niemals befolgte. Erkennt man den Sinn des Rates, ist es für vieles bereits zu spät.

 

Fehler "Verschieben auf später"

 

In der Jugend lässt man naturgemäß nichts anbrennen, agiert situationsgerecht und macht dabei so seine Erfahrungen. Kommt man in die Mitte des Lebens, behauptet man sich in seinem beruflichen und privaten Umfeld, spielt seine noch taufrische Erfahrung aus und sammelt Erfolge. Erfolg im Beruf ist wichtiger als das Private. Während dieser Phase kommen die Dinge zu kurz, die man im Alter nicht mehr nachholen kann. Das Fatale ist, man erkennt es nicht. 

 

Man erkennt auch nicht, dass sich die vermeintliche Lücke, die man im Beruf zu hinterlassen glaubt, problemlos schließt und das, was man als Qualität auf seine Leistung aufsattelte, nicht gewürdigt wird. Es war eigentlich eine brotlose Kunst. 

 

Ich persönlich verschob zum Ende meines Berufslebens vieles auf die Zeit meines Ruhestandes, weil ich dann ja genügend Zeit und Muße hätte. Die Folge: Eine Reihe von unvorhersehbaren Ereignissen nahmen mir die ersten 10 Jahre meines Ruhesstandes und die Folgejahre lassen keine wesentliche Veränderung mehr erkennen. Meine Rechnung ging nicht auf!

 

Wer etwas über den Verlauf meines Ruhestands erfahren möchte, kann die Websites meines (Un-)Ruhestandes aufrufen.

 

Fehler "In den besten Jahren den Partner wechseln"

 

Viele Menschen - vornehmlich Männer - trennen sich in der Mitte ihres Lebens von Ihren Lebenspartnern, weil sie ihr bisheriges Leben infrage stellen und noch einmal neu anfangen wollen. Im Grund genommen handelt es sich dabei um eine Störung der Wahrnehmung, um eine Kapitulation vor dem bisherigen Leben. Vielfach lockt eine neue Partnerin, die eigentlich nur anders als die bisherige Partnerin zu sein braucht. Das ist mitunter einfach, weil sich vieles im Laufe der Jahre abschleift und unattraktiv wird, wenn es Partner nicht verstehen, sich täglich um den Anderen zu bemühen. Jede davon abweichende Verhaltensweise wird als interessant und wohltuend empfunden. Führt das zu gravierenden Konsequenzen, so steht eine Trennung ins Haus. Gehört zur dieser Trennung eine neue Bindung, so stellt sich auch dort bald Normalität ein, wenn man sein bisheriges Verhalten nicht ändert. Zurück bleiben oft Kinder und ein Scherbenhaufen, der zudem noch viel Geld kostet und dem Hauptverdienenden die finanzielle Leistungsfähigkeit enorm beschneidet.

 

Tritt eine Verschlechterung der Gesundheit und gar eine Pflegesituation ein, so ist die neue Beziehung selten stabiler als die aufgegebene Beziehung. Alles was als attraktiv empfunden wurde, ist oftmals dahin, ehe damit begonnen wurde, neue Lebensträume zu verwirklichen. Derartige Fehler unterliefen mir Gott sei Dank nicht.

 

Beziehungen werden immer wieder vor Prüfungen gestellt. Bewältigt man die sich zeigenden Probleme, werden Beziehungen immer stabiler und wertvoller, sogar nutzbringender. "Drum prüfe, wer sich ewig bindet...", um "in guten und in schlechten Zeiten" zusammen zu stehen. Die Welt ist voller gerupfter Salongockel und einsamer Frauen, die in ihrem Leben falsche Prioritäten setzten. Erst im Alter wird diesen Menschen der große Fehler bewusst, den sie zwar stets erahnten, aber locker unterschätzten.

 

Fehleinschätzung "Die Kraft zum Pflegen zu besitzen"

 

Was für den Lebenspartner als  selbstverständlich gilt, muss bei der Pflege der Eltern gut überdacht werden. In meinen beiden Büchern "Zuerst komme Ich" und "Lebensherbst" hielt ich meine persönlichen Erfahrungen fest. Die Pflege meiner Mutter brachte mich an den Rand meiner psychischen Kraft und ruinierte meine Gesundheit ebenso, wie die meiner Frau. Wir hatten uns die Pflege zu leicht vorgestellt und folgten der anerzogenen Pflichterfüllung. Das mag in vielen Fällen durchaus gut gehen, in manchen Fällen allerdings nicht. Wer hier nicht die Wesens- struktur des zu pflegenden Elternteils in seine Überlegungen mit einbezieht, kommt in Situationen, die unerträglich werden. Geschultes Personal bewältigt Probleme besser als Angehörige.

 

Leider führen finanzielle Gegebenheiten Angehörige oft in prekäre Situationen. Sie zerbrechen an der Bürde, der sie nicht ausweichen konnten. Unbeschadet entgeht man diesen Situationen nur, wenn frühzeitig Vorsorge getroffen wurde. So haben Eltern über eine gute Vorsorge hinweg die Gewissheit, nicht auf ihre Kinder angewiesen zu sein, wenn sie in ein Pflegeheim wechseln. Erfolgreiche Kinder suchen immer öfter Lebensmittelpunkte aus, die weit weg von den Eltern und jedweder Verpflichtung sind. Die Lebensweisheit, dass eine Mutter fünf Kinder, aber 5 Kinder keine Mutter durchs Leben bringen können, ist öfter Wirklichkeit, als man denkt.

 

Leben, als sei jeder Tag der Letzte

 

Menschen, die an dem Punkt ankommen, an dem sie merken, dass die Restlaufzeit beginnt, sind gut beraten, jeden Tag so zu leben, als sei es der letzte. Man weiß nie, ob der Partner wiederkommt, wenn er das Haus verlässt. Selbst ist man in Gottes Hand und man muss sich dessen bewusst sein, dass die Organe nun schon sehr lang funktionieren und jederzeit an ihre Grenze stoßen können. Bei mir zeigte das Herz in diesem Jahr, dass es Hilfe benötigt. Ein Herzschrittmacher übernahm die Kontrolle. Welches Organ als nächstes streikt, wird sich zeigen. Glücklicherweise habe ich das Rauchen vor 35 Jahren eingestellt und genieße Alkohol in nur kleinen Mengen. So sind es zwei Risikofaktoren weniger. 

 

Ein gutes Genesungsmittel ist Freude, die man empfinden kann. Leider ist Freude oft nicht ohne eine besondere Leistung - quasi als Lohn - zu erhalten. Bleibt der Erfolg nach einer Leistung aus, ist es gut, Konsequenzen aus nutzloser Anstrengung zu ziehen. Bei mir war es in diesem Jahr der Rückzug von einseitig gesteuerten Bürgerbeteiligungsprozessen, für die ich zeitweise wertvolle Zeit und Engagement vergeudete. Die nun gewonnene Zeit kann ich nutzbringender verwenden. 

 

Täglich kommen jetzt Aktivitäten auf den Prüfstand. Fällt der Vergleich Mühe zu Lohn oder Freude negativ aus, stirbt die Aktivität. Ich habe keine Zeit mehr, um sie zu vergeuden. Denken Sie, liebe Leser, mal darüber nach, an welchem Punkt Sie sich befinden und was Sie besser machen können, ehe es zu spät ist.

 

Veröffentlicht am 26.12.2014

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

 

Dinos neben der Spur

 

Die CDU, einer der Parteien-Dinos der BRD, feierte auf ihrem Parteitag ihre einzige ernstzunehmende Wunderwaffe Angela Merkel, sowie die momentane wirtschaftliche Stärke Deutschlands und Merkels Rolle bei der wirtschaftlichen Eroberung Europas. Die Kanzlerin scheute nicht davor zurück, die Erfolge zum großen Teil der FDP zuzuschreiben und die alte Partnerschaft lauthals wieder herbei zu sehnen. Auch wenn die sozialen Auswirkungen schwer wogen, so steht doch fest, dass die Weichen für den heutigen Höhenflug von Wirtschaft und Finanzen überwiegend von der rot/grünen Politik vor ihrer Amtszeit gestellt wurden. Von Schwarz/Gelb wurden nur zusätzliche neoliberale Effekte aufgepfropft. Die restlichen Effekte sind der lobbyträchtigen Europa-Politik und den Machenschaften der EZB zuzuschreiben. Bewusst wird verschwiegen, dass der kleine Mann für das Wohl Europas und all diese "Errungenschaften" die Zeche zahlt. Jetzt sollen sich die nachhaltig Geschädigten für die CDU interessieren, wie es CDU-Generalsekretär Tauber hofft!? Doch, was hat die CDU zukünftig einer breiten Wählerschicht zu bieten? Genau so wenig wie derzeit die SPD! Jeder macht sich nahezu jede erfolgversprechende Strategie zu eigen - Hauptsache, man wird gewählt.

 

Eigentlich nur politische Vereine

 

Die Politik wird von Vertretern politischer Vereine bestimmt, die hinsichtlich ihrer Mitglieder eine Größenordnung von nur 1,3% der Gesamtbevölkerung der BRD ausmachen. Unsere Gesellschaftsform ermöglicht, dass diese politischen Vereine (die Parteien) auf allen Ebenen in Europa, Bund, Land und Kommunen Kandidaten zur Wahl anbieten. Diese bestimmen anschließend, was für unser Land wichtig ist. Man nennt das System feierlich "Demokratie". 

 

Was da so sehr als grundanständiges System gefeiert wird, zieht allerdings auch eine spezielle Spezies an - die Berufspolitiker. Die Attraktivität der Einkommen in der bezahlten Politik und die der späteren Altersversorgung sind recht groß. Leider lässt sich nur schwer ermitteln, welche Abgeordneten ihr Amt im rein politischen Sinn ernsthaft ausüben. Haben sie die richtigen Kontakte geknüpft, scheren viele von ihnen mit einem scharfen Schwenk von ihren Fraktions- oder Regierungsämtern auf die noch lukrativere Wirtschaftsschiene aus. Oftmals erscheinen diese Schwenks dem Betrachter als lang zuvor dankbar vereinbarte Übernahmen. Man könnte diese durchaus legale Vorgehensweise auch als "rechts überholen" bezeichnen. Hier gibt es sehr prominente Beispiele, die es mit ehrlicher Arbeit niemals so weit gebracht hätten. Zumindest ein ehemaliger Ministerpräsident musste seinen Ausflug in die Bauindustrie wegen Erfolglosigkeit wieder beenden. Wen wundert es also, dass das Ansehen von Politikern überwiegend mies ist. Integere charismatische Politiker sind selten geworden.

 

Kein Verein ist wirklich mehrheitsfähig

 

CDU und SPD als größte Parteien der BRD bestimmen die Politik und kleine Partner sitzen ihnen dabei wie Zecken im Fleisch, um ihrerseits Nischeninteressen umzusetzen. Die CDU kann hinsichtlich der CSU und der FDP ein Lied davon singen. Die Wähler haben diese Gemengelage erkannt und quittierten das mit entsprechendem Wahlverhalten. Dennoch wünscht sich die CDU sehnlichst eine etwas über der Wahrnehmungsgrenze liegende FDP wieder zurück, um ihre Klientel besser als derzeit mit der SPD bedienen zu können. Zwar war der CDU im Wahlkampf jedes soziale Etikett recht, zusammen mit dem Original will sich jedoch kein aufrichtiges Sozialgefühl einstellen. 

 

Kreativ bezahlte Dienste anbieten

 

Seit Jahren schrumpfen die Mitgliederzahlen großer Parteien. Neue politische Vereine werden von denjenigen gegründet, denen der Aufstieg im alten Umfeld zu mühsam war und zu lang dauerte. Als Vehikel wird ein erfolgversprechender Trend benutzt, egal ob er den rechten oder linken Rand der Gesellschaft bedient. Hauptsache, von den Flügeln großer Parteien lassen sich Mitglieder und Wähler abwerben. Das Zerbröseln von Dinos ist die Haupt-Stoßrichtung. 

 

Das Finanzierungsmodell der Parteien ist denkbar einfach. Da politische Vereine kaum von Mitgliedsbeiträgen leben können, lassen sie sich über Parteispenden finanzieren, die natürlich mit entsprechenden Erwartungen der Spender verknüpft sind. Einige Parteien können deswegen treffend als begünstigte Werkzeuge von Interessengruppen angesehen werden. Die wenigen Ausnahmen, auf die das nicht zutrifft, können vernachlässigt werden, denn sie fallen vom Einfluss her fast nicht ins Gewicht.

 

Keiner will dazu gehören

 

Versammeln sich Parteien auf lokaler Ebene, so erreichen sie meist nur ihre Mitglieder und Stammwähler. Die restlichen Bürger wollen nicht mit ihnen in Verbindung gebracht werden. Politiker sind inzwischen vom Ansehen her auf der Gesellschaftsleiter sehr weit unten angekommen. Vergeblich sucht man in ihren Reihen kompetente Macher und selbstlose Visionäre, mit denen sich Wähler identifizieren könnten. Kommunalpolitik ist zum Abenteuerspielplatz für politische Anfänger und Vertreter persönlicher Anliegen verkommen. Kommunalpolitiker mit einer lupenreinen politischen Gesinnung, die ausschließlich dem Gemeinwohl dienen, sind inzwischen eine Seltenheit. Wie soll sich eine Art Bindung zwischen Kandidaten und Wählern einstellen?

 

Die sich neu erfinden

 

Der CDU ist es momentan ganz besonders wichtig, neue Mitglieder zu werben und auf die Jugend zu setzen, um auf dem Weg einer vorgegaukelten Erneuerung eine substanzielle Verbesserungen ihrer Mannschaft zu erreichen. Dem konservativen Dino gehen in der Spitze nämlich talentierte politische Karrierehengste und -stuten aus. In Regierungsnähe ist weit und breit niemand mehr, den die Oberstute Merkel noch nicht weggebissen oder auf die Plätze verwiesen hat. Der gleiche Fehler, den Helmut Kohl machte, wiederholt sich auf fatale Weise. Nach Merkel wird ein großes Loch entstehen, das innerhalb der CDU momentan nicht zu schließen ist.

 

Der CDU-Generalsekretär versucht gerade, die Tore der Partei weit zu öffnen und auf durchsichtige Weise die CDU für praktisch alle Bevölkerungsgruppen attraktiv zu machen, auch die, die bisher nicht ins stockkonservative Bild der Partei passten. Die CDU hofft langfristig auf politische Aufsteiger, die sich wirkliches Ansehen beim Wähler erarbeiten könnten. Solche Personen würden momentan aus der CDU regelrecht herausstechen, wenn es sie gäbe. 

 

Nun sollten sich SPD-Mitglieder und SPD-Wähler nicht über diese Aussage freuen, denn auf sie trifft das ebenfalls zu. Unsere Partei-Dinos sind allesamt personell und programmatisch weidwund. Die FDP hat es als Klein-Dino zuerst erwischt, weil sie ihre Klientel-Politik auf die Spitze trieb. Linke und rechte Vereine neueren Datums wirken jetzt wie Schwämme, die Frustrierte aufsaugen, ohne ihnen eine wirkliche Perspektive bieten zu können. Bei den Grünen als kraftvolle Bewegung haben sich die Äste bereits zu weit von den Wurzeln entfernt, um dem noch immer grünen Baum Stärke und Standfestigkeit zu verleihen. Die Aussichten sind derzeit traurig, die Wähler ratlos.

 

Wie wird das enden?

 

In der Weimarer Republik führte der Niedergang der Parteien, die Parteienvielfalt und hinterhältiges Taktieren letztendlich zu einer Diktatur, die unser Land ins Verderben stürzte. Die Kernaussage auf dem Weg zur Diktatur war damals, dass es einer starken Kraft bedürfe, um Deutschland zum richtigen Platz auf der Welt zu verhelfen. Nationalismus war der Virus, der sich rasend schnell verbreitete. Davon sind wir immer noch nicht geheilt, wie jüngste Ereignisse zeigen.

 

Wirtschaftspolitisch hat sich zudem trotz des vorübergehenden Zusammenbruchs bei Kriegsende bis heute nichts geändert. Wirtschaft und Finanzen bestimmen ohne Unterbrechung als regimeresistente Faktoren die Politik unseres Landes, die von Europa und die der ganzen Welt. Kriege und Konflikte sind Wirtschaftsfaktoren, der Mensch zählt nichts! Wir alle zahlen dafür einen hohen Preis, viele von uns mit ihrer Arbeitskraft, mit Armut und notfalls mit ihrem Leben.

 

Als Demokraten haben wir bei Wahlen kurzzeitig die Macht, nur leider nicht die richtigen Politiker, die unser volles Vertrauen genießen. Auf der einen Seite kann man froh sein, dass sich politische Verführer noch nicht den desillusionierten Massen annehmen, damit diese ihnen zu Mehrheiten verhelfen. Auf der anderen Seite muss man als Wähler mit ansehen, dass alle politischen Reformbemühungen scheitern. 

 

Die meisten Bundesbürger wenden sich weiterhin von der Politik ab, obwohl diese ihr ganzes Leben gravierend bestimmt. Sie laufen wie die Lemminge ignorant auf den Klippenrand zu, während die, die sie regieren, sich selbst und ihre fragwürdige Politik feiern. Es wird zwangsläufig darauf hinaus laufen, dass unser kapitalistisches Gesellschaftssystem früher oder später infrage gestellt wird, wenn nicht bald ein nachhaltiger politischer Selbstheilungsprozess einsetzt.

 

Veröffentlicht am 13.12.2014

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Subkultur "Verwaltung"

 

Auf der Suche nach einem besonders treffenden Synonym für "Verwaltung" ist für mich das Wort "Subkultur" erste Wahl. Eine Subkultur ist per Definition "eine relativ kleine und geschlossene Teil- oder Eigenkultur innerhalb einer Gesamtkultur, die sich durch eine erhöhte Gruppensolidarität auszeichnet". Das trifft es doch genau. Die autoritär ausgelebte Gruppensolidarität ist oft auch der Grund für eine gewisse Beratungsresistenz, die verhindert, dass sich eine Subkultur angemessen erneuert. 

 

Derart geschädigte Subkulturen suchen bei auftretenden Schwierigkeiten zu ihrer eigenen Absicherung Hilfe. Meistens sind es bezahlte Berater, die man nach der Entlohnung wieder wegschicken kann, wenn sie das vorher mit ihnen vereinbarte Ergebnis ablieferten. Eine besondere Variante ist allerdings die "Bürgerbeteiligung" und die "Bürgernähe", bei der man zusätzlich alibihaft demonstrieren kann, dass man noch weiß, in wessen Diensten man steht. Hilfesuchend werden kompetente Bürger zum Gedankenaustausch angelockt, obwohl man eigentlich keine Spielräume für Veränderungen zulassen will. Man instrumentalisiert sie kurzzeitig und geht mit ihren Arbeitsergebnissen nach Belieben um. 

 

Anders als bei bezahlten Beratern wird man die engagierten Bürger jedoch nach getaner Arbeit nicht so problemlos los, selbst wenn man auch sie - wie beim Bürgergutachten in Maintal - für ihre Dienste bezahlt. Die Konflikte brechen infolge des fragwürdigen Umgangs mit ihnen auf. Das führt zu Reaktionen, die nicht mehr so einfach zu ignorieren sind.

 

Das Bessere ist der Feind des Guten

 

Beratungen können zu neuen Sichten führen. In Unternehmen ist es ähnlich wie in Verwaltungen: Nur wer Verbesserungen umsetzt, ist dauerhaft konkurrenzfähig und effizient. Verbesserungsideen, die von innen kommen (wenn sie überhaupt kommen), scheitern oft an Hierarchien und deren Schwächen, es sei denn, die Ideen für Verbesserungen werden von den Hauptverantwortlichen selbst oder auf Umwegen über bezahlte Berater vorgebracht. Alles Andere würde ja auch als Angriff auf das fachliche und organisatorische Können leitender Personen empfunden werden. Das kann eine Subkultur zu ihrem eigenen Schutz nicht zulassen. Angepasste Mitarbeiter wissen das und meiden deshalb diesen Weg. 

Warum sollte das in der Maintaler Stadtverwaltung anders sein?

 

Über Bürgerbeteiligungsprozesse werden ebenfalls Anregungen generiert, die (als unangenehme Randerscheinung) zum Feind des bisher vermeintlich Guten werden können. Anstatt solche Ideen vorbehaltlos zu überprüfen und umzusetzen, geht man unter Erklärungszwängen zu einer ausgeprägten Verteidigungshaltung über, die in den meisten Fällen dann auch zur Verhinderung angedachter Veränderungen führt. 

 

Bei einigen Leitungspersonen sind gute Denkansätze und Umsetzungsbereitschaft durchaus spürbar, leider ist jedoch in Gesprächen mit Politikern und/oder bei Bürger- beteiligung auffällig, dass Vorgesetzte über Untergebene hinweg das Wort ergreifen und unerwünschte fachliche Diskussionen abwürgen. Engagierte Bürger setzen sich deshalb meist erfolglos mit vordenkenden Verwaltungskondomen anstatt mit den Fachleuten auseinander. 

 

Besonders gravierend ist das Empfinden, dass bestimmten Verwaltungsmitarbeitern richtiggehend Maulkörbe verpasst wurden. Stets verweisen sie bei den ihnen gestellten Fragen an ihre Vorgesetzten. Es entsteht der Eindruck, als hätten sie ihre fachliche Beurteilungsfähigkeit an der Garderobe abgegeben. Deshalb wäre jetzt ein Emanzipationsprozess bei den offensichtlich bevormundeten Fachleuten vonnöten. Was soll das ganze "Rechte-der-Frauen-Gedöns", wenn Frau nicht selbst reden darf?!  Irgendwie wirkt das albern und widersinnig - ist aber vielfach die Realität.

 

Offenheit und Transparenz notwendig

 

Trotz mehrfacher Versuche, zwischen Maintals Verwaltung, Kommunalpolitikern und Bürgern bezüglich der Verwaltungshandlungen und -vorgehensweisen Transparenz herzustellen, ist es im Zusammenhang mit Bürgerbeteiligungsprozessen bisher nicht gelungen, dies wirklich umzusetzen. So langsam wächst unter besonders engagierten Teilnehmern der Bürgerbeteiligungsprozesse die Befürchtung, dass sie mit ihren Fragen an eine Art Büchse der Pandora gerieten, aus der Dinge entweichen könnten, die unter Verschluss bleiben sollen. Viele Entscheidungen werden immer wieder in Geheimnisse gehüllt, obwohl sie das Gemeinwohl und Maintals Bürger betreffen. Viele Probleme werden zudem so verpackt, damit sie nicht lösbar erscheinen. Ich frage mich, ob die "Maintaler Stadtverwaltung" wirklich nur auf dieser fragwürdigen Basis funktionieren kann.

 

Mangelndes Gespür für Zumutbarkeiten

 

Subkulturen nehmen sich bekanntlich selbst am wichtigsten. Dem Magistrat gelang es, im Doppelhaushalt 15/16 einen Teilabriss des Rathauses und einen Neubau unter zu bringen, der 3.5 Millionen Euro verschlingen soll. Erfahrungsgemäß laufen übrigens solche Kosten meist aus dem Ruder, so dass diese Zahl angezweifelt werden darf. In den Fokus geriet das ehemalige alte und aufwändig sanierte Schulgebäude womöglich, weil es der Verwaltung nicht mehr adäquat genug erscheint. Effizientes und erfolgreiches Arbeiten hängt jedoch weniger von der Ausstattung einer Verwaltungs-Residenz als von den Arbeitsweisen ab. 

 

Auch ein zentraler Stadtladen soll im Neubau untergebracht werden, allerdings, ehe über dessen endgültigen Standort endgültig entschieden wurde. Auch wenn über eine raffinierte Gegenrechnung von Mieten und Erhaltungskosten eine "rentierliche" Investition errechnet werden kann, so kommt es dennoch zu einer Erhöhung des Maintaler Schuldenstandes. Interessant wäre es, zu wissen, ob der für den Umbau der Raiffeisenbank und den Abriss des alten Bischofsheimer Rathauses aufgenommene Kredit schon getilgt ist, ehe neue Schulden für den gleichen Zweck gemacht werden. 

 

Angesichts der gerade verordneten eklatanten Steuererhöhung ist eine solche Neuverschuldung ein Schlag ins Gesicht der Bürger. Das Ansinnen zeugt von mangelndem Gespür, was man Steuerzahlern zumuten kann. Das fröhliche Schulden-machen soll also weiter gehen!? 

 

Im Bürgerbeteiligungsprozess "Bürgerhaushalt 2013" wurde das Um- oder Neubau- ansinnen von den Bürgern thematisiert. Beim Bürgergutachten erfuhr dann eine alternative Idee Zuspruch. Nun muss sich die Politik "ernsthaft" so damit befassen, dass der vom Magistrat favorisierte Anbau letztendlich das kleinere Übel darstellt. Diese plumpe Vorgehensweise wurde zuletzt erst bei der Zentralen Sportstätte angewandt, als man nochmals den illusorischen Standort Grüne Mitte favorisierte, um die Rodungen beim Ausbau der Dicken Buche als kleineres Übel in Kauf nehmen zu lassen.

 

Die Führung der Maintaler Subkultur "Verwaltung" wird zunehmend zum Problem, das gelöst werden muss. Normalerweise löst man so etwas Top-Down. Die kommende Bürgermeisterwahl wäre dazu geeignet. Es ist jedoch davon auszugehen, dass politische Elemente dieses Prinzip erneut erfolgreich auf den Kopf stellen - leider!

 

Veröffentlicht am 21.11.2014

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

Jour fixe im Rathaus

 

Zwischen den Zeilen lesen

 

Noch ist es ruhig in Maintal und der Bürgermeisterwahlkampf scheint noch nicht in Gang gekommen zu sein. Doch der Schein trügt. Einige Fachbereiche der Stadtverwaltung nutzen verstärkt die Öffentlichkeitsarbeit, um Ihre Arbeit ins rechte Licht zu rücken. Indirekt helfen sie damit aber auch damit, die Leitungsfunktion des Bürgermeisters positiv herauszustellen. Eigentlich geschieht ja auch nur das, was der hauptamtliche Magistrat zulässt. 

 

Nun will ich nicht wieder thematisieren, dass der Amtsinhaber damit im Dienst ein Mittel zur Beeinflussung der Öffentlichkeit nutzt, das seinem Herausforderer nicht zur Verfügung steht. Das muss der Betroffene jedoch selbst thematisieren. Bedenklich finde ich nur, welche Motivation bei den Fachbereichsleitungen hinter der inflationären Öffentlichkeitsarbeit steht. Ist es die Angst vor Veränderungen, die mit einem neuen Bürgermeister Einzug halten könnten?

 

Spätestens wenn der Herausforderer im Hinblick eines möglichen Wahlerfolgs erste Gespräche mit wichtigen Fachbereichsleitern führen wird und eine Verweigerung zum fachlichen Dialog spürbar sein sollte, müsste das aktuelle Führungssystem im Rathaus thematisiert werden. Dieses scheint sehr stark auf die Interessen des amtierenden Bürgermeisters abgestimmt zu sein. Wenn das wirklich so sein sollte, könnte ein Wechsel an der Rathausspitze eine Reihe von personellen Veränderungen auslösen und manche Fachbereiche neu durchmischen. 

 

Ist diese Gefahr der Grund für die auffälligen Aktionen 

der Öffentlichkeitsarbeit? 

 

Loyalität wird in vielen Subkulturen belohnt. Man bildet gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Allianz und fungiert als Schutzschild. Das kennen und wissen viele Bürger aus eigener beruflicher Erfahrung. Talent und Können wird häufig zugunsten von Wissen und Macht unterdrückt. Wer wird schon für sein Talent und Können richtig bezahlt!? Das einfachste Mittel zum Sparen von Personalkosten und stringenten Führen ist, Talent und Können erst gar nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Das Ergebnis ist eine Minderausbeute an bezahlter Leistung. 

Unzählige Unternehmensberater thematisieren das bereits, weil die Schäden immens sind. Geschlossene Subkulturen verhindern in der Regel jedoch, dass dieses Wissen die Basis erreicht. Das gesamte System geriete dadurch in Gefahr.

 

Freuen wir uns weiterhin mit den Mitarbeitern über die positive Darstellung ihrer Wirkungsbereiche, die ihnen jedoch persönlich keinen Nutzen bringt. Wer weiß, wie lang man das noch so lesen kann. Lesen Sie jedoch zwischen den Zeilen, um was es dabei wirklich geht und vergessen Sie nicht, den Missstand lachen zu verzeihen. Das gebietet der Humor.

 

Klaus Klee

 

 

Maintaler Verhältnisse

 

In den 60er Jahren gab es den Spruch: "Stellt euch vor, es ist Krieg und es geht keiner hin...!" Abgewandelt könnte man im Vorfeld wichtiger Wahlen sagen: "Stellt euch vor, ihr dürft wählen und es geht keiner hin!" Nun kann man durchaus darüber entrüstet sein, dass ich Krieg mit Wahlen in Verbindung zu bringe. Kriege und Wahlen stehen jedoch in einem engen Zusammenhang, weil in einer Demokratie die reale Möglichkeit besteht, über Wahlen verhängnisvolle Entwicklungen auszulösen. Was sich derzeit bei der Umverteilung abspielt, kann wegen seinen vielen Opfern ebenfalls als Krieg bezeichnet werden. Regierende erhalten für einen festgelegten Zeitraum die Macht, ihr Mandat auszuüben - wenn möglich, sogar rigoros. Umso größer die Gleichgültigkeit gegenüber Politik ist, umso größer ist der Spielraum für Politiker, ihre Ziele nicht nur ungehindert, sondern sogar im Wahrnehmungsschatten der Bürger umzusetzen. Wohin das zum Beispiel in Maintal führte, sah man in den letzten Jahren. Die Stadt ist hoch verschuldet, viele Chancen in der Region verspielt, die Stadtverwaltung nur noch auf ihre Pflichtaufgaben reduziert und für die sogenannten "freiwilligen Leistungen" und die gestaltete Misswirtschaft werden die Bürger zur Kasse gebeten. Dennoch: Politik interessiert kein Schwein in Maintal!

 

Unterhält man sich mit Bürgern über dieses Thema, so fällt häufig der Satz "Warum soll ich mich für Kommunalpolitik interessieren? Mir geht's doch gut, den Bürger- meister und die Parteien brauche ich nicht" oder "Die machen ja doch, was sie wollen..." oder gar "Kann ich als Einzelner daran etwas ändern?" - Genau dies wünschen sich Kommunalpolitiker, die ihr eigenes Süppchen kochen wollen. Mal ehrlich: Warum sollten sie daran etwas ändern? Warum sollten sie Nichtwähler mobilisieren? Eine wache und informierte Bürgerschaft schafft den Parteien in ihrer Eigenschaft als Interessengruppen doch nur Probleme!

 

Nebelkerze "Bürgerbeteiligung"

 

Viele Bürger waren etwas irritiert, als Anfang der 90er Jahre von der Kommunalpolitik plötzlich "Bürgerbeteiligung" gewünscht wurde. Auch Maintal legte eine Lokale Agenda 21 auf, in der sich sehr viele Bürgerinnen und Bürger engagierten. Parallel dazu gab es "Zukunftswerkstätten" und Workshops, an denen Bürger und Interessen- gruppen teilnahmen. Weil in der Folgezeit jedoch der Regen (sprich Geldsegen) ausblieb, verdorrte zunehmend das Feld der Bürgerbeteiligung. Mit dem Stadtleitbild- prozess wurde das Feld neu bestellt und es folgte der Bürgerhaushalt und zuletzt das Bürgergutachten. Was dort geschah und immer noch geschieht, interessiert in der Bürgerschaft allerdings nahezu kein Schwein, um das geflügelte Wort zu benutzen. Die Politik und die Stadtverwaltung picken sich nur die Rosinen heraus, die in ihr Puzzle passen. Der Bürgerhaushalt 2014 war dann der absolute Abturner für Politikinteressierte. Krass ist, dass sich Teile der Politik und selbst der Magistrat dessen gar nicht bewusst zu sein scheinen.

 

Vertrauen aufbauen - aber wie?

 

In einem der letzten Bürgerbeteiligungsprozesse keimte kurz die Hoffnung auf die Wiederherstellung von Vertrauen gegenüber Mandatsträgern und Wahlbeamten auf, als sich der Erste Stadtrat genau dieses Thema auf die Fahnen schrieb. Davon ist heute nicht mehr viel zu spüren. Womöglich war nicht nur ihm die starke Reaktion engagierter querdenkender Bürger zu unheimlich, die sich auf einem konstruktiven Weg sahen. Spätestens als bei den Bürgern erkannt war, wo die Grenzen der Verwaltung lagen, griff der Selbsterhaltungsmechanismus der Verwaltung und es war vorbei mit der neuen Vertrauensseligkeit. Völlig unterschätzt wurde dabei, dass Multiplikatoren nicht nur positive Signale in die Fläche bringen, sondern auch das, was sie während ihres Engagements erkannten, negieren und  nach außen tragen.

 

Bürgermeister zieht um die Häuser

 

Rechtzeitig vor der Bürgermeisterwahl zieht - vorher angekündigt - der Amtsinhaber in allen Stadtteilen um die Häuser, um "Bürgernähe" zu suchen. Eigentlich möchte er gar nicht wirklich wissen, was Hundebesitzer über die Erhöhung der Hundesteuer oder Eigenheimbesitzer über die Erhöhung der Grundsteuer B sagen. Nein, er "stellt sich" den Fragen, um prompt auf das Parlament als den Schuldigen zu verweisen. Er setzt nur um und wirkt im Rahmen seiner Befugnisse. Wen wundert es, dass auch das kein Schwein interessiert!?

 

Sein Herausforderer sucht ebenfalls "Bürgernähe" in allen vier Stadtteilen und lädt zu Gesprächen ein, um zu erfahren, wo den Bürgern der Schuh drückt. Er will sogar die gewonnenen Erkenntnisse in sein Programm aufnehmen. Auch hier - es interessiert kein Schwein! Er will deshalb demnächst - nicht wie der Amtsinhaber - "um die Häuser ziehen", sondern "in die Häuser hineingehen". Dieser Feldversuch ist für Maintal zwar nicht neu, aber in Frankfurt zeigte das durchaus Wirkung. Der Heraus- forderer nimmt dadurch bei denen Gestalt an, die ihn bisher noch nicht kannten. Woher auch? Wer besucht schon die Stadtverordnetenversammlungen oder Veranstaltungen der Parteien!? 

Zeigte er sich bisher erstmals auf Vereinsfesten, um werbeträchtige Fotos für eine andere Wahl schießen zu lassen, hinterließ er keinen bleibenden Eindruck. Viele Maintaler Bürger wissen allerdings ebenfalls nicht, wie der Bürgermeister aussieht und welchen Eindruck er auf sie machen würde, wenn sie ihn kennen gelernt hätten. Politik interessiert in Maintal kein Schwein!

 

Erziehungsmodelle wirken nach

 

Wo kommt die Gleichgültigkeit gegenüber den Mitmenschen und der Politik her? Meiner Meinung nach liegen die Wurzeln im Wohlstand, einer Erziehung zur Selbst- bezogenheit und zum ausgeprägten Egoismus und in einer Kette von empfundenen Negativerlebnissen. Es fällt auf, dass sich vornehmlich diejenigen ausklinken, die im Überfluss leben und die, welche auf der Armutsleiter nach unten klettern. 

Im schmalen mittleren Bereich ist das Interesse vorhanden bis ausgeprägt. Von den Altersgruppen her scheiden die unter 18-Jährigen und die hochbetagten aus. Bis zur Familiengründung ist das Interesse ebenfalls gering. Ab 50 beginnt für viele leider bereits der berufliche Abstieg oder Auslauf mit all seinen Problemen. Ab 60 werden sie nochmals aktiv, jedoch von der Politik vielfach nur noch als "zu bespaßende Masse" angesehen, die Kosten verursacht, was sie natürlich registrieren und wodurch Ablehnung generiert wird. 

 

Allerdings weiß die ältere Generation nur allzu genau, wohin politisches Desinteresse führt. Dieses Desinteresse verhilft genau denen zu Macht und zu Einfluss, die man eigentlich nicht an der Macht sehen wollte. 

Von den Jüngeren interessiert das jedoch kein Schwein!

 

Durchbrechen Sie den Teufelskreis und zeigen Sie Interesse, ehe es zu spät ist!

 

Veröffentlicht am 29.10.2014

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

Stimmt dieser Eindruck?

 

Interessant sind in diesem Zusammenhang Beobachtungen im diesjährigen Lokalen Kabarett MIKROKOSMOS, das sehr mit Kommunalpolitik angereichert war. Hier zeigte es sich, dass die Bürger gar nicht so uninformiert und desinteressiert am Thema sind. Liegt es vielmehr an der starken inneren Ablehnung dessen, was die Kommunalpolitik zustande bringt, dass man ihr die kalte Schulter zeigt? Diese Frage müssen sich nicht nur die Fraktionen sondern auch der Magistrat stellen, wenn sie daran langfristig etwas ändern wollen.

 

Ich würde sogar soweit gehen, dass eine gewisse Verachtung gegenüber Vorgehensweisen derjenigen vorherrscht, deren Handlungen als schlitzohrig und listig eingestuft werden. Diese Empfindung strahlt auch auf Personen der Politik aus, die damit gar nichts zu tun haben. Das gesamte kommunalpolitische System wird mehrheitlich pauschal abgelehnt, weil es einige Personen erheblich diskreditieren. Im nebenstehenden Artikel ist die Rede davon, dass durchaus der Versuch unternommen wurde, verlorenes Vertrauen wieder herzustellen. Es wurde also thematisiert und man räumte sogar ein, dass einige Vorwürfe gerechtfertigt seien. Es bekannte sich jedoch keine einzige Person des betreffenden Kreises zu solchen Sachverhalten. Irgendwie waren es immer die Anderen oder die Umstände.

 

Seit geraumer Zeit empfehle ich dringend, dass sich Maintals politische Protagonisten offen zu Fehlern und Fehleinschätzungen der Vergangenheit bekennen, die Fehlentwicklungen auslösten. In einem weiteren Schritt würde die Zusicherung, dass sich diese Fehler nicht mehr wiederholen werden, verlorenes Vertrauen wieder herstellen. Das wäre ein Akt der politischen Hygiene und böte Listenkandidaten kommender Kommunalwahlen eine gute und unbelastete Basis. Wer will sich schon für etwas aufstellen lassen, was von den Bürgern nur mit Widerwillen wahrgenommen wird!?

 

Ein solcher Akt politischer Hygiene stellt scharfzüngiges Kabarett dar, dem sich die Protagonisten der politischen Szene mit ihrer Anwesenheit stellen. Jede noch so kleine abweisende Regung wird jedoch genau beobachtet und bestärkt bestehende Urteile und Vorurteile. Wer das als Betroffener durchstand, sollte sich danach zumindest ertappt fühlen und könnte den nächsten Schritt gehen. Höchstwahrscheinlich wird diese Chance aber ebenso ausgesessen, wie viele andere Situationen zuvor, bei denen man in die Kritik geriet. Man will die Kabarettisten damit zu Narren abstempeln, die lediglich die Freiheit des Wortes und den Schutzschild der Satire nutzten. Die übrigen Anwesenden solcher Programme sehen das allerdings ganz anders. Ihr Applaus setzt einen Haken unter das Gesagte, oder korrigiert es durch Ablehnung. Letzteres war in keinem einzigen Fall zu spüren.

 

Nun frage ich mich, warum man solche Dinge in einem kleinen geschlossenen Kreis miteinander diskutieren kann, wie im Bürger- haushalt 2013 geschehen, aber die aufkeimende Vertrauenskultur wieder zerstört, damit alles beim alten bleiben soll. Hinzu kommt, dass sich die Verwaltung stets hinter ihren Vorschriften versteckt und jeder Einmischung in innere Angelegenheiten aktiv widersteht. Der Eindruck, dass hier nur das geschieht, was der Bürgermeister zulässt oder als Vorgabe ausgibt, wird nicht falsch sein. Unterstützt wird er dabei von Personen der mittleren Ebene, die offensichtlich seinen Schutz benötigen. Der Umfang schützender Eingriffe zu Vorschlägen im Kita-Bereich und anderen Bereichen  lassen das beim Bürgerhaushalt 2014 klar erkennen. Anstatt alle Kostenfresser vorbehaltlos auf den Prüfstand zu stellen und der fairen Bewertung auszusetzen, wurden entsprechende Vorschläge schnell aus der Schusslinie genommen. Den wenigen am Bürgerhaushalt teilnehmenden Bürgern, die nicht direkt betroffen waren aber jetzt zur Kasse gebeten werden, hätte man genügend eigenes soziales Empfinden unterstellen können, damit es zu keinem sozialen Kahlschlag kommt.

 

Vertrauen muss man sich verdienen. Die Anstrengungen dazu können schmerzhaft sein, wenn man allzu viel davon bereits verspielte. Ich persönlich finde es unerträglich, sich im Amt eine weitere Verlängerung zu erschleichen, indem man auf eine niedrige Wahlbeteiligung, Politikerverdrossenheit und notorisches Wählerverhalten setzt, ohne zu seinen Fehlern offen zu stehen. Ich befürchte jedoch, dass sich der Bürgermeister und die ihn bisher aktiv unterstützenden Kommunalpolitiker keiner Fehler bewusst sind. Wie man das zu bewerten hätte, überlasse ich meinen Lesern, die genügend Interesse an Kommunalpolitik aufbringen.

 

Klaus Klee

 

 

Satire-Intoleranz

 

Das diesjährige Programm des Maintaler lokalen Kabaretts MIKROKOSMOS wurde von den Zuschauern enthusiastisch gefeiert und von der örtlichen Presse hoch gelobt. Geschliffene Texte und kurze nonverbale Momente, gepaart mit gekonnter Mimik und Gestik, riefen immer wieder Reaktionen beim Publikum hervor, wie sie sich die Autoren der Sketche und Monologe zuvor erhofft hatten. Welche Aussage auch getroffen wurde, die Publikumsreaktion hakt positiv ab oder zeigt, dass womöglich nicht der richtige Ton getroffen wurde. Letzteres kann jedoch auch der Opferrolle mancher Besucher geschuldet sein. Politiker, Amts- und Würdenträger, die ihrerseits dafür sorgten, dass ihre Handlungen oder Aussagen kritikwürdig waren, kämpfen natürlich eher mit einer Satire-Intoleranz, als Betroffene allgemein gehaltener Kritik. Hier kann man sich über die eigene Reaktion hinweg davor schützen, dass andere Personen einen direkten Bezug herstellen können. Wer im Fokus der Öffentlichkeit steht, hat jedoch oft nichts zu lachen. Was diese und jene Reaktionen hervorruft, ist echtes Kabarett bzw. Satire. Wer also eine ausgeprägte Satire-Intoleranz hat, sollte sich überlegen, ob er sich das antut. Auf der anderen Seite wollen aber exponierte Persönlichkeiten wissen, ob sie wichtig sind oder ob sie im Wahrnehmungsschatten verschwunden sind. In einem lokalen Kabarett nicht erwähnt zu werden, kann als Höchststrafe empfunden werden. Das wirft die Frage auf, welche Ingredienzien all diese Reaktionen herbei führen.

 

Die Hochstädter Kabarett-Gruppe MIKROKOSMOS verfügt über Autorinnen und Autoren, die ganz unterschiedlich fokussiert sind, manchmal sogar in ein und derselben Person. So können sowohl politische Inhalte als auch humoristischer Nonsens aus der gleichen Feder stammen, weil bittere Tropfen auf Zucker besser bekömmlich sind. Gelingt beides sogar im gleichen Kontext, wird ein Höchstmaß an Wirkung erzielt. Genau das ist das Geheimnis erfolgreicher Stücke. Was wären derartig ausgefeilte Stücke jedoch ohne die richtigen Personen, die Inhalte authentisch rüberbringen können!?

 

Es ist oft nicht leicht, Rollen richtig zu verteilen. Jeder der Mitwirkenden möchte nicht stets auf die gleichen Rollen festgelegt sein. Was reizt, sind Herausforderungen, die den Talenten entsprechen. Auch kommt es vor, dass man bestimmte Inhalte nicht spielen möchte, weil man sich betroffen fühlt. Nur wenn Rolle und Person passen, wird ein Schuh aus der Nummer. Ist das erreicht, müssen sich gedrechselte Texte auch gut sprechen lassen. Die Interpreten passen also die Texte entsprechend an, ohne die Kernaussagen zu verändern. Mit Gestik und Mimik wird die zu spielende Rolle charakterisiert und ausgefeilt. Das kann so weit gehen, dass eine Zielperson eindeutig zu erkennen ist, ohne dass sie nur ein einziges Mal namentlich genannt wird. 

 

Handelt es sich bei dem einen oder anderen Erkennungsmerkmal jedoch um körperliche Handicaps, so scheidet es natürlich aus. Hier sind eindeutige Grenzen zu beachten. Auch hier finden die Mikrokosmonauten immer wieder das richtige Maß.

 

Bei aller gebotenen Rücksicht und Fairness soll jedoch jede Zielperson bekommen, was sie verdient. Alleiniger Maßstab ist dabei die zuvor bereits latent vorhandene Entrüstung der informierten Bevölkerung und die Schwere des Vorwurfs. Wer hier eine Satire-Intoleranz zeigt, hat eindeutig seine persönliche Situation verkannt. Nur Betroffenheit kann zum Nachdenken anregen. Dies zu bewirken, ist das Ziel guten Kabaretts und guter Satire.

 

Veröffentlicht am 27.10.2014

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Bürgerbeteiligung absurd

 

Seit der Bürgerversammlung vom 15.10.2014 ist klar, dass das bürgerschaftliche Engagement in Maintal auf einem Tiefpunkt angekommen ist. Die Besucherzahl war eine deutliche Demonstration der Ablehnung dessen, was in diesem Jahr auf dem Gebiet der Bürgerbeteiligung passierte. Außer dem Magistrat, Mitarbeitern der Verwaltung, Kommunalpolitikern sowie einigen Teilnehmern von Projekten waren nahezu keine Bürger erschienen, die zumindest Interesse gezeigt hätten. Während zwei Tage vorher die Gegner der Hundesteuer noch einen großen Saal füllten, herrschte im Bürgerhaus Hochstadt gähnende Leere. Man war unter sich. Kritik an den Bürgerbeteiligungsprozessen hagelte es zuhauf, fand aber keine Unterstützung. Besonders der Bürgerhaushalt 2014 geriet ins Visier und die Betreiber des Prozesses mussten erkennen, wie groß der Schaden ist, der anrichtetet wurde. Der Bürgerhaushalt 2014 mit seinen von der Verwaltung dort eingestellten No-Go's (Schließung des Schwimmbads, Einstellung des Personennahverkehrs, Einstellung der Wirtschaftsförderung etc.) und der parallel geführten Öffentlichkeitskampagne des Magistrats zu deren Verhinderung, kann nur mit "Bürgerbeteiligung absurd" bezeichnet werden. Geradezu lächerlich war das Hervorheben der gewachsenen Bürgerbeteiligung am Prozess, weil man die Beschäftigten in den betroffenen Einrichtungen und die Nutzer geradezu zur Teilnahme provoziert hatte, obwohl feststand, dass keiner der Vorschläge wirklich gewollt war.

 

Die goldene Brücke der Bürgerbeteiligung hat Risse bekommen

 

Gelbe Karte für den Bürgermeister

 

Am Freitag wurde nun ein Brief von Dirk Kirchmann, einem der sachkundigsten Mitglieder der Steuerungsgruppe des Bürgerhaushalts, bekannt, in dem er seine Mitarbeit in allen Bürgerbeteiligungsprozessen  aufkündige. Mit einer vernichtenden Beurteilung des Umganges mit der Bürgerbeteiligung führte Dirk Kirchmann aus: 

 

 

"Ich habe in den Sitzungen, den Gesprächen und dem E-Mailverkehr mit den Verantwortlichen aus Politik und Stadtverwaltung den Eindruck gewonnen, dass die meisten dieser Personen im Grunde nicht willens sind, Anregungen aus der Bürgerschaft anzunehmen und kritisch zu prüfen, insbesondere ihr eigenes Handeln kritisch zu überprüfen. Statt dessen wird zum Beispiel gerne mit (rechtlichen) Besonderheiten und Zwängen der öffentlichen Verwaltung argumentiert, die eine Anwendung der allermeisten Bürgervorschläge leider verhindern. Gerne werden Anregungen auch unbegründet als nicht sachgerecht abgekanzelt. So muss man am Ende des Tages nolens volens wieder die eigenen Vorschläge ins Stadtparlament einbringen, ergänzt um eher unbedeutende Anregungen aus der Bürgerschaft, wohl eher um mindestens ein Feigenblatt zu haben. An diesem Vorgehen möchte ich nicht länger beteiligt sein."

 

 

So wie er, so sehen es auch die anderen Teilnehmer, auch wenn sie noch keine endgültige Entscheidung um Weitermachen getroffen haben. Herr Kirchmann fährt fort: 

 

 

"Außerdem wird die von mir als lücken- bis mangelhaft empfundene Leistungsfähigkeit der Stadtverwaltung eher mehr als weniger achselzuckend hingenommen, ohne sich um Verbes- serungen zu bemühen: Entscheidungen werden meiner Meinung nach oftmals ohne echte Informationsgrundlage getroffen. Damit habe ich ausdrücklich nicht gesagt, dass die Mitarbeiter/innen der Stadtverwaltung nicht leistungsfähig und einsatzfreudig sind. Sie scheinen mir eher mit administrativen Vorgängen und detaillierten rechtlichen Erfordernissen so ausgelastet zu sein, dass für Änderungen oder gar Verbesserungen zu wenig bis kein Raum bleibt. Falls sie denn von den Verantwortlichen überhaupt gewünscht, eingefordert und auf den Weg gebracht werden sollten, woran ich mittlerweile ernsthaft zweifle."

 

 

Das sind klare Worte, denen nichts hinzuzufügen ist. Mit den nachfolgenden Schluss- bemerkungen adressiert er die monierten Missstände klar und deutlich, was wohl auch im Bürgermeisterwahlkampf eine Rolle spielen wird. Herr Kirchmann führt aus:

 

 

"Ausdrücklich ausnehmen möchte ich Sie, sehr geehrter Herr Sachtleber: Ich habe Sie immer als kompetenten und an Fortschritten in der Sache orientierten Gesprächspartner erlebt, der mir wie allen anderen Bürgern im Beteiligungsprozess stets auf Augenhöhe begegnet ist. Dafür meinen ehrlichen Respekt und herzlichen Dank."

 

 

Was bei der Erarbeitung des Verfahrens zum Bürgerhaushalt 2013 äußerst positiv begann, kam am Ende wieder unter die Räder und gipfelte in der Auflösung der Steuerungsgruppe, obwohl klar war, dass das Verfahren weiter optimiert werden muss. Es ist davon auszugehen, dass die immer stärker wachsende Einsichtnahme engagierter Bürger in Verwaltungsabläufe und deren Arbeitsweisen als gefährlich für das System Rohrbach angesehen wurde und deshalb eingebremst wurde. 

 

Magistrat, Verwaltungsmitarbeiter sowie darauf besonders ansprechbare Personen der Kommunalpolitik bemächtigten sich des Prozesses und fuhren ihn mit dem Bürgerhaushalt 2014 an den Baum. Eigennutz rangierte bei ihnen dabei eindeutig vor dem Gemeinwohl. Nun stehen sie vor einem Scherbenhaufen, möchten jedoch weiterhin eine aktive Bürgerbeteiligung, was inzwischen von vielen Bürgern als Zumutung empfunden wird. 

 

Unschuldig daran ist der von Herrn Kirchmann gelobte Stadtrat Ralf Sachtleber allerdings nicht, denn er spielte das tröge Spiel mit, das zu einem Ergebnis führte, das selbst dem mitverantwortlichen Gestalter und Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser am Ende nicht mehr behagt. Der Bürgermeister und seine Verwaltungsstützen hatten ganze Arbeit geleistet. Sie gestalteten einen Prozess federführend selbst, obwohl sie Teil der zu lösenden Probleme sind. 

Man hatte wieder mal Böcke zu Gärtnern gemacht!

 

Siehe auch "Wende in der Bürgerbeteiligung"

 

Veröffentlicht am 18.10.2014

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Mobilfunk-Kataster fehlt

 

Für kundige Besucher der Stadtverordnetenversammlung vom 22.9.2014 wirkte die Abhandlung des TOP 5 "Mobilfunkmast in Wachenbuchen" wie eine emotionale Schmonzette mit geringem Tiefgang. Zwischen den Begriffen Totenruhe, Ethik, Verlässlichkeit von Beschlüssen und pekuniären Betrachtungen wurde lediglich von Olaf Lochmann (Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied der Lokalen Agenda-Gruppe Mobilfunk) dargelegt, dass das jetzige Problem mit dem Mobilfunkanbieter gar nicht erst aufgetreten wäre, wenn die Stadt Maintal ein im Jahr 2003 gefordertes Mobilfunk-Kataster eingeführt hätte. Städte und Gemeinden haben damit eine Handhabe bei der Standortwahl, dem sich die Mobilfunkbetreiber nicht entziehen können. Weil dieses fehlte, kann der Mobilfunkbetreiber in Wachenbuchen den gleichen Mast nun 15 Meter auf einem Privatgelände neben dem alten Standort errichten. Der Mast hätte aber auch genauso gut auf einem Privatgelände neben dem Kindergarten aufgestellt werden können. Der Magistrat verhinderte damals bewusst diese wichtige Maßnahme, die ihm eine bessere Position gegenüber den Mobilfunkbetreibern ermöglicht hätte. Über die Gründe lässt sich spekulieren, wenn man den weiteren Umgang mit den Mobilfunkbetreibern verfolgt.

 

Im Jahr 2003 wurde ein Mobilfunk-Kataster in öffentlichen Versammlungen und in den Gremien des Parlaments diskutiert und vom damaligen Ersten Stadtrat Erik Schächer mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln torpediert. Der fragwürdige Auftritt von Professor Dr. Breckow aus Gießen, dem Mitglied der Strahlenschutzkommission SSK, ist vielen Anwesenden noch gut in Erinnerung. Dieser Lobby-Experte, der Untersuchungsergebnisse seiner eigenen Kommission im Sinne der Interessen des Maintaler Magistrats verdrehte und Herr Pfalzgraf vom Deutschen Städte- und Gemeindetag, der gleiches mit der rechtlichen Seite unternahm, beide mussten auf qualifizierte Einwendungen vom kürzlich verstorbenen Professor Dr. Guido Zimmer, Bischofsheim, und dem Rechtsanwalt Dietmar Freund, Bruchköbel, den geordneten Rückzug antreten. Der Magistrat verharrte dennoch unbeweglich auf seinem Standpunkt. Der Mobilfunkmast an der Bleiche wurde zwar vom Parlament verhindert, dafür jedoch zwischen der Eichenheege und der Waldsiedlung, also nahe der Sportplätze und der Wohnbebauung, genehmigt.

 

Obendrein ließ der besagte Stadtrat in der Folge einen Sendemast auf dem Wachen- buchener Friedhofs-Erweiterungsgelände installieren, obwohl er das ohne Weiteres gar nicht gedurft hätte. Nach dem Bekannt-werden beschloss das Parlament unter Protest und mit großer Mehrheit, nach 10 Jahren den Vertrag zu kündigen und den Mast entfernen zu lassen. Das wurde nun umgesetzt. Ein Wachenbuchener Bürger stellte jedoch einen neuen Standort zur Verfügung, der nur 15 Meter neben dem jetzigen Standort liegt. So konnten einige Stadtverordnete argumentativ zu großer Form auflaufen, doch es blieb bei der Kündigung des Vertrages.

 

Zu Ehren des Andenkens an den kürzlich verstorbenen Prof. Dr. Guido Zimmer, der sich engagiert für die Aufklärung über die Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung auf den Menschen einsetzte, setzte die Maintaler Mobilfunkgruppe der inzwischen abgesetzten Lokalen Agenda einen Nachruf sowie den Maintaler Ärzte-Appell von 2003, der nichts an seiner Bedeutung verloren hat, in den Maintal TAGESANZEIGER.

 

 

 

Die Mobilfunkdichte hat sich inzwischen deutlich erhöht, in Maintals Bürgerschaft überwiegt jedoch die Unbekümmertheit gegenüber den gesundheitlichen Gefahren. Zu groß ist der Nutzen der modernen Kommunikationstechniken und fast jeder benutzt sie in irgend einer Form. Die Mobilfunkgruppe versuchte zwar niemals, die Zeit zurückzudrehen, sie plädierte jedoch stets dafür, dass Mobilfunksender nicht inmitten der Wohnbebauung betrieben werden sollten. Genau das kann jedoch nur mit einem Mobilfunkkataster verhindert werden. 

 

Weitere Informationen sind unter http://klee-klaus.business.t-online.de/mobilfunk.htm  nachzulesen.

 

Veröffentlicht am 26.09.2014

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Sendemast am Wachebuchener Friedhof

 

Sendemast zwischen Eichenheege und Waldsiedlung

 

 

 

 

Professor Dr. Guido Zimmer 

 

Gefährliches Ignorieren von Gefahren

 

Mit dem Ausbau der Mobilfunktechnik wuchsen die Bedenken hinsichtlich der Strahlung und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. Allerorten wurden Mobilfunksendeanlagen mit der Häufigkeit von Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die Mobilfunkindustrie und der Staat schufen oder förderten Institute, die sich mit dem Thema auseinander setzten. 

Die Strahlenschutzkommission SSK stellte den politischen Partner zu diesen Instituten dar. Damit Untersuchungen anerkannt werden, müssen sie eine Testreihe von mindestens 10 Jahren durchlaufen. In diesem Zeitraum breitete sich die Mobilfunktechnik in Windeseile aus, als gälte es, Tatsachen zu schaffen, ehe die Ergebnisse vorliegen würden. Solange galten die bisherigen Grenzwerte, die jedoch von allen Fachleuten als viel zu hoch angesehen wurden.

 

 

Der damalige Umweltminister Sigmar Gabriel stärkte noch die Position der Mobilfunkbetreiber und beschleunigte keineswegs die rasche Festlegung neuer Richtlinien und Grenzwerte.

 

Heute sind die Mobilfunkbetreiber an ihrem Ziel und die Regierung konnte alle freien Frequenzen lukrativ vermarkten. Das Thema der Gesundheitsgefährdung geriet immer mehr aus dem Fokus und auch die Bevölkerung scheint dem technischen Fortschritt eine größere Bedeutung als der Gesundheit beizumessen. Die Folgen werden sich erst verspätet, dann aber auf breiter Front auswirken. Wissenschaftler, wie Prof. Dr. Guido Zimmer wurden nicht müde, auf die Gefahren und die Auswirkungen auf die Zellmembranen des Körpers hinzuweisen. Ein kompetenter Mahner ging von uns, wir wissen erst in ein Paar Jahren, wen wir da wirklich verloren haben.

 

Klaus Klee

 

 

 

Mehr als nur eine Zeitung

 

Ein echter Lichtblick für Maintal ist im Druck - die Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS des vierten Quartals 2014. Sie wird pünktlich zum 1. Oktober erhältlich sein. Ein sehr freundliches Grafitti der Freiraumgalerie an der Maintal- Halle wirbt um Leser jeden Alters. Bei noch nicht zu der über den Titel angesprochenen Zielgruppe gehörenden Menschen ist immer wieder ein Zögern zu spüren, wenn sie die kostenlos erhältliche Zeitung in die Hand  nehmen. Sie können nicht wissen, dass dort vielfältige Themen des Alltags verarbeitet werden, die für alle Generationen interessant sind. Natürlich stellen Seniorenthemen einen gewissen Anteil. Doch, uns alle holt auch diese Thematik irgendwann ein. 

Viele Leser bestätigen der Redaktion, dass die ehrenamtlich erstellte Zeitung ansprechend ist und die Aufmachung stets wahre Lesefreude aufkommen lässt. Wer annimmt, es handele sich um Vorlesestoff für Soft-Demente, der ist gewaltig auf dem Holzweg. Die Redaktion legt Wert auf ein anspruchsvolles Mix an Themen und Darbietungsformen. Auch Vereine und Gruppen nutzen die Seniorenzeitung zur Darstellung ihrer Aktivitäten.

 

 

 

 

In dieser Ausgabe beginnt zum Beispiel eine Serie, in der Maintals Theater- und Kabarettgruppen vorgestellt werden. Bereits bestehende Serienberichterstattungen befassen sich mit den Städte- partnerschaften, sogar thematisch mit Führungen zum Thema "Goethe in Frankfurt", Neuigkeiten aus den DRK-Kleeblättern, aber auch mit dem Bürgerhaushalt und dem Stadtleitbildprozess.

 

Bestimmte Rubriken sind besonders beliebt. Dazu gehören auch die satirisch-humoristischen Ratschläge eines Dr. Herbst (in Anlehnung an Dr. Sommer von der Bravo), die kompetenten ärztlichen Ratschläge eines Hochstädter Ärzteteams und die Bücherecke. Dazwischen finden die Leser interessante Artikel zu Themen der Zeit, zu Möglichkeiten, Maintal interessanter zu gestalten und liebenswerte oder auch etwas bissigere Satiren, mit denen man sich den Blutdruck einstellen kann. Einen großen Raum nehmen Informationen und Hinweise für agile Senioren und aktive Gruppen ein, so dass die Zeitungen bei vielen Lesern in Griffweite zu finden sind. 

 

Hier einige Kostproben der neuen Ausgabe:

 

Bisher wurden bereits Luisant und Esztergom vorgestellt. Mit Moosburg wartet die aktuelle Ausgabe auf.

In der darauf folgenden Zeitung wird Katerini vorgestellt, wenn die Redaktion passende Informationen und Bildmaterial erhält. Bisher klappte das ganz gut, was Anlass zum Optimismus liefert.

Es gibt viele Möglichkeiten, den Lesern die Vielfalt Maintals näher zu  bringen. Mit der Serie "Theater- und Kabarettgruppen in Maintal" werden Zug um Zug alle Gruppen vorgestellt. 

Die Serie beginnt mit dem Kabarett MIKROKOSMOS, das in diesem Jahr sein 10. Programm präsentiert.

In jeder Ausgabe werden interessante Orte aus der Umgebung vorgestellt. 

In der nächsten Ausgabe wird die bewegte Geschichte des Karussells im Wilhelmsbader Schlosspark vorgestellt.

Der Zeitpunkt wurde gewählt, weil im späten Frühjahr 2015 die renovierte Anlage wieder in Betrieb genommen wird.

Besonders fachkundige Artikel greifen immer wieder Themen aus dem Bereich Wohnen und Leben im Alter auf, um den angehenden Senioren Tipps zu geben.

Natürlich ist dieser Lesestoff auch als Anregung für Stadtleitbildgruppen 

gedacht, die sich mit ähnlichen Themen befassen.

Wo sich Menschen treffen und verweilen, wird über alles Mögliche geredet. Eine 

Bank am Rande der Hartig in Hochstadt ist ein beliebter Ort zum Verweilen.

Angeregt von tatsächlichen Gesprächen 

im Anblick der Großstatt in der Ferne

wird sich diese Serie regelmäßig mit Maintaler Themen befassen, die zum aktuellen Gesprächsstoff gehören.

 

Das ist nur eine kleine Kostprobe. Die Zeitung umfasst 40 Seiten und der Anteil der Werbung beträgt flächenmäßig höchstens 20 Prozent, was die Zeitung wohltuend von Anzeigenblättern unterscheidet. Dennoch ist die Werbung sehr wichtig für die Maintaler Seniorenzeitung, weil sie sich komplett über Werbung finanzieren sollte, um nicht in den Fokus von städtischen Einsparungen zu geraten. Die Zeitung ist Teil der freiwilligen Leistungen im Bereich Maintal Aktiv, zu dem gerade eine 50%-ige Einsparung im Gespräch ist. Es wäre schade, wenn diese wertvolle Facette der Bürgerbeteiligungskultur Schaden nähme.

 

Wer die kompletten Ausgaben der letzten Jahre lesen will, findet sie unter Seniorenzeitung.

 

Veröffentlicht am 06.09.2014

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

Dynamisches Versagen

 

Mancher ehrenamtlich engagierte Bürger hat es sicher noch gar nicht bemerkt, dass von der Homepage der Stadt Maintal alle Spuren der Lokalen Agenda 21 restlos getilgt wurden und alle ursprünglichen Ideen, die in den Stadtleitbildprozess übernommen wurden, vom Ursprung her nicht mehr nachvollziehbar sind. Damit ist die Übernahme des Projekts Stadtleitbildprozess endgültig als "feindlich" einzustufen. Jahrelang nutzten Politik und Verwaltung die Konzeptionsfehler der Lokalen Agenda 21, um die Umsetzung der Ideen der Bürger unter ihrer Kontrolle zu halten. Das stellte sich als schwerer Fehler heraus. Es hätte völlig genügt, diesen Fehler zu beseitigen, dem Prozess eine dynamische Führung zu geben und das Verfahren festzulegen, mit dem die Machbarkeit von Ideen geprüft und Vorschläge verbindlich in die Gremien gelangen. Offiziell wurde die Lokale Agenda 21 nie aufgelöst und der Stadtleitbildprozess krankt inzwischen an den gleichen Symptomen. Maintals Bürgerbeteiligungskultur verschlechtert sich auch wegen der Entwicklung beim Bürgerhaushalt zunehmend. Lediglich das Nachrücken von neuen optimistischen Aktivisten ohne einschlägige Erfahrungen und Lobbyisten halten die laufenden Prozesse noch im Gespräch. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis auch sie auf dem Boden der Tatsachen angekommen sind. 

Das eigentliche Problem sind nicht die Fehler, die gemacht werden, sondern der schlechte Nährboden, auf dem man sie geschehen lässt. Wie bei der allgemein vorherrschenden Politikverdrossenheit überwiegt das Gefühl, gegen die Macher machtlos zu sein. Dieses Gefühl verstärkt sich noch, wenn nach jeder Aktion die Ergebnisse sichtbar werden. Dann steht die Frage im Raum, wer um Himmelswillen genau diese Personen in ihre Positionen brachte. Unser aller Wohl - das Gemeinwohl - liegt offensichtlich in falschen Händen!

 

Eine bedenkliche Spielweise des kommunalen Missmanagements ist die gesteuerte Bürgerbeteiligung, deren Ergebnisse überwiegend in Schubladen verschwinden und nur dann wieder herausgeholt werden, wenn sie zur eigenen Argumentation passen. Geradezu verwerflich ist, dass man Bürgern suggeriert, ihr Wissen und ihr Engagement würde zur Bewältigung anstehender Probleme benötigt und ihnen anschließend erklärt, dass sich die Kommunalpolitik jedoch nicht an ihrem Willen orientieren muss. Viel zu spät stellen viele willige Bürger fest, dass sie missbraucht wurden. Sie sollten nur als Beleg dafür herhalten, dass politisch Gehörlose ein offenes Ohr für ihre Meinungen hatten. 

 

Maintal wird seine Probleme nur dann bewältigen, wenn der Zuzug von Gewerbe und solventen Neubürgern mit erhöhter Attraktivität gelingt. Diese werden sich informieren, wie sie Maintal und seine Zukunft einzuschätzen haben. Wenn schon der Magistrat keine progressiven Akzente setzt und lediglich den Mangel verwaltet, sollte wenigstens das Vorhandensein positiver Ideen und Möglichkeiten zu deren Umsetzung erkennbar sein. Das ist zweifellos beim noch jungen Stadtleitbildprozess bedingt der Fall. Es war jedoch absolut unklug, die Wurzeln des Stadtleitbildprozesses zu kappen und damit den Eindruck zu erwecken, der neue Prozess sei besser als die Lokale Agenda 21, zumal sich beide Leitbilder absolut glichen. 

 

Eine Stadt, die nicht fähig ist, zu seiner Entwicklungshistorie zu stehen, setzt sich leicht dem Verdacht aus, mit der Tilgung von Informationen klammheimlich begangene Organisations- und Verfahrensfehler zu kaschieren. Dies wiegt umso schwerer, weil längst die Forderung im Raum steht, Magistrat und Politik sollten offen zu den Fehlern stehen, die jetzt zu Maßnahmen führen, für die man die Bürger zur Kasse bitten muss. Dass damit nur ein Ausgleich aber keine Verbesserung erzielt wird, soll der Bürger offensichtlich hinnehmen. Für wie dumm werden wir eigentlich gehalten?!

 

Veröffentlicht am 15.08.2014

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Gesteuerte Bürgerbeteiligung

 

Demokratisches Verhalten bedarf konsequent gelebter demokratischer Überzeugungen. Einer Partei anzugehören, die sich zur Demokratie bekennt, heißt noch nicht, ein Politiker mit demokratischem Denken und Handeln zu sein. Dazu bedarf es auch günstiger ethischer und moralischer Komponenten. Interessant wird es, wenn demokratisches Handeln dazu benutzt wird, den Bürgern in listiger Weise extremes politisches Denken zur Bewertung aufs silberne Tablett zu legen, anstelle es selbst in politischen Kreisen zu bekämpfen. Die Rede ist von den neoliberalen Haushaltskonsolidierungsideen, die die Maintaler FDP bereits erfolglos im Parlament einbrachte und den Ideen aus der gleichen Ecke, die dem Bürgerhaushalt 2013 entnommen wurden. Obwohl die Redaktionsgruppe des Bürger- haushalts 2014 als eines ihrer No-Go's "Ist politisch nicht gewollt" definierte, schleuste sie genau diese teilweise abstrusen Vorschläge in die Bewertungsliste ein und brachte dazu Plakate in Umlauf, die diese Vorschläge konterkarierten, um von den Bürgern klare Ablehnungen zu erhalten. Diese sollen wahrscheinlich später als breite demokratische Willenserklärungen verkauft werden, um den politischen Gegner (den man aber als Verbündeten braucht) auf die Plätze zu verweisen. So etwas kann man nur als speziell gesteuerte Bürgerbeteiligung bezeichnen.

 

Gesteuert wurde 2014 beim Maintaler Bürgerhaushalt auch die Denkrichtung der Bürger. Zugelassen waren nur klar formulierte Vorschläge, die sich direkt und positiv auf die Ergebnislage im Haushalt auswirken. Umwege über infrastrukturverbessernde Investitionen zur langfristigen Haushaltskonsolidierung - wie übrigens von der Kommunalaufsicht erwartet und von anderen Gemeinden vorgestellt - wurden abgewiesen. Das kann als gezielter Angriff auf das ganzheitliche Denken betrachtet werden, das man braucht, um etwas wirklich zu verändern. Hier heiligt der Zweck keineswegs die Mittel.

 

Nun kann man darüber spekulieren, welche Gründe dahinter stehen. Einer der Gründe könnte sein, dass Magistrat und Teile der Verwaltung nur eindimensional zu denken und handeln imstande sind. Das würde auch erklären, warum man bis heute nicht in der Lage war, alle Vorschläge des Bürgerhaushalts 2013 abzuarbeiten und die Infrastruktur gut verbessernden Vorschläge aufzugreifen. Vielleicht will der Magistrat lieber selbst auf die Ideen kommen, die Bürger bereits offen aussprachen, um keine eigenen Schwächen und Defizite erkennen zu lassen. Schließlich ist es peinlich, wenn man seit weit über einem Jahrzehnt ausgerechnet von Bürgern darauf aufmerksam gemacht wird, was endlich mal richtig angegangen werden sollte. Die Psychologie kennt für solche Verhaltensweisen passende zusammenfassende Bezeichnungen, die ich jetzt nicht bemühen möchte.

 

Demokratisches Verhalten im Team

 

Bürgerbeteiligung wird in Maintal bereits seit vielen Jahren betrieben und die Ergebnisse füllen mehrere Ordner oder gar Schränke. Diese Ergebnisse werden wie ein Ideenschatz behandelt. Nichts soll unüberlegt umgesetzt werden. Es sind allerdings nur nicht die demokratischsten Gedankengänge, mit denen man die Ideen behandelt. Da wird schon mal etwas umetikettiert, wie bei der "Lokalen Agenda" in "Stadtleitbildprozess", um mit den aufgewärmten Ideen erneut nach Belieben zu verfahren. 

 

Beim Bürgerhaushalt stieß die Verwaltung auf einen besonders zähen Personenkreis aus der Bürgerschaft, der auch noch die Spielregeln des Verfahrens mitgestalten wollte. Die konsequente und endgültige Umsetzung des erarbeiteten Konzeptes wurde jedoch mit der Auflösung der Steuerungsgruppe verhindert, als es dem Magistrat und der Verwaltung zu bunt wurde. Es war nämlich umfangreiche Transparenz angesagt. Wie schwerwiegend dies anscheinend sein muss, erkennt man daran, wie sich Magistrat und Verwaltung verhielten.

 

Da die Fraktionen inzwischen ebenfalls erkannten, welche Informationslücken sich durch den Bürgerhaushalt schließen lassen, ließ ein Teil der Fraktionen Interesse an einer der Steuerung nahe kommenden Beteiligung am Prozess erkennen. Der Stadtverordneten- vorsteher versuchte das Problem sowohl im Sinne der Bürger als auch der Politik zu lösen, indem er sich als erster Bürger der Stadt an die Spitze des Bürgerhaushalts 2014 stellte. Damit war aber klar, dass er nun in manchen Fragen einen Gegenpol zu Magistrat und Verwaltung bildete, die den organisatorischen Teil des Bürgerhaushaltsverfahrens abdeckten. Auf welchem Weg die unterschiedlichen Interessen angepackt wurden, habe ich eingangs bereits geschildert. Den politischen Gegner führte man vor und die Bürger schmierte man aus. Welche Rolle dabei auch noch so manche anonymen Nutzer des Internet-Portals spielen, bleibt ebenso im Nebel, wie die jetzt ausgeblendeten Ergebnisse. Manipulationen scheinen Tür und Tor geöffnet zu sein. 

 

Am Ende wird das Ergebnis noch einmal "demokratisch" zurechtgebogen werden, wie man es braucht, um es in weitere politische Entscheidungen einfließen zu lassen oder auch nicht. Teile dieses Verhaltens kann man zwar nicht direkt an Personen festmachen, denn alle sind zu einem Team zusammengefasst, das sowohl für die Heldentaten als auch für den Bockmist einstehen muss. So sind halt die Teamregeln!

 

Zivilcourage und Glaubwürdigkeit

 

An einigen Stellen des Prozesses 2014 wäre im Team Zivilcourage nötig gewesen. Sich im Team aufzulehnen oder unter Protest auszuscheiden, ist eine mutige Entscheidung. Teamregeln zu unterlaufen und Spielchen zu betreiben dagegen, scheint als Kavaliersdelikt angesehen zu werden. In einer Mischung aus "sich dumm stellen" und "ich habe es nur gut gemeint" oder "daran habe ich gar nicht gedacht" gelingt es oft sogar, sich aus der Affäre zu ziehen. Auf der Strecke bleibt im Team und nach Außen die Glaubwürdigkeit.

 

Ich habe für meine Person rechtzeitig entschieden, der Redaktionsgruppe von vorn herein nicht anzugehören, um nicht unter den Einfluss derartig ausgelebten Teamverhaltens zu geraten. So, wie man selbst zu einem Team passen muss, muss auch ein Team zu einem selbst passen. Als Bürger legt man da offensichtlich weitaus höhere Maßstäbe an als die Kommunalpolitiker, die mit diesen Spielchen bestens vertraut sind und die ein anderes Verständnis von demokratischem und fairem Umgang haben. Das soll jetzt nicht heißen, dass es unter ihnen keine Personen mit Zivilcourage und Glaubwürdigkeit gibt.

 

Ehe die gesteuert oder leichtfertig in den Untergang geführte faire Bürgerbeteiligung gerettet werden kann, muss jedoch erst einmal der schädliche Umgang mit ihr gestoppt werden. Die derzeitigen Macher im und rund ums Rathaus werden das nur hinbekommen, wenn sie eine Kehrtwende vollziehen. Angesichts der bevorstehenden Bürgermeisterwahl ist damit allerdings nicht zu rechnen. 

 

Veröffentlicht am 21.07.2014

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

Konsolidierungs-Bürgerhaushalt 

wird sich nicht wiederholen

 

Zur Stadtverordnetenversammlung am 21. Juli 2014 wurde klar, dass zumindest die beiden großen Fraktionen und die FDP in Haushaltsfragen weiterhin an der Bürgerbeteiligung festhalten wollen. Sie beschlossen einen Doppelhaushalt für 2015 und 2016, der von Bürgern begleitet werden soll. Am Rand der Sitzung wurden die Befürworter deutlicher und ließen erkennen, wie man sich das im Detail vorstellt. Dahinter steht wohl die gewonnene Überzeugung, dass bei der Beschaffung und der Verwendung finanzieller Mittel die Mitwirkung engagierter Bürger nutzbringend sein kann. Ob dies so ist, hängt natürlich davon ab, wie man mit aktiven Bürgern umgeht und welche Kommunikationsmittel zur Bündelung der Bürgerbeteiligung zukünftig genutzt werden. Auch muss das Verfahren überdacht werden. So bietet sich die Koppelung des Stadtleitbildprozesses mit der organisatorischen Struktur eines Bürgerhaushalts an. Beides zusammengefasst braucht eine eigene Leitung, die in Händen von Bürgern liegt und von der Verwaltung zur Klärung von Fragen und Lösungswegen unterstutzt wird. 

 

Der laufende Bürgerhaushalts-Prozess zeigte, dass es der Achse Magistrat/Verwaltung/Politik nicht möglich war, mit Hilfe der Bürger ein tragfähiges Konzept zur Konsolidierung des Maintaler Haushalts vorzubereiten, weil Ziele zu stark und zu einseitig formuliert und teilweise recht fragwürdig umgesetzt wurden. Teile der Verwaltung, an der Spitze der Bürgermeister, hatten dabei eigene Interessen stärker im Blick als zu wahrende Gemeinwohlinteressen. Gewonnene Erkenntnisse aus dem ersten Bürgerhaushalt wurden in einigen Fällen missachtet, was in der Schlussphase mit der Ausblendung der Zwischenergebnisse der Bewertung zu großer Irritation und Verärgerung führte. Das wirft die Frage auf, ob das zukünftige Verfahren eine steuernde Gruppe benötigt, die mehrheitlich aus unabhängigen Bürgern besteht, die sowohl die Spielregeln für den Weg der und den Umgang mit den Vorschlägen aus dem Stadtleitbildprozess und weiteren Vorschlägen in die Gremien erarbeitet und festlegt. 

 

Auch überwiegt inzwischen die Erkenntnis, dass ein genehmigungsfähiger Haushaltskonsolidierungspfad klare und intelligente Vorgaben für die Generierung zukünftiger Mehreinnahmen enthalten muss. Sparen allein ist schon lang äußerst umstritten und führt nur dazu, Maintal für Unternehmen, Bürger und Zuzugswillige unattraktiver zu machen. Die Bürger identifizieren sich nicht mit den Ideen des Bürgermeisters und einer kleinen ihn stützenden Gruppe. Das hat auch er inzwischen gemerkt. In der Presse lässt er deshalb verstärkt Ansichten verbreiten, die den bisher gewonnenen Eindruck kaschieren sollen. Die Bürger registrieren das allerdings, als würden jetzt einem Schimmel schwarze Streifen aufgemalt, um ihn als Zebra zu verkaufen. Gestalten sollte, wer gestalten und Andere überzeugen kann. Das Gestalten über Passivität und Verweigerung mag eine gewisse Beharrlichkeit vermitteln, als Tugend ist das in diesem Fall jedoch nicht brauchbar.

 

Man kann gespannt sein, wie es demnächst die beiden großen Fraktionen verstehen, unabhängige Bürger in die Gestaltung zukünftiger Zusammenarbeit einzubinden. Vielleicht ist der Begriff "neue Bürgerbeteiligungskultur" dann etwas transparenter. Absolut unverzichtbar sind dabei natürlich Offenheit und Transparenz. Hier müssen  Magistrat und Verwaltung noch gewaltig umdenken, um einen festen Platz in der neuen Struktur einzunehmen. Offenheit und Transparenz benötigen natürlich auch die Kommunalpolitiker, die über Haushalte befinden und diese beschließen müssen. Diese Grundforderung ist ganz elementar. Optimale Voraussetzungen werden verloren gegangenes Vertrauen wieder zurück holen. Das muss eigentlich das gemeinsame Ziel aller Beteiligten sein. Die Chancen dazu stehen gar nicht so schlecht.

 

Ein Bürgerhaushalt, wie der Bürgerhaushalt 2014 darf und wird sich hoffentlich nicht wiederholen!

 

Klaus Klee